Unfall am Moritzplatz

„Zu einem Zusammenstoß zwischen einem Taxi und einer Radfahrerin kam es gestern Abend in Kreuzberg. Gegen 21.20 Uhr fuhr der 49-Jährige mit einem „Toyota“ von der Prinzenstraße kommend in den Kreisverkehr des Moritzplatzes. Hierbei stieß er mit der 34-jährigen Radfahrerin zusammen, die auf dem Weg in Richtung Oranienplatz war. Die Frau stürzte und erlitt Verletzungen am Kopf zu. Sie kam mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus, wo sie stationär aufgenommen wurde. Der Taxifahrer blieb unverletzt. Wegen des Unfalls kam es für eine knappe halbe Stunde zu einer Straßensperrung der Oranien- und der Prinzenstraße vor der Einfahrt zum Moritzplatz.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 0411 vom 19.02.2015

Der Kreisverkehr am Moritzplatz fordert mal wieder seinen Blutzoll. Seit vielen Jahren ist dieser Ort ein Unfallbrennpunkt in Bezug auf Radfahrer. In den Jahren 2011 bis 2013 gab es hier 154 Verkehrsunfälle mit 61 Verletzten, darunter waren 75 Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern oder Radfahrern.

Was tut Berlin dagegen, dass hier regelrecht Schwerverletzte in Serie produziert werden? Nichts. Dabei reicht ein Blick auf das Luftbild, um zu erkennen, dass mit einem Eimer Farbe der Kreisverkehr erheblich entschärft werden könnte. Auffällig ist zunächst, dass die Fahrbahn im Kreisel riesig breit ist und die Kraftfahrer zum Fahren in zwei Reihen animiert. Auch die Ausfahrten aus dem Kreisel sind teilweise zweispurig. Dadurch werden Unfälle durch verdeckte Sichtbeziehungen geradezu provoziert.

Abhilfe könnte man schaffen, indem man die Fahrbahn im Kreisel deutlich verengt, sodass nur noch einspurig gefahren werden kann und zwar möglichst eng am inneren Kreisel. Dadurch entsteht zwischen Fahrbahn und Radspur ein nicht befahrener, mindestens zwei Meter breiter Puffer. Radfahrer werden besser gesehen und Kfz und Radfahrer kreuzen einander in stumpferem Winkel.

Fahrradklimatest: gute Noten, schlechte Noten

Heute wurden die Ergebnisse des Fahrradklimatests 2014 in einer gemeinsamen Pressekonferenz des ADFC und des Bundesverkehrsministeriums präsentiert. Der Klimatest war der sechste seiner Art; seit dem Jahr 1988 werden regelmäßig Radfahrer danach befragt, wie sie die Radverkehrsbedingungen vor Ort bewerten.

Keine großen Überraschungen gab es bei den Siegern in vier Kategorien. Auf dem Siegertreppchen finden sich mehr oder weniger die Städte wieder, die bereits bei den letzten Tests die besten Ergebnisse abgeräumt hatten. In der Kategorie über 200.000 Einwohner lag Münster vor Karlsruhe und Freiburg. In der Kategorie 100 bis 200.000 Einwohner kamen Erlangen, Oldenburg und Ingolstdt auf die ersten Plätze. Bei den kleineren Städten erhielten Bocholt, Nordhorn und Wesel die begehrten Tropäen und unter den ganz kleinen Städten bis 50.000 Einwohner lagen Reken aus NRW, Ketzin aus Brandenburg und Rhede ebenfalls aus NRW vorn. In der Bundesländerwertung kommt Nordrhein-Westfalen mit fünf siegreichen Städten eindeutig auf den ersten Platz. Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen teilen sich den zweiten Platz mit je zwei Städten auf dem Podium und das Land Brandenburg erhält für das nur 6000 Einwohner kleine Ketzin an der Havel einen Preis, alle anderen Bundesländer gehen leer aus.

