Das große WTNB Bike Race!

Am 22. Mai um 12 Uhr startet auf dem Tempelhofer Feld die „Tour de Fair„!

Tour de Fair 2022 Berlin!

Hintergrund, diesen Sommer findet die erste echte Version der Tour de France der Frauen statt.

1984 gab es die einzige Vollversion des Frauen Radrennens, die „Tour de France Feminin“ mit 21 Etappen. Im Schnitt kamen im Vergleich zu den Männern, die Frauen 30 Minuten früher ins Ziel! Nachfolgende Rennen für Frauen bestanden aus 6-8 Etappen, seit 2014 aus einer Etappe und 2022 wird sie aus 8 bestehen.

Die „Tour de Fair“ mit 21 Etappen („Checkpoints“) ist die Berliner Variante der „Tour de France Feminin“ und ist ausschließlich für WTNB* Personen (Woman Trans NonBinary). Sie steht also für Gleichberechtigung von Frauen bzw. WTNB* Personen, für die selben Chancen, Etappen, Preise und Medien-Berichterstattungen, wie es für Männer im Radrennsport üblich ist. Gegen Sexismus und für die Abschaffung der diskriminierenden wie demütigenden Behandlung von Frauen als „Podest-Girls“ im Radsport. Ausgeschrieben mit einem Preisgeld und anschließender Afterparty, auf der dann auch Männer willkommen sind, sowie gerne für’s unterstützen und helfen während des Rennens.

„Das Rennen, bestehend aus Flach-, Berg- und Sprintetappe, findet an einem Tag statt und führt über 70 km im Berliner Umland. An jeder Etappe gibt es Kontrollpunkte, an denen Sie einen Stempel in einem „Brevet-Buch“ erhalten.“

Interessierte Gruppen oder Einzelpersonen können sich hierüber anmelden. Ist außerdem die komplette Information zum nachlesen (englisch).

Die Anmeldegebühr, Gruppen 10€/ Einzelpersonen 7€, via PayPal an shethirtysix@gmail.com  beinhaltet die Startnummer, das Brevetheft und die Spende an The Cyclists‘ Alliance (Internationale unabhängige Vereinigung für weibliche Radfahrer).

Benötigt wird die Komoot App für die Route, sowie ein Helm, Licht am Fahrrad (alle Arten von Fahrrädern sind willkommen), mindestens eine Bremse, Fairness und nach Möglichkeit gute Laune. Bei fehlendem GPS wird empfohlen sich anderen Bikern* anzuschließen. Teilnehmer*Innen sind für die eigene Sicherheit verantwortlich.

BikeRide – A100 stoppen! – Demo 11.5.

Auf in eine neue Runde! Und zwar solange bis der Autowahn und die A100 gestoppt wird! Wir brauchen eine sichere und zeitgemäße Fahrradinfrastruktur in Berlin!

Designed by Respect Cyclists!

Die Autopolitik aus den 50/60ern ist ein alter Schuh der längst nicht mehr passt.

Die Regierung hat 2020 ordentlich Schütte locker gemacht, für neue „Master-Studiengänge Radverkehr an sieben Hochschulen. Mit Professur und TamTam „.. stärken wir die interdisziplinäre Forschung und Lehre zu Radverkehr und nachhaltiger Mobilität.“ Aha.

Den Aussagen nach, fehlt es für die Umsetzung der Verkehrswende also an graduierten Fachkräften. „So bauen wir dringend benötigte Fachkompetenz für die Mobilität von morgen auf.“ Löblich.

Doch die Klimakatastrophe, Verkehr und A100 sind vor allem Themen von Heute! Was heute verpennt wird, wird, falls es ein Morgen noch gibt, uns nachhaltig auf die Füße fallen. Untätigkeit hier an fehlenden Fachkräften festzumachen, erscheint sonderbar.

Geförderte Projekte für die Mobilitätswende machen nur Sinn, wenn auch Taten folgen, auch Heute! Andernfalls ist das eher ein auf die lange Bank schieben, mit Scheinlösungen auf unbequeme Probleme.

Aber Nix da! Fahrradwege statt Autobahnen jetzt! A100 stoppen jetzt!

