Öffnungszeiten Januar 2016

Schlauchomat abgebaut in Werkstatt
Für uns Fahrradfahrende beginnt das neue Jahr häufig mit spitzen Scherben auf unseren vertrauten Routen. Wir wünschen Euch daher pralle Schläuche und gut geölte Ketten für einen flotten Rutsch nach 2016. Unser Schlauchomat ist aus Gründen der Betriebssicherung über den Jahreswechsel leider abgebaut und in unserer Werkstatt verwahrt. Ab 4.1.2016 sind wir und unser Schlauchomat wieder wie gewohnt für euch da.

Zwei tote Radfahrer: Radfahrerin von Lkw überrollt, Radfahrer auf Autobahn überfahren

In Lichtenberg wurde heute früh eine 32-jährige Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw überrollt und dabei tödlich verletzt. Der Fahrer bemerkte zunächst nichts vom Unfall, wurde aber 100 Meter von der Unfallstelle entfernt durch Zeugen gestoppt. Er wollte von der Karlshorster Straße nach rechts in die Hauptstraße abbiegen. Darüber, auf welchem Straßenteil die Radfahrerin fuhr oder ob sie ihr Fahrrad schob, hatte die Polizei zunächst keine Informationen. Für Fußgänger gibt es allerdings derzeit keine Fußgängerfurt, die über die Hauptstraße führt und mit den Rechtsabbiegern in Kontakt käme.

Die Bahnunterführung in der Karlshorster Straße sowie die Kreuzung ist seit Jahren eine Baustelle und wird in den Tagesspiegel-Diskussionen als chaotisch beschrieben. Ein knapper, nur um einen Meter vorgezogener Aufstellstreifen für Radfahrer regt diese an, sich rechts neben die wartenden Fahrzeuge zu stellen. Das Foto zeigt den Blick von der Karlshorster Straße auf die Hauptstraße und ist vom Unfalltag.

Unfallstelle Karlshorster Straße

Ein weiterer Radfahrer, der die Autobahn A114 in Pankow überqueren wollte, wurde ebenfalls heute bei einem Unfall getötet. Laut Berliner Zeitung war der 70-jährige möglicherweise verwirrt.

Berliner Polizei: Radfahrerin starb am Unfallort (17.12.2015)

Tagespiegel: Radfahrerin von Lastwagen getötet

Berliner Morgenpost: Mehrere Radfahrer bei schweren Unfällen in Berlin getötet

Berliner Zeitung: Radfahrer will Autobahn überqueren und wird getötet

„Volksentscheid Fahrrad“ geht in Berlin an den Start

Mitte November trafen sich fahrradinteressierte Menschen in Kreuzberg zu einem Workshop, um Möglichkeiten auszuloten, das Thema Fahrrad stärker auf die politische Agenda zu heben. Eine lange Liste von fahrradpolitischen Zielen wurde auf dem Treffen zu einem Zehn-Punkte-Katalog eingedampft, der den Berliner Senat zwingen soll, sich stärker für das Radfahren einzusetzen.

Die zehn Ziele:

1. Sichere Fahrrad-Straßen auch für Kinder und Senioren
2. Jede Hauptstraße mit sicheren Radspuren
3. Kreuzungen entschärfen und abgasfreie Ampelaufstellzonen markieren
4. Radkomfort und –sicherheit per Bürgerdialog steigern
5. Fahrräder parken können
6. Grüne Welle fürs Radfahren
7. Radschnellwege konkret
8. Freie Wege und mehr Verkehrsmoral für Alle
9. Berliner Verwaltungen für mehr Radverkehr aufstocken
10. Berlin mit mehr Öffentlichkeitsarbeit auf mehr Radverkehr vorbereiten

Bisher haben diese Ziele den Charakter eines Arbeitsdokuments. Auf der Grundlage des Katalogs soll ein Berliner Fahrrad-Gesetz erarbeitet und für einen Volksentscheid Fahrrad geworben werden.

Ein Volksentscheid besteht in Berlin aus drei Stufen. In einem ersten Schritt müssen 20.000 gültige Unterstützungsunterschriften für einen Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens gesammelt werden. Wenn diese Hürde erfolgreich überwunden wurde, startet das eingentliche Volksbegehren, für das die schriftliche Unterstützung von gut 170.000 Personen mit Wohnsitz in Berlin notwendig ist. Gelingt es, auch diese Marke zu meistern, werden die Berliner Bürger zu den Wahlurnen gerufen, um über ein Fahrradgesetz abzustimmen.

