Neue Critical-Mass-Berlin-Homepage

Seit einigen Tagen existiert eine neue Homepage zur Critical Mass in Berlin. Unter
http://www.critical-mass-berlin.de/
sollen in Zukunft alle Infos und Termine zur Freitags-CM am letzten Freitag des Monats ab Heinrichplatz und zur Wochenenend-CM am ersten Sonntag des Monats ab Brandenburger Tor erscheinen. Der private Betreiber legt Wert darauf, dass er nicht Veranstalter der Critical Mass Berlin ist, logisch, eine CM hat schließlich keinen Veranstalter. Zusätzlich finden sich auf der neuen Homepage eine Presserückschau zur Berliner Critical Mass und allgemeine aktuelle Tourentipps.

Die alte CM-Homepage unter
http://cmberlin.blogsport.de/
wird nicht mehr aktualisiert. Schade eigentlich, denn auf dem alten Internetauftritt war es immerhin möglich, zu diskutieren, was auf der neuen Homepage nicht geht.

Ein Gutteil der Diskussion um die Berliner Critical Mass findet auf der
Facebook-CM-Berlin-Seite
statt. Dort war auch zu lesen, dass die Letzte CM am 30. August mit etwa 360 Teilnehmern rekordverdächtig groß war. Neu war auch eine „ausgesprochen kooperative Rennleitung“, die Verirrte wieder zurück zur Strecke gelotst haben. Das ist in der Tat eine gute Nachricht, denn in der Vergangenheit hat die Polizei häufig genug zum Mittel der Schikane gegriffen, um der CM Herr zu werden.

4 Gedanken zu „Neue Critical-Mass-Berlin-Homepage

Kommentare-Feed
  1. sehr schade. FB is ne gated community und null interaktion auf der seite – das ist dann irgendwie ein bisschen arg inkonsequent.

    dann lieber ein stiefmütterlich gut gepflegtes blog.

  2. Interessant ist dieser Artikel auf dem alten Blog: http://cmberlin.blogsport.de/2009/05/05/ist-cm-nicht-mittlerweile-ueberfluessig-schreib-ich-hier-weil-ich-angeschrieben-wurde-ich-moechte-doch-mal-wieder-bei-ner-cm-dabei-sein/

    „… als wir uns am Brandenburger Tor trafen und ein unablässiger Strom von Radfahrern an uns vorbeifuhr und wir in den Alltagsradlern komplett untergegangen sind, hat sich das Ding mit der Critical Mass irgendwie erledigt gehabt.“

    Schön, wenn man beim Radfahren Spaß hat. Aber brauchen wir (in Berlin) noch eine CM, wenn man im Berufsverkehr schon auf Busspuren manchmal keinen Platz mehr hat? Nichts gegen die Idee der CM, aber vielleicht ist sie doch eher eine Ausdrucksform, die in tatsächlich Rad-feindlichen Städten sinnvoll ist?

  3. ist berlin radfeindlich? ist es radfreundlich?

    auf meinen regelmäßigen strecken kann ich mich größtenteils kaum beklagen – aber da geht es schon los: die strecken sind so gewählt, dass ich schlechte radwege und/oder situationen, in denen es gehäuft zu stress mit kraftfahrern kommt, aus dem wege gehe. dafür bin ich bereit, umwege in kauf zu nehmen. fahre ich jedoch zu einem nicht-alltäglichen ziel, ärgere ich mich immer wieder über beschissene radwege und absurde radverkehrsführungen.
    ich finde ja, auch wir radfahrer haben ein recht, ohne große ortskenntnis und umwege angenehm und sicher ans ziel zu gelangen.

    punkt zwei zu dem thema steckt da auch drin: während in den meisten situationen die meisten kraftfahrer korrekt agieren, begegne ich immer wieder welchen, die drängeln, die behaupten, ich würde zu weit links fahren, wenn ich außerhalb der dooring zone unterwegs bin, die am rad drehen, wenn ich mich erdreiste, den nicht benutzungspflichtigen radweg nicht zu benutzen und die mich ihren unmut auch spüren lassen. und während das die minderheit ist: wenn mir in durch standblech auf eine spur verengten straßen kraftfahrer entgegenkommen, erwarten diese fast immer, dass ich mich für sie unsichtbar mache.

    ich denke zwar auch, dass berlin insgesamt deutlich radfreundlicher ist als andere städte. nichtsdestotrotz gibt es viel luft nach oben.

