Winterdienstkonzepte

Fahrrad fahren, auch im Winter mit Schnee, Eis und knackigen minus Temperaturen könnte so schön sein! Wie in Oulu – europäische Kulturhauptstadt 2026! Oulu wird in Finland auch die Winterfahrradhauptstadt genannt. Ob zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach nur von A nach B: in Oulu ist Radfahren auch bei -20 Grad üblich!

from Pexels 2026: Oulu Art Merikotka

Interessant und großartig ist, wie scheinbar selbstverständlich hier der Fokus auf den Ausbau und Erhalt der Fahrradinfrastruktur gelegt wird. Immer mit Einbeziehung der Bürger*innen.
Das ganze Jahr über und vor allem im Winter kann Oulu auf sichere, funktionierende Fahrradwege stolz sein. Der erste Strategieplan zur Umsetzung einer Fahrrad zentrierten Stadt kam 1969 auf den Tisch. Dieser sah vor, den Fuß- und Radverkehr in der Stadtplanung gleichwertig zu behandeln. Deshalb können sich dort auch Radfahrende und zu Fuß Gehende immer auf einen funktionierenden Winterdienst verlassen.

Heute ist das Radwegenetz über 950km lang und verläuft überwiegend getrennt vom Autoverkehr. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Mauri Myllylä, Pionier des Radwegesystems in Oulu, hatte nach einem Aufenthalt in den USA und den dort gemachten Erfahrungen der massiven Bevorzugung des Autoverkehrs den Impuls es in Oulu anders zu machen.

Als Stadtplaner in Oulu den 1960er Jahren angestellt legte er den Grundstein für das heutige Radwegenetz in Oulu:

‚So entstand die Idee eines gut befahrbaren Radwegenetzes, abgetrennt vom motorisierten Verkehr. Mit Wegen, breit genug, um im Winter von Traktoren geräumt zu werden.‘ (Isabel Scherer: Bericht aus Drahtesel Magazin)

Und so wurde es!

‚Oulu hat es also geschafft aus der eher sportlichen und nischigen Winteraktivität etwas Alltägliches und Soziales zu machen, das für jeden geeignet ist – nicht nur für diejenigen, die „fit“ und „hart im Nehmen“ sind.‘ (Isabel Scherer)

Gute Infrastruktur und starke Winterwartung‚, geben die Verkehrsplaner in Oulu als Antwort auf die Frage des Erfolgs an. Isabel Scherer „Die Radkultur Ihrer Stadt gestalten

Zuerst brauchte es allerdings bei den Verantwortlichen in der Verwaltung die Einsicht und den Willen. Diese Grundlage fehlt vielerorts schlichtweg.

Die Stadtplaner*innen von Oulu teilen bis heute ihre Expertisen in Form von Schulungen, internationalem Austausch und Konferenzen.
Die Teilnehmenden, z.B. Verwaltungsangestellte für Verkehr anderer Länder und Städte holen sich dort das nötige Knowhow und jede Menge Motivation ab.
Denn es ist durchaus möglich, mit Berücksichtigung der lokalen Begebenheiten überall eine erfolgreiche Fahrrad Infrastruktur aufzubauen.

Wenn Kommunen ihren Einfluss bei der Gestaltung der Mobilitätskultur erkennen und kooperative, zukunftsorientierte Anstrengungen priorisieren, legen sie den Grundstein für langfristigen Erfolg.

In einem erarbeiteten Funktionsdreieck, nennt die Autorin (Isabel Scherer) als Schlüsselkomponenten:

‚● Urbane Materialitäten – die physische Umgebung, einschließlich Infrastruktur und Winterpflege.

● Planungspraktiken – die Organisationsstruktur der Gemeinde, einschließlich Priorisierung, Finanzierung und politischer Unterstützung.

● Bedeutungen des Radfahrens – die Werte und die kulturelle Bedeutung des Radfahrens in der Stadt, einschließlich der Frage, ob Radfahren eine tief verwurzelte Geschichte in der Gemeinde hat.‘

Diese Merkmale beeinflussen und bedingen sich stark gegenseitig. Eine hohe Relevanz dabei haben die Macher*innen und Akteure.

OuluWinterfahrradhauptstadt (Video)

Seufz…

Die dringende Frage hierzulande bleibt zur Zeit warum denn eigentlich die Fahrradwege bei Eis und Schnee nicht oder kaum geräumt werden.
Nicht zuletzt geht damit auch ein erhebliches Unfallrisiko einher, das traurigerweise offenbar in Kauf genommen wird.
Denn eigentlich gibt es klare Verantwortlichkeiten, zudem versprochene längst ausgearbeitete Konzepte, auch die zum Straßennetz gehörenden Fahrradwege im Winter zuverlässig zu betreuen.

BSR – Winterdienstpflichten

Senatsverwaltung – Winterdienstkonzept

Auch der ADFC und Changing Cities fragen das:

‚Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat indes am Dienstag bemängelt, dass auch Berlins Radwege nicht ausreichend geräumt würden. Nach Angaben des Verbands werde der Radverkehr durch den Berliner Senat trotz eines neuen Winterdienstkonzepts behindert. Dieses Konzept sehe vor, dass Radwege mit derselben Priorität geräumt werden wie Straßen für den Autoverkehr. Die unzureichende Räumung der Radwege bezeichnet der Verband als unverantwortlich.‘ (rbb24.de Strenger Frost und Schneereste)

Was im Autoverkehr undenkbar wäre, müssen Radfahrende in Berlin seit Jahrzehnten und mindestens noch den kommenden Winter 2025/26 ertragen: Radwege werden nicht konsequent geräumt. Und dass, obwohl der Senat im Januar 2025 den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes entsprechend ein neues Konzept für den Winterdienst vorgestellt hat.‘ (ADFC Winterdienst-Check)

Changing Cities mit einer Foto Dokumentation von betroffenen Fahrradwegen:

Bis Ende 2022 hätte ein Winterdienstkonzept durch die Senatsverwaltung erstellt werden müssen. Da dieses bis heute nicht existiert, gelten noch die 10-15 Jahre alten Pläne, die Fuß- und Radverkehr nicht als „richtigen” Verkehr einstufen. Das Räumen dieser Wege wird einfach nicht priorisiert. Dabei werden in Berlin 34 Prozent der Wege zu Fuß und 18 Prozent der Wege mit Rad zurückgelegt – und alle anderen, die ÖPNV und Kfz nutzen, nutzen ja auch die Fußwege.‚ (Changing Cities – kaum Winterdienst)

AktionDer ADFC ruft deshalb zum Winterdienst-Check auf:

‚Mit dem ADFC-Winterdienst-Check wollen wir Beispiele sammeln und zeigen, wie drängend die Räumung der Radwege ist‘.

