Die Fahrrad-Black-Box Rideye

Immer mehr Radfahrer nehmen ihre Fahrten aus Gründen der Beweissicherung bei Unfällen und anderen Verkehrskonflikten auf Video auf. Eine US-Firma will deshalb eine Art Black Box für das Fahrrad für einen Preis von 149,- Dollar anbieten. Auf Kickstarter werden dafür in den nächsten 32 Tagen Unterstützer gesucht.

Rideye besteht aus einer Minikamera mit Ultraweitwinkel und einer Auflösung von 1280 x 720 Punkten. Ein einziger Knopfdruck reicht aus, die Kamera zu starten. Automatisch werden dann die letzten sechzig Minuten gespeichert. Nicht ganz klar ist mir die zusätzliche Funktion des Accelerometers. In den FAQ wird sie so beschrieben: „Rideye verwendet einen internen Beschleunigungsensor, um seine Orientierung relativ zum Boden zu bestimmen. Wenn Rideye erkennt, dass das Rad umstürzt, wird die Aufnahme beendet und die Videodatei gespeichert.“ Ist es nicht gerade besonders sinnvoll, die Momente nach einem Unfall im Videobild festzuhalten?

Rideye
Rideye bei Kickstarter

Neue Critical-Mass-Berlin-Homepage

Seit einigen Tagen existiert eine neue Homepage zur Critical Mass in Berlin. Unter
http://www.critical-mass-berlin.de/
sollen in Zukunft alle Infos und Termine zur Freitags-CM am letzten Freitag des Monats ab Heinrichplatz und zur Wochenenend-CM am ersten Sonntag des Monats ab Brandenburger Tor erscheinen. Der private Betreiber legt Wert darauf, dass er nicht Veranstalter der Critical Mass Berlin ist, logisch, eine CM hat schließlich keinen Veranstalter. Zusätzlich finden sich auf der neuen Homepage eine Presserückschau zur Berliner Critical Mass und allgemeine aktuelle Tourentipps.

Die alte CM-Homepage unter
http://cmberlin.blogsport.de/
wird nicht mehr aktualisiert. Schade eigentlich, denn auf dem alten Internetauftritt war es immerhin möglich, zu diskutieren, was auf der neuen Homepage nicht geht.

Ein Gutteil der Diskussion um die Berliner Critical Mass findet auf der
Facebook-CM-Berlin-Seite
statt. Dort war auch zu lesen, dass die Letzte CM am 30. August mit etwa 360 Teilnehmern rekordverdächtig groß war. Neu war auch eine „ausgesprochen kooperative Rennleitung“, die Verirrte wieder zurück zur Strecke gelotst haben. Das ist in der Tat eine gute Nachricht, denn in der Vergangenheit hat die Polizei häufig genug zum Mittel der Schikane gegriffen, um der CM Herr zu werden.

Erhöht reflektierende Kleidung die Sicherheit von Radfahrern?

Es gibt keinen Beweis, dass das Tragen von fluoreszierender, reflektierender oder anderweitig auffallender Kleidung zu einer Verminderung des Unfallrisikos führt. Das ist die überraschende Erkenntnis einer umfassenden Studie der Universität Nottingham von September 2012. Für die Studie wurden die Daten von Radfahrern, die in einen Unfall verwickelt waren, verglichen mit der Gruppe von unfallfreien Radlern. Das Datenmaterial wurde um Faktoren wie Risikoprofil einer Strecke, persönlichen Eigenschaften etc korrigiert.

In der Schlussfolgerung der Studie heißt es: „This study was designed to assess the effect of conspicuity aid use on the risk of crash for commuter and utility cyclists. A slightly greater proportion of cases than controls reported using conspicuity aids. There was therefore a raised odds ratio of collision crash involvement for those using conspicuity aids even after adjustment for a large number of important confounders. The study results do not demonstrate a protective effect as expected given previous work testing the effects of such aids on drivers’ awareness of cyclists and pedestrians. This study demonstrates the importance of understanding why many cyclists remain at risk of collision crash resulting in injury despite the use of conspicuity aids.“