Entscheidungen werden von der Politik und den Profiteuren getroffen (nicht immer die besten), nicht von den Fachkräften. Wir helfen bei den Richtigen!

Respect Cyclists, eine Interessengemeinschaft Berliner Radfahrer*Innen ruft zur Demo auf.

Start 11.5. Falkplatz, Gleimstraße 56, 17.30 Uhr bis 20 Uhr

Radeln am Tag der Befreiung!

Das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine, lassen die Feierlichkeiten um den 8./9. Mai diesen Jahr medial und emotional widersprüchlich erscheinen.

Dennoch und gerade deshalb, sollte es mahnen und ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur sein und bleiben. Der Teil der Geschichte, der auch heute noch weite Kreise bis in unserer Gegenwart zieht, wird, egal was passiert, sich nicht verändern.

Gedenken wir das Ende des 2. Weltkrieges mit der Schreckensherrschaft des Naziregimes. Gegen Kriegswirtschaft und Kriegspropaganda! Denn was sind Gedenken und das Versprechen „Nie wieder!“ wert, wenn es nicht für die Gegenwart und Zukunft gilt.

Designed by Rad-Spannerei Berlin

Eine Fahrradkieztour führt zu verschiedenen Gedenkorten in Marzahn-Hellersdorf. Drei Stunden soll sie circa dauern. Eingeladen dazu hat die Stadtteilgruppe Wuhletal des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Stationen sind z.B. das Zwangsarbeiterlager in Kaulsdorf und die Gedenkstätte der Sinti und Roma. Alle Infos findet ihr hier.

Treffpunkt ist am 8. Mai, 14 Uhr, S- und U-Bahnhof Wuhletal, am Kiosk.

Bike Bean – ein Fahrradortungssystem

Ärgerlich wenn das geliebte Vehikel und damit auch die Mobilität plötzlich weg ist. Dramatisch auch in finanzieller Hinsicht. Schon seit geraumer Zeit gibt es GPS Sender zur Montage am oder im Fahrrad um im Falle des Diebstahls das geliebte Stück wieder aufspüren zu können. Nicht quelloffene Software ist in diesem Zusammenhang oft ein Problem, weil unklar bleibt, was mit den gewonnenen Daten (stichwort Bewegungsprofil) passiert.

Eine Lösung bietet hier das „Bike Bean“, ein Anti-Diebstahl Sender mit dazu passender App auf WIFI Basis. Mit entsprechenden Befehlen in der dazu gehörigen App auf deinem Mobilen Endgerät, wird der Bike Bean mittels SMS und Wlan aktiviert. Die grobe Position ermittelt sich über 2G Sendemasten, mittels WLAN entstehen dann die Koordinaten bis auf wenige Meter genau für die Ortung des Bike Bean Gerätes, welches sich z.B. an einem Fahrrad befindet.

Bike Bean Ortungs System am Paripa Meral

Im Vergleich zu anderen technischen Anwendungen, verspricht dieses Open Source System (Freie Software, offen einsehbarer Quelltext), immerhin eine lange Akkulaufzeit mit nur einmal jährlicher Aufladung, flexible Fahrzeug unabhängie Einsetzbarkeit und das Umgehen vom sonst meist üblichen Dauertracking Modus – also Datensparsamkeit mit Open Source. Das ist so interessant wie lobenswert.

Zu bedenken ist allerdings, da es so einfach und flexibel verstaut werden kann, kann es auch an Allem und Jedem angebracht, sprich missbräuchlich verwendet werden. Elektrotechnik im Outdoor Einsatz ist zudem oft anfällig, z.b. kalte nasse Temperaturen setzen Akkus zu.

Bike Bean Ortungs System, Designed by Startnext GmbH/ Bike Bean

Dennoch, wir müssen ja auch an die Zukunft denken! Wenn wir etwa in postapokalyptischer Nachwelt über staubige, karge Böden schlurfen und nach Material für unsere Roboter, Steampunk-artigen Alltagsgeräte, Space-Shuttle und Raumanzüge suchen. Angewiesen auf die Hinterlasssenschaften unserer ehemals hoch technologisierten Welt. Fakt ist, Mensch braucht Geräte mit oder ohne Hightech, es muss brummen, surren, piepsen und aus der Ferne bedienbar sein.