Schneefall und Eis? Temperaturen unter Null? Mach mit!

Dokumentiere Stellen mit guter oder schlechter Räum-Situation mit Foto, Datum, Uhrzeit, genauer Verortung und Beschreibung der Situation.

Schicke uns Foto, Datum, Uhrzeit und Verortung (Pin/Screenshot/Straße mit Hausnr.) per Mail an winter [at] adfc-berlin.de.

Wir tragen die Punkte auf der untenstehenden Karte ein.

Nach Tagen immer noch nicht geräumt?
→ Schick uns gerne auch follow-up-Fotos bereits dokumentierte Stellen, sodass wir auch den Verlauf der Räumsituation dokumentieren.‘

ADFC – Senat verschleppt Winterdienstkonzept

Interessant dazu, wieder mit einem Blick ins Ausland: Eine Freundin in Schweden berichtete mir, in ihrer Stadt (Umeå) werden bestimmte Fahrradwege zuverlässig geräumt und bleiben befahrbar. Auf einer Onlinekarte kann sie sich die jeweils aktuell geräumten Strecken anzeigen lassen.

So, und wer jetzt noch Lust hat, auf ein gepflegtes und einschläferndes Bürokratiedeutsch: Hier ist die Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Lars Düsterhöft (SPD ) zum Thema vom letzten Jahr :

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21213.pdf

Grobes Fazit der offiziellen Statements zum fehlenden Winterdienst für Fahrradwege:

Nur offiziell ausgewiesene für die BSR Fahrzeuge befahrbaren Radwege werden geräumt, Enteisungsmittel wie sie auf PKW Straßen zum Einsatz kommen, werden auf Radwegen aus Gründen des Umweltschutzes, wegen angrenzenden Grünflächen nicht verwendet. Sowieso sind diese verboten und kommen nur in Extremfällen zum Einsatz.
Die gleichwertige Priorisierung des Winterdienstes für Radwege aufgrund von Unfällen und zur Unfallvermeidung, wird nicht anerkannt, da dazu keine oder unzureichenden Daten vorliegen.

Weitere Vermutungen wären, kein Bock und wie immer als wertvolles Mitglied der Gemeinheit: Auto hat Vorrang.

+++ Update 10. Januar + ++

‚Stadtreinigung: Räumung von Gehwegen wäre komplex und teuer‘

>> Komplex und teuer << ist zur Zeit vor allem die Lage in den Kliniken und in den Notaufnahmen. Zeitweise war sogar von einem ‚Massenanfall von Verletzten‘ die Rede, ‚wirklich am Anschlag‚ so das Unfallkrankenhaus in Berlin.

‚Wie eine Sprecherin der rbb24 Abendschau mitteilte, mussten vor allem Brüche behandelt werden, aber auch Platzwunden sowie Schädel-Hirn-Traumata. Unter den Betroffenen seien viele Radfahrer.‘ rbb24 28.12.25

Angesichts der hohen Zahl an Unfällen ist die Aussage, die Aufstockung von Ressourcen wäre unverhältnismäßig für nur „einige wenige Schneetage im Jahr“, kaum nachvollziehbar. Die vielen Verletzten, teils Schwerverletzen hätten also quasi keine Bedeutung und es gäbe kein Grund zum Handeln.

Ab jetzt gilt es die Nummer der Ordnungsämter in der Kurzwahltaste bereit zu halten: Denn zur Verantwortung gezogen und zum Handeln werden nun ausdrücklich die Bürger*innen aufgerufen 👉

Am besten bevor du ausrutscht und dir den Arm brichst oder Schlimmeres, die BSR rät 👉
‚Hinweise zu fehlendem oder unzureichendem Winterdienst sind unverzüglich nach Feststellung an das jeweilige Ordnungsamt zu richten.‘ (Die Zeit 10.01.26)

Na dann – wäre die Sache mit der zuständigen Verantwortlichkeit ja geklärt.

Vision 2026: Ein fahrradfreundliches Berlin

Das Bild zeigt die zugeparkte Ladezone vor unserem Geschäft und zusätzlich den nicht geräumten und völlig vereisten Radweg. Auf dem Weg zur Arbeit heute morgen war kein einziger der von der Straße separierten Radwege geräumt.

Wenn wir daran etwas ändern wollen müssen wir wohl selber aktiv werden.

Wir werden daher ab 9. Januar Unterschriften für den Verkehrsentscheid sammeln.

Wenn du Interesse hast dich an dem Volksentscheid für eine lebenswerte Stadt zu beteiligen, es gibt hier bei uns um die Ecke schon diese Woche Gelegenheit dazu:

Onboarding und Plenum, 08. Januar: Aquarium (Admiralsstraße 1-2, 10999 Berlin). Onboarding für alle Neuen und die, die aktiv werden wollen ab 18 Uhr, offenes Plenum für alle ab 19 Uhr.

Buchvorstellung : Verkehrswende

Ja, sie steckt ganz offenbar fest zur Zeit, die Verkehrswende.

Aber was wäre nötig um sie in Deutschland konsequent umzusetzen? Welche Interessen stehen gegeneinander und wo verstecken sich Fallstricke?

Aber vor allem – Was ist zu tun!

Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Kerstin Finkelstein trägt in diesem 100 Seiten Büchlein kompakt und anschaulich konkrete Maßnahmen für eine Verkehrswende in Deutschland zusammen.

Frau Finkelstein beschreibt den Ist-Zustand als Alltagsradlerin in Deutschland prägnant, sie geht in verschiedenen Kapiteln sowohl auf die immensen Kosten die der motorisierte Individualverkehr gesellschaftlich erzeugt wie auch auf die Straßenverkehrsordnung ein. Beim Lesen waren da für mich einige Aha-Momente dabei. Weißt du beispielsweise auf welche Arten du mit einem Fahrrad gesetzeskonform einen Zebrastreifen überqueren kannst?