Wie haben die Berliner Radfahrer über ihre Stadt geurteilt? Zunächste einmal fällt auf, dass die Zahl der Berliner Teilnehmer überproportional gewachsen ist. Exakt 3.814 haben bei der Befragung teilgenommen (zum Vergleich: 2.375 Teilnehmer am Klimatest 2012), ein klares Zeichen dafür, dass die Radfahrer in der Stadt ein großes Interesse an dem Thema haben. Das ist allerdings das einzig Positive am aktuellen Klimatest, ansonsten wird Berlin nach hinten durchgereicht. Berlin wird im Gesamtergebnis schlechter als 2012 benotet (4,1 statt 4,01), Berlin rutscht im Ranking der großen Städte noch einmal deutlich nach hinten (Platz 30 statt Platz 24 von 39 Städten) und in den Einzelbewertungen hagelt es regelrecht Fünfen. Ob bei der Falschparkerkontrolle auf Radwegen, ob bei Führung an Baustellen, beim Winterdienst auf Radwegen, überall gibt es sehr schlechte Noten.

Eva-Maria Scheel, Landesvorsitzende des Berliner ADFC zum Klimatest: „Was Berlin fehlt, ist ein klares Handeln für das umwetfreundlichste und gesundheitsfördernste Verkehrsmittel, das Fahrrad.“

ADFC: Klimatest 2014
ADFC: Klimatest 2012
Klimatest 2014: Auswertung Berlin

Radverkehr, Fußverkehr, Autoverkehr und ÖPNV – was kostet wieviel?

Ein Forschungsprojekt der Universität Kassel hat eine Methode entwickelt, die kommunalen Kosten für verschiedene Verkehrsträger zu errechnen. Bisherige Methoden der Kostenrechnung hatten große Defizite. Die Kasseler Forscher haben am Beispiel von drei Städten (Kassel, Bremen, Kiel) alle kommunalen Aufwendungen und Erträge erfasst und den einzelnen Verkehrssystemen – Radverkehr, Fußverkehr, Autoverkehr und ÖPNV – zugeordnet. Dabei seien alle Kosten von Bau und Unterhalt bis hin zu Lichtsignalanlagen, Straßenreinigung und begrünten Randstreifen berücksichtigt. Die Einnahmen aus Bustickets fließen ebenso ein wie Bußgelder für Falschparker. Neu ist auch die Aufteilung von Gemeinkosten – beispielsweise in der Verwaltung in den Rathäusern – auf die Verkehrsträger nach bestimmten Schlüsseln, die auf dem Verursacher- bzw. Nutzerprinzip fußen; etwa indem sie nach den Flächenanteilen der Verkehrssysteme an der Gesamtverkehrsfläche zugeordnet werden.

Das Ergebnis fasst Carsten Sommer, Professor am Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Uni Kassel so zusammen: „Die Ergebnisse in den drei Städten zeigen, dass der Radverkehr grundsätzlich den geringsten städtischen Zuschuss erhält. In allen drei Städten lag der relative Zuschuss erheblich unterhalb des Radverkehrsanteils am gesamten Verkehrsaufkommen. Anders gesagt: Der Radverkehr ist besonders günstig. Umgekehrt ist es beim Auto: Der Kfz-Verkehr erhielt die höchsten Zuschüsse. In den drei untersuchten Städten ist der relative Zuschuss mindestens zehnmal höher als der des Radverkehrs.“

Universität Kassel: Kommunale Kostenrechnung: Investitionen in Radverkehr für Städte am günstigsten
via it started with a fight

Kulturgeschichte des Fahrrads im ländlichen Raum

In den ersten Jahren nach seiner Erfindung war das Fahrrad ein Spielzeug der Reichen und Wichtigen in der Stadt. Auf dem Land kam das Fahrrad damals nicht vor, allenfalls hinter den Zäunen herrschaftlicher Häuser zur Ergötzung der reichen Kinder.

Das änderte sich, als das Fahrrad Anfang des zwanzigsten Jahrhundert zum Massenprodukt wurde. Das nun erheblich günstigere Rad konnte sich manch Landarbeiter leisten und kam nun schneller vom Dorf in die Stadt als der Bauer mit seiner Kutsche. Und statt ein Pferd anzuspannen konnte man die Milch nun mit dem Lastenfahrrad von der Weide zum Hof transportieren.