Raus zum 1. Mai in den Grunewald!

Designed by MyGruni

Die Erde ist eine Scheibe, die Kinder werden vom Klapperstorch gebracht. Der Krieg in der Ukraine wurde aus heiterem Himmel losgebrochen und in Europa ist der erste Krieg seit 1945. Gentrifizierung ist ein natürlicher Prozess, die Politik tut was gegen Verdrängung, Armut, Klimakollaps und Autowahn. Gegen Sexismus helfen Statistiken, gegen Polizeigewalt Studien zu Gewalt gegen die Polizei. Und gegen die Klimakatastrophe helfen „Kilmaautobahnen“ mit Tempo 400 .

Unbedingt helfen wird auch mit High-Tec aufwendig und teuer aufgemotzte E-Mobilität durch Aussaugen von Wasserreservoiren und Plattwalzen von Flora und Fauna mit Kohle und Atomkraftwerken als Energielieferanten.

Gegen Armut und Perspektivlosigkeit im globalen Kapitalismus hilft definitiv Aufrüstung und die Besiedlung des Mars.

Doch nun die gute Nachricht! Gegen den Wahnsinn kann protestierend angeradelt werden, Zeichen gesetzt und dialogbereit Mittelfinger gezeigt werden. Denn am 1.Mai geht’s wieder in den Grunewald!

MyGruni läd ein zur „autonomen Sozialarbeit“ ins Villenviertel!

Endlich wieder! – VeloBerlin 2022

VELOBerlin2022_Flyer-DIN

Freundinnen und Freunde, Betreiber*innen und Begeisterte von Transportfahrrädern und Fahrrädern aller Art können sich schon mal ein Datum im Kalender vormerken. Dieses Jahr findet wieder auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof das Velo Festival – VeloBerlin vom 9. – 10. April statt. Ein Schwerpunkt wird das VeloTransport Festival sein. Gerade und vor allem gewinnt das Thema auch im Hinblick der Mobilitätswende Auftrieb und Dringlichkeit. Tatsächlich passiert in letzter Zeit recht viel bzw. immer mehr in dieser Sparte. Die Nachfrage nach Cargo Bikes wächst und der Markt erschließt sich weiter mit Angeboten wie Leihrädern, Ausstellungen, Fördermöglichkeiten, ja sogar Aktionen wie die einer Lasten Fahrrad Fahrschule an der TU Berlin die zukünftig wieder anlaufen soll.

Dieses Mal ohne die Radspannerei als Ausstellerin. Nächstes Jahr vielleicht sind wir wieder mit neuen Fahrradmodellen dabei!

Natürlich geht’s vor allem insgesamt um das große weite Spektrum – Fahrrad – auf der VeloBerlin mit allen erdenklichen technischen Raffinessen, Marken, Zubehör und Beratungsangeboten. „Eine riesengroße Teststrecke, 200 Aussteller, Vorträge und Workshops…“ runden die Aktionen ab. Kostet wie immer Eintritt, Infos dazu findet ihr auch hier:

Berlin/Wirtschaftsmessen/VeloBerlin

Autowahn und Betonköpfe

Designed by A100-stoppen-April-2022-af2

So geht erreichen der Klimaschutzziele nicht! Oder wie kann eine stinkende, lärmende, krankmachende Autobahn quasi durch unsere Wohnungen, unsere Viertel vor der bevorstehenden, ja schon in Gang geratenen(!) Klimakatastrophe helfen? Total gar nicht!! Wenn eine Betonpiste mit CO2 Schleudern drauf jetzt Klimaautobahn heißen soll dann herrscht in der Ukraine und im Jemen tiefer Frieden, dann ist ja alles geritzt! Denjenigen die ihren Reibach mit dem Autowahn machen, die ihre Verträge schon gemacht haben und denen, die offenbar wegen permanent in der Karre sitzen nicht mehr laufen können, deren kleine beschränkte Welt der Innenraum eines Automobils ist, werden wir die Augen öffnen! Ihr wollt Stress? Könnt ihr haben!