Den Zustand auf dem Land beschreibt sie ebenso wie den in der Stadt, wo es normal ist die eigenen 70 bis 80 Kilo mit einem tonnenschweren Fahrzeug jeden Morgen fünf Kilometer hin und jeden Abend fünf Kilometer zurück zu bewegen. Platzverbrauch, Kosten, der rechtliche Rahmen und gesundheitliche Konsequenzen werden gut aufbereitet dargestellt und auch ein Blick in Länder die als Vorbilder dienen können fehlt nicht. Ich fand die Gliederung in kurze Kapitel hilfreich beim Nachblättern und auch die vorgestellten Ergebnisse aus den Studien zu Verkehrspolitik hatten für mich so manches neue Detail parat.

Im hinteren Teil werden noch verschiedene Initiativen vorgestellt die sich z.B. mit Volksentscheiden für eine Verkehrswende einsetzen. Eine Leerstelle hat das Buch hier wie mir scheint, denn Waldbesetzungen gegen Straßenbau oder die Mobilisierungen gegen die Internationale Automobilausstellung werden nicht erwähnt obwohl sie meiner Einschätzung nach ein wichtiger Anknüpfungspunkt für Menschen sind für eine Wende in der Verkehrspolitik zu kämpfen.

Insgesamt bietet das Buch Verkehrswende einen guten Überblick über Autoland Deutschland. Frau Finkelstein stellt konkrete Forderungen für eine klimafreundliche Verkehrspolitik und kann diese auch argumentativ unterfüttern.

Fazit: lesenswert!

Kerstin Finkelstein hat mehrere Jahre als Chefredakteurin des ADFC Magazins Radzeit gearbeitet und ist Autorin diverser Bücher zu Verkehrspolitik.

Das Buch ist 2025 bei Reclam erschienen, hat 100 Seiten und kostet 12,00 €

Morgen früh – Protestaktion! Suche Sicheren Radweg 30-Minuten-Demo

Uns reicht’s! Gerade mal fünf Prozent des Berliner Radverkehrsnetzes sind seit Verabschiedung des Mobilitätsgesetzes vor acht Jahren fertiggestellt. Und die Berliner Senatsverwaltung? Veranstaltet ein „lustiges“ Stadtradeln und möchte damit ihr Image polieren. Mit jedem gefahrenen Kilometer zeigen wir dem Berliner Senat, dass „Stadtradeln” kein dreiwöchiger Spaß ist.

Es geht nicht darum, die meisten Kilometer zu fahren – wir sind nun mal Alltagsfahrende! Es geht darum, dass wir viele sind und sichtbar werden – viele Berliner*innen, die gegen die Senatspolitik protestieren.“ Changing Cities e.V.

Schnee von gestern – Leider nein..

Solange das Patriarchat und das Kapital regieren und die toxischen Macho-Allüren in unseren Gesellschaftsstrukturen noch nicht abgeschafft werden und weiter ihr Unwesen treiben können und damit diese dreiste Rückständigkeit und der krachende Rechtsruck nicht unser Leben, unsere Erde und unsere Zukunft zerkloppt und uns weiter zermürbt, wir zwingend in fortschrittlicher Weise darüber hinaus wachsen und diesen Quatsch hinter uns lassen müssen.. Wo war ich stehen geblieben…

Werden wir weiter Fahrrad fahren und uns nicht klein kriegen, spalten oder wegkürzen lassen! Juhuu!

Denn es gilt weiter – wichtige Dinge können wir nicht der Regierung überlassen!
Wir sind die Menschen hier, wir sind das Leben, halten es am Laufen und gestalten es! Die Zeit der Könige und Prinzen ist vorbei – Adieu! Die gewählten Amtsträger*innen haben sich mit ihrem Job dazu verpflichtet unsere Anliegen und Bedürfnisse zu vertreten und dienen uns! Nicht umgekehrt! Wenn sie das nicht können oder wollen, sollen sie Kekse backen gehen!

Aus gegebenem Anlass, schicken wir deshalb noch schnell eine Kandidatin zur kommenden Bundestagswahl ins Rennen. Sie ist in allen Bezirken und mit allen Stimmen wählbar.
Sie besitzt eine unglaublich authentische Ausstrahlung und Überzeugungskraft, die bei Weitem alles an Kompetenz übertrifft, was wir bisher im Wahldampf erleben mussten.

Hiermit stellt sich vor: Snollowtech!

Snollowtech, Kandidatin Bundestagswahl 2025

Da es in unserem Blog wie immer auch um Fahrrad Themen geht, werfen wir neben der Einsicht, dass die kommende Regierung auch wieder nicht viel für Klima- und Soziale Gerechtigkeit und Fahrradstraßen übrig haben wird, einen Blick auf Snollwtech’s interessante wie formschöne Accessoire.
Es ist kein XXL Flaschenöffner, Tortenheber oder Milchschäumer und auch keine Zahnspange, wobei das noch zu erforschen wäre.

Es handelt sich um ein Werkzeug für die Montage von Hollowtech II Tretlagerschalen. Die liegen nämlich außen am Tretlagergehäuse. Das verspricht eine verbesserte Kraftübersetzung. Es ist leicht, stabil und hat durch die außenliegenden Lagerschalen eine gute Steifigkeit bei der die Tretlast besser verteilt wird.
Dieses System wird mittlerweile an vielen Fahrrädern verbaut. Auch wir verbauen es u.a. an unseren Rädern und müssen allerdings bis zum Ende der Wahl, derzeit auf das Werkzeug dazu verzichten…

Auf zur Radparade 2024: „30 Stunden für Tempo 30“ !

Unter dem diesjährigen Motto „30 Stunden für Tempo 30“ findet die Radparade nun schon das zweite Mal statt.
Wir erinnern uns, letztes Jahr am 7. Mai „Tempo 30 für Berlin“.

„Tempo 30 bedeutet: weniger Abgase, weniger Lärm, weniger Unfälle, und einfach ein besseres Leben.“

Daran hat sich nichts geändert! Nein, um so mehr fordern wir es und brauchen euch! Denn kaum zu glauben aber wahr:

Die Senatsverwaltung plant an 34 Berliner Straßen Tempo 30 aufzuheben!