„Die Studie wurde konzipiert, um die Wirkung des Gebrauchs reflektierender Kleidung auf das Unfallrisiko von Radfahrern zu beurteilen. Eine leicht höherer Anzahl von Testpersonen als die Kontrollgruppe benutzte Sicherheitswesten oder ähnliches. Es gab daher ein erhöhtes Kollisionsrisiko für Radfahrer mit Warnkleidung, sogar nach der Einbeziehung einer großen Zahl wichtiger Störfaktoren. Die Ergebnisse der Studie beweisen nicht eine schützende Wirkung, wie sie nach früheren Studien erwartet wurden, die die Wirkung reflektierender Kleidung auf Kraftfahrer hinsichtlich der Wahrnehmung von Radfahrern und Fußgängern testeten. Die Studie zeigt, wie wichtig es ist zu verstehen, weshalb das Unfallrisiko trotz reflektierender Elemente nicht automatisch sinkt.“

Universität Nottingham: The Use Of Conspicuity Aids By Cyclists And The Risk Of Crashes Involving Other Road Users: A Population Based Case-Control Study. (pdf-Dokument)
Fietsberaad: Geen bewijs voor effectiviteit reflecterende kleding

Friedrichshain-Kreuzberg will Kopfsteinpflaster-Straßen mit Radstreifen bauen

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will die Mittel für Verkehrsinvestitionen in den nächsten Jahren kostenneutral umschichten. Wegfallen sollen diverse Fahrbahnerneuerungen in Ritterstraße, Holzmarktstraße und Koppenstraße.

Gebaut werden sollen für das eingesparte Geld asphaltierte Fahrradstreifen in der Reichenberger in Kreuzberg sowie in Mainzer und Gärtner-, Jung- und Niederbarnimstraße in Friedrichshain. Alle diese Straßen haben zur Zeit Kopfsteinpflaster über die gesamte Straßenbreite. In Friedrichshain soll durch den fahrradfreundlichen Ausbau von Gärtnerstraße und Mainzer Straße eine neue Nord-Süd-Achse vom Rudolfkiez in Friedrichshain nach Lichtenberg geschaffen werden.

Geplant sind außerdem Fahrradabstellplätze zu Lasten von PKW-Stellplätzen, etwa vor der Markthalle Neun in der Eisenbahnstraße.

Berliner Morgenpost: Radstreifen statt Fahrspuren

Magnic Light mit finaler Version

Im März 2012 haben wir hier im Blog das Fahrradlicht „Magnic Light“ vorgestellt. Damals war das noch kein fertiges Produkt, sondern lediglich ein Kickstarter-Projekt auf der Suche nach 50.000 Dollar Startkapital. Mit diesem Geld sollte eine Fahrradbeleuchtung auf den Markt gebracht werden, das seine Energie berührungslos von einer Metallfelge erhält.

Einige haben damals gemeint, dass es unmöglich sei, so eine Veloleuchte zu bauen. In der Tat hat es ein wenig länger gedauert als die Erfinder damals versprachen. Dennoch, das Licht ist da und kann auf der Eurobike überzeugen. Die ersten Produkte von Magnic Light gingen fast vollständig an die Kickstarter-Supporter. Die nächste, verbesserte Produktionseinheit wird im Oktober kommen und zumindest für die Rückleuchte erwarten die Macher von Magnic Light ein StVZO-Prüfzeichen.

Ein wenig suboptimal ist die Tatsache, dass eigentlich zwei Lichter jeweils vorn und hinten benötigt werden, da das Licht von der Seite aus gesehen durch den Reifen verdeckt ist. Um dennoch nur mit nur einem Hinterlicht auszukommen, hat sich Magnic Light eine Plexiglasscheibe ausgedacht, die über den Lichtkörper gesteckt wird und das Licht soweit nach oben ablenkt, dass das Rücklicht auch von einem seitlichen Blickwinkel aus zu sehen ist.

Magnic Light

Rohloff Daumenschalter von Gilles Berthoud

Die 14 Gang Getriebenabe von Rohloff ist schon einige Zeit auf dem Markt, jetzt gibt es endlich einen Daumenschalter als Alternative zum Drehgriffschalter von Rohloff.

Neben einem Rohloff-Drehgriffschalter für Rennbügel fertigt Gilles Berthoud bisher auch Schutzbleche, Gepäckträger, Taschen und Rahmen. Der neue Daumenschalter wird mit einem Adapter für unterschiedliche Lenkerdurchmesser geliefert, er besitzt eine Ganganzeige und ist komplett aus Aluminium und Edelstahl gefertigt.

