Berlins beste Fahrradwege (2): Mauerradweg am Teltowkanal zwischen Späthstraße und Adlershof

Der Teltowkanal zwischen Neukölln und Altglienicke war vierzig Jahre die Grenze zwischen West- und Ostberlin. Nach dem Mauerfall wurde zwischen 1997 und 2004 die Autobahn A113 parallel zum schnurgeraden Schiffahrtskanal gebaut. Zwischen Autobahn und Kanal liegt ein schmaler Streifen Land, auf dem sich der vier Meter breite Fahrradweg befindet.

mauerradweg-teltowkanal.jpg

Die Fahrradstraße beginnt an der Autobahnauffahrt Späthstraße und führt fünf Kilometer bis zur Autobahnauffahrt Adlershof. Er eignet sich gut als Pendlerstrecke, etwa für Leute, die im Technologiezentrum Adlershof arbeiten oder studieren und in der Bezirken Neukölln oder weiter nördlich wohnen. Der Mauerradweg führt über Adlershof hinaus weiter parallel zur Autobahn bis in die Nähe des Flughafens Schönefeld.

Der Asphalt ist nur unwesentlich rauher als ein Turnhallenfußboden. Der perfekte Belag lockt am Wochende viele Skater an, was aber kein Problem für Radfahrer ist, weil der Weg ausreichend breit angelegt und ein Überholen locker möglich ist. Eine drei Meter hohe Schallschutzwand trennt die Fahrradstraße von der Autobahn, der Schallschutz bietet bei vielen Windrichtungen auch Windschutz, sodass das Radelvergnügen direkt am Wasser ungetrübt ist.

29 Gedanken zu „Berlins beste Fahrradwege (2): Mauerradweg am Teltowkanal zwischen Späthstraße und Adlershof

Kommentare-Feed
  1. Vielleicht als Ergänzung: der Weg war schon im Frühjahr super gesäubert und von Unrat befreit. Großen Dank an die zuständige Stelle beim Grünflächenamt!

  2. „sodass das Radelvergnügen direkt am Wasser ungetrübt ist.“

    naja, der autobahnlärm trübt die fahrt doch schon erheblich.

  3. @spreenixe: echt? Ist mir noch nie aufgefallen. Nur die Skater stören erheblich. Vor allem die, die mit Kopfhörern auf den Ohren fast die ganze Breite einnehmen, als ob es nur sie gäbe.

  4. hm, die autobahn ist mir auch noch nicht besonders negativ aufgefallen. sicher wäre es ohne noch schöner, aber wirklich störend hab ich sie noch nict empfunden.

    dann eher der wind, bei ungünstiger windrichtung machts in eine richtung spass und in die andere richtung bin ich nur am fluchen 😉

    als pendlerstrecke is das ding SUPER. so stell ich mir fahrradschnellstrassen durch die stadt vor.

    und die skater haben bisher immer platz gemacht, wenn man sich vorher bemerkbar macht. dann sagt man „danke“ fürs platzmachen beim vorbeifahren und alle sind glücklich 🙂

  5. Die Autobahn ist eigentlich gut abgeschirmt, das stört nicht wirklich, da stimme ich zu. Und was die Skater angeht – Leben und Leben lassen. Mir hat bisher jeder Platz gemacht.

  6. So so … einer der besten Radwege verläuft neben der Schallschutzwand einer Autobahn und ist am Wochenende von Inlinern bevölkert, die allerdings evtl. Platz machen, wenn man sie rechtzeitig bittet und sich anschließend bedankt.

    Auf der einen Seite eine Mauer, auf der anderen ein Fluss: Mich würde wirklich interessieren (ernst gemeinte, keine rhetorische Frage), was Frauen von diesem Radweg halten und ob sie den im Winter morgens um sieben oder auch abends um acht – auf jeden Fall in der Dunkelheit – zur Arbeit nutzen würden. Köln bietet ebensolche durchaus freizeit-tauglichen Radverkehrsverbindungen, die für insbesondere viele Frauen, aber auch Männer, nicht nutzbar sind, weil diese Wege durch sogenannte Angsträumen führen und damit als ernstzunehmende Radverkehrsverbindungen unbrauchbar sind!