  4. Da ist ja schonmal die Frage, was „Berlin“ ist. Ist es die Politik, die Infrastruktur, seine Verkehrsteilnehmer? Da man Verkehrsteilnehmer nur schwer ändern kann, muss man die Infrastruktur auf sie zuschneiden. Das sind dann also politische und infrastrukturelle Fragen.

    Die Autofahrer empfinde ich übrigens überwiegend als „fahrradfreundlich“ in dem Sinne, dass sie die wesentlichen Regeln in den meisten Fällen einhalten. Ausnahme ist leider das Abbiege- und Überholverhalten, beides läuft etwa so schlecht wie die Ampelbeachtung der Radfahrer.

    Beim Straßenbau erkenne ich nach wie vor das Grundprinzip: Erstmal die Bedürfnisse der Autofahrer ausrechnen und berücksichtigen (Fahrbahn, Parkplätze) und dann schauen, was übrig bleibt. Ein Paradebeispiel für mich ist die Kynastbrücke: Zwei geradeso für den Autoverkehr ausreichende Fahrspuren (eine pro Richtung) – südwärts fahrende Radfahrer schleichen bergauf, halten aufgrund der Enge der Straße den Verkehr entweder auf oder werden extrem nah überholt. Die Brücke wurde unter völliger Nicht-Berücksichtigung des Radverkehrs gebaut und wird diesen nun für Jahrzehnte benachteiligen. Wer kämpft sich schon gerne mit 15 km/h einen Berg hoch und weiss, dass hinter ihm die Autos warten – immer mit dem bangen Gefühl, dass jemand aus 1,5 Meter gleich 15 cm Abstand macht?

    Solche Planungen sind Mist und bei Straßenneubauten muss der Radverkehr unbedingt berücksichtigt werden. Damit meine ich keine Radstreifen, sondern einfach mal grundlegende Gedanken über den zu erwartenden Fahrradanteil und damit einhergehend die Planung sinnvoller Querschnitte und u.U. das Hintenanstellen des Bedürfnisses nach Parkplätzen.

    Die Radstreifen, die immer häufiger entstehen, sehe ich zunehmend skeptisch: Denn eine Grundregel scheint zu sein, sie in ausreichend breiten Straßen aufzumalen und in den kritischen Engstellen dann enden zu lassen. Verkehrsbelastung spielt keine Rolle, die Streifen werden hirnlos aufgepinselt, auch in Straßen, die wegen geringer Verkehrsbelastung ohne Probleme nutzbar waren. Nun steht man in diesen Straßen rechts von Lkw und Konsorten und darf zittern.

    Eine sehr gute Idee, die der vorherige Senat eingeführt hat, die aber völlig eingeschlafen zu sein scheint, sind die Fahrradrouten durch die Stadt. Weniger geübte oder stressresistente Radfahrer fanden hier meist ganz gut geeignete Wege vor, um sich zwischen den Bezirken zu bewegen. Damit einhergehend gab es sogar Verbesserungsmaßnahmen – Straßen wurden asphaltiert, neue Durchgänge geschaffen. Nur leider verschwindet eine der wichtigsten dieser Routen seit Jahren hinter einer Baustelle – Radfahrer werden auf die Bodebrücke geleitet, gelangen auf den Gehweg und dort in die Arme des Ordnungsamtes. So stelle ich mir eine Routenausschilderung nicht vor. Andere Routen werden nicht gepflegt, haben keinen Winterdienst, bekommen bei Baustellen keine Umleitungsausschilderung …

    Ich sehe die Fahrradfreundlichkeit Berlins daher – nach einigen Jahren, die in mir Erwartungen aufkommen ließen – eher wieder skeptisch …

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