Möbeltransport mit dem Lastenradkurier

Heute eröffnet die erste innerstädtische Ikeafiliale in Hamburg-Altona. Einerseits bringt das eine Menge Autoverkehr in ein dicht bevölkertes Wohngebiet, andererseits wird der Ikea-Einkauf auch für Nicht-Auto-Besitzer bequem gemacht. So können die Bausätze des schwedischen Möbelkonzerns in einem definierten Liefergebiet am gleichen Tag mit dem Fahrradkurier geliefert werden. Neun Euro neunzig nimmt Ikea den Kunden für diesen Service ab. Wer seine Möbel selbst transportieren möchte, kann die ersten drei Stunden einen Fahrradanhänger gratis leihen, danach kostet er 5,- Euro pro Stunde.

Foto: Stadtleben Hamburg

Critical Mass – ein Dilemma?

Die CM wächst ganz offensichtlich, auch in Berlin. Ich bin erst zwei Mal mitgefahren, nun wo sie massig geworden ist. Als ich die ersten Male an eine Mitfahrt dachte, war ich noch nicht so recht von dem Sinn überhaupt überzeugt, dann kamen immer wieder Termine dazwischen oder ich vergaß die Sache über Monate hinweg einfach. Seit Anfang des Jahres ist der Termin endlich im Planer auf Wiederholung gesetzt. Vor diesem Hintergrund mag meine Frage merkwürdig klingen: Ist die CM noch eine CM? Mein Anfangsinteresse und meine Anfangsskepsis gleichzeitig basierten auf dem Charakter des subversiven. Als größere Gruppe deutlich sichtbar im KFZ-Verkehr einen Raum beanspruchen, die Selbstverständlichkeit des Radfahrens dort sichtbar machen und sich dabei der Regeln bedienen, die diese Auto-Verkehrspolitik geschaffen hat. Was ich jetzt erlebe, ist dagegen mehr oder weniger eine Demo mit Polizeibegleitung, incl. abgesperrter Straßen. Angefangen hat es für mich diesmal schon beim Treffpunkt in Lichtenberg, wo ich 2 Polizei-Motorräder vorfand. Mangels dort aufschlagender Radfahrer sind die zwar dann wieder abgedüst, was aber hätten die eigentlich dort gewollt, wenn tatsächlich 20-30 Leute aufgetaucht wären? Wer braucht denn diese Extrawurst? Neben diesem Versuch, die CM in eine normale, ordnungspolitisch handhabbare Form zu bringen, wundere ich mich auch über die Teilnehmer selbst, die sich scheinbar sehr wohl damit fühlen. Auch dort wo die Gruppe auseinandergezogen luftig entlang 3-spuriger Fahrbahnen rollerte, wurden einzelne KFZ auf der Aussenspur von Oberaktivisten gestoppt. Wozu eigentlich? Das ist doch eigentlich das angestrebte Bild – KFZ und Radler teilen sich den Verkehrsraum auf der Fahrbahn.

Foto: Autos als Mitfahrer auf der Elsenbrücke – 50m weiter gestoppt.

Es steht mir nicht zu, mich nach einer Ur-CM zu sehnen, die ich nie mitgefahren war. Ja, die geringe Gruppenstärke in den vergangenen Jahren irritierte mich sogar und ich kann den „Fahrspaß“ in der großen Menge natürlich auch nachvollziehen und selbst genießen. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, die Masse bei der Critical Mass ist ein kritischer Faktor. Gibt es einen Mittelweg, der den Anspruch nach Sichtbarmachung im normalen Verkehr und Sichtbarkeit durch pure Masse mit Sonderregelungen besser darstellen könnte?

Gastbeitrag von M. Stoß

Emi, lass die Sonne rein!

Aber, hallo! Wer würde bei diesen Straßenmusikern nicht stehen bleiben? Was sofort ins Auge fällt ist der Kontrast zwischen der Band und der Sängerin. Drei gestandene Kerle an Bass, Drums und Mandoline. Am Mikrophon ein kleines Mädchen mit einer Ukulele und einer souveränen Show. Kaum macht sie den Mund auf, weiß jeder sofort: Das hier ist die Chefin im Ring. Die großen Jungs sind zwar Vater, Bruder und Onkel, haben aber nichts zu melden.