    Auch diese „Leben und Leben lassen“-Philosophie, wo fängt sie an, wo hört sie auf? Etwa beim Autofahrer, der nur kurz auf dem Radweg hält, um zu telefonieren – während der Fahrt darf er das ja nicht und er hält ja nur kurz. Oder der Handwerker, der Stundenlang auf dem Radweg parkt, weil er sonst für jedes Schräubchen 20 m laufen müsste? Beim Radfahrer, der auf der linken Seite fährt, weil er sonst 50 m schieben müßte? Beim LKW-Fahrer, der mal eben wieder einen Radfahrer übersehen hat, weil die Bedingungen für ihn und die Radfahrer so schlecht sind. Oder bei den Behörden, die den Tod von Radfahrern billigend in Kauf nehmen, weil sie sonst Ärger mit der Autolobby kriegen könnten?
    Ich jedenfalls weiß nicht, was ich dulden oder was ich hinnehmen soll und deswegen – solange die Situation nicht annähernd ausgewogen ist – dulde ich erst mal gar nichts, auch keine Inliner auf Fahrradwegen!

    Wer sich mit wenig zufrieden gibt, muss sich nicht wundern, wenn er wenig kriegt!

  7. Hier geistern viele Begriffe für den Mauerweg herum. „Fahrradstraße“ und „Radweg“. Soweit ich mich richtig erinnere, steht an der Abfahrt Späthstraße das Schild 240: gemeinsamer Geh- und Radweg. Das macht diesen Radweg bei vorhandenen Fußgängern wegen der entsprechend anzupassenden Geschwindigkeit etwas unattraktiver. Aber insgesamt ist er schon Klasse, denn Fußgänger sind selten 😉

  8. Dann dürfen die Inliner ja dort sogar offiziell fahren.
    Als Inliner hat man es z. T. noch schwerer als Radfahrer. Auf Fußwegen haben wir jedenfalls auch nichts verloren. 🙁

    Seit Jahren soll im Ministerium ein Entwurf schlummern, in 30er Zonen auch die Straße für Inliner frei zu geben, wann kommt das endlich? Letztendlich sollten alle nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer Vorrang haben, natürlich immer mit Rücksicht auf den schwächeren, also leben und leben lassen.

  9. @arvo, also ich wünsche mir keine „Fahrradstraßen“, die ich als Fußgänger (oder Skater, auch wenn ich das nicht bin) nicht nutzen darf. Das wäre dann gehüpft wie gesprungen – mir wäre es egal, ob das dann ne Autostraße oder Fahrradstraße ist.

    Das Problem ist nicht der Mischverkehr, sondern die i.d.R. zu engen Verkehrsanlagen für Mischverkehr jenseits vom Kraftverkehr. Für mich besteht aber kein vernünftiger Grund, eine 5 Meter breite Fahrbahn nicht auch für andere Verkehrsarten (außer das Auto) zuzulassen. Inlineskaten de facto zu verbieten, weil es keine legal benutzbaren Wege dafür gibt, klingt für mich nach einer harten Verkehrsdiktatur, wie wir sie als Radfahrer meist eher beklagen.

    Ein schlechtes Beispiel ist für mich der Wuhleweg. Der ist nett gebaut, aber schlichtweg zu eng für Fußgänger und Radfahrer. Am Wochenende ist das kein Vergnügen – für beide Gruppen. In der Woche gehts zwar, aber den Bedarf dieser Gruppen an ausreichend breiten Wegen hat man noch nicht erkannt.

    Und zum Angstraum – das mag sein, dass dieser Weg das im Dunkeln für einige ist. Aber was ist die Lösung. Lieber gar nicht erst solche Wege bauen? Wer sich – aus Angst vor Übergriffen – im öffentlichen Straßenland sicherer fühlt, wird durch den genannten Weg in keiner Weise daran gehindert, dieses zu benutzen.

  10. @arvo
    „Auf der einen Seite eine Mauer, auf der anderen ein Fluss: Mich würde wirklich interessieren (ernst gemeinte, keine rhetorische Frage), was Frauen von diesem Radweg halten und ob sie den im Winter morgens um sieben oder auch abends um acht – auf jeden Fall in der Dunkelheit – zur Arbeit nutzen würden.“

    Da fühle ich mich mal qualifiziert zu antworten…Ja ich würde diesen Weg um die Zeit nutzen, und zwar gern. Die Strecke ist wirklich schön, geradezu idyllisch, leider wissen das die anderen auch, das heißt samstag/sonntag herrscht emsiges Treiben, das allerdings IMHO relativ konfliktarm.