Noch ist nicht sicher, ob die Initiative für einen Fahrradvolksentscheid die Unterstützung von verkehrspolitischen Verbänden erhält. Der Ball liegt nun bei ADFC und VCD, bei den Interessenverbänden der Fußgänger und Nahverkehrsnutzer, bei den Opfern von Feinstaub und Verkehrslärm, bei all denen, die eine menschengerechte Mobilität in Berlin wollen.

Volksentscheid Fahrrad

Kleine Anleitung zum Radfahren in Amsterdam

Radfahren als Touri in Amsterdam ist nicht so einfach wie ihr denkt. Ohne gewissenhafte Vorbereitung von Mensch und Material geht gar nichts. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum korrekten Radfahren inklusive Bonusmaterial des Amsterdamer Bürgermeisters mit der wichtigsten Radfahrregel.

Fahrradparkhaus in Potsdam eröffnet

Am Nordausgang des Potsdamer Hauptbahnhofes wird heute ein Parkhaus für 550 Fahrräder eröffnet. Es befindet sich auf einer Ebene der Auto-Tiefgarage am Hauptbahnhof und hat etwa 645 000 Euro gekostet. Davon übernahm das Land 440 000 Euro, der Rest wurde von der Stadt Potsdam getragen.

Im Parkhaus befinden sich
– 548 Fahrradstellplätze
– 9 Stellplätze für Sonderräder (Tandem, Dreirad, Lastenrad)
– 2 x 3 E-Bike Ladeschränke (verschließbar)
– 17 x 3 Schließfachmodule.

Im Fahrradparkhaus wird es auch eine Fahrradwerkstatt geben. Das Fahrradparken kostet einen Euro pro Tag, ein Ticket kann am Automaten gezogen werden. Dauerparker zahlen 10 Euro im Monat.

Neben dem seit zwei Jahren offenen Fahrradparkhaus in Bernau ist Potsdam der zweite Standort mit Fahrradparkhaus im Berliner Umland. Berlin hat noch kein einziges, obwohl Bedarf für mindestens ein Dutzend Parkhäuser besteht. Immerhin diskutiert man bereits die Errichtung von Fahrradparkhäusern am S+U-Bahnhof Pankow sowie am Ostkreuz.

Märkische Allgemeine: Potsdam bekommt 550 Fahrrad-Parkplätze
Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: Fahrradparkhaus in Potsdam fertig

Update 1. Dezember 2015: In einer früheren Version dieses Beitrags waren die Baukosten des Fahrradparkhauses auf 800 000 Euro beziffert worden.

Erstes Teilstück des Radschnellwegs RS1 eröffnet

Heute wurden die ersten fünf Kilometer des im Endausbau mehr als 100 km langen überregionalen Radschnellwegs RS1 zwischen dem Hauptbahnhof von Mülheim und der Mülheim-Essener Stadtgrenze eröffnet. Der RS1 besteht aus einem vier Meter breiten bidirektionalen Radweg und – klar abgegrenzt – aus einem zwei Meter breiten Fußweg. Noch ist das heute eröffnete Teilstück nicht beleuchtet, das soll in den nächsten Jahren nachgeholt werden. Anfang des nächsten Jahrzehnts könnte dann ein 101,7 km langer Radschnellweg Ruhr die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Hamm und den Kreis Unna miteinander verbinden, staufrei, schnell, sicher und komfortabel.

In einer Machbarkeitsstudie im Auftrag werden die Kosten für den Radschnellweg auf insgesamt 183,7 Millionen Euro geschätzt. Die größten Summen sollen in den Bau von Brücken und Unterführungen fließen. Die Kosten für jetzt eröffnete Modellstrecke beliefen sich auf 5,7 Millionen Euro, finanziert aus EU-Töpfen (50 %), Landesmitteln (30 %) und Eigenmitteln des Regionalverbands Ruhr (20 %). Noch ist nicht geklärt, wie der Ausbau der Gesamtstrecke finanziert werden soll. Zwar prangt auf der offiziellen Internetseite des RS1 das Logo des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit dem Zusatz „gefördert durch BMVI aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“, eine verbindliche Zusage einer Finanzierung durch Bundesmittel existiert bisher aber nicht.