Den Wandel der Mobilität auf dem Land dokumentiert die Ausstellung „Fahrrad und Mobilität“, die heute im Museumsdorf Cloppenburg eröffnet wird. Das Museum hatte vor einigen Jahren die einzigartige Sammlung eines Abkömmlings der Fahrrad-Dynastie Kalkhoff aus Cloppenburg übernommen. Einige wertvolle Stücke der 200 historischen Fahrräder (von 1868 bis ca. 2000) werden dem Besucher im 1. Obergeschoss Münchhausenscheune präsentiert.

Museumsdorf Cloppenburg: Ausstellung „Fahrrad und Mobilität auf dem Lande“
Blog zur Ausstellung: Fahrtwind
via: ADFC Bremen

Fünf Minuten Chaos in der O-Straße

92 Leute hatten bei dem Facebook-Event „Erster Internationaler Falschparker-Tag“ auf „Zusage“ geklickt, bei 51 weiteren Facebook-Freunden war die Teilnahme unsicher. Gutmütig gezählt standen gestern nur zwei Dutzend Radfahrer auf dem Heinrichplatz, um einmal für wenige Minuten den Spieß umzudrehen beim Falschparken. Eine Hand voll Medienvertreter waren anwesend und die Polizei war auch am Start mit einer sichtbar geparkten Wanne. Kaum hatten die Lasten- und sonstigen Radfahrer nach einer Zuckelrunde um den Block die Oranienstraße wieder erreicht und ihre Fahrzeuge in zweiter Reihe geparkt, ging einige Minuten nichts mehr. Doppeldeckerbusse, Lastwagen, Autos und Räder waren hilflos ineinander verkeilt. Die herbeieilenden Polizeibeamten bemühten sich, Räder und Lastenräder an den Fahrbahnrand zu schieben; keine ganz einfache Aufgabe, wenn Räder und Lastenräder zusammengeschlossen sind. Nach wenigen Minuten war der Parkspuk vorbei und die Oranienstraße war wieder die ganz normale Radfahrerhölle. Positiv an der Sache war immerhin das recht große Medienecho. Eine kleine Auswahl:

Tagesspiegel: Falschparken gegen die „Radfahrer-Hölle“
Bild: Gegenschlag im Fahrrad-Auto-Krieg
Zeit-Fahrradblog Velophil: Mit den Rädern in die zweite Reihe
RTL: Am 11.02. ist Falschparker-Tag: Hat niemand ein Herz für Parksünder?  

Bullshit-BINGO „Ausreden für Falschparker“

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Bin nur grad einen Latte Machiatto trinken. Du kannst doch einfach rumfahren! Willste auf die Fresse? Ich störe doch niemanden. Ich warte auf jemand.
Wo soll man denn sonst parken? Als Taxi/Mutter darf man das. Ich darf hier stehen. Ist nur für 2/5/10 Minuten. Jetzt stell dich mal nicht so an.
Die Parklücke ist zu klein für mein SUV. Hier gibt es keine Parkplätze. Du kannst doch einfach rumfahren. Sehn Sie nicht, ich bin ein Kindertaxi. Ich bin Diplomat und darf überall parken.
DHL/UPS/Herr Müller hat ne Ausnahme- genehmigung. Ich bin ja auch Radfahrer. Auf der Straße würde ich den Verkehr behindern. Willste Ärger? Dauert nicht lange.

Anleitung: Seite ausdrucken und bei einer richtigen Antwort das entsprechende Feld ankreuzen. Wenn du eine waagerechte oder senkrechte Reihe zusammen hast, rufst du laut „BINGO!“ und unterschreibst anschließend die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!“. Außerdem darfst du teilnehmen am 1. Internationalen Falschparker-Tag morgen, Mittwoch ab 13:00 Uhr rund um den Heinrichplatz.
Originalquelle habe ich leider nicht mehr gefunden.

das Fahrrad | the bicycle | le vélo | la bicicletta | jitensha

Der Designer Adam Bell hat das Fahrradwörterbuch geschrieben und gezeichnet, ein illustriertes Wörterbuch in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Japanisch rund um das Thema Fahrrad. Vom Rahmen über den Lenker und die Bremsen bis zum Innenlager sind die verschiedenen Bauteile nach Themengebieten geordnet und können so unabhängig von der Sprache des Benutzers schnell gefunden und übersetzt werden. Ebenso behandelt werden verschiede Schrauben und Muttern, Anbauteile und Zubehör, sowie Tätigkeiten, die mit dem Radfahren einher gehen. Auf 40 Seiten liebevoll illustriert und koloriert, im handlichen DIN A5 Format, mit abgerundeten Ecken – der ideale Reisebegleiter oder Werkbank-Gefährte. Das Fahrradwörterbuch  ist im Selbstverlag erschienen, kostet 9,90 Euro und kann über den Umwerk-Shop bestellt werden.