Denn wenn Emi Sunshine anfängt zu singen, gibt es kein Vertun: wer so selbstbewusst und stimmkräftig antritt, hat noch Großes vor. Das girl stammt aus dem Bluegrass-Homeland in Tennessee, begann mit 4 Jahren zu singen, mit 5 schrieb sie ihren ersten Song und mit 6 lernte sie Ukelele zu spielen. Musikalisch beeinflusst von Folk- und Country-Größen wie Buddy und Julie Miller, Dolly Parton und Emmylou Harris. Ihr Publikum findet sie in den Fußgängerzonen der USA. Aber im YouTube-Zeitalter katapulierten über eine Million Klicks „Emi Sunshine and The Rain“ aus dem Nichts zu den Sternen.

Was sie in ihrem Fahrradlied gekonnt kräht, kann ich nicht alles verstehen. Auf jeden Fall es geht blutig zu. Sie brettert die Mountains runter, kommt mit dem Schuh in die Kette, kann nicht mehr bremsen, die Kette reißt. Kein Problem für Emi, am Ende des Songs legt sie noch richtig einen drauf.

Guny

Critical Mass: Freitag, 27. Juni um 19:50 Uhr ab dem Mariannenplatz

Manches ist neu bei der Berliner Critical Mass, die morgen in Kreuzberg beginnt. Der Heinrichplatz ist für die Massen an Radfahrern schlicht zu klein geworden, deshalb ist der Startpunkt auf den nahegelegenen Mariannenplatz verlegt worden. Von dort geht es kurz vor 20:00 Uhr los, um die Leute am Heinrichplatz abzuholen.

Wer bereits die Anfahrt zur CM im Verband radeln will, kann sich der mitRADgelegenheit anschließen. Im Verbund ab 16 Radfahrern kann man nebeneinander fahren und eine Fahrbahn nutzen. Man hat  mehr Platz auf der Straße und wird besser gesehen.

Facebook-Gruppe Critical Mass Berlin
Facebook-Gruppe mitRADgelegenheit
BUND-Jugend: mitRADgelegenheit

Baustellenposse

Gemeinsamer Fuß- und Radweg

Baustellen lösen bei Fußgängern und Radfahrern regelmäßig Kopfschütteln aus. Häufig werden von den Bauunternehmen eigenmächtig Verkehrsschilder aufgestellt, die die bekannte behördliche „Sorgfalt“ nochmals übertreffen.

Der im Bild zu sehende gemeinsame Fuß- und Radweg, der unabgetrennt als Teil einer vielbefahrenen, mehrspurigen Hauptstraße eingerichtet wurde, kann eigentlich nur noch als Satire verstanden werden.

Köpenicker Landstraße, 24.6.2014

Fahrerflucht nach Unfall zwischen Radfahrer und Fußgänger

Zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Fußgänger und einem Radfahrer kam es gestern Vormittag in Zehlendorf. Als der Mann im Alter von 70 Jahren gegen 10.45 Uhr am Teltower Damm aus einem Bus der Linie 285 ausstieg und an der Haltestelle den Radweg überquerte, wurde er von einem Radfahrer erfasst und stürzte. Die Feuerwehr brachte ihn mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. Der Radfahrer flüchtete.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nr. 1500 vom 24.06.2014

Zu diesem Verkehrsunfall sucht die Polizei Zeugen. Hinweise nimmt der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4 unter der Telefonnummer (030) 4664 – 481 800 entgegen.

Der § 20 der Straßenverkehrs-Ordnung gilt auch für Radfahrer:

§20 StVO Öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse

(1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

(2) Wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, darf rechts nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

Blog „PresseRad“ macht Pause

Heute vor einem halben Jahr, am 24. Dezember 2013, startete das Blog PresseRad mit dem Posting „Bald geht’s lohoos“. In der Folge wurden die Leser nahezu täglich mit Beiträgen zum Thema Radfahrer in der Presselandschaft versorgt. „Der Radfahrer in der Presse: gerne übersehen, oft touchiert, ohne Helm längst tot, und gegen Verkehrsregeln verstoßend, die niemand korrekt erklären kann.“ Nun ziehen die drei Schreiber des Blogs nach 188 Posts ein Fazit und kündigen eine Pause von ungewisser Dauer an:

„Das Radfahren ist eine der schönsten, gesündesten und ungefährlichsten Möglichkeiten, sich von A nach B zu bewegen, sei es auf dem Weg zur Arbeit oder als Freizeitbeschäftigung. Der gesamte Spaß des Radfahrens spiegelt sich leider in keinster Weise in der Presse wieder. Radfahrer tauchen in den Pressemeldungen zu gefühlt 99% nur dann auf, wenn sie an einem Unfall beteiligt waren.