 

Nun sind alle gespannt, wie die neue Radverbindung zwischen Mühlheim und Essen angenommen wird. In der Machbarkeitsstudie war man auf dem jetzt eröffneten Teilstück von 3000 bis 4000 Nutzern pro Tag ausgegangen.

Regionalverband Ruhr: RS1
Regionalverband Ruhr: Machbarkeitsstudie RS1 (pdf-Dokument)

Perlenkette

Heute findet wieder eine Critical Mass (CM) in Berlin statt. Dabei treffen sich hunderte Radfahrer an einem vorher festgelegten Ort (Heinrichplatz, 20 Uhr), um im Idealfall STVO-konform durch die Stadt zu fahren und durch die bloße Anzahl an Radfahrern auf die eigenen Belange aufmerksam zu machen.

Die Critical Mass lotet Grenzen aus – es gibt keine Anmeldung und keinen Ansprechpartner. In Hamburg erstattet die Polizei daher jeden Monat Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht. In Berlin duldet die Polizei die CM, sieht aber eine rechtswidrige übermäßige Straßennutzung (§29 STVO). In beiden Städten begleitet sie die Ausfahrten.

Wenn sehr viele Verkehrsteilnehmer gemeinsam eine Straße nutzen, bremsen sie andere aus. Das gehört zum Alltag in den Städten, insbesondere der „schnelle“ Autoverkehr führt zu einer Verlangsamung aller Verkehrsströme durch Stau, lange Wartezeiten an Kreuzungen, verlängerte Wege etc.

Und auch durch die Critical Mass werden andere ausgebremst. Dem Selbstverständnis nach aber nur so weit, wie das die STVO hergibt. Was zum Beispiel bedeutet, dass ein geschlossener Verband mit mehr als 15 Radfahrern gebildet wird, die in Zweierreihen fahren dürfen und von denen die letzten nicht bei Rot anhalten müssen, wenn die ersten bei Grün durchgefahren sind. Allerdings muss der Verband „in angemessenen Abständen“ Zwischenräume für den übrigen Verkehr freigeben, wenn seine Länge dies erfordert. Spätestens hier besteht ein Dilemma zwischen Realität und Gesetz, denn wegen der nicht vorgegebenen Fahrstrecke wird bei der CM auf diese Lücken verzichtet. Andernfalls würden verschiedene, „angemessen“ lange Verbände unterschiedliche Strecken fahren.

Und auch gegen die Zweierreihen spricht einiges. Man stelle sich eine Kette aus 3500 Radfahrern – so viele waren es im Sommer bei der Berlin CM – vor. Wenn ein Rad 1,80 Meter lang ist und man einen ebensolchen Abstand annimmt, dann benötigt man pro Radfahrer 3,60 Meter Länge. Knapp gerechnet. Multipliziert man das, wegen der Zweierreihen, mit 1750 Radfahrern, so kommt man auf eine Verbandslänge von 6,3 Kilometern. Eine „unendliche“ Perlenkette, die bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h insgesamt 19 Minuten den Verkehr blockieren würde. Vierrerreihen halbieren diese theoretische Dauer, das STVO-widrige Fahren im Pulk ist ein Kompromiss zwischen Machbarkeit und Regeltreue.

Im Verkehrsalltag hat man schnell erkannt, dass Einspurigkeit ihre Grenzen hat. Jede wichtigere Straße hat daher mehrere Fahrspuren pro Richtung. Nebeneinanderfahren ist – für Autos – der Normalfall. Radfahrern ist es bis heute nur dann erlaubt, wenn „der Verkehr“ dadurch nicht behindert wird. Unabhängig von ihrem Verkehrsanteil müssen sie sonst hintereinanderfahren. Auf der Critical Mass funktioniert das nicht, und auch im Alltag würde es in vielen Straßen nicht funktionieren. Man stelle sich vor, Unter den Linden führen die Radfahrer hintereinander statt im Pulk. Pro Ampelphase kämen dann vielleicht 10 Fahrräder durch, man würde viele Ampelphasen pro Kreuzung benötigen und das Einreihen in die volle Schlange wäre kaum möglich.