Quelle: radparade.berlin

Statt die gesetzlich vorgegebenen Klimaschutzziele einzuhalten und den Weg für notwendige verkehrspolitische Infrastrukturen zu ebnen, die nicht nur mehr Lebensqualität bedeuten, sondern ganz klar lebensnotwendig sind! – Pfeift unsere Regierung schlichtweg drauf und feiert sich weiter als rückständiges Fossil: „Autoland Deutschland“! Das ist ignorant, fahrlässig und beruht auf kurzsichtige Profitgier auf Kosten unseres Lebens und unserer Zukunft! Das kann nicht die Antwort und Lösung auf die gegenwärtigen Problemstellungen zum Klimawandel sein, deren Auswirkungen wir jetzt schon stark spüren.

Radelt mit, an diesem Wochenende für den Erhalt aller Tempo-30-Straßen sowie ein generelles Tempo 30 innerorts! (§ 3 StVO)

Starten oder euch anschließen könnt ihr jeweils auf der Nord- und Südrunde. Beide Runden starten vom Potsdamer Platz und dauern jeweils 2,5 h.
Ihr könnt jeder Zeit ein- und aussteigen!

Hier erfahrt ihr genaue Info’s über die zeitlichen Details und Streckenverläufe:

radparade.berlin

ADFC Berlin Radveranstaltung

Statement Radparade:

„An diesem Wochenende (15.-16. Juni 2024) findet die zweite Radparade statt. Wir fahren
„30 Stunden für Tempo 30“ durch Berlin und fordern den Erhalt aller Tempo-30-Straßen
sowie ein generelles Tempo 30 innerorts.

Der Berliner Senat will Tempo 30 auf 34 Hauptverkehrsstraßen aufheben. So sieht es der
Entwurf eines Luftreinhalteplans vor, der bereits Ende Juni umgesetzt werden soll.

„Wir appellieren an die neue CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde nicht die verfehlte
Autopolitik ihrer Vorgängerin fortzuführen,“ sagt Christian Storbeck, Mitorganisator der
Radparade. „Die Berliner Luft ist durch Tempo 30 besser geworden, warum sie wieder
schlechter machen? Bitte Frau Senatorin Bonde, ziehen Sie den Luftverschmutzungsplan
zurück und machen Sie sich auf Bundesebene für Tempo 30 stark.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) unterstützt die Radparade und hat eine Stellungnahme
zum Luftreinhalteplan abgegeben:

https://www.radparade.berlin/DUH-Stellungnahme-LRP-Berlin.pdf

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch: „Die geplante Aufhebung von Tempo 30 auf
zahlreichen Strecken ist ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die an den betroffenen
Hauptstraßen leben. Es ist aber auch eine Katastrophe für alle Menschen, die in Berlin zu
Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Sie alle müssten unter schlechterer Luft, mehr
Verkehrslärm und weniger Verkehrssicherheit leiden. Aus dem Entwurf der CDU spricht in
erster Linie der ideologische Wunsch, Tempo 30 rückgängig zu machen.

Wir fordern Verkehrssenatorin Ute Bonde dazu auf, diese Pläne sofort zu begraben. Notfalls werden
wir diese Verkehrswende rückwärts vor Gericht stoppen!“

Katja Diehl, Autorin und Verkehrsexpertin, wird bei der Radparade mitfahren. Sie sagt:
„Mit der Wiedereinführung von Tempo 50 würde Berlin vom Status „menschliche
Metropole“ in den einer „autozentrierten Provinzhauptstadt“ abrutschen.“

Die Radparade wird unterstützt von ADFC Berlin, Berliner Radsport Verband, FUSS,
Radlogistikverband Deutschland, Changing Cities, Deutsche Umwelthilfe, Respect
Cyclists, BUNDjugend Berlin, Bündnis Verkehrsinitiativen, VCD Nordost und Greenpeace
Berlin.“

Wann: Samstag, den 15.06.2024 um 12 Uhr bis Sonntag, den 16.06.2024 um 18 Uhr

Wo: Start am Potsdamer Platz

„Verhaltensregeln:

Als bunter, freundlicher und diverser Zug radeln wir gemeinsam durch Berlin.
Kein Müll, kein Alkohol, keine Nazis. „

1. Mai! kommt zur Fahrrad-Razzia in den Grunewald!

Auch in diesem Jahr sind wir entschlossen im Kampf gegen soziale Ungleichheit!

„Die Spezial-Enteignungskräfte (S.E.K.) operieren im Problembezirk zu Fuß!

Als An- und Abreiseoption bietet der Einsatzplan aber die Möglichkeit, sich der autonomen Fahrradstaffel von Respect Cyclists und FRE!LAUF anzuschließen! Danke für die Amtshilfe! 🎖“

Quelle: mygruni.de

„= ZUBRINGER =
11:30 Falkplatz, Max-Schmeling-Halle
~12:00-12:15 Rotes Rathaus
~12:30 Bülowstraße
von Respect Cyclists

= WEGBRINGER =
16:30 S-Bhf Grunewald zur Gneisenaustr.
von FRE!LAUF“

Außerdem kämpfen und feiern wir dieses Jahr nicht nur für den 1. Mai sondern stoßen auf den längst überfälligen Rücktritt Manja Schreiners an! Prost!

Berlins Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) hat heute ihren Rücktritt angekündigt, nachdem die Universität Rostock ihr den Doktortitel entzieht. Als Verkehrssenatorin verantwortet sie ein Jahr Ausbremsen der Verkehrswende und Blockieren einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur. Sie hat damit enormen Schaden angerichtet. 

Schauen wir wer und was als nächsten kommt, Etappe Schreiner haben wir jedenfalls geschafft.

Zeitenwende..

Klimaproteste, Antifaschismus und Solidaritätsdemonstrationen werden kriminalisiert und verboten, die Reichen hofiert, Abschiebeknäste errichtet. Der Fokus mit Extremismusdebatten (natürlich ist der Linksextremismus eine unterschätzte Gefahr, schlimm schlimm.. ) von dem notwendigen und umgehenden Handlungsbedarf den Klimawandel zu bremsen, mit all seinen verheerenden Folgen wie Fluchtbewegungen und Klimakriege bis hin zu einem unbewohnbaren Planeten, verschoben. Oder gehört das sogar irgendwie zusammen?

Also was können wir tun? Den nächsten freien Sandhaufen an einer Baustelle suchen um die Köpfe hinein zu stecken bis die BSR kommt. Oder sich der Tatsache gewahr werden, dass wir auf eine „aufregende“ Zeit zusteuern, in der wir große Herausforderungen meistern müssen.