Macht man sich wie wir bewusst auf die Suche nach Pressemeldungen über Radfahrer, wird einem das ganze Elend offenbar. Das tägliche Auseinandersetzen mit Verletzten und Toten, dazu die bewusst oder unbewusst radfahrerunfreundlich formulierten Beiträge, die sich ewig wiederholenden, einserseits verharmlosenden andererseits diffamierenden Floskeln vom “Touchieren”, “Streifen”, “Übersehen”, “Kein Helm!”, all das nagt an der guten Laune.

Wir sind leer und brauchen dringend eine Pause. Ob und wie es danach weitergeht, wissen wir noch nicht.“

Nach dem wohl endgültigen Ende des Blogs Radverkehrspolitik im April ist das bereits das zweite lesenswerte Blog in kurzer Zeit, das seine Pforten schließt. Schade.

Radverkehrspolitik
PresseRad

BGH Urteil zur „Helmpflicht durch die Hintertür“

Heute, am Dienstag den 17.6.2014 urteilte der Bundesgerichtshof in der Revision zu einem Urteil des OLG Schleswig-Holstein.

In dem beschriebenen Fall wurde einer Radfahrerin, die in einen „dooring“ Unfall verwickelt war, aufgrund fehlenden Fahrradhelmes eine Teilschuld zugesprochen.Es ging mit Hilfe des ADFC in Revision, heute haben wir nun ein Urteil.Im Vorfeld des Revisionsurteils wurde oft von Helmpflicht gesprochen und die entsprechenden Debatten kursierten wild.

Die Presse berichtet :

Die Entscheidung einen Helm zu tragen oder nicht, bleibt also weiterhin jedem selbst überlassen.

Update:

Kernsatz aus der Pressemitteilung des BGH: „Für Radfahrer ist das Tragen eines Schutzhelms nicht vorgeschrieben.“ Einschränkend sagt der BGH, dass einem Geschädigten auch ohne einen Verstoß gegen Vorschriften haftungsrechtlich ein Mitverschulden anzulasten sein kann, wenn das Helmtragen allgemeinem Verkehrsbewusstsein entspricht. Elf Prozent Helmträger unter den Radfahrern sind aber (noch) nicht allgemeines Verkehrsbewusstsein.

BGH: Kein Mitverschulden wegen Nichttragens eines Fahrradhelms

Mädchenfahrradwerkstatt sucht Fahrradfachfrau

Die Mädchenfahrradwerkstatt ist ein Projekt von KidBike e. V. in der Wrangelstraße in Kreuzberg. In der Werkstatt können Mädchen und junge Frauen ihre Fahrräder reparieren lernen und/oder ein eigenes Fahrrad aufbauen. Dabei entstehen für die Mädchen und jungen Frauen keine Kosten, da alles gestellt wird. Wir suchen gezielt eine Frau für eine Zwanzigstundenstelle, da es sich bei dem Projekt um einen reines Mädchen- und Frauenprojekt handelt, wo Mädchen, vorrangig mit Migrations- und/oder Fluchthintergrund, in einem geschützten Raum, erste Erfahrung mit Technik machen. Des weiteren ist das Gelände des Mädchenzentrums Alia nur für Frauen und Mädchen nutzbar.

Gewünschte Fähigkeiten:

  • theoretische und praktische Kenntnisse der Fahrradtechnik
  • Erfahrungen in der Anleitung bzw. Vermittlung von Fahrradtechnik
  • pädagogische Kompetenzen

Mädchenfahrradwerkstatt

Rechtsabbiegeunfall auf der Prenzlauer Promenade.

Die Morgenpost berichtet heute Morgen von einem tödlichen (bislang unbestätigt) Rechtsabbiegeunfall auf der Prenzlauer Promenade mit LKW Beteiligung.