Der Verkaufspreis wird bei ca. 190 € liegen, mit einer Lieferung ist nicht vor Frühjahr 2014 zu rechnen. Die Bilder zeigen einen Prototypen, den Gilles Berthoud auf der Eurobike zeigt.

Gilles Berthoud

Eurobike: Merkel im Wahlkampf

Heute wurde die Eurobike 2013 eröffnet, die noch bis zum 31. August läuft. Höhepunkt der ersten Tages war eine Ansprache der Bundeskanzlerin auf der weltgrößten Fahrradmesse. Das war insofern eine Premiere, als noch nie ein deutscher Regierungschef eine Fahrradmesse mit einem Besuch geehrt hat. Noch bevor Merkel heute das erste Mal das Wort „Fahrrad“ in den Mund nahm, sprach sie über den Ausbau der Kfz-Infrastruktur. Konkret ging es um den Ausbau der Bundesstraße 31 nach Friedrichshafen, die besonders an Messetagen überfüllt ist. Merkel sagte, das „Problem B31“ sei in Berlin bekannt und sie sei zuversichtlich, dass bald eine neue Bundestraße samt 700-Meter-Tunnel zur Messestadt am Bodensee gebaut würde.

Danach gewährte Merkel den Zuhörern Einblicke in ihre Kindheit in Templin. Auch Merkel hat schon früh auf einem Fahrrad gesessen, allerdings musste sie erst „links“ und „rechts“ lernen, bevor ihre Eltern sie radfahren ließen. Danach gab es einen Knacks in Merkels Beziehung zum Rad, denn ihr erstes Kinderrad wurde von sowjetischen Soldaten gestohlen. Merkel betonte aber, dass dieser Diebsstahl ihr Verhältnis zu Russland nicht nachhaltig getrübt habe.

Danach blieb Merkel mehr im Allgemeinen. Das Fahrrad ist ein wichtiger Verkehrsträger. Schon 10 Prozent aller Wege in Deutschland werden mit dem Fahrrad zurück gelegt. Als Ziel bis zum Jahr 2020 will die Bundesregierung, dass dieser Anteil auf 15 Prozent steigt. Zur Frage der Sicherheit von Radfahrern sagte Merkel, dass das Radfahren umso sicherei sei, je mehr Radfahrer unterwegs seien und verwies auf die Städte Münster, Oldenburg und Greifswald. Allerdings seien Autofahrer nicht selten von der Menge der Radfahrer überfordert. In der Helmfrage setzt die Bundesregierung auf Freiwilligkeit und nicht auf einen Zwang zum Helm. Zum Schlus gab es ein paar Worte zum E-Bike (ist innovativ und hat große Chancen) sowie zum  Radtourismus (schafft Milliardenumsätze), bevor sich Merkel auf einen Messerundgang machte, um die Firmen Cycle Union, Bosch, Wiinora, Scott und Specialized zu besuchen.

Fahrraddiebe tarnen sich als Verteiler von Werbebroschüren

Auf den Trick muss man erst einmal kommen: unter der Überschrift „„Legende“ enttarnt – Mutmaßliche Fahrraddiebe festgenommen“ berichtet die Polizei in Berlin heute von einer neuen Methode des Fahrradklaus. Hier der Text der Pressemeldung:

„Zwei mutmaßliche Fahrraddiebe wurden gestern Mittag auf frischer Tat in Moabit festgenommen. Polizisten der Direktion 3 fielen die 23 und 44 Jahre alten Männer gegen 13.45 Uhr in der Umgebung der Bandelstraße auf, als sie mehrere Häuser betraten und deutlich sichtbar Werbebroschüren bei sich trugen. Die auf die Bearbeitung von Wohnungseinbrüchen speziell geschulten Beamten erkannten die „Legende“ der Broschürenverteiler als typisches Verhalten für Wohnungseinbrecher und beobachteten sie. Als das Duo ein Haus in der Bandelstraße nunmehr mit zwei Fahrrädern wieder verließ, beendeten die Polizisten den Beutezug und nahmen sie vorläufig fest. Sie wurden nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung zunächst auf freien Fuß gesetzt. Die weiteren Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei der Direktion 3.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2226 vom 28.08.2013 – 11:05 Uhr

Angela Merkel in ihrem Videopodcast zur „Stärkung des Radverkehrs“ anlässlich der Eurobike 2013

Wenn ein politisches Schwergewicht wie Frau Merkel sich zum Radverkehr äußert, sollte man als interessierter Radfahrer schon aufmerken, gerade in Wahlkampfzeiten könnte da Interessantes geäußert werden.

