Möbeltransport mit dem Lastenradkurier

Heute eröffnet die erste innerstädtische Ikeafiliale in Hamburg-Altona. Einerseits bringt das eine Menge Autoverkehr in ein dicht bevölkertes Wohngebiet, andererseits wird der Ikea-Einkauf auch für Nicht-Auto-Besitzer bequem gemacht. So können die Bausätze des schwedischen Möbelkonzerns in einem definierten Liefergebiet am gleichen Tag mit dem Fahrradkurier geliefert werden. Neun Euro neunzig nimmt Ikea den Kunden für diesen Service ab. Wer seine Möbel selbst transportieren möchte, kann die ersten drei Stunden einen Fahrradanhänger gratis leihen, danach kostet er 5,- Euro pro Stunde.

Foto: Stadtleben Hamburg

16 Gedanken zu „Möbeltransport mit dem Lastenradkurier

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  1. Wie gut klappt das mit dem Verleih von Fahrradanhängern in der Praxis? Einen einheitlichen Standard für Anhängerkupplungen gibt es für Fahrräder ja leider nicht und nicht jeder will gleich an seinem Fahrrad schrauben, nur um für 3 Stunden einen geliehenen Anhänger nutzen zu können. Dazu kommt, dass sich nicht unbedingt jedes Fahrrad mit jedem Anhänger problemlos kombinieren lässt.

  2. Cool. Die Fahrt zum IKEA und in den Kreissaal ist für viele Autofahrer immer das Totschlagargument gegens Fahrrad…

  3. Am IKEA in Lichtenberg hab ich schon vor 1 1/2 Jahren kostenlos einen Hänger leihen können. Von zeitlicher Begrenzung am Ausleihtag war nicht die Rede und die Ankopplung erfolgte problemlos innerhalb weniger Minuten am Hinterbau. Trotzdem schien mir das kein sonderlich häufig nachgefragtes Angebot. In Hamburg gibt es ja als eigentlich neues Angebot einen Lastkurier. Ob das funktioniert weiß wohl keiner im Moment, aber wenigstens gibt es die Möglichkeit und daher stimme ich Christoph in der Bewertung zu.

  4. @Christoph:
    Der Kreissaal, ist das der, wo immer der Runde Tisch steht? Aber gerade dort sollen Argumente doch ausgetauscht, nicht totgeschlagen werden … (grübel…)

  5. @Christoph, ja, den Anhänger kann man auch für Schwangere nutzen 🙂

    Danke übrigens für den Hinweis, das mit den Anhängern war mir neu.

  6. Apropos Nicht-Auto-Anreise zum Ikea. So ganz ernst genommen wird man da ja irgendwie nicht. In Schöneberg hat man immerhin nach einiger Zeit einen Schleichweg aufgemacht und ausgeschildert, um die S-Bahn-Fahrgäste nicht zu sehr am Sachsendamm leiden zu lassen.

    Wer in Lichtenberg mit der Straßenbahn ankommt, muss weit zum Eingang laufen, der eher parkplatzoptimiert ist. Dass die Ampel einem Minuten abverlangt, die man dann teilweise ungeschützt auf der Mittelinsel verbringt, mag nicht direkt IKEA-Schuld sein, mitgedacht und bei der VLZ beschwert hat sich aber offenbar auch keiner.

    Ein so großes Einkaufszentrum sollte dafür sorgen, dass man es attraktiv zu Fuß erreichen kann. Vielleicht sind Bezirke und Verkehrslenkung nicht imstande, die entsprechende Mitdenkarbeit zu leisten – aber einfach mal alle Wege ablaufen und die Barrieren abbauen würde sehr helfen.

  7. Kreißsaal, liebe Leute. Der Ort des ersten Abnabelungsprozesses, hat mit einem Kreis nichts zu tun.

  8. fahrradfreundliche Einkaufsmöglichkeiten sind ja wirklich ein Thema.

    Klar, die kiezläden sind das eh, aber Mini-Malls wie die Neue Welt in Keruzberg für den größeren Einkauf ziehen extrem viele Radfahrer a n- behandeln sie aber bislang nicht gut: Zuwenig Abstellmöglichkeiten, diese im Gedränge und eigentlich gar kein Ein- und Ausgang für Radfahrer.

    Da weiß man dann noch nicht mal, an wen man sich wenden sollte.

  9. Benno Koch hatte ja mal in einem Einkaufszentrum in Tegel (?) gezählt, wieviele Radfahrer und wieviele Autofahrer dort so ankamen. Soweit ich mich erinnere, waren es doppelt so viele Radfahrer, die ein paar Fahrradständer hingeworfen bekommen haben, während das millionenschwere Parkhaus nicht ausgelastet war.

    Auch wenn es offensichtlich ist, wie die Leute mehrheitlich anreisen, kann man sich in deren Bedürfnisse nicht hineinversetzen und ist nicht mal bereit, einen Mikrobruchteil dessen, was man in Autoparkplätze invesiert, für andere auszugeben.