Anscheinend kam es bei einem Abbiegemanöver in die Ostseestraße zu dem Unfall.

Die Kreuzung sieht in Streetview so aus : Link

Kommt es mir nur so vor, oder haben wir dieses Jahr mehr tödliche Unfälle von Fahrradfahrern in den Medien als letztes Jahr?

In den Polizeimeldungen findet man den Unfall (noch) nicht.

Hier der Link zum Artikel.

Nachtrag, der Tagesspiegel schreibt, der Verunfallte ist nicht in Lebensgefahr Link

Bluetooth Fahrradklingel

Wer in Städten unterwegs ist, in denen das Fahrrad ein Massenverkehrsmittel ist, kennt das Problem: an Bahnhöfen und an anderen stark frequentierten Stellen kann es zu einem Albtraum werden, das geparkte Fahrrad wiederzufinden. Ein Designteam in Amsterdam hat dafür eine Lösung gesucht und die „slimme fietsbel“ erfunden, die intelligente Fahrradklingel.

Ausgestattet mit einem Bluetooth-Modul, ein wenig Elektronik auf einer Leiterplatte und einer Batterie wird eine ganz nomale Fahrradklingel zu einem perfekten Findetool. Zusätzlich installiert man eine Bike-Bell-App auf dem Smartphone und das Finden des eigenen Fahrrads inmitten hunderter anderer Räder wird zum Kinderspiel.

Frolic: Bike Bell

Tour zu Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstätten

Am Freitag, dem 13. Juni 2014, beginnt um 16:00 Uhr eine Fahrradtour zu Selbsthilfe-Werkstätten in Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof. Treffpunkt ist die mobile Werkstatt des Berliner Lastenrad-Netzwerks in der Prinzessinnenstraße 19-20 (Hinterhof des Betahaus). Das Berliner Lastenrad-Netzwerk für nachhaltige Entwicklung (BLN) gibt Einzelpersonen und Initiativen umfassende Hilfestellung beim Bau von Lastenfahrrädern und lädt zum gemeinschaftlichen Bau von nachhaltigen Transportfahrrädern ein.

Anschließend fahren wir zum Wagenplatz Schwarzer Kanal. Hier wird uns das Konzept des Bike Aid vorgestellt. Bike Aid hat das Ziel, Flüchtlinge in Berlin zu einem eigenem Fahrrad zu verhelfen, um ihnen ein Mindestmaß an Mobilität zu ermöglichen.

Die Tour endet beim Fahrrad-Container der Taschengeldfirma auf dem Tempelhofer Feld. Der Fahrrad-Container ist ein ausrangierter, bunt bemalter Wohnwagen mitten in dieser städtischen Oase des ehemaligen Flughafens. Fahrradbegeisterte mit Sinn für das Praktische lernen hier, wie sie ihre Räder selbst reparieren können. Zudem gibt es hier einen Demonstrationsraum für Radtechnik und berufliche Orientierung.

Ab 18:00 Uhr findet bei der Taschengeldfirma dann das monatliche Treffen der Cargobike Fans Berlin statt.

Verkehrsclub Deutschland (VCD): Jugend-Fahrrad-Werkstätten

Unfälle auf der Fahrbahn neben Radwegen

Immer mal wieder kommt es zu Unfällen zwischen Radfahrern und Autofahrern auf der Fahrbahn neben dem Radweg. Häufig werden Radfahrer beim Überholen gestreift, stürzen schwer und verletzen sich. So zuletzt geschehen auf der Luxemburger Straße in Wedding (Quelle: Polizei Berlin). Glücklicherweise dominiert diese Unfallart nicht, das Nichtbenutzen von Radwegen ist keine große Gefahrenquelle – und es schließt ja typische Radweggefahren aus.

Wer hin und wieder von seiner Wahlfreiheit zwischen nichtbenutzungspflichtigen Radwegen und der Fahrbahn Gebrauch macht und die Fahrbahn wählt, trifft dabei oft auf größtes Unverständnis. Nicht nur, dass einige Polizisten und Berufskraftfahrer bis heute nie davon gehört haben, dass Radwege nicht immer benutzungspflichtig sind. Auch Autofahrern ist diese Regel, weit über 15 Jahre nach ihrer Einführung, häufig noch unbekannt.