Dem Fahrradblog Radl-Wadl hat Bell die Geschichte des Büchleins erzählt, von der Entwicklung des Autors vom Radfahrer zum Schrauber, von seinen Recherchetouren im Internet nach gebrauchten Fahrradteilen und dem Wunsch, eine Liste mit Fahrradteilen in verschiedenen Sprachen anzulegen. „Da habe ich mir überlegt, man bräuchte noch Bilder dazu, dann könnte man das unabhängig von einer Sprache anhand der Bauteile sortieren und somit ganz leicht finden.“ Gedacht, getan, schließlich ist Adam Zeichner. Ein richtiges Abenteuer wurde es, die korrekten Begriffe in den unterschiedlichen Sprachen zu finden. Nachzulesen bei Radl-Wadl.

Umwerk-Shop: das Fahrrad | the bicycle | le vélo | la bicicletta | jitensha
Homepage Adam Bell
Radl-Wadl: Das ultimative Fahrradwörterbuch – nie wieder ohne Worte im Urlaub…

Ferd: „Mein Bike“

Ferd ist ein weltberühmter Rapper aus Bremen, dessen Ruhm aber noch nicht über Osterholz-Scharmbeck und Delmenhorst hinausgegangen ist. Vielleicht kommt jetzt, da der Rapstar ein neues Video herausgebracht hat, der endgültige Durchbruch. „Mein Bike“ ist ein Loblied auf das Fahrrad und behandelt dessen Überlegenheit gegenüber anderen Fortbewegungsmitteln, egal ob Auto oder Skateboard. Textprobe:
„Wir Fahrradfahrer fürchten weder Teufel noch Tod,
und wenn der Schutzmann mal nicht guckt,
dann fahren wir einfach bei Rot“.

Der WDR lässt drei Fahrräder klauen

Aus den USA ist bekannt, dass manche Medien die Jagd auf Fahrraddiebe öffentlich inszenieren. Seit der Möglichkeit, Räder mit GPS-Trackern zu bestücken, ist das ja auch ein Kinderspiel. Man deponiert ein Rad an einem belebten Platz und wartet, bis es gemopst wird. Der Dieb hat natürlich keine Ahnung, dass ab jetzt jede seiner Bewegungen aufgezeichnet und verfolgt werden kann.

Genau dieses Experiment führt gerade der Westdeutsche Rundfunk mit drei Fahrrädern durch. Es handelt sich um ganz normale abgeschlossene Stadträder. Das erste Rad wurde gestern in Münster in der Nähe des Schlosses abgestellt. Fahrrad Nummer zwei stand seit gestern nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs am Königswall. Bereits um 10:30 Uhr wurde es vom Bahnhof entfernt und über die Kirchenstraße, Gneisenaustraße in eine Nebenstraße gebracht. Dort ist die Verbindung zu dem Rad zunächst abgebrochen. Wenn der GPS-Tracker sich wieder meldet, berichtet der WDR weiter. Das dritte Fahrrad soll am kommenden Montag in Köln deponiert werden. Die Wege der Velos können live und in Echtzeit auf einer Seite des WDR nachvollzogen werden, wobei die Position der Räder nicht metergenau dokumentiert wird.

WDR: Fahrradklau-Projekt des WDR: Wo sind die Fahrräder?
via: ADFC-Blog

1. Internationaler Falschparker-Tag am 11. Februar

Am kommenden Mittwoch, dem 11. Februar, findet in Berlin und anderswo der 1. Internationale Falschparker-Tag statt. Anlass ist die Gewohnheit von Motorisierten, auf Rad- und Gehwegen zu parken, ihr Fahrzeug mal eben in der zweiten Reihe abzustellen, um was auszuladen, einen Kaffee zu trinken – oder auch ganz selbstverständlich über Nacht, ohne Warnblink und jedes Unrechtsbewusstsein.