Wir brauchen lebbare, sozial gerechte und naturfreundliche Lebensräume und keine rückwärtsgewandte Betonpiste die unsere Zukunft, unsere Gesundheit und unsere Steuergelder versenkt!

Auf zur Protestfahrt am Freitag den 8. April ! #A100 Stoppen! Gegen die Stadtautobahn!

Es gibt was umsonst!

Fahrradsonntag am Technikmuseum. Jeden 1. Monat im Sonntag gibt es freien Eintritt in Museen! Das Deutsche Technik Museum Berlin hat sich für den 3.4.2022 das Thema Fahrrad ans Herz gelegt.
Mit dabei ist fLotte Berlin mit einem Infostand und Lastenrädern die kostenlos Probe gefahren werden können und es gibt viel zu erfahren über Aktionen, Vernetzungen und Angebote zum Thema teilen und ausleihen von Lastenrädern.

In einem Workshop mit Rückenwind e.V. über die wir schon einmal berichtet haben, könnt ihr kleine Reparaturen an euren Fahrräder vornehmen und andere gemeinsam fertig schrauben für Geflüchtete. Außerdem wird es eine Kodierungsaktion vom ADFC und der Polizei geben und Verkehrsparcours für Kinder im Park, Reflektoren-Basteln fürs Rad und Reifen flicken lernen.

Eurobike 2011 Nachlese #1

Je häufiger ich auf Messen gehe, desto weniger Enthusiasmus bringe ich für den Messebetrieb und die zu entdeckenden Neuigkeiten auf. Stärker treten für mich dagegen Elemente hervor, die mich abstoßen: Autoschlangen überall, der gesamte Livestylescheiß à la Ichbineincoolermacker-ey, Menschenmassen, Lärm, Müll, schlecht geschultes Personal.
Ich wünsche mir auf Messen eine nüchterne Präsentation der Produkte mit ensprechenden technischen Erläuterungen auf schlichtem weißen Papier. Dazu bitte geschultes Fachpersonal. Vorbildlich am Stand der Firma Schmidt aus Tübingen praktiziert. Dafür an dieser Stelle ein Dankeschön.
Auch diesem Jahr gab es totz alledem wieder ein paar interessante Entwicklungen, unter anderem auch von oben genannter Firma.

Das persönliche Highlight dieser Messe ist dieses Jahr aber ein Produkt des taiwanesischen Herstellers Microshift. Es handelt sich um einen Daumenschalter für 8, 9 und 10-fach Schaltungen. Er ist zwar schon vor zwei Jahren von der us-amerikanischen Firma IRD entwickelt worden, und dort auch seitdem käuflich zu erwerben, allerdings zum stolzen Preis von 160 Dollar. Ohne den Umweg über IRD dürfte das Teil ein ganzes Stück günstiger werden.
Daumenschalter erlauben schnelle Gangwechsel über mehrere Ritzel hinweg in beide Richtungen und sind von ihrer Bauweise deutlich stabiler und langlebiger als die heute gebräuchlichen Trigger-Schalter von Shimano und SRAM. Wir sind gespannt, ab wann der Schalter in Deutschland erhältlich ist.

microshift-a10

Microshift SL-A10

CarHate auf der VeloBerlin?

ben hur pedal

Das Wortspiel der Messe VELO-LOVE haben nicht alle AusstellerInnen der Messe VeloBerlin verinnerlicht. Die Gruppierung Black Cyclists, auf der Velo Berlin im Palais, Stand 210 zu finden, propagiert die bewaffnete Selbstverteidigung im Straßenverkehr!
Die nach Angaben ihrer Sprecherin Frau Stratzmann permanenten Erniedrigungen und körperlichen Bedrohungen durch motorisierte Verkehrsteilnehmen_innen erzeugen Hass, der, um seelische Beeinträchtigungen zu vermeiden, kontrollierte Agressionsabfuhr braucht. Bewaffnete Gegenwehr in Form von ausfahrbaren Car Scratchern bei zu dichtem Überholen (verfügbar sowohl in am Rahmen fixierter Form, als auch als Modell „Ben Hur“, das rotierend direkt am Pedal montiert wird), Farb-Spritzflaschen mit integrierter Lenkerhalterung für Windschutzscheiben und Bandschneidegeräten für plötzlich aufgerissene Autotüren sollen ein Gleichgewicht der Abschreckung herstellen. Erst wenn der Fetisch Auto – von vielen Deutschen als zweite menschliche Haut begriffen – Gefahr läuft verletzt zu werden, sei laut Black Cyclists ein respektvoller Umgang mit nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer_innen im deutschen Straßenverkehr erreichbar. Sie haben sich nie als Opfer sehen wollen, so die Sprecherin der Gruppierung, daher sei der Weg zur Selbstverteidigung naheliegend gewesen. Sie präsentieren ihre Techniken und Werkzeuge in einem Workshop am Samstagvormittag.