Nun ist Unkenntnis nicht unbedingt ein Problem, denn nicht jeder kann alles wissen. Doch erlebe ich und, wie immer wieder zu lesen, viele andere Radfahrer die Radwege rechts liegen lassen, folgendes:

– Autofahrer hupen Radfahrer an oder schreien herum – auch dann, wenn sie einen Gehweg für einen Radweg halten und

– Autofahrer halten keinerlei Abstand beim Überholen.

Verallgemeinern kann man das nicht, die meisten Autofahrer nehmen Radfahrer, die Radwege nicht nutzen, ziemlich gelassen hin. Nur macht diese kleine Minderheit der aggressiven Belehrer vielen (mich eingeschlossen) durchaus Angst. Letztendlich werden Radfahrer mit Androhung körperlicher Gewalt vom Mitbenutzen der Fahrbahn abgehalten – dies stelle man sich mal als flächendeckendes Phänomen im ÖPNV vor. Presse und Öffentlichkeit stünden Kopf.

Was, wenn so ein knappes Überholmanöver mal schiefgeht?

Woher weiss man dann, dass es wirklich ein Unfall und keine Absicht war?

Warum gibt es keinerlei polizeiliche Aktionen gegen diese Art von Belehrungsmanövern?

Kurzum: Pressemeldungen wie die o.g. lassen bei mir die Alarmglocken schrillen. Hoffentlich auch bei der Polizei.

24 Stunden, 2500 Einsätze – Polizei twittert alle Einsätze

Die Unfallmeldungen, welche die Berliner Polizei täglich per Pressemitteilung veröffentlicht, stellen jeweils nur einen kleinen Auszug des Gesamtgeschehens dar. Denn täglich ereignen sich im statistischen Mittel 357 Straßenverkehrsunfälle, 19 davon mit Radfahrerbeteiligung. Die Kriterien für die Auswahl der Unfälle, die es in eine Pressemitteilung schaffen, sind unbekannt.

Ab Freitag, den 6. Juni um 19 Uhr, will die Berliner Polizei für 24 Stunden jeden Polizeieinsatz twittern. Da dürften auch zahlreiche Verkehrsunfälle – hoffentlich ohne Personenschaden – vorkommen.

PolizeiBerlinEinsatz auf Twitter

Pressemitteilung der Berliner Polizei:  24 Stunden live bei der Polizei Berlin dabei – Wir twittern aus der Einsatzleitzentrale 

Ein Drittel aller Haushalte in großen Städten setzen aufs Rad

80,2 Prozent aller Haushalte in Deutschland besaßén Anfang des letzten Jahres ein Fahrrad. Am 1. Januar 1969 ermittelte das Statistische Bundesmat zum ersten mal die Zahl der Fahrräder im bundesdeutschen Durchschnittshaushalt. Damals hatten 53,2 Prozent aller Haushalte ein Rad. Diese Zahl stieg in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern an und stagniert etwa seit der Jahrtausendwende, bis am 1. 1.2013 ein neuer Höchststand erreicht wurde.

Auch die Zahl der Haushalte, die ausschließlich auf das Fahrrad als Verkehrsmittel setzen, steigt. 30 % der Haushalte in großen Städten (ab 500 000 Einwohnern), aber nur 4 % der Haushalte in kleinen Gemeinden (bis 5 000 Einwohner) besaßen am Jahresanfang 2013 ausschließlich Fahrräder, also keine Autos oder Motorräder. Damit setzten die Haushalte in den großen Städten doppelt so häufig aufs Rad wie der bundesweite Durchschnitt (15 %).

Ein Zehnjahresvergleich zeigt, dass der Anteil der Haushalte, die nur über Räder verfügen, in den deutschen Städten ab 500 000 Einwohnern steigt: Im Jahr 2003 hatte deren Anteil noch bei 22 % gelegen – 8 Prozentpunkte unter dem heutigen Anteil. In den kleinen Gemeinden (bis 5 000 Einwohner) lag er damals bei 5 % und im bundesweiten Durchschnitt bei 13 %.

Statistisches Bundesamt: 30 % der Haushalte in großen Städten setzen allein aufs Rad