Nun wollen Radfahrer in der Kreuzberger Oranienstraße testen, ob für sie das Gleiche gilt. In-der-zweiten-Reihe-Parken mit (Lasten-)Rad. Um mal kurz was abzuladen, eine Besorgung zu machen oder eine Briefsendung einzuwerfen. Eine Idee der Initiative Clevere Städte.

Zeit: Mittwoch, 11. Februar 2015 ab 13:00 Uhr
Ort: Oranienstraße 14A in Kreuzberg vor dem Buchladen “Müßiggang”

Facebook: Erster Internationaler Falschparker-Tag
Initiative Clevere Städte

Starrgang-Weltmeisterschaft Ende Mai in Berlin

Am Sonntag, dem 31. Mai finden in Berlin im Rahmenprogramm des Velothons die ersten Fixed-Gear-Weltmeisterschaften über die Marathon-Distanz statt. Die drei Rennen für Frauen, Männer und Teams werden auf einem abgesicherten Straßenkurs zwischen Ludwigsfelde und dem Brandenburger Tor ausgetragen, bevor die Velothon-Profis auf der gleichen (aber längeren) Strecke an den Start gehen. In der Teamwertung werden die Zeiten der drei schnellsten Fahrer jedes Teams addiert. Das Team mit der schnellsten addierten Gesamtzeit wird Weltmeister.

Die Fixed 42 WM ist für alle Frauen und Männer geeignet, die es drauf haben, mit ihrem Fixed Gear Bike einen 35-er-Schnitt als Minimum hinzulegen. Wer zu langsam fährt, den winkt der Besenwagen raus. Zugelassen sind ausschließlich Starrgangräder ohne Bremse. Bis zu 500 Fahrer mit elektronischer Zeitnahme legen einen rollenden Start mit moderatem Tempo hinter dem Führungsfahrzeug hin. Nach dem Signal gibt das Fahrzeug Gas und ab dann wird es ernst. Um Weltmeister zu werden müsst Ihr im Affenzahn und schneller als alle anderen die 42,195 Kilometer bis zum Brandenburger Tor zurücklegen.

 

Zeit: 31. Mai 2015, genaue Zeit wird noch bekannt gegeben.
Ort: Start ist in Ludwigsfelde am Rathaus Potsdamerstraße / Theodor-Fontane-Straße
Entfernung vom DB-Bahnhof Ludwigsfelde sind 700 Meter. Ziel: Strasse des 17. Juni

Rad Race: Fixed 42 World Championship

„Crossrail for bikes“ wird in London gebaut

Heute hat die für den Verkehr in Großbritanniens Hauptstadt London zuständige Dachorganisation Transport for London (TFL) beschlossen, das Projekt „Crossrail for bikes“ zu realisieren. Es besteht aus zwei gesonderten Zweirichtungsradwegen vorwiegend auf Haupstraßen, die das Stadtgebiet von London in Ost-West-Richtung sowie in Nord-Süd-Richtung durchqueren. Allein der Radweg von Osten nach Westen ist mehr als 28 Kilometer lang, der zweite Radweg in Nord-Süd-Richtung wird kürzer sein.

Baubeginn der neuen Fahrradverbindung wird bereits im nächsten Monat sein, im Wesentlichen soll der crossrail for bikes bis zum Jahr 2016 fertig gestellt sein. Die Kosten des Projekts werden auf 160 Millionen britische Pfund geschätzt.

Vor der heutigen Abstimmung im Vorstand des Transport for London hatte es eine neun Wochen lange öffentliche Diskussion gegeben, an der sich mehr als 20.000 Personen und Organisation beteiligten und von denen 84 Prozent den Bau der Radwege unterstützen.

London24: London gets two new cycle superhighways as TfL approves ‘Crossrail for bikes’

Reisevorträge im ADFC-Buchladen

Schlussspurt bei den Vorträgen des ADFC zu Reisezielen in aller Welt, bevor im Frühling die Reisesaison startet.