Oder aber erstmal Fahrrad fahren um den Kopf wieder vom Sand frisch und freizuschütteln!

Quelle:pixabay.com selene51

Am Mittwoch den 7.6. findet unter dem Motto „Gebt uns endlich sichere Radwege.“ wieder die Fahrraddemo mit „RESPECT CYCLISTS statt.

Auftakt: 17:30 Falkplatz/Max-Schmeling-Halle

Abfahrt: 18:00

Ende: gegen 22:00 am Mauerpark

Und:

Am Samstag den 10.6. startet der Fahrradkorso für die Rudi-Wunderlich-Gedenkfahrt – Radeln gegen das Vergessen!

„Am 10. Juni 1944 gelingt dem KZ-Häftling Rudi Wunderlich die Flucht aus dem Außenlager Berlin Lichterfelde. Er fährt mit dem gestohlenen Rad eines SS-Manns quer durch Berlin in die Freiheit. „

Wann: 10.6. / 11:00 – 12:50

Wo: Unter den Eichen 135 (Lichterfelde, Dahlem) bis Helmholtzplatz

Quelle: Berliner VVN-B.d.A

Wer zuerst noch das Fahrrad wieder fit machen und aus dem Winterschlaf aufwecken muss, kann sich folgenden Termin vormerken. Anschließend, nachdem dann alles sitzt, passt, wackelt und Luft hat, gibt’s sogar eine After-Work Entspannung mit Life Musik.

Wann: 8.6. / 16:00 – 20:00

Wo: Rollbergstr. 28a vor dem Zuhause Kiosk am Sudhaus

Quelle: t.me/Fahrrad_Berlin_Termine

Razzien bei Mitgliedern der Regierung und Behörden wegen des Verstoßes gegen die Einhaltung der Klimaschutzziele

„Wegen Verdacht auf Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung und des Verstoßes gegen die Einhaltung der Klimaschutzziele, was die Gefährdung von Menschenleben und des gesamten Lebens auf dem Planeten mit sich zieht, haben in 7 Bundesländern Razzien stattgefunden bei denen 15 Objekte, unter anderem auch Regierungssitze durchsucht wurden. Auch in Berlin gab es Durchsuchungen im Innensenat und bei der Senatsverwaltung im Roten Rathaus. Die Durchsuchungen bezogen sich zudem auch auf Ermittlungen zum Cum-Ex Skandal, bei dem auch Beteiligte in den höchsten Regierungskreisen vermutet werden.

Konten wurden beschlagnahmt und Vermögensarreste vollstreckt. „Denn so werden ihre kriminellen Machenschaften finanziert.“ So die Bundesanwaltschaft heute in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es:

„Legitimes Wirtschaften ende immer da, wo Straftaten begangen und andere Menschen in ihren Rechten verletzt würden. Wenn diese rote Linie überschritten ist, dann muss die Polizei handeln“.

Endlich tut sich was! Endlich werden die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen! Endlich sind die vielen Verkehrstoten nicht mehr egal und hinnehmbar! Endlich ein Aufschwung für lebenswerte Städte für Mensch und Tier mit einer gut ausgebauten Fahrrad- und Schieneninfrastruktur in der wir nicht mehr von Blechlawinen zugemüllt und erstickt werden! Endlich eine Chance den Klimawandel zu bremsen und Schluss mit klimaschädigendem Fracking und LNG-Terminals, Atomkraft, Kohle- und Sozialabbau! Die Erderwärmung wird gestoppt und das 1,5-Grad-Ziel eingehalten! Eine lebenswerte Zukunft – ja überhaupt eine Zukunft ist doch noch möglich!

Endlich wird gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlage vorgegangen! JA!

Denn Deutschland verstößt nach wie vor konsequent laut Rechtsgutachten gegen das Klimaschutzgesetz!

Einen Moment.. mir klopft gerade ein Kollege auf die Schulter…

Schade. Leider waren das, in Teilen jedenfalls, gerade doch nur Fake-News. Hab was durcheinander gebracht, sorry.. Die richtige Nachricht lautet so:

Bundesweite Razzia bei Klimaaktivisten der Letzten Generation

„Es wird unterstellt, das mit Gewalt agiert wird und verfassungsfeindliche Ziele verfolgt werden. Das kann man bei der Letzten Generation aber überhaupt nicht annehmen – weil sie ja auf einen verfassungswidrigen Zustand in der Politik hinweist, die ihre Klimaziele nicht einhält, obwohl sie dazu von Verfassung wegen verpflichtet ist.“

„Kriminell soll sein, die Einhaltung der Klimaschutzziele zu fordern.“

Taz.de

Letzte Generation – Protest Demo gegen Razzia

Polizei zum Frühstück

Die Razzien gegen die letzte Generation sind eine Farce und ein politisch eingeübtes Instrument.

Die Aktion soll abschrecken und die Organisation mit ihren Mitgliedern durch geschickte Rhetorik und praktischen Mitteln der staatsausübenden Gewalt kriminalisieren und diffamieren. Schämt euch! Wir finden das natürlich auch doof. Das ist falsch und wir erklären uns solidarisch!

In Berlin und anderen Städten sind Protestmärsche geplant und es werden Spenden gesammelt. Haltet euch auf dem Laufenden!

Denn:

„Der Widerstand ist notwendig, wir setzen uns für das Leben aller ein, das ist nicht kriminell“.

Links abbiegen am Lützowplatz

Ein Freund machte mich, irritiert von der Verkehrsführung auf der Kreuzung am Lützowplatz aufmerksam, die er als linksabbiegender Fahrradfahrer befuhr und sich sehr unbehaglich dabei fühlte.

Es fängt damit an das Fahrradfahrer*innen erst ca. drei Meter vorfahren müssen um auf den Ampelknopf für Fußgänger*innen zu drücken, um sich dann wieder umständlich zur Startposition des Fahrradweges ohne Ampelknopf zurück zu manövrieren. Oder vielleicht soll das per Zuruf: „Ey wenn du schon da stehst, drück doch mal!“ an den Fußverkehr (falls vorhanden) geschehen?

Die meisten Radfahrer*innen fahren dann geradeaus weiter. Doch es gibt auch eine Spur links rum.
Straßenverkehrstechnisch scheint es durchaus vorgesehen zu sein, das Fahrradfahrende diese Abbiegemöglichkeit nutzen können.

