Bernhard Schlag ist Professor für Verkehrspsychologie an der Technischen Universität Dresden. Schlag wurde vom ZDF zur Akzeptanz von Tempo-30-Zonen in Städten befragt.
Schlag: „Wir fordern Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit. Das bedeutet aber nicht, dass es gar keine 50er-Zonen mehr geben soll. Aber eben nur dort, wo es sinnvoll ist. Heutzutage müssen Behörden begründen, wenn sie eine 30er-Zone einrichten wollen, und da muss sozusagen eine Umkehrung der Beweispflicht her: Wir brauchen Tempo 30 als Standard und für jede 50er-Zone eine Begründung.“
ZDF: „Warum brauchen wir Tempo 30 in den Städten?“
Schlag: „Es gibt zahlreiche Studien, die zeigen, dass sich auf diese Weise die Unfallquote drastisch senken lässt. In London etwa hat man vor über zehn Jahren flächendeckend 20 miles per hour als Höchstgeschwindigkeit eingeführt, das entspricht etwa 32 Km/h. Seit Umsetzung der Maßnahme zählen die Behörden 200 Verletzte weniger pro Jahr.“
ZDF: „Sie sind überzeugt, dass Tempo 30 kommt. Wann wird es so weit sein?“
Schlag: „Es kommt nicht sofort flächendeckend. Aber bis 2020 werden wir in den deutschen Städten 30 km/h als Regelgeschwindigkeit haben. Die Lebensqualität wird in der Folge steigen.“
ZDF heute.de magazin: Tempo 30 in der Stadt: „Die Akzeptanz wächst“