Am Freitag, dem 06. Februar 2015 führt uns Robert Pelz „Von Berlin nach Budapest“. Die Radreise beginnt vor der Haustür in Berlin und führt über Prag und Wien, dann entlang des Donauradweges nach Bratislava mit dem Ziel Budapest. Es geht durch fünf Länder, mit viel Kultur und Natur. Ein Abschnitt des Vortrages widmet sich der Reiseplanung mit GPS Gerät, das bei dieser Reise zum Einsatz kam.

Am Freitag, dem 13. Februar 2015 geht es in einem Vortrag von Carmen und Lüder Wienberg um „Carretera Austral – Traumpiste in Westpatagonien“. Die Carretera Austral (span. „südliche Landstraße“) ist eine erst seit den 1990er Jahren bestehende Straße, die von der Hafenstadt Puerto Montt aus in den bis dahin straßenmäßig unerschlossenen Süden Chiles führt. Sie bietet die gesamte landschaftliche Schönheit Westpatagoniens und verläuft – überwiegend als Schotterpiste – durch eine immergrüne Pflanzenwelt entlang von grandiosen Bergpanoramen mit vergletscherten Gipfeln, vorbei an türkis leuchtenden Seen und unendlich vielen Wasserfällen bis zum südlichen patagonischen Eisfeld, wo sie als Sackgasse endet. Es sei denn, man ist wie Carmen und Lüder Wienberg mit dem Fahrrad unterwegs und wagt eine nur Wanderern und Radlern vorbehaltene abenteuerliche Grenzpassage nach Argentinien, wo am Fuße des Monte Fitz Roy ihre Fahrradreise endete, von der sie heute berichten.

Am Freitag, dem 20. Februar 2015 berichtet Thomas Jakob aus „Israel, Palästina, Jordanien – unterwegs per Rad in den faszinierendsten Ländern des Nahen Ostens“.

Alle Vorträge beginnen jeweils am Freitag um 19:00 Uhr.

Eintritt:
EUR 3,00 (ADFC-Mitglieder)
EUR 6,00 (Nichtmitglieder)
EUR 4,50 (Ermäßigt)

Ort: ADFC Buch- und Infoladen
Brunnenstraße 28
10119 Berlin-Mitte

ADFC Berlin: Reisevorträge 2014/2015

Im Straßenverkehr ausgerastet und auf Radfahrer eingeprügelt – Schläger mit Bildern gesucht

Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 sucht Zeugen eines Vorfalls, der sich am 9. Juli 2014 in Mitte ereignet hatte. Mit der Veröffentlichung von Bildern hoffen die Ermittler auf Hinweise, die zur Namenhaftmachung eines bisher unbekannten Schlägers und seines Begleiters führen.
An dem Mittwoch fuhr ein 34 Jahre alter Radfahrer gegen 17.30 Uhr mit seinem Herrenrad auf dem Radfahrstreifen der Wilhelmstraße von Tempelhof in Richtung Mitte. Nach bisherigen Erkenntnissen musste der Radfahrer dann einem braunen „Hyundai“ Geländewagen mit Heidelberger Kennzeichen ausweichen, der aufgrund eines Staus halb auf dem Radfahrstreifen stand. Der Radfahrer war nach eigenen Aussagen über den Gehweg ausgewichen und dann kurz nach dem Fahrzeug wieder auf die Fahrbahn gefahren. Ob er das haltende Auto hierbei berührt hatte, konnte der Mann nicht mehr sagen. Der Radfahrer fuhr anschließend weiter bis zur Leipziger Straße und bog nach rechts in Richtung Alexanderplatz ab. Plötzlich wurde er von dem braunen „Hyundai“ überholt, der über den Gehweg gefahren war, um ihm zu folgen. Der Geländewagen bedrängte den Radfahrer zunächst vom Gehweg aus. Hierbei gefährdete der Autofahrer diverse Fußgänger, die auf dem Gehweg liefen, verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Anschließend fuhr der Wagen zurück auf die Fahrbahn und bedrängte den inzwischen aufgrund des aggressiven Verhaltens des Fahrers verängstigten Radfahrer von der anderen Seite. Als der Wagen auf gleicher Höhe wie der 34-Jährige fuhr, öffnete sich plötzlich das Beifahrerfenster und der Radler wurde mit einem Schlagstock mehrfach geschlagen. Gleichzeitig wurde das Auto immer wieder nach rechts gegen den Radfahrer gelenkt, um ihn am Bordstein einzuklemmen. An der Kreuzung Leipziger Straße Ecke Mauerstraße überholte der Autofahrer den Radler schließlich und stellte sich ihm mit seinem Wagen in den Weg. Der Radfahrer musste ruckartig bremsen, um nicht gegen das Auto zu prallen. Der Autofahrer sprang heraus und rannte auf den 34-Jährigen zu. Dieser versuchte noch zu wenden und davon zu fahren, wurde jedoch in diesem Moment schon von dem Unbekannten mit dem Schlagstock mehrfach gegen den Kopf geschlagen. Hierbei schrie der aggressive Mann diverse Beleidigungen und drohte den Radfahrer zu töten. Auch herbeieilende Zeugen beleidigte und bedrohte der Unbekannte. Nachdem Passanten eingeschritten waren, lief der Schläger zunächst zurück zu seinem Fahrzeug. Das Opfer fotografierte dann sowohl den Autofahrer als auch das Fahrzeug, woraufhin der brutale Mann erneut auf den 34-Jährigen zulief und ihm mehrfach gegen den Kopf trat, bis dieser umfiel und regungslos liegen blieb. Nach dieser erneuten Attacke stieg der Unbekannte in das Fahrzeug, wendete und fuhr auf der Leipziger Straße zurück in Richtung Potsdamer Platz.
Der Radfahrer erlitt Verletzungen, die stationär in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Er leidet psychisch noch heute sehr unter dem Angriff.