Offenbar wurde bei dieser Verkehrsplanung aber nicht fest damit gerechnet, das es wagemutige Radler*innen gibt die das tatasächlich auch tun. Eine wahnwitzige 4-spurige Straße ist stressig genug. Nun auch noch lebensmüde sein zu müssen um mit dem Fahrrad abzubiegen, setzt nicht nur eins drauf, es stellt sich die Frage ob es von der Straßenverkehrsplanung irgendwie falsch ist? Ampel für den Fahrradverkehr vergessen?

Links abbiegende dann geradeaus fahrende Autos und links abbiegende Radler*innen haben gleichzeitig grün. Den Straßenverkehrsregeln nach müssen Autos die Fahrradfahrer*innen erst vorbei lassen. Jedenfalls sieht’s so aus.

Doch ob der Autoverkehr einer vierspurigen Rennstrecke, mit zeitlich begrenzter Ampelphase die den abbiegenden Fahrradweg kreuzt, das auch tut oder diesen eher behindert und abdrängt oder gar über’n Haufen fährt, scheint eher eine Wette zu sein. Ich zumindest hätte da wenig Bock drauf.

BMX und E-Rakete

Einfach mal rum BMX’n! Hier mit Lara Lessmann, die für die Qualifikation bei der European Championships 2022 in München den 3. Platz belegte. Faszinierend an solchen und ähnlichen sportlichen Radfahr-Stilen ist auch, wie schnell Strecken von A nach B zurückgelegt werden. Tolles für den Alltag ausbaufähiges Potential. Wie schnell wäre ich zu Hause, auf Arbeit, zum Teekränzchen..

Quelle: pixabay.com

Zu spät los – kein Problem! Auch die schon mal erwähnten Baustellenhindernisse und sonstigen Straßenärgernisse die uns dauernd aufhalten und nerven wären dann Geschwindigkeits-Booster. Siehe BMX Rider Corey Walsh!

Elegante Hüpfer, Sprünge, Flieger, hier mit Gaststars zu Besuch in Columbien – drumrum, obendrüber, unten durch – Zack und schon am Ziel!

In der Schule am besten frühzeitig damit anfangen zu trainieren als eigenes und satt gefördertes Unterrichtsfach z.B. mit der BMX School Berlin! Später im Alltag und Berufsleben sind wir dann gerüstet für den anspruchsvollen Straßenverkehr, der nur schleppend bis gar nicht besser zu werden scheint. Wir noch abwarten müssen, bis die Wirtschaftsriesen und ihre Politikfreunde der Automobilindustrie damit fertig sind, sich gegenseitig die Kohle in die Taschen zu stopfen. Was auch ganz offen in den Nachrichten kommuniziert wird. Ein Statement nach dem Verkehrsgerichtstag 2022 in Goslar war, es wird in Deutschland noch Jahrzehnte dauern, bis eine fahrradfreundliche Infrastruktur flächendeckend umgesetzt wird.

Yo! na dann.. Eher wird also jede/r von uns eine eigene Rakte besitzen, um auf den Mond zu fliegen.

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Erste Mietstation „schieß dich auf den Mond“, mit Abschussrampe für E-Raketen, für einfache Fahrt oder mit Rückfahrschein, könnte oben auf dem Berg in der Hasenheide sein. Musikalische Unterhaltung während der Fahrt inklusive.

Kohle – und Atomkraftwerke werden wieder attraktiv, für volle Ladestationen ist also gesorgt.

Aber vorerst zurück zum BMX, dank jahrelangem Unterricht gibt es durch die Fall – und Abrollübungen bei auffliegenden Autotüren oder durch Autos und E-Roller die auf Fahrradwegen parken bzw. rumliegen auch kaum noch Krankschreibungen oder gar Schlimmeres. Abbiegende LKW – Einfach oben rüber! Juhu! Gute Idee finde ich.

Schnell noch wissenschaftlich korrekt aufschlüsseln, erschlüsseln, entschlüsseln mit viel Zahlen und Excel-Tabellen und ab geht der Antrag an die zuständige Behörde. Dann kann’s losgehen! Nach den E-Raketen natürlich..

Quelle: pixabay.com

Das ADFC Projekt InnoRADQuick – weltbeste Beispiele für Schnellumbau von Straßen

Weltweit werden in Kommunen und Städten, Konzepte wie „Pop-up-Radwege, autofreie Schulstraßen, geschützte Kreuzungen, grüne Welle fürs Rad, Tempo 30..“ erprobt und angewandt.
„Mehr Platz für Menschen sowie eine wachsende Mobilität durch Fuß- und Radverkehr“. So die Vision. Für Klimaschutz und eine bessere Lebensqualität.

Das ADFC Projekt InnoRADQuick ist eine schöne komprimierte Zusammenfassung, von konkreten Beispielen und Handlungsanweisungen, wie der Umbau zu einer flächendeckenden Fahrradinfrastruktur gelingen kann. Und zeigt auch, das das Rad dazu nicht neu erfunden werden muss. Kann also ganz gut als Fibel verwendet werden.

Quelle designed by ADFC InnoRADQuick 2022

Nationaler Radverkehrsplan 3.0 und Klimaschutzprogramm 2030 heißen beispielsweise die Masterpläne in Deutschland. Gut Ding sollte hier keine Weile haben, beherrscht jedoch leider die zähe Aktionsstruktur in Politik und Verwaltung.
Der größte Anteil der Aktion scheint sich bisher vor allem in der theoretischen Ausarbeitung, wie Planung und Problemanalysen zu manifestieren. Flächendeckend, – trifft auf Deutschland bisher nicht zu. In Berlin wird Friedrichshain-Kreuzberg exemplarisch für den Schnellausbau von Pop-up-Radwegen genannt und Stuttgart. Fünf Fahrradparkhäuser (Berlin) befinden sich derzeit in Machbarkeitsuntersuchungen, das erste soll 2026 fertig werden. Vereinzelt werden Fahrradstraßen, u.a. mit Modalfilter wie versenkbaren Pollern erprobt. In den nächsten drei Jahren (Stand 2019) sollen 60 unfallträchtige Kreuzungen umgebaut werden. Schauen wir in die gängige Praxis, kommt die ketzerische Frage auf, ob es sich dabei um einen Zahlendreher handelt. In 60 Jahren, 3 Kreuzungen.. ? Konkrete strukturelle und mutige Umsetzungen scheinen trotz sichtbarer Teilerfolge noch in den Anfängen und im Konjunktiv zu stecken. Ankündigungen und Machbarkeitsstudien werden als Erfolge gefeiert, die Umsetzungen dazu liegen auf Eis oder kommen nur kleckerweise nach Jahren zum Vorschein. Ob, was und wie beständig die Projekte umgesetzt werden, läge auch am Engagement und Durchhaltevermögen der Mitarbeiter*innen in den Verwaltungen, so die Einschätzung von Verkehrsexpert*innen.

