Der WDR lässt drei Fahrräder klauen

Aus den USA ist bekannt, dass manche Medien die Jagd auf Fahrraddiebe öffentlich inszenieren. Seit der Möglichkeit, Räder mit GPS-Trackern zu bestücken, ist das ja auch ein Kinderspiel. Man deponiert ein Rad an einem belebten Platz und wartet, bis es gemopst wird. Der Dieb hat natürlich keine Ahnung, dass ab jetzt jede seiner Bewegungen aufgezeichnet und verfolgt werden kann.

Genau dieses Experiment führt gerade der Westdeutsche Rundfunk mit drei Fahrrädern durch. Es handelt sich um ganz normale abgeschlossene Stadträder. Das erste Rad wurde gestern in Münster in der Nähe des Schlosses abgestellt. Fahrrad Nummer zwei stand seit gestern nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs am Königswall. Bereits um 10:30 Uhr wurde es vom Bahnhof entfernt und über die Kirchenstraße, Gneisenaustraße in eine Nebenstraße gebracht. Dort ist die Verbindung zu dem Rad zunächst abgebrochen. Wenn der GPS-Tracker sich wieder meldet, berichtet der WDR weiter. Das dritte Fahrrad soll am kommenden Montag in Köln deponiert werden. Die Wege der Velos können live und in Echtzeit auf einer Seite des WDR nachvollzogen werden, wobei die Position der Räder nicht metergenau dokumentiert wird.

WDR: Fahrradklau-Projekt des WDR: Wo sind die Fahrräder?
via: ADFC-Blog

5 Gedanken zu „Der WDR lässt drei Fahrräder klauen

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  1. Gibt es Informationen, wie die Räder abgeschlossen waren? Schwere Schlösser wird doch nicht jeder Hinterhofdieb knacken können, oder?

  2. Glaube nicht, dass die mit dem teuersten Bügelschloss gesichert werden, das auf dem Markt zu finden ist. Die sind „ganz normal“ abgeschlossen, also mit einem Mittelding zwischen Geschenkband und ernsthafter Sicherung.

    Auf der Seite Von Diebesbanden und Bügelschlössern wird unten ein WDR-5-Morgenecho-Interview verlinkt. Dort sagt Frank Christian Starke von der Wirtschaftsredaktion des Senders:

    „Wir sprechen mit Dieben und auch natürlich mit Opfern und haben uns als Stilmittel ausgedacht, drei ganz normale Alltagsräder auszuwählen und mit denen ein Experiment zu wagen. Wir werden die mit GPS-Sendern präparieren, abschließen und sie aussetzen. Heute in Münster und in Dortmund und am Montag geht das Kölner Rad an den Start an so genannten Brennpunkten, so hat uns die Polizei das geschildert. Also da, wo besonders viele Räder geklaut werden. Und wenn sie gestohlen werden, dann sind wir am Start und verfolgen den Weg“.

  3. Schade, dass der WDR nicht schreibt, was für GPS-Tracker da eingebaut sind. Das Dumme ist nämlich, dass diese Dinger Strom brauchen bzw. die Akkus ab und zu mal aufgeladen werden müssen. Garmin gibt für seinen Tracker GTU 10 z. B. an: „Bis zu 4 Wochen Stand-by“. Wenn das Fahrrad also erstmal so lange in einem Keller steht, ist der Versuch beendet.

  4. Das würde mich auch sehr interessieren. Wer würde sich nicht über eine Möglichkeit freuen, sein Bike zurück zu bekommen?

    Die GPS Tracker von https://www.thetrackr.com/ halten teilweise 1 Jahr. Leider ist dieses Publiuc Bluetooth hier noch nicht so ausgereift und verbreitet.

  5. WDR5 Feature zum oben Genannten Experiment:
    Fahrradklau – Von Diebesbanden und Bügelschlössern

    Jedes Jahr werden in Deutschland deutlich über 300.000 Fahrräder gestohlen – pro Tag fast 1.000. Kann man da nichts machen? Sich besser schützen? Oder den Dieb finden? Das Feature gibt Antworten auf alle drei Fragen.

    http://www.wdr5.de/sendungen/dok5/audiofahrradklauvondiebesbandenundbuegelschloessern100-audioplayer.html

    http://podcast-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/70/703111/wdrfeaturedepot_2015-05-17_vondiebesbandenundbuegelschloessern_wdr3.mp3

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