Die Ermittlungen zu dem Autofahrer und seinem Beifahrer blieben bis heute ohne Erfolg.

Der Autofahrer wird folgendermaßen beschrieben:

30 bis 40 Jahre alt
südländisches Aussehen
sprach deutsch mit leichtem Akzent
hatte muskulöse Unterarme und eine trainierte Statur
trug ein helles T-Shirt, Jeans und Schuhe mit einer hellen Applikation
hatte dunkle Haare und einen Drei-Tage-Bart
trug eine auffällige, goldfarbene Uhr am linken Handgelenk
Sein Begleiter wird folgendermaßen beschrieben:

20 bis 25 Jahre alt
auffallend schlank
über 180 cm groß
kurze dunkelblonde oder bräunliche Haare
kariertes Hemd in unterschiedlichen Türkistönen
sprach deutsch mit leichtem Akzent
Der Verkehrsermittlungsdienst fragt:

Wer kennt die beiden Männer und kann Angaben zu ihnen machen?
Wer kennt das Fahrzeug?
Wer hat den Vorfall beobachtet, sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet und kann Angaben zu dem Übergriff machen?
Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?
Zeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 in der Invalidenstraße 57 in Moabit unter den Telefonnummern (030) 4664 – 381 352 bzw. – 381 800 zu melden. Selbstverständlich nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Hinweise entgegen.

Meldung der Berliner Polizei Nr. 0247 vom 30.01.2015
Weitere Bilder des Gesuchten sind hier veröffentlicht.

Critical Mass Januar 2015

In der langen Geschichte der Berliner Critical Mass war der Jahrgang 2014 der mit Abstand erfolgreichste. An zwölf Freitagen radelten zusammen mehr als zwölftausend Teilnehmer eine Gesamtstrecke von 480 Kilometern, das entspricht etwa der Entfernung vom Kreuzberger Heinrichplatz bis zum Kölner Dom. Radfahrer, die bei jeder CM von Anfang bis zum Schluss dabei blieben, haben locker mehr als 30 Stunden im Sattel verbracht. Kann ich gut verstehen, schließlich kann das Radfahren auf glattem Asphalt bei endlos grüner Welle im Windschatten der Mitfahrer süchtig machen.

Heute Abend gibt es bei Schmuddelwetter und Temperaturen um den Gefrierpunkt die Chance, zu zeigen, dass Radfahrer auch 2015 lästig bleiben. Abfahrt Punkt zwanzig Uhr vom Mariannenplatz in Kreuzberg. Ziel Goldelse oder Quadriga oder Alex oder irgendwo im Stadtgebiet.