Link zur Mediathek der Kanzlerin, Transkript hier

In ihrem Videopodcast vom Samstag, den 24.8.13, anlässlich der anstehenden Eröffnung der Eurobike lässt sich Frau Merkel von einer als „Studentin“ angeführten Frau Klussmann ganz wunderbar mit Suggestivfragen durchs Programm leiten.

Was harmlos beginnt mit ein paar Allgemeinplätzen wie:

„[…] dass Fahrradfahren an sich eine ganz wichtige Form der Fortbewegung geworden ist. Nicht nur im Urlaub, sondern auch in der täglichen Mobilität, bei der Überwindung von Distanzen zwischen Wohnort und Arbeitsort. […]“
geht über eine kurze „selbst Schuld“ Spitze in Richtung der Unfallopfer:

„Es ist wichtig, weil es eben eine sehr umweltfreundliche Form der Fortbewegung ist. Nebenbei gesagt, auch noch eine, die die eigene Gesundheit unterstützt – wenn man sich vernünftig im Straßenverkehr verhält.“
in ein wenig Radfahrerbashing über, wunderbar von Frau Klussmann via unterstellender Frage „Fahrradfahrer schaffen sich oft ihre eigenen Verkehrsregeln. Wie kann man dem entgegenwirken?“ Wohlgemerkt vermeidet Frau Merkel den verbrannten Ausdruck, sie hat eben Agitprop gelernt im Gegensatz zu Stammtischlern wie Herrn Ramsauer.

Die Antwort darauf liest sich wie fast alles von Frau Merkel: sowohl als auch, alle müssen, Bußgelder erhöht.

Das hat ja in der Vergangenheit schon sehr gut geholfen tödliche Rechtsabbiegeunfälle zu vermeiden.

Das wiederholte erwähnen von Radwegen und den ach so hohen Summen, die dafür fließen (wann wurde denn das letzte mal von Millionen und nicht Milliarden gesprochen, wenn es um Ausgaben geht?) zeigt auch hier, dass Kommunal-, Landes- und Bundespolitik nicht miteinander reden, was die Ziele des Radverkehrsplans angeht und deren zeitgemäße und sichere Umsetzung.

Apropos Radverkehrsplan, die Ausgaben für den Nationalen Radverkehrsplan (NVRP) wurden von 2010 bis 2013 halbiert, nachzulesen  hier  in einer kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Frühjahr letzten Jahres.

Alles in allem bleibt bei mir die Frage, habe ich etwas anderes erwartet von einer konservativen Kanzlerin? Eigentlich nicht…
Ein wenig Wellen in den Medien hat es auch schon geschlagen, zum Beispiel beim Spiegel Online .

*Disclaimer: Die politischen Ansichten in diesem Artikel sind nur die des Autors und lassen nicht auf die der anderen Autoren oder der Radspannerei schließen.*

Rechtsabbiege-Unfall mit Folgen in San Francisco

Die Radfahrervereinigung von San Francisco (SFBC) hatte bei einer Gedenkveranstaltung anläßlich eines tödlichen Rechtsabbiegeunfalls letzte Woche eine Begegnung der außergewöhnlichen Art. Die 24-jährige Radfahrerin war am 14.08. auf dem Radstreifen unterwegs, als sie von einem rechts abbiegenden Lieferwagen tödlich verletzt wurde. Der Fahrer beging Unfallflucht.

Nach Abschluss der bisher ergebnislosen polizeilichen Ermittlungen durch das SFPD hielten Mitglieder des SFBC und Angehörige der Radlerin eine Woche nach dem Unfall eine Mahnwache an der Unfallstelle ab. Gegen 9 Uhr erschien ein Polizist des SFPD, parkte seinen Wagen auf dem Radstreifen, belehrte die Anwesenden und wies im Beisein von Angehörigen des Opfers diesem die Schuld für den tödlichen Unfall zu. Von den Radlern gebeten, seinen Wagen vom Radstreifen zu entfernen und einen nahen freien Parkplatz zu nutzen, weigerte sich der Polizist und betonte, er würde den Wagen nicht eher umparken, als bis die Anwesenden verstanden hätten, dass sie selbst die Mitverantwortung für solche Unfälle trügen und die bisher drei tödlich verletzten Radfahrer in diesem Jahr selbst schuld seien.

