Der Teltowkanal zwischen Neukölln und Altglienicke war vierzig Jahre die Grenze zwischen West- und Ostberlin. Nach dem Mauerfall wurde zwischen 1997 und 2004 die Autobahn A113 parallel zum schnurgeraden Schiffahrtskanal gebaut. Zwischen Autobahn und Kanal liegt ein schmaler Streifen Land, auf dem sich der vier Meter breite Fahrradweg befindet.
Die Fahrradstraße beginnt an der Autobahnauffahrt Späthstraße und führt fünf Kilometer bis zur Autobahnauffahrt Adlershof. Er eignet sich gut als Pendlerstrecke, etwa für Leute, die im Technologiezentrum Adlershof arbeiten oder studieren und in der Bezirken Neukölln oder weiter nördlich wohnen. Der Mauerradweg führt über Adlershof hinaus weiter parallel zur Autobahn bis in die Nähe des Flughafens Schönefeld.
Der Asphalt ist nur unwesentlich rauher als ein Turnhallenfußboden. Der perfekte Belag lockt am Wochende viele Skater an, was aber kein Problem für Radfahrer ist, weil der Weg ausreichend breit angelegt und ein Überholen locker möglich ist. Eine drei Meter hohe Schallschutzwand trennt die Fahrradstraße von der Autobahn, der Schallschutz bietet bei vielen Windrichtungen auch Windschutz, sodass das Radelvergnügen direkt am Wasser ungetrübt ist.
Berlin soll ab dem Frühjahr 2011 eine Fahrradwaschanlage bekommen, die das Fahrrad in weniger als zehn Minuten vollautomatisch von Schmutz und Dreck befreit. Auf Wunsch wird das Fahrrad nach der Reinigung von geschultem Personal inspiziert und bei Bedarf nachgefettet. In der Zwischenzeit kann man in Ruhe einen Kaffee trinken, die Zeitung lesen oder sich einfach nur auf das saubere Fahrrad freuen.