    Beim Thema „Angstraum“ kann ich wenig beitragen, weil ich nicht in der Situation bin, bestimmte Wege/Orte nachts oder sonst zu meiden, bin auch kein Psychologe. Ich persönlich habe mich aber seit jeher auf dem Rad gerade nachts immer wohler gefühlt.

  11. @berlinradler

    Gerade habe ich das nochmal mit meiner Freundin diskutiert. Es gibt kaum eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die so inhomogen ist, wie die der Radfahrer. Es allen recht zu machen, ist nahezu unmöglich. Für sportliche Radfahrer ist es undenkbar, auf Bordsteinradwegen oder gar gemeinsamen Geh- und Radwegen zu fahren, während sich langsame und ältere Radfahrer nichts anderes wünschen, als möglichst nicht in der Nähe des KFZ-Verkehrs zu fahren. Allen Statistiken zum Trotz fürchten sie sich auf der Fahrbahn. Freizeitradler ziehen optisch attraktive Radwege vor, die sie sich auch gerne mit anderen Verkehrsteilnehmern (Fußgänger oder Inliner) teilen. Wie sieht also der perfekte oder beste Radweg aus? Was wollen wir Radfahrer? Toleranz ist gut und wichtig, aber wenn ich durch Köln zur Arbeit fahre, möchte ich keinen Umweg machen müssen (wie meine Freundin – Sie traut sich einfach nicht alleine durchs „Gremberger Wäldchen“). Ich möchte meinen Weg nicht mit gehbehinderten alten Damen oder Rollstuhlfahrern, mit Autofahrern, die nur mal kurz telefonieren oder nicht wissen, wo sie denn sonst parken können, mit Fußgängern, die gerade mal ein Schwätzchen halten, mit Baustellenbetreibern, die nicht wissen, wie ein Fahrrad überhaupt aussieht, teilen! An guten Tagen fahre ich bis zu 30 km/h schnell, um die 20 Kilometer in einer Stunde zu schaffen und das ist auch gut so! Denn sonst wäre das Fahrrad keine Alternative für mich, und ich könnte genauso gut zu Fuß gehen oder den ÖPNV nutzen. Ich ahne, dass Du ein sehr lieber und toleranter Mensch bist, aber wenn wir etwas verändern wollen, dürfen wir uns nicht mit Kompromissen abfinden! Es gibt Mindestanforderungen, die wir an Radverkehrsverbindungen stellen müssen, ohne wenn und aber! Dazu gehören keine Freizeitstrecken, die wir nur unter allergrößter Vorsicht befahren können, weil uns das zugemutet wird, was den anderen Verkehrsteilnehmern fremd ist. So dürfen auf Autobahnen auch keine Trecker fahren. Dass wir von der Autolobby zurechtgewiesen werden, heißt nicht, dass wir unsere Wege mit enorm langsameren und unberechenbareren Verkehrsteilnehmern teilen müssen, um zu zeigen, dass wir toleranter sind. Ich fahre jedenfalls nicht mit 30 km/h an spielenden Kindern auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg vorbei. Ganz eindeutig soll nicht der Radverkehr zu Kompromissen gezwungen werden, sondern der motorisierte Individualverkehr. Autofahrer nehmen in Kauf, dass Menschen getötet werden und sie sind es, die das Leben nicht nur in den Städten unattraktiv machen!

  12. @Anke, aber Du sagst selber, dass es für Dich gar keine Angsträume gibt, womit Du, fürchte ich, die Ausnahme bist. Beneidenswert! Was nicht heißen soll, dass ich Dir nicht glaube, dass die Strecke auch Nachts attraktiv ist. Ich bin auf weitere Meinungen gespannt.

    Zur Lektüre: http://www.heidelberg.de/servlet/PB/show/1125906/Sicherheitsstudie-Kurzf.p65.pdf

  13. Für die Anfahrt aus der Stadt bietet sich an, Neuköllnische Allee und Britzer Allee zu nehmen. http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=britzer+allee+berlin&sll=52.458807,13.470097&sspn=0.0071,0.013797&ie=UTF8&hq=&hnear=Britzer+Allee,+Berlin&ll=52.457788,13.471663&spn=0.0142,0.027595&z=15
    Hinter der Kanal-Brücke geht’s rechts auf einen (bei maps.google.de nicht eingezeichneten) zunächst noch schmaleren Fuß-/Radweg, der direkt zum Ziel führt.

