Friedrichshain-Kreuzberg will Kopfsteinpflaster-Straßen mit Radstreifen bauen

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will die Mittel für Verkehrsinvestitionen in den nächsten Jahren kostenneutral umschichten. Wegfallen sollen diverse Fahrbahnerneuerungen in Ritterstraße, Holzmarktstraße und Koppenstraße.

Gebaut werden sollen für das eingesparte Geld asphaltierte Fahrradstreifen in der Reichenberger in Kreuzberg sowie in Mainzer und Gärtner-, Jung- und Niederbarnimstraße in Friedrichshain. Alle diese Straßen haben zur Zeit Kopfsteinpflaster über die gesamte Straßenbreite. In Friedrichshain soll durch den fahrradfreundlichen Ausbau von Gärtnerstraße und Mainzer Straße eine neue Nord-Süd-Achse vom Rudolfkiez in Friedrichshain nach Lichtenberg geschaffen werden.

Geplant sind außerdem Fahrradabstellplätze zu Lasten von PKW-Stellplätzen, etwa vor der Markthalle Neun in der Eisenbahnstraße.

Berliner Morgenpost: Radstreifen statt Fahrspuren

12 Gedanken zu „Friedrichshain-Kreuzberg will Kopfsteinpflaster-Straßen mit Radstreifen bauen

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  1. sind da in der verwaltung plötzlich leute verstorben? bilden sich erste eiszapfen in der hölle? sollte ich dem hannes seine offenbarhung schnell nochmal lesen?

  2. Auch, wenns hier sicher wieder kontroverse Diskussionen über Sinn und Unsinn gibt – meines Erachtens eine gute Sache. Ich habe hier in meiner Umgebung auch einige Bauprojekte festgestellt, die die Situation für Radfahrer verbessern. Oft können kleine Lückenschlüsse erhebliche Verbesserungen bringen, wenn bisher gut zu befahrende Inseln miteinander verbunden werden.

  3. Auf der Kreuzberger Ritterstr., wo Sanierungsmaßnahmen ja jetzt wohl zurückgestellt wurden, wären solche asphaltierten Radstreifen im mittleren Abschnitt auch nicht schlecht. Die Ritterstr. könnte dann eine schöne Radverkehrsachse zwischen Mitte und Kottbusser Tor werden. Der aktuell vorhandene Kopfstein-Abschnitt macht sie für Radfahrer ziemlich unattraktiv.

  4. super sache. radfahren in solchen straßen macht schon spaß, weil sich der kfz-verkehr ja doch in grenzen hält und die verkehrsberuhigung quasi eingebaut ist. auch die fahrradplätze an der markthalle 9 sind dringend nötig.

    das versöhnt mich sogar etwas mit dem autobahn-veto, mit dem sich die grünen um die koalitionsverantwortung in berlin gedrückt haben, anstatt im gegenzug für das unabwendbare erhebliche verbesserungen zu fordern.

    @dan: ja die ritterstr. ist eigentlich gut, mit big apples kommt man auch einigermaßen über den kopfsteinpflaster-abschnitt. ist aber auch damit an der grenze dessen, was noch freude macht. mit den big apple auf 3 bar strampelt man ja schon ein bisschen mehr als mit 37ern auf 5-6 bar, in berlin aber lohnt sich das zur zeit noch. vielleicht irgendwann nicht mehr…

  5. Die Achse von Neukölln nach Mitte über den Kottbusser Damm und die Adalbertstraße wird jetzt erneut mit den Bauarbeiten auf Kotti. Viel Vertrauen auf eine Verbesserung habe ich dennoch nicht aufgrund von was schon sichtbar ist.

    Was für sowohl Radfahrer als auch für Kfz-fahrer gut wäre: einige Parkplätze bestimmen für das Be- und Entladen (und noch einige als Radabstellplätze). Jetzt sind beide Fahrbahnen in der Straße größtenteils blockiert für alle.

  6. Als Lösung für Kopfsteinpflaster finde ich glatte Pflasterung wie in der Laufener Straße/Oberschöneweide gut. Wenn man Kopfsteinpflaster plötzlich in Asphalt verwandelt, killt das über kurz oder lang angeblich auch die Straßenbäume, die ihre Wurzeln unter die Fahrbahn ausgedehnt haben. Ausserdem immer auch eine Beschleunigung für den KFZ-Verkehr, also mit Bedacht umzusetzen.

  7. Den Artikel kannte ich schon, danke für den Hinweis, dass es sich um Kopfsteinpflasterstrßen handelt. Das war mir als Nordberliner nicht bewusst. Dann ist dies sicher sinnvoll.
    Nur: wenn die Asphaltstreifen nicht baulich vom Rest der Straße getrennt werden, werden Autofahrer diese ebenfalls nutzen. Auch PKW-Fahrer fahren nicht gern über Kopfsteinpflaster, da ist eine halbe asphaltierte Spur gern gesehen. Das kann ggf. zu einem Anstieg des Durchgangsverkehrs auf diesen Straßen führen. Das soll jedoch kein Argument gegen diese Art des Ausbaus sein.
    Dass Ordnungsamt und Polizei dann den asphaltierten Streifen auch frei von parkenden KfZ halten müssen, versteht sich von selbst, oder?

  8. Wenn man die Mitbenutzung durch KFZ nicht wirklich verhindern kann (manchmal ist einfach kein Platz für eine eigene Fahrradspur da), dann kann man die Streifen zumindest so anlegen