Die CM ist ein Grenzfall, nicht richtig erlaubt und nicht richtig verboten.

Der Radverkehr mit seinen hohen Anteilen ist auch schon lange ein solcher Grenzfall – der heute etablierte Radfahrerpulk, der sich in der Realität einfach ergibt, widerspricht den Verkehrsregeln. Grund genug, heute wieder auf sich aufmerksam zu machen!

Man muss ja nicht immer radfahren…

Am 28.11.2015 machen wir einen Betriebsausflug und haben aus diesem Grund Werkstatt und Laden geschlossen.

Am Montag, den 30.11. sind wir wie gewohnt wieder für euch da.

Liebe macht blind

Das Projekt „Sicher durch Münster“ – eine Ordnungspartnerschaft von 23 Unternehmen unter der Geschäftsführung durch das Ordnungsamt Münster – weist in einem Video auf die Gefahren des toten Winkels hin und verwechselt dabei Gefährdete und Gefährder:

„Ein träumerisch-verliebter Fahrradfahrer fährt hinter einer attraktiven Radfahrerin unbedarft in Richtung Straßenkreuzung. Auf den Verkehr achtet er hierbei nicht und wird von einem LKW überrascht, der rechts abbiegt. Zum Glück landet nur seine Gitarre unter den Rädern des LKW. „

Sicher durch Münster: „Liebe macht blind – Toter Winkel auch“

In der Fahrradnewsgroup de.rec.fahrrad wird darauf hingewiesen, dass es an der im Video zu sehenden Wolbecker Straße in den letzten Monaten drei schwere Unfälle zwischen Rechtsabbiegern und Radfahrern gab. Dabei wurde eine 27-jährige Studentin getötet, ebenso erging es einem überrollten 88-Jährigen, „Glück“ hingegen hatte eine 12-jährige, die vom Lkw 30 Meter mitgeschleift wurde und dabei nur leicht verletzt wurde.

Der am Projekt „Sicher durch Münster“ beteiligte ADFC distanziert sich daher scharf von dem Video (Auszug):

„Dieser Kinospot stellt die Fahrradfahrer pauschal als dümmlich dar, ist einseitig, sexistisch und rücksichtslos gegenüber den Opfern. Er stellt das Opfer-/ Täter- Verhalten auf den Kopf! […] Hat eigentlich jemand der Verantwortlichen des Kinospots an die Angehörigen der letzten Unfalltoten und Unfallverletzten gedacht? Sollen diese jetzt im Kino erfahren, dass ihr 12 jähriges Kind, ihre 27-jährige Tochter oder ihr Vater/Großvater zu blöd waren sich richtig im Verkehr zu verhalten, weil sie sich ein „sinnloses Kräftemessen mit dem LKW“ geliefert haben? Und die 27-jährige Studentin ist jetzt tot, weil sie statt auf den Verkehr zu achten einem jungen Mann hinterher starrte?“

Radfahrer schwer verletzt zurückgelassen – Zeugen gesucht

Mit schweren Verletzungen brachten Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr in Friedrichshain heute Mittag einen 42-Jährigen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Nach den Schilderungen von Zeugen fuhr der Radfahrer gegen 12.30 Uhr auf der Conrad-Blenkle-Straße in südliche Richtung, als es aus bisher ungeklärten Gründen zu einem Streit zwischen ihm und dem Fahrer eines roten Mazdas gekommen sein soll. Während der Fahrradfahrer zunächst seinen Weg fortsetzte, soll der Autofahrer darauf mehrfach sehr dicht an dem radelnden Mann vorbeigefahren sein. An der Kreuzung Conrad-Blenkle-Straße Ecke Landsberger Allee soll der Radler erneut mit dem Unbekannten gestritten haben. Schließlich fuhr er über die Landberger Straße und folgte der Ebertystraße. Wieder sei der Mazda-Fahrer sehr dicht am Fahrradfahrer vorbeigefahren, bevor es zu einer weiteren Konfrontation an der Kreuzung Ebertystraße Ecke Kochhannstraße gekommen sein soll. Hierbei soll der Radfahrer an der roten Ampel gestanden haben, als der Wagen seines Kontrahenten sich von hinten näherte, den wartenden Radler erfasste, zu Boden schleuderte und schließlich die Beine des am Boden liegenden Mannes überrollte. Anschließend entfernte sich der Fahrer des Unfallwagens, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.