Nach diesem Vorfall, zu dem sich die Polizei nicht äussern wollte, entschloss sich ein Mitglied des SFBC, in den umliegenden Geschäften nach Aufnahmen aus Überwachungskameras in der Umgebung des Unfallortes zu fahnden. Er fand in der Tat ein Unternehmen, dessen Kamera auf die Kreuzung gerichtet war, Mitarbeiter teilten mit, die Polizei hätte nicht nach den Aufnahmen gefragt. Die Vorsitzende des SFBC Leah Shahum sagte dazu: „Dieser Polizist fand die Zeit uns hier zu belästigen, aber er hatte keine Zeit, um in der Umgebung danach zu fragen, ob jemand Aufzeichnungen von dem Unfall hätte.“

SFBG: Memorial for cyclist marred by SFPD harassment

Gastbeitrag von Michael Stoß

Fahrradtour „Kollektive in Berlin“ am 31. August

Zur letzten Fahrradtour „Kollektive in Berlin“ wird am Sonnabend, dem 31. August 2013 aufgerufen. Wer sich für die wechselvolle Geschichte Berliner Kollektivbetriebe interessiert, der kann auf dieser Tour einiges erfahren. Los gehts um 14:00 Uhr am Mehringhof in der Gneisenaustraße 2 in Kreuzberg. Danach werden etwa 20 Kollektive in Kreuzberg – mit einen Abstecher nach Friedrichshain – „abgefahren“. Auf weitere Kollektive, die nicht auf der Route liegen, wird hingewiesen. Endpunkt der Fahrradtour ist die Regenbogenfabrik in der  Lausitzer Straße 22 in Kreuzberg. Die Teilnahme an der Fahrradtour ist kostenlos, Mitfahrkarten werden vor Beginn der Tour auf dem Mehringhof-Hof ausgegeben. Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber hilfreich: Mail an andy_wolff(at)regenbogenfabrik.de.

 

Kollektiv-Betriebe

Australische Regierungsstudie: 20 Minuten mit dem Rad zur Arbeit und zurück erzeugt einen wirtschaftlichen Nutzen von 14,50 Euro

Wenn jemand eine 20-minütige Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit und zurück unternimmt, dann schafft das einen volkswirtschaftlichen Nutzen in Höhe von 21 australischen Dollar, umgerechnet etwa 14,50 Euro. Das sagte der australische Vizepremier und Verkehrsminister Anthony Albanese bei der Vorstellung der Studie „State of Australian Cities 2013“.

Der Nutzen setzt sich aus den Komponenten einer besseren Gesundheit, weniger Stau, geringeren Infrastrukturkosten, geringeren CO2-Emissionen, weniger Lärmemissionen, bessere Luftqualität und eingesparten Parkgebühren zusammen. Aufgrund des hohen Nutzens und geringer Kosten für den Bau eines Kilometer Radwegs von ungefähr 1,5 Millionen AUD (1,03 Mio. €) müssen alle zukünftigen Straßenbauprojekte im urbanen Raum mit einem begleitenden Radweg ausgeführt werden.

Zukunft Mobilität: Wirtschaftlicher Nutzen des Radverkehrs
Sydney Morning Herald: Bike riders save economy $21 on each commute
Department of Infrastructure and Transport: State of Australian Cities 2013

Berliner ADFC wird 30

Am 14. Juni 1983 wurde in Westberlin der Landesverband des ADFC gegründet, zum ersten Vositzenden der Radfahrerlobby wählte die Gründungsversammlung Tilman Bracher. Die Nullnummer der Mitgliederzeitschrift „radzeit“ war bereits im Mai 83 erschienen.

