Eigentlich sollte man annehmen, dass das Thema Helmpflicht bei aufgeklärten Menschen längst ad acta gelegt ist, weil sich ein obligatorisches Helmtragen als kontraproduktiv für den Radverkehr erwiesen hat. Aber die Helmlobby gibt so leicht nicht auf.
In Österreich wurde die Radhelmpflicht für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr auf allen Straßen ab Juni 2011 beschlossen. Im Einzelnen werden damit auch Personen, die ein Kind beim Radfahren beaufsichtigen, verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass das Kind einen Sturzhelm trägt. Trotz heftiger Einwände von Fahrradverbänden ist damit eine Kinderhelmpflicht durchgeboxt.
In Deutschland ist eine Helmpflicht für Radfahrer vom Tisch – allerdings nur vorerst. Die in Potsdam tagende Konferenz bundesdeutscher Verkehrsminister sprach sich lediglich für eine allgemeine Empfehlung zum Helmtragen aus und bat das Bundesverkehrsministerium, Maßnahmen zu ergreifen, um die Helm-Quote unter den Radfahrern deutlich zu erhöhen. Bundesverkehrsminister Ramsauer wurde ebenfalls aufgefordert, die juristischen Voraussetzungen sowie haftungs- und versicherungsrechtliche Fragen einer Fahrradhelmpflicht für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zu prüfen.
Der Thüringer Verkehrsminister Christian Carius (CDU) hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Erst kürzlich hatte der Thüringer CDU-Europaabgeordnete Dieter-Lebrecht Koch eine Warnwestenpflicht für Radfahrer gefordert.
Interessengemeinschaft Fahrrad: Kinderhelmpflicht bis 12 trotz heftiger Einwände beschlossen
Hamburger Abendblatt: Helmpflicht für Radfahrer ist vom Tisch – vorerst
ADFC Sachsen-Anhalt: Bekleidungsvorschriften statt Verkehrssicherheit