Die Polizei fragt nun:

Wer wurde Zeuge des Verkehrsunfalls und kann den Unfallhergang schildern?

Wer kann die Geschehnisse vor dem Unfall beschreiben?

Wer kann Hinweise zu dem roten Mazda und dessen Fahrer machen?
Zeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 5 in der Golßener Straße 6 in Kreuzberg unter der Telefonnummer (030) 4664 – 581 800 oder bei einer anderen Polizeidienststelle zu melden.

Meldung der Berliner Polizei Nr. 2910 vom 21.11.2015

Update am 23.11.2015:
„Nach Informationen des Tagesspiegels hat sich ein Zeuge das Kennzeichen des älteren roten Mazda 626 gemerkt. Unklar blieb am Sonntag, ob der Halter schon befragt werden konnte. Die Polizei sucht dringend weitere Zeugen unter der Telefonnummer 030/4664-581800.“
Quelle: Tagesspiegel: Radler überrollt: Polizei kennt Kennzeichen des Autos 

Das Projekt „Radbahn“ zwischen Zentrum West und der Oberbaumbrücke

Kaum ist die Diskussion um den projektierten Radschnellweg auf der ehemaligen Stammbahn ein wenig verebbt, da kommt der nächste Vorschlag für eine innerstädtischen Radschnellverbindung. Eine Gruppe von Stadtplanern schlägt vor, den brachliegenden Raum unter Berlins Hochbahnlinie U1 zum Radfahren zu nutzen. „8,9 Kilometer überdachter Radweg mitten durch die Stadt – das wäre weltweit einzigartig und für Berlin ein Schritt in die Zukunft“.

Der große Vorteil dieses Plans ist, dass 80 Prozent der Radbahn bereits existiert. Heute befindet sich unterhalb der U-Bahn ein sehr selten genutzter Fußweg oder es werden Autos geparkt. Mit bescheidenen Mitteln könnte dieser Weg zu einer Fahrradstrecke aufgewertet werden. An anderen Abschnitten müsste baulich investiert werden. So könnte zum Beispiel die Radbahn als hängende Fahrbahn unter der Brücke über den Landwehrkanal realisiert werden.

Die Projektgruppe schlägt die Radbahn vor als Teststrecke für Services und Produkte rund ums Rad und Labor für moderne Technik mit dem Ziel, die Stadt von Morgen umweltfreundlicher und nachhaltiger zu machen. Service-Stationen zum Warten der Fahrräder entstehen an der Strecke, grüne Inseln laden zu einem Zwischenstop ein und in einem fahrrad-Drive-In kann man einen schnellen Espresso ordern. Darüber hinaus soll die Radbahn mit moderner Verkehrstechnik ausgestattet werden, damit die Radfahrer auf einer grünen Welle fahren können.

Radbahn
Broschüre Radbahn Berlin (pdf-Dokument)

Zeugen zu einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht gesucht

Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Klärung des Hergangs eines Verkehrsunfalls in Kreuzberg, bei dem heute Vormittag eine Frau schwer verletzt wurde.

Die 74-Jährige war gegen 10:30 Uhr mit ihrem Fahrrad in Richtung Platz der Luftbrücke unterwegs, als sie an der Kreuzung Dudenstraße/Katzbachstraße von einem abbiegenden Pkw touchiert wurde. Dabei kam die Radlerin zu Fall und zog sich einen Oberschenkelhalsbruch zu. Der Fahrzeugführer setzte seine Fahrt fort.

Die Polizei fragt:

  • Wer hat den Verkehrsunfall beobachtet?
  • Wer kann Angaben zum Fahrer oder zur Fahrerin des flüchtenden Autos machen?

Zeugen des Unfalls werden gebeten, sich mit dem Verkehrsermittlungsdienst der Polizei, Dir 5 K 23 VED, in der Golßener Straße 6 in Berlin-Kreuzberg unter der Telefonnummer (030) 4664- 581 800 oder einer anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Polizeimeldung Nr. 2667 vom 06.11.2015

Radfahrer nach Unfall auf dem Tempelhofer Feld verstorben

Nach einem schweren Unfall am Samstag ist gestern ein 64-jähriger Radfahrer verstorben. Ein 26-jähriger Kitesurfer wollte den Radfahrer auf dem Tempelhofer Feld überholen, dabei brach der Schirm zusammen und traf den Radfahrer am Kopf, so dass dieser stürzte.