    Einzige kleine Schönheitsfehler auch an Tagen ohne Hochbetrieb: Ziemlich viel Köter ohne Leine. Außerdem hätte ich fast mal einen ziemlich bösen Zusammenstoß mit einem Bummelradler gehabt, der unversehens & ohne Gucken gerade nach links abbiegen wollte, als ich gerade überholen wollte.

  14. Wir leben hier aber nun mal in einer Stadt, die wir uns mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen müssen. Du bemängelst, dass Radfahrer Umwege fahren müssen, willst genau diese Umwege aber Fußgängern zumuten. Was stört mich denn ein Fußgänger auf einer ausreichend breiten Fahrbahn? Kleiner Schlenker und fertig. Außerdem gehört es zu meinem Freiheitsverständnis, dass ich das Verkehrsmittel meiner Wahl nutzen darf und dabei nicht diskriminiert werde. Auch Inlineskates oder meine Füße.

    Wenn Deine 20 km Arbeitsweg an dieser Strecke liegen würden, wärst Du auf jeden Fall schneller unterwegs als auf jeder Stadtstraße. Wir sprechen hier ja nicht von einem 2,50-Meter Geh- und Radweg, sondern von einer tatsächlich ausreichenden Fahrbahn, die von allen weitgehend störungsfrei genutzt werden kann.

  15. @arvo und berlinradler:

    Der Fussgänger stört, weil es genügend Situationen gibt, bei denen ein kleiner Schlenker eben nicht genügt, insbesondere nicht, wenn er mit 30 – 40km/h gefahren wird. Wenn der Fussgänger da überraschend zur Seite läuft oder sein Hundchen aus den Uferbüschen hoppelt – hat man als Radfahrer wegen des gemeinsamen Fuss- und Radweges mindestens eine Mitschuld wegen unangepasster Geschwindigkeit. Außerdem ist manchmal auch nicht genug Platz zum Überholen … spätestens bei Kindern werden ja dann hoffentlich alle Radfahrer ihre Geschwindigkeit verringern 🙂

    ABER: genau das ist das Problem der Autofahrer mit uns Radfahrern auf der Fahrbahn! Selbst wenn wir 30km/h fahren, der Autofahrer kann 50km/h fahren … Deshalb empfindet er den Radfahrer als Hindernis und versucht dieses mit einem kleinen Schlenker zu umfahren … Das ist m.E. das relevantere Beispiel, Arvo, nicht der Trecker auf der Autobahn.

    Damit, Arvo, landen wir bei der Maximalforderung für Autofahrer: runter mit den Radlern von der Straße!

    Das will keiner von uns … hoffe ich.

    Also hätte man statt eines Mauerweges drei bauen müssen … für Skater, Radfahrer und Fussgänger … klingt auch nicht gerade durchsetzbar, oder?

    Ich kann mit der derzeitigen Situation auf dem Mauerweg gut leben und akzeptiere es, wenn ich von 30-40 mal auf Schrittgeschwindigkeit runter muss. Hey, 6km ohne Ampeln und Autos!

    Die unsichtbaren Gebüschhunde sind allerdings wirklich ein Problem … da hat vorTrieB vollkommen recht. Wenn ich deshalb den Weg nur Schrittgeschwindigkeit fahren darf … dann wäre der Mauerweg überhaupt nicht mehr attraktiv für mich.

    Übrigens steht auf der Seite von Adlershof aus nur ein Schild 250 „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ mit Zusatzzeichen 1026-39: „Betriebs- und Versorgungsdienst frei“. Darf man da nun als Radfahrer durch? … eigentlich nur schiebend … ?!

  16. @Rosi, auf dem gemeinen gemeinsamen Geh- und Radweg hast Du Recht, aber auf der genannten Strecke an der Autobahn? Und nein – wegen Kindern werden Radfahrer nicht generell langsamer oder halten genug Abstand. Mir unverständlich, aber so erlebe ichs.

    Du hast das Schild auch bemerkt 😉 Das ist ein Manko vieler Radstrecken. Sehr oft ist die Durchfahrt verboten, weil irgendein Trottel vergessen hat, das das Schild auch für Radfahrer gilt.