Simpel in Berlin

simpel.ch optimist

Die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren sieht man den Fahrrädern trotz klassischer Rahmenformen an. Simpel ist ein relativ junger Hersteller von Touren- und Alltagsrädern aus der Schweiz. Die Fahrräder sind mit modernsten Komponenten wie der stufenlosen Nabenschaltung Nuvinci oder dem Gates Riemenantrieb ausgestattet. An den dafür mit eigenen Ausfallenden optimierten Stahl und Aluminiumrahmen finden ausschließlich Nabenschaltungen Verwendung. Kettenschaltungen hat Simpel nicht im Programm. Eine weitere Besonderheit: Simpel gibt es nicht im Geschäft, sondern nur über das Netz! Der Vertrieb über das Internet stellt einen Hersteller hochwertiger Fahrräder vor das Problem der Anpassung des Fahrrades an den Kunden. Die Webseite ist dementsprechend sehr ausführlich und relativ übersichtlich gegliedert. Ist die Auswahl auf ein Modell gefallen, hilft eine Größentabelle bei der Ermittlung der passenden Rahmenhöhe. Nach dem Baukasten-Prinzip lassen sich einzelne Komponenten durchweg guter Qualität auswählen. Feine Abstufungen der Rahmenhöhe gibt es allerdings nicht. Eine breite Auswahl schöner, klarer Farben rundet das Bild eines durchdachten Fahrrades ab.
Vorläufiges Fazit : Konsequent durchkomponierte Fahrräder mit spezieller Rahmengeometrie und darauf abgestimmter Ausstattung. Moderne Komponenten machen neugierig, bergen aber auch das Risiko von Ausfällen, weil sie noch keine längere Testerfahrung haben. Zudem halten sie dem Anspruch simpel, im Namen des Herstellers formuliert, nur bedingt stand. Die verbauten Getriebenaben lassen sich, ganz im Gegensatz zu einer Kettenschaltung, nicht Zuhause reparieren. Die Beschränkung auf vier Rahmenhöhen bei den teureren, und drei bei den günstigeren Fahrrädern mag eine Konzession an den Vertrieb über das Netz darstellen, schließlich fällt die Auswahl dann leichter, sie hält aber vor allem die Herstellerkosten niedrig.

Ein genaueres Urteil erlaube ich mir aber erst nach einer Probefahrt auf der Messe.

Simpel stellt auf der VeloBerlin, Stand 20-107 aus.

simpel.ch

„VeloBerlin“ mit der Radspannerei

Wir haben uns entschlossen, an der Fahrradmesse „VeloBerlin“ am 26. & 27. März in Berlin teilzunehmen. Seit längerem schon arbeiten wir an einem eigenen Rahmen, das auf diesem Rahmen basierende Fahrrad wollen wir dort einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Ob das Segment „Fine Art Handmade“ in welches wir auf der Messe einsortiert sind tatsächlich zu uns passt, werden wir hinterher besser beurteilen können. Vieles, was uns in der Fahrradbranche unter „Lifestyle“, „Fine“, „Art“ etc. vorgestellt wird finden wir unpraktisch bis scheußlich und dazu noch überteuert. Unser Anspruch ist nach wie vor vernünftige (gerne auch schöne) Fahrräder für den Gebrauch in der Stadt und auf Reisen zu bauen. Dass wir mit unserem Fahrradladen nicht irgendwelchen Moden hinterher laufen, sondern Überzeugungstäter_innen sind zeigt denke ich unser seit 15 Jahren konsequentes Sortiment. Trotzdem sind uns an den Fahrrädern, die wir verkaufen immer wieder Verbesserungs-Möglichkeiten aufgefallen. Diese Überlegungen und die Erfahrung von uns als Radfahrer_innen und im Fahrradladen haben wir jetzt endlich in die Entwicklung eines Fahrrades gesteckt. Die Bezeichnung Konzept-Fahrrad, ist vielleicht nicht ganz falsch, wir wollen aber auf jeden Fall verschiedene Ausstattung-Optionen anbieten. Lasst euch überraschen.