  10. Das ist doch schon bei jedem Supermarkt so. Weil KFZ 8-10x SICHTLICH mehr Platz einnehmen, setzt man das scheinbar mit soviel mehr Umsatz gleich. KFZ verbrauchen nicht nur viel mehr Platz, sie plustern sich auch im Bewußtsein der Menschen entsprechend auf. Ich gebe zu, ich kann keine 1,5l PET-Flaschen im 6er-Pack für 1,49 in mein nicht vorhandenes Auto laden (Wie soll man denn seinen Wochenendeinkauf … uswusf). Statt dessen fahre ich fast jeden Tag vor und packe 1 Satteltasche und 1 Rucksack mit deutlich teureren Waren voll, ich muss ja auch kein Auto finanzieren. Dass ich dafür einen Bügel angeboten bekäme, ist eher die Ausnahme. Und wenn, dann baut man 5 Bügel so eng aneinander, dass man sie nur einfach belegen kann, statt 3 Bügel doppelt. Ohne Sinn und Verstand, stiefmütterlich, blöde. Und von Lastradparkern wollen wir gar nicht erst anfangen, die sind ja geradezu nicht-existent.

  11. Die Bauvorschriften vieler Städte fordern immer noch mittels der Stellplatzsatzung eine bestimmte Anzahl von Kfz-Stellplätzen für Gewerbe/Wohnungen etc.
    Diese Satzung ist eine ganz üble Sache. Sie subventioniert die Autoverkehr unbemerkt von der Öffentlichkeit. Sie sorgt für dauerhaft billigen Parkraum.

    Ein Stellplatz (ca. 20qm brutto schätze ich mal mit) kostet ca. 20000 EUR, oft muss man sie nehmen, ein qm Eigentumwhg kostet ca. 6000 EUR.
    Obwohl es diese Satzung bei euch in Berlin glaube ich nicht mehr gibt.
    In unserer Stadt gilt seit 2013 eine Stellplatzsatzung für Fahrradstellplätze. Aber das dauert wohl Jahre bis man da Erfolge sieht.

  12. Das „ohne Auto kann man nicht einkaufen“-Argument ist für mich der Inbegriff fehlender Flexibilität – auf geistiger und körperlicher Ebene. Zumindest, wenn er von jungen Menschen kommt. Mit einem Rucksack kann man mehr transportieren als man denkt, mit einem Fahrrad mehr als man tragen kann. Das ist einfach eine Sache der inneren Einstellung – sich bis zum Umfallen schonen, keinerlei Anstrengung und keinem Wettereinfluss aussetzen ist das Gegenteil jeder Lebensqualität. Zumal man schnell so unfit wird, dass das ganze Leben viel anstrengender wird.

    Interessant finde ich in dem Zusammenhang, dass Abnehmtipps immer nur aufs Essen und Freizeitsport abzielen und auch Gesundheitstipps fast niemals den Mobilitätssektor mit einbeziehen. Ich denke, dass einige Volkskrankheiten am Ende Autokrankheiten sind. Ich kenne einige Leute, die sich tatsächlcih überhaupt nicht bewegen.

  13. Das “ohne Auto kann man nicht einkaufen”-Argument ist für mich der Inbegriff fehlender Flexibilität – auf geistiger und körperlicher Ebene. Zumindest, wenn er von jungen Menschen kommt. Mit einem Rucksack kann man mehr transportieren als man denkt

    irgendwie bin ich immer irritiert von jungen menschen, die so ’nen koffer mit rollen unten dran übers pflaster poltern lassen – war als jugendlicher eher so nichtsportler (und entsprechend rund), aber sowas wär mir zu peinlich gewesen, rucksack rules! außerdem nervt der lärm.

    später einer bekannten so ein teil zum bahnhof gebracht, die zeit war knapp, die kleenen rollen kontraproduktiv, wenn ein mensch es eilig hat und es ist sehr unbequem, wenn man es wie eine halbwegs normale tasche tragen möchte.

    Zumal man schnell so unfit wird, dass das ganze Leben viel anstrengender wird.

    ja, ich wurde schnell wieder rund, als ich bei arbeit und nächstem großen supermarkt um die ecke wohnte. was mich weniger störte als dass meine durchschnittsgeschwindigkeit abnahm, ich schon nach deutlich kürzeren distanzen als im vorjahr nicht mehr konnte, häufiger veschnupfte und die tage im grau versanken. aber diese kurve habe ich noch mal gekriegt mit einem fahrradcomputer und dem vorsatz, dort nach möglichkeit nach einer woche eine bestimmte distanz zu stehen zu haben. 🙂

  14. Ich habe die Lastenrd-Kuriere samt Amhänger bereits durch Hamburg Kurven sehen. Die schaffen was weg. Sieht cool aus.

  15. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Das mit dem Fahrradkurier ist eine gute Idee aber gefährlich ist es für den Kurier der sich im Hamburger Straßenverkehr bewegen muss. Das bringt schon ein gewisses Risiko mit sich.

  16. Ich denke, hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit ist das auf jeden Fall eine super Idee….wenn man Zeit und Lust hat, mit dem Fahrrad zu fahren und die IKEA-Filiale sich in einigermaßen verträglichen Entfernung befindet. In Berlin ist das denke ich gegeben, andererseits funktioniert das ja auch nicht bei jeder Witterung, oder…? 😉 Immerhin, den Preis finde ich schon fair.

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