  17. @berlinradler: wie ich weiter oben schrub, „steht an der Abfahrt Späthstraße das Schild 240: gemeinsamer Geh- und Radweg“ … können wir uns aussuchen … je nach Richtung, beides nicht ideal … Vielleicht sollte ich mal die Zufahrten dazwischen anschauen um eine Ausrede parat zu haben 😉

  18. Na wo wir schon beim K..thenk.cken sind, mal versucht von der Johannisthaler Chaussee von Schöneweide aus kommend STVO-konform auf die Strecke zu kommen? Auf der Autobahnbrücke selbst nicht möglich – also rüberfahren, relativ tief Richtung Rudow, Richtungswechsel, wieder hochfahren und dann nach rechts abbiegen.

  19. @Rosi und Berlinradler … mit dem Unterschied, dass den Autofahrern zwar keine Radfahrer auf der Fahrbahn zugemutet werden, aber den Radfahrern: Fußgänger, Inliner, Hunde (mit und ohne Leine), parkende Fahrzeuge, Regeln die nicht nachvollziehbar sind (Z: 250/240) u.a.. Nicht zu vergessen, dass keine Automobilchauffeure und so gut wie keine Fußgänger von Radfahrern getötet werden, aber Radfahrer die auf den Sonderwegen unterwegs sind, um den stinkenden, gesundheitsgefährdenden und lärmenden Blechkisten freie Fahrt zu erlauben, werden von den Autofahrern verletzt oder getötet, weil sie abseits der Fahrbahnen nicht wahrgenommen werden. Das ist doch nicht nur hier zu genüge diskutiert worden. Ausserdem gibt es so unzählig viele andere Gründe zumindest den Stadverkehr für Kraftfahrzeuge zu entschleunigen und unatraktiv zu getalten.

    Und solange das alles so ist, sollten wir uns nicht mit hingerotzten Verkehrsverbindungen zufrieden geben oder sie gar loben! Ich möchte nicht alle Nase lang bremsen, ausweichen und Gefahren-abschätzen müssen, weil Behördenvertreter nicht in der Lage oder Willens sind Radverkehrsverbindungen zu schaffen, die den Namen verdienen. Und ich halte es für realistisch ein reines Fahrradtrassennetz aufzubauen.

    Wie es scheint dürft ihr obigen Radweg nicht mal benutzen (Zeichen 250). Und das ist auch keine Korinthenkackerei sondern eine Behördliche Anordnung, genauso wie ein Stoppschild oder eine Lichtsignalanlage. Das wird spätestens dann interessant, wenn ihr ein Kind oder einen Inlineskater über den Haufen fahrt und die Geschichte zivilrechtlich weiter verfolgt wird. Klar, beim Schutzmann bezahlt ihr lediglich Eure 5 – 10 € und seid wahrscheinlich immer noch billiger, als mit dem ÖPNV.

    Also wenn Euch das reicht – mir soll es recht sein! Ich kann auch den meisten Eurer Argumente folgen und sie nachvollziehen, mir hat das auch mal gereicht, aber da bin ich auch noch bei Rot über die ein oder andere Ampel gefahren. Wie auch immer die Zukunft aussehen wird … ich wünsche mir bessere, als Eure besten Radwege!

  20. @arvo, diskutierst Du grad gegen mich? Da muss dann aber ein großes Missverständnis vorliegen. Den Unsinn straßenbegleitender Radwege musst Du mir sicher nicht erklären. Wenn ich nun aber eine superbreite, asphaltierte und wirklich autofreie Fahrbahn als „hingerotzte Verkehrsverbindung“ wahrnehmen soll, fällt mir das schwer. Denn es besteht hier ein gewaltiger Unterschied zu normalen „Radwegen“.

    Und dass nun Fußgänger u.a. dort nach Deiner Meinung nicht hingehören, habe ich verstanden – die Argumente sind ja bereits ausgetauscht. Dazu schreib ich nicht mehr, ist vertane Energie 😉

  21. Und @Rosi, das Z240 steht an der Johannisthaler Chaussee auch. Von Rudow kommend kann man vom Radweg aus nach rechts einfach abbiegen. Von Schöneweide kommend fehlt eine Ampel zur Fahrbahnüberquerung bzw. man müsste den genannten Radweg kurzzeitig linksseitig befahren. Da hat schlichtweg jemand geplant, der nicht nachgedacht hat .. naja, wie so oft.