Ulrike Saade mit ihrem Team von „VeloKonzept“ ist Ausrichterin der Messe, und in Berlin seit vielen Jahren eine feste Größe für die Fahrradlobby. Die von VeloKonzept mit entwickelte Kampagne „Kopf an: Motor aus!“ ist sicher vielen ein Begriff. Folgerichtig geht ein Fach-Kongress der Messe voran. „METROMOBILE – Mensch und Mobilität im urbanen Raum“ diskutiert unter der Schirmherrschaft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit Referent_innen aus Kopenhagen und London Konzepte für fahrradfreundliche Städte.

In den nächsten Wochen werden wir immer wieder mal rund um die Messe berichten.

Nebenher getestet: das Wiener Citybike

Tatsächlich hatte ich das Glück ein paar Tage Anfang September bei Kaiserwetter in Wien verbringen zu dürfen. Da lag es nahe auch die Wiener Citybikes zu testen, da die Fahrräder, wenn mensch sich in der Innenstadt bewegt, eine gute Alternative/Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr darstellen.

Vorrausgeschickt, das Wiener Citybike ist vorrangig für die Wiener Bevölkerung oder anders ausgedrückt Leute mit inländischen (österreichischem) Konto konzipiert.
Denn an so eine Citybikekarte für Touristen zu kommen, ist erstmal gar nicht so einfach, denn nur 2 Läden stellen das begrenzte Kontingent Karten bereit. Zunächst fragte ich eine zentrale Touristeninformation an der Hofburg, mit wie erwartbar unfreundlichem Personal, die mir keine Citybikkekarten aushändigen konnten. Glück hatte ich bei dem etwas vollen Fahrradladen, etwas draussen neben dem Prater, wo es dann glückte, stolze Besitzerin einer Karte und eines Passwortes zu werden… Dafür musste ich aber meine Kreditkartendaten hergeben (und ohne das gehts dann doch nicht).

Nachdem diese Hürde genommen war, ging das Vergnügen los, Fahrradstation finden, ausleihen, los …. keine 2 Minuten. Die Zeit gemerkt und ab! Über den Ring zum Naschmarkt undundund Fahrad abgeworfen, eine Melange eingenommen, Viertelstündchen gewartet und weiter, neues Fahrrad.  Die Fahrradsättel lassen sich bequem höhenverstellen und die Mehrheit der von mir benutzen Fahrräder waren in einem guten Zustand, dennoch sind die Fahrräder, auch die umkämpften mit 3- Gangschaltung, für längere Strecken zu schwer. Fahrradwege waren vorhanden, aber wie in Berlin meist auf dem Bürgersteig und zu schmal. Dennoch, ich habe meinen Aktionsradius günstig ehöhen können und viel mehr von Wien gesehen als gedacht. Denn viele Distanzen habe ich dann doch mit  dem Fahrrad zurückgelegt, indem ich Strecken als Radroute eingeplant habe zwischen Museum und Park etwa.

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Als nützlich erwiesen sich die Räder auch vor allem Nachts auf dem Rückweg vom Schanigarten, da keine/wenig Busse und U-Bahnen fuhren und in den Hauptstosszeiten, in denen Busse und Bahnen entsetzlich überfüllt sind. Das Zurückgeben der Karte war unproblematisch und ich hatte doch viel Spaß auf dem Fahrrad.