Das Fahrrad als wichtigstes Verkehrsmittel anzusehen, wie es Utrecht tut, würde hier in Deutschland eher noch als Scherz abgetan und mit Unglauben quittiert. Aber mit genau diesem Grundprinzip und Selbstverständnis, hat Utrecht kontinuierlich mit klarer Linie die Fahrradinfrastruktur umgesetzt und entwickelt sie weiter. Fehlende Fachkräfte werden von außerhalb hinzugezogen. Wichtig war es Utrecht auch, die Mobilitätsprojekte immer im Zusammenhang zu sehen die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Mit fünf Hauptrouten durch die Stadt, werden alle Stadtteile mit dem Fahrrad bequem erreicht. Jede(r) Bürger*in soll im Umkreis eines Kilometers eine verbesserte Infrastruktur haben. Der private Autoverkehr, soll so weit wie möglich, auf den Autobahnring ausweichen der um die Stadt führt. Dazu gibt es eine Vielzahl weiterer Strategien, die immer auch mit Bürger*innenbeteiligungen entstehen bzw. entstanden sind.

Auch Sevilla denkt im großen Maßstab und baute das Radwege Basisnetz, flächendeckend und durchgängig, mit Hilfe externer Fachkräfte, in weniger als zwei Jahren aus. Es verbindet alle wichtigen Ziele und Stadtteile und ist klar vom Kfz-Verkehr getrennt.
Es gibt ein öffentliches Fahrrad Verleihsystem, Fahrradparkplätze, angepasste Kreuzungen und Verkehrsberuhigung in der Altstadt. Seit dem ist der Radverkehr, der davor so gut wie nicht vorhanden war, enorm gewachsen. Die flugs für das Projekt zusammengestellte Verwaltung, die vorher quasi keinen Schimmer davon hatte, wie eine Fahrradinfrastruktur ausgebaut wird, arbeitete immer eng mit den Bürger*innen zusammen. Daraus entstanden Know-How, – sehr wichtig: Akzeptanz und ein gelungenes Resultat.

Ähnlich wie in Deutschland, sind in den USA Planung und Umsetzung langwierig. Ab 1990 begann die Theorie, 20 Jahre später, inspiriert durch beispielgebende Städte wie Sevilla, erste praktische Umsetzungen. Die Stadt New York startete als erste, den Schnellausbau von Radverkehrsanlagen. Schnelle, ausführbare, temporäre Komponenten werden erprobt und bis zur dauerhaften Nutzung angepasst. Zugunsten zeitnaher Umsetzung, geht es explizit also nicht um Perfektion. Von den „Quick-build projects“ (Schnellausbaumethoden) profitieren Nutzer*innen sofort und Daten können in Echtzeit ausgewertet werden. Es herrscht Einigkeit darüber – der politische Wille, die Zielsetzung und Finanzen müssen sitzen. Diese Grundvoraussetzungen, ebnen der planerischen Umsetzung den Weg. Ein strukturierter Aufbau von motivierten Teams, Aufteilung der Arbeitsbereiche, Austausch, Workshops und Fortbildungen, sowie Aufstockung von Personal mit Einbeziehung der Bevölkerung bei den Projekten und klare Fristen, garantieren den Prozess und den Erfolg. Jedes Jahr kommen seit Beginn weite durchgängige Fahrradnetze hinzu. Seit 2000 ist die Zahl schwerer Unfälle um 75% gesunken. Mit einer klaren zeitlichen Zielsetzung bis 2025, sollen z.b. auch in Houston, so kilometerlange Radwege gebaut und das Radverkehrsnetz verdichtet werden.

Quelle designed by ADFC InnoRADQuick 2022 – Memphis

Bleibt zu hoffen, das beim Thema Mobilitätswende, die guten Ansätze in Deutschland, die finanziellen Ressourcen, Wille und Kraft, nicht nur in Broschüren, neuen Studiengängen und in endlosen Theoriesitzungen verpuffen. Konkret handeln, umsetzen und dran bleiben! Das Wissen, reale Beispiele und die technischen Möglichkeiten sind ja da.

Eine schwerfällige, dem KFZ-Lobbyismus-verfallene bürokratische Schildkröte ist eine Zumutung, die unser Leben und unsere Welt kostet. Wenn Ergebnisse zum Klimaschutz und Verkehrswende von dicken Gehältern und steilen Karrieren abhängig sind und davon, bis die Autoverkehr-Spezialisten*Innen und Befürworter*Innen bis zur ihrer Pension, bzw. Rente den neuen für Radverkehr Platz machen, sind wir am A.. .

Auffällig bei den Beispielen ist auch, das die Umsetzungen erst nach Regierungs- oder Parteienwechsel starteten. Es ist erschütternd und fatal, den Klimaschutz davon abhängig zu machen, welche Leute es an die politische Spitze schaffen. Das ist kein Thema zum aussuchen! Klimaschutz ist nicht verhandelbar und muss jetzt gemacht werden, unabhängig davon wer das sagen hat.

Weitere Beispiele gibts zum nachlesen in der (online) Broschüre, auch zu Städten wie Barcelona, Stockholm, Paris und London.



Kinder und ihre Schauffeure auf die Räder und Füße bringen!

Jugendliche, Kinder ihre Eltern und Betreuer sind eine große Zahl von Verkehrsteilnehmenden auf unseren Straßen. Viele erledigen die Kita- und Schulweg Logistik immer noch mit dem Auto. Staus, Verkehrschaos, Unfallrisiken vor und auf dem Weg zu Schulen und Kitas sind der alltägliche Wahnsinn.

Photo designed by VCD

Um der bisherigen „Finanzierung der Klimakrise“ was entgegen zu setzen, ein Umdenken zu fördern, Anreize zu schaffen und die Zielgruppe auf’s Fahrrad und auf die Füße zu locken, starten der ökologische Verkehrsclub VCD, der Verband Bildung und Erziehung VBE und das deutsche Kinderhilfswerk, die Aktion „Für Kinder und Umwelt: Adieu Elterntaxi!“.