Aus einem kleinem, verschworenen Haufen von Radfreunden ist dreißig Jahre später eine Organisation mit 13 Stadtteilgruppen und mehr als 12.000 Mitgliedern geworden, die einmal im Jahr mit der Sternfahrt die größte Fahrraddemo der Welt veranstaltet. Am Sonntag, dem 18. August 2013 will der ADFC seinen 30. Geburtstag feiern: „Wir warten mit allem auf, was dazugehört: Live-Musik, Getränke vom Fass und Essen vom Grill. Bücher und Fahrradkarten, Infos über Verkehrssicherheit, besondere Fahrräder zum Staunen und Ausprobieren … Ob Familien-Rallye, Kletterturm oder Kinderparcours – auch für Familien mit Kindern gibt es viel zu entdecken. Das komplette ADFC-Programm eben.“

Das Fest beginnt um 14:00 Uhr mit der Begrüßung durch die ADFC Landesvorsitzende Eva-Maria Scheel. Wer vorher noch ein wenig abstrampeln möchte, der kann an einer von acht geführten ADFC-Fahrradtouren oder an der Familienrallye teilnehmen, die als Ziel alle das Fest auf dem Tempelhofer Feld haben (Teilnahme: 3€ für Mitglieder; 6€ für Nichtmitglieder).

ADFC Berlin: Jubiläumsfest 30-Jahre-ADFC

Zum Unfall in der Perleberger Straße

Als Ergänzung zum Beitrag zum Spurwechsel-Unfall in der Perleberger Straße am Mittwoch dokumentieren wir hier drei Fotos, die aus einem Vortrag zum Radverkehr in Berlin im Jahre 2012 stammen. Gehalten wurde der Vortrag von Bernd Zanke, Vorstandsmitglied für Verkehrssicherheit beim Berliner ADFC. Bernd hatte 2010 den Radfahrstreifen am gerade umgebauten Knoten an der Kreuzung Perleberger Straße und Ellen-Epstein-Straße kritisiert. Damals befand sich der Radfahrstreifen rechts von der Rechtsabbiegerspur, was zu Unfällen und gefährlichen „Beinahe-Unfällen“ führte, weil die meisten Radfahrer geradeaus in der Perleberger fahren. Aus der Rechtsabbieger-Fahrspur bogen in das Gewerbegebiet am Tage viele Lkw nach rechts ab. Zusätzlich gibt es an dieser Stelle eine Rechtsabbieger-Lichtzeichenanlage. Im Klartext: die Kfz bogen rechts ab und „übersahen“ die Radfahrer. Eine Situation, ähnlich dem Hochbordradweg, trotz uneingeschränkter Sichtverhältnisse. Das erste Foto zeigt den Zustand der Kreuzung im Jahre 2009 mit dem Radfahrstreifen rechts von der Abbiegerspur.

Daraufhin wurde der Schutzstreifen in Mittellage, gemäß ERA 2010, markiert, wie es die Fotos zwei und drei zeigen. Im oben erwähnten Vortrag von 2012 hatte Bernd Zanke kritisiert, dass eine Rotunterlegung des Radfahrstreifens fehlt.

Der ADFC hat nach dem schweren Unfall vom letzten Mittwoch die Verkehrslenkung Berlin (VLB) erneut gebeten, die „Rotunterlegung“ zu prüfen und durch die VLB anzuordnen.

ADFC Berlin: Folien „Infrastruktur – Radfahrstreifen“ von 2012 (Seiten 6 und 7)
Dank an Bernd Zanke für die Folien

Moabit: Schwerer Unfall beim Spurwechsel

Sie gelten als ein Lösungsansatz zur Verhinderung schwerer Rechtsabbiegeunfälle: Schutzstreifen, die zwischen Geradeausspur und Rechtsabbiegerspur angeordnet sind. Nun wurde eine 63-jährige Radfahrerin auf einem solchen Schutzstreifen von einem Lkw überrollt. Sie verlor ein Bein, das andere ist schwer verletzt. Offenbar wollte ein Sattelschlepper gerade von der Geradeausspur der Perleberger Straße auf die Rechtsabbiegerspur wechseln, um in die Ellen-Eppstein-Straße einzubiegen und sah die Radfahrerin auf dem Schutzstreifen nicht. Laut „BZ“ wurden die Beine vom ersten Rad des Lkw überrollt.

In den Tagesspiegel-Leserkommentaren wird die verkehrsbauliche Situation so beschrieben, dass Radfahrer von einem Hochboard-Radweg auf den Schutzstreifen geführt werden und bereits kurz nach dieser Einführung die Rechtsabbiegerspur beginnt. Dies scheint regelmäßig zu kritischen Situationen zu führen.

BZ: Lkw überrollt beide Beine einer Radlerin

Tagesspiegel: Radfahrerin von Lkw erfasst

Nicht aktuelle Streetviewansicht (Baustellenbereich)