Westberliner Senatsreserve hatte 5000 Fahrräder

Vor 20 Jahren und 2 Tagen fiel in Berlin die Mauer, kurze Zeit später waren West-Berlin und die Hauptstadt der DDR wieder vereinigt. Damit war die Senatsreserve im Westteil der Stadt obsolet geworden. Die Senatsreserve war eine gesetzlich verordnete Bevorratung des West-Berliner Senats für den Fall einer zweiten Blockade West-Berlins.

Nach der Berlin-Blockade 1948/49 beauftragten die drei Stadtkommandanten West-Berlins den Berliner Senat, Lager für Grundnahrungsmittel, Medikamente, Kohle, Treibstoffe, Rohstoffe für die Industrie und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs anzulegen. Beabsichtigt war, dass bei einer eventuellen neuen Blockade Berlins, ein „normales“ Leben in dem Westteil der Stadt für mindestens 180 Tage, also ein halbes Jahr, gesichert wäre und eine Blockade somit nicht mehr sinnvoll wäre.

Unter den Vorräten des Senats befanden sich auch 5000 Fahrräder. Hier ein Foto eines Senatsreservefahrrads, gepostet von viertelnachvier.

Senatsreservefahrrad

6 Gedanken zu „Westberliner Senatsreserve hatte 5000 Fahrräder

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  1. „Vor 20 Jahren und 2 Tagen fiel in Berlin die Mauer, …“
    Vor 20 Jahren, 10 Monaten und 25 Tagen fiel die Mauer.
    Und das ist auch gut so 😉

  2. Senatsreserve-Fahrräder wurden nicht erst mit dem Mauerfall auf den Markt geworfen, das war etliche Jahre davor.

  3. Senatsreserve war damals ein Garant für Schnäppchen, vor allem, wenn man jemanden in der Familie hatte, der im Öffentlichen Dienst tätig war. Die „Senatsräder“ müssen schon Ende der 70er (oder Anfang der 80er) fast für lau weggegangen sein. Wir hatten ein leuchtend Blaues… Und dann gab es noch ab und zu Fleischkonserven und diverse andere Sachen, die ja vor dem Ablauf des Verfalldatums ausgetauscht werden mussten. Die Senatsräder wurden wohl ausgemustert, weil in den 70ern Niemand mehr ernsthaft daran dachte, dass Fahrräder für eine eingeschlossene Stadt eine Bedeutung haben könnten…

  4. Und was ist mit den Fahrrädern im Detail passiert? Eine nette Geste wäre es ja gewesen, diese an die DDR-Grenzschützer zu verschenken, ihr könnt jetzt nach Hause fahren^^

  5. SIe sind zu recht günstigen Preisen verkauft worden. Anfangs waren die Leute etwas skeptisch, dann aber wurden die Dinger Kult.

  6. Nullbock-Horst hat vollständig recht. Ich habe in den 80er Jahren für 30 D-Mark ein 26 Panther Damenrad (Senatsfahrrad) gekauft. Es war neu wie aus dem Laden. Die Dinge sind einfach unverwüstlich, zwar nicht die schnellsten, wohl aber die bequemsten. Sie sind wie die alten Daimler. Kein Vergleich zu dem Müll, der heute für viel Geld angeboten wird. Naja, aber zum Glück für die Industrie, „jeden Tag steht ein Dummer auf!“. Wer sich über programmierte Obsoleszenz informieren will, den lade ich ein, sich diese Seite anzugucken: http://www.murks-nein-danke.de

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