Fazit: Bei gutem Wetter und einer Beschränkung auf viele kurze Strecken innerhalb der Stadt lohnen sich die Dinger auch bei einem Preis von 2,-  Euro pro Tag.
Citybike Wien

Eindrücke von der Eurobike 09

fahrradparkplatz

Das ist der erste Eindruck von der Eurobike: ein Kilometer langer Stau auf der Bundesstraße und ein riesiger Auto-Parkplatz. Die Fahrradparkplätze vorm Haupteingang der Eurobike sehen dann so aus:

Fahrrad-Parkplatz

Schon am Eingang brauchen wir uns also keinen Illusionen hingeben, welchen Charakter die Fahrradmesse hat.

Es geht hier vor allem, wie bei vermutlich allen anderen Messen auch, darum zu verkaufen. Dass es sich hierbei um Fahrräder handelt (die wohlmöglich für ein alternatives Mobilitätskonzept stehen), spielt eine untergeordnete Rolle.

Trotzdem war und ist es für uns immer ein wichtiger Termin, allein die ungeheure Masse der Aussteller lässt uns hoffen Trends und interessante Neuentwicklungen aus nächster Nähe begutachten zu können.

Unsere Hoffnung auf eine Renaissance des Stahlrahmens können wir zwar noch nicht begraben, den totalen Durchbruch zurück zum Fahrrad mit Rahmen aus Stahl wird es 2010 aber nicht geben. Getragen vom mittlerweile reichlich ausgelutschtem Trend der Singlespeed- und Fixed Gear Bikes haben fast alle nahmhaften Hersteller ein puristisches Rad mit Stahlrahmen, gern auch im retro-Style auf ihrem Messestand präsentiert. Zu mehr hat es aber nicht gereicht.

Es gibt aber natürlich Ausnahmen:

Der tschechische Rahmenbauer FORT, dessen geschweißte Cromoly-Rahmen wir ja auch im Programm haben, bietet im nächsten Jahr sowohl gemuffte Fixie und Rennrahmen- wie auch ein klassisches Trekkingrad mit horizontalem Oberrohr an. Davon demnächst mehr in unserem Laden in der Kottbusser Straße.

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Kona betreibt Modellpflege bei den Stahlmodellen, besonders aufgefallen ist uns das Reiserad Sutra, sowohl optisch, als auch technisch (neues Ausfallende) recht gelungen. Interessant auch das Stadtrad Worldbike auf Basis eines 26″ MTB Rahmens. Horizontale Ausfallenden und 3-Gang Freilauf-Getriebenabe machen es zu einer gelungenen Abwandlung von unserem K3 Flitzer. Berlin-Neuköln Kopfsteinpflaster-Passagen machen mit diesem Rad keine Angst mehr.

Vom Trend zum Lastenrad ist am Bodensee noch wenig zu spüren, stattdessen wird mit viel Geld (auch von Energiekonzernen?) die Entwicklung von Elektro-Fahrrädern aller Schattierungen vorangetrieben. Massenhaft Hersteller in diesem Segment.

Wie schon erwähnt, in der Lichttechnik ist Bewegung, Reelight mit der langerwarteten Kabelversion und höherer Leistung, Trelock Front-Diodenleuchten im B&M-Look aber vermutlich etwas günstiger als der Cyo und Cat-Eye mit einem Akku-Diodenlicht, welches sich via USB- Port an eine Solarzelle anschließen lässt.

Wir haben noch einiges mehr gefunden, vielleicht auch ein paar neue Fahrräder im Programm, aber das ist noch nicht spruchreif, daher demnächst mehr davon.

„Fahrwerk“ Kurierkollektiv gegründet

Die schlechten Arbeitsbedingungen bei der Fahrrad-Kurieren sind ja schon sprichwörtlich: Unterbezahlung, fehlende soziale Absicherung und Stress in der Firma können einem den Spaß am Radfahren in der Stadt ganz schön vermiesen. Fahrwerk ist jetzt angetreten diese Zustände zu beenden Gemeinsam und solidarisch wird über Bezahlung und anstehende Investitionen entschieden. Für größere Transportgüter steht sogar ein Bullit Lastenfahrrad zur Verfügung!

Fahrwerk Kurierkollektiv

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