  22. @ die meckerer:
    ich bin da schon n paar dutzend mal zu unterschiedlichsten tageszeiten an unterschiedlichsten wochentagen bei allen wetterlagen langefahren. es ist eine top verkehrsverbindung für radfahrer. inliner und fußgänger haben mich nie gestört oder mich gezwungen das tempo rauszunehmen. wenn die sich quer über den weg verteilen, dann klingelt man einfach entsprechend vorher. bisher haben immer ALLE platz gemacht.
    kenn kaum ne entspanntere route zum heizen, neben dem kronprinzessinen weg. ich wünschte, es gäbe mehr von diesen „hingerotzten“ anlagen 😉

  23. Vielleicht nochmal deutlich, ich nehme sogar einige km Umweg in Kauf um die 6km von der Späthstr bis Adlershof zu heizen. Meistens geht das genau so problemlos wie es Philip bereits beschrieb, klingeln und DANKE. Bloß Hunde machen da nicht Platz 😉 Aufgrund des riesigen Platzes genügt sogar oft ein Schlenker an den linken Rand, ohne Klingeln.
    Die Beschilderung samt eventueller Haftungsfolgen blende ich aus und im Zweifelsfall bin ich nicht von Adlershof aufgefahren 😉
    Aber zumindest gegen dieses völlig sinnfreie 250er Schild könnte man ja mal versuchen etwas zu machen. Allerdings erlebe ich gerade am Ostkreuz (Tunnel nach Alt Stralau), wie zäh die Strukturen sind.

  24. @Rosi, meinst Du den Tunnel zwischen Stralauer Allee und Alt Stralau? Vollmundig wurde angekündigt, dass Radfahrer dort jederzeit durchfahren können (trotz Baustelle und Sperrung für Kfz). Baulich ist ein Durchfahren noch möglich, die Freigaben unter den Durchfahrt-Verboten-Schildern schließen Radfahrer aber natürlich nicht mit ein. Naja, wär ja auch ne Überraschung gewesen, wenn man Radfahrer mal nicht vergessen hätte.

  25. @berlinradler, genau den meine ich. Habe mich letzte Woche bei der Bahn bedankt, dass an Radfahrer gedacht wurde, aber die Umsetzung ist … bescheiden. Alle Richtungspfeilanweisungen und das Schild 250 von der Stralauer Allee aus ist mit einer Ausnahme für Radfahrer versehen! Super!

    Aber unmittelbar an der Durchfahrt … fehlt beim 250er die Ausnahme für Radfahrer. Werde nun mal nachfragen mit cc an den ADFC.

    Übrigens fahren hier auch Autos durch … ein schönes Beispiel für alle die, die immer behaupten, dass Autofahrer zumindest bewusst keine Regeln übertreten … Ab und zu kontrolliert aber die Polizei, interessieren sich aber nicht für Radfahrer sagten sie zumindest zu mir … Ich habe es nicht getestet 🙂

  26. So’n Mist, wenn wir uns noch nicht mal einig sind! 😉

  27. Nur in Detailfragen, arvo 😉

  28. Auch wenn viele dies nicht so sehen: das Foto https://rad-spannerei.de/wp-content/2010/06/mauerradweg-teltowkanal.jpg oben zeigt das Problem solcher gemeinsamer Wege. Ein Schlenker der 8-rädrigen Lady, und der Radfahrer liegt auf dem Seitenstreifen. Leider fahren in der Mehrzahl unsichere Skater auf solchen Wegen. Und in Ermangelung wirklich geeigneter Trainingsstrecken gehört die sogenannte „Ostkrone“ zu den beliebtesten Strecken von Rennradfahrern in der Stadt.
    Ein weitaus größeres Problem stellen allerdings die Hunde dar. Wann greift endlich die Leinenpflicht?

  29. @bikeblogger: Das Prinzip dieser geteilten Wege ist nun mal, daß Skater, Fußgänger, Hunde, Kinder und Radfahrer diese teilen. Da muß der Radfahrer beim überholen eben extrem aufmerksam oder im Extremfall sogar langsam fahren ( 😉 ).

    Natürlich wäre eine reine Radstrecke als Trainingsstrecke besser geeignet. Aber so lange die Hardcore-Radweg-Gegner und Konsequent-Fahrbahnfahrer-Front mit Vehemenz gegen solche Anlagen wettert, müssen die Radler eben ihre Wege entweder mit Kraftfahrzeugen oder mit Fußgängern/Hunden/Skatern/Kindern teilen. Nicht so wie in Holland, wo es wuasi Radautobahnen gibt. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.