Bereits im Jahre 2013 war ein Radfahrer seinen Rückenverletzungen erlegen, nachdem er auf dem Tempelhofer Feld mit einem Jogger kollidiert war.

Somit gab es seit der Öffnung des Feldes für das Publikum im Jahre 2010 bereits zwei tödliche Fahrradunfälle. Im Tagesspiegel und unter den Lesern werden nun verschiedene Maßnahmen diskutiert, um das sportliche Miteinander sicherer zu machen.  Einem abgegrenzten Bereich für Kitesurfer erteilten eine Mehrheit der vom Tagesspiegel befragten Besucher vor dem Bekanntwerden des Todesfalls noch eine Absage, in den Onlinekommentaren beschweren sich einige darüber, dass viele Radfahrer zu schnell zwischen den spielenden Kindern und Fußgängern hindurchfahren.

Tagesspiegel: Radfahrer erliegt schweren Verletzungen (4.11.2015)

Tagesspiegel: Besucher wollen keine Abgrenzung auf dem Tempelhofer Feld (3.11.2015)

Tempelhofer Feld

Angriff auf der Critical Mass Linz

Auf der Critical Mass in Linz am 30.10.2015 fuhr ein Audifahrer zweimal einen Radfahrer an, bis dieser stürzte, und flüchtete dann.

Das Kennzeichen ist den Geschädigten bekannt und die Polizei ist bereits informiert.

Eckernförde: Busfahrer gegen Radfahrer

Radfahrer sind für viele Mitmenschen immer der Unfallverursacher. Sind sie bei rot gefahren und verunglückt, dann ist das klar. Sind sie bei grün gefahren und verunglückt, dann haben sie „auf ihr Recht gepocht“ und darauf hingearbeitet, dass in ihrem Grabstein steht: „Ich war im Recht“.

Auf die Spitze getrieben wird diese Denkweise in der Eckernförder Zeitung, die zwei Busfahrer zu Wort kommen lässt.  Zu den vielen Unfällen am Eckernförder ZOB befragt, gibt Stefan Kreutzer vom Busunternehmen „Der Riesebyer“ folgendes von sich:

„Viele Radfahrer pochen auf die Vorfahrt, die ihnen der Radweg einräumt.“

Der Radweg am ZOB scheint mehrere Meter von der Fahrbahn abgesetzt zu sein, so dass dort aus dem ZOB einfahrende Busse den vorfahrtberechtigten Radweg blockieren müssen, um auf den fließenden Verkehr zu warten. Nach normalem Menschenverstand eine saudumme Kreuzungsgestaltung, nach Kreutzer hingegen alleinige Schuld der Radfahrer, die einfach mal zehn Sekunden warten könnten, statt so zu fahren, wie es die STVO dort vorgibt.

Stefan Kreutzer über die Radfahrer, die nicht warten: „Es nützt ja niemandem etwas, wenn er zwar Vorfahrt hatte, aber trotzdem am Ende unterm Bus liegt.“ Genau, denn wenn einer Vorfahrt hatte und der andere nicht – oder in jeder anderen Unfallsituation – ist immer Schuld: Der Radfahrer.

Bis hierhin sind das alltägliche Äußerungen von motorisierten Mitbürgern, die unumwunden zugeben, anderen ab und zu die Vorfahrt zu nehmen und diesen die Schuld geben. Kreutzer hat sogar das Ordnungsamt angeschrieben und darum gebeten, entweder Hinweise auf die Gefahrensituation, Drängelgitter zur Verringerung der Geschwindigkeit der Radfahrer oder gar eine Neugestaltung des Platzes vorzunehmen. Nur die eigene Geschwindigkeit zu verringern und damit selbst auf die erkannte Gefahrensituation einzugehen, das ginge dann wohl doch zu weit.

Eckernförder Zeitung: „Busfahrer warnt: Radfahrer leben gefährlich“ (20.10.2015)

Gefunden auf rad[irr]wege.