Das Thema ist heiß und es gab schon mehrere Aufrufe, ähnlich wie dieser. Wenn sogar ein Automobil-Club, der ACV, sich für ein Schulweg ohne Auto einsetzt, hier mit lustigem Lied, muss es ernst sein. Ob der Ursprung des Gedankens war, die Selbstständigkeit und Sicherheit der Kinder zu fördern und zu garantieren oder weil Elterntaxis regelmäßig die Straßen verstopfen und den Fluss der Autoflut behindern, sei mal dahingestellt. Mit einer Anti-Autopolitik werden sie sich jedenfalls nicht selbst abschaffen wollen.

An den Aktionstagen vom 19. bis 30. September 2022 „sollen möglichst viele Kinder deutschlandweit zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule oder Kindertagesstätte kommen.“
Hier geht’s zur Anmeldung. Kinder, Lehrkräfte und Erzieher*Innen können dort auch eigene Projekte rund um das Thema zu Fuß zur Schule und zur Kita entwickeln. Zum Registrieren und mehr Infos: zu-fuss-zur-schule.de.

Neben Umwelt schonenden Aspekten wie dem Einsparen von CO2, profitieren von einem Kita- oder Schulweg zu Fuß oder Rad, auch Orientierungssinn, Immunsystem, Selbständigkeit und die Entdeckerfreude, so der VCD. Sprich, viele wertvolle Sinne die im Auto sonst brach liegen, werden mobilisiert! Außerdem wird ganz nebenbei, so auch dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder entsprochen und die soziale Kompetenz gefördert, da die Wege gemeinsam mit anderen zurückgelegt werden können.

Was Kinder jetzt als Selbstverständlichkeit lernen – zu Fuß und Fahrrad statt Auto – wird großen Einfluss auf Mobilität und Umwelt jetzt und zukünftig haben.

Klimakiller wie die A100 können nach Hause gehen und sich was schämen, wenn es keine Kandidat*innen gibt, die sie entlang rasen und fördern! (Erst recht mit Kandidat*innen, denn dann hat die Politik versagt!)

Mobilitätswende und bessere Lebensqualität jetzt!
Wir brauchen ein sicheres fuß- und fahrradfreundliches Umfeld mit sicheren Fahrradabstellplätzen, ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz mit der Möglichkeit der Fahrradmitnahme, Tempo 30 auf allen als Schulweg genutzten Straßen, begrenzter Auto-Straßenverkehr rund um Schulen und Kindertagesstätten, Alternativparkplätze für Elterntaxis die trotzdem weiter benötigt werden, z.B. Bring- und Abholdienste für Kinder mit Behinderungen.
Keine neuen Autobahnen und Autos!

Ähnliches Thema, die „Klima-Tour 2022“ soll hier gleich mit vorgestellt werden. Angesprochen werden Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren. Geradelt wird ab März bis Ende September, Anmeldungen dazu sind fortlaufend möglich. Das ganze Prozedere hierzu und wie es funktioniert, gibt auch Preise.. entnehmt bitte der verlinkten Seite.
Grob erklärt: „jeden erradelten Kilometer aufschreiben, zusammenrechnen und ins Internet übertragen.“

Parkverbot oder doch nicht?

Nun, die Schilder zeigen doch in die eine, wie auch in die andere Richtung und in der Mitte, absolutes Park- und Halteverbot. Oder nicht? Unterhaltsam und nutzlos diese Schilder, wenn sie 1. nichts bewirken und 2. offenbar irreführend sind und erst ein Volksentscheid darüber statt finden muss, wie diese auszulegen sind. Es Staatsdiener*innen in Uniformen, die es wissen müssten, auch schnurz pieps egal ist, das die besagte Zone quasi dauerhaft zugeparkt ist.

Bis zur eindeutigen Klärung hoppeln wir also weiter unter Gefährdung von Leib und Seele über die viel befahrene Kottbusser Straße und nehmen lange Spaziergänge in Kauf, um unsere teils schwere Ware von den genervten Zulieferdiensten abzuholen.

Sollten Verkehrsschilder nicht eindeutig sein, mit klarer Handlungsanweisung?
Also, was bedeuten diese Schilder? Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen.

Radweg Kottbusser Str. Mai 2022

BikeRide – A100 stoppen! – Demo 11.5.

Auf in eine neue Runde! Und zwar solange bis der Autowahn und die A100 gestoppt wird! Wir brauchen eine sichere und zeitgemäße Fahrradinfrastruktur in Berlin!

Designed by Respect Cyclists!

Die Autopolitik aus den 50/60ern ist ein alter Schuh der längst nicht mehr passt.

Die Regierung hat 2020 ordentlich Schütte locker gemacht, für neue „Master-Studiengänge Radverkehr an sieben Hochschulen. Mit Professur und TamTam „.. stärken wir die interdisziplinäre Forschung und Lehre zu Radverkehr und nachhaltiger Mobilität.“ Aha.

Den Aussagen nach, fehlt es für die Umsetzung der Verkehrswende also an graduierten Fachkräften. „So bauen wir dringend benötigte Fachkompetenz für die Mobilität von morgen auf.“ Löblich.

Doch die Klimakatastrophe, Verkehr und A100 sind vor allem Themen von Heute! Was heute verpennt wird, wird, falls es ein Morgen noch gibt, uns nachhaltig auf die Füße fallen. Untätigkeit hier an fehlenden Fachkräften festzumachen, erscheint sonderbar.

Geförderte Projekte für die Mobilitätswende machen nur Sinn, wenn auch Taten folgen, auch Heute! Andernfalls ist das eher ein auf die lange Bank schieben, mit Scheinlösungen auf unbequeme Probleme.

Aber Nix da! Fahrradwege statt Autobahnen jetzt! A100 stoppen jetzt!

Entscheidungen werden von der Politik und den Profiteuren getroffen (nicht immer die besten), nicht von den Fachkräften. Wir helfen bei den Richtigen!

Respect Cyclists, eine Interessengemeinschaft Berliner Radfahrer*Innen ruft zur Demo auf.

Start 11.5. Falkplatz, Gleimstraße 56, 17.30 Uhr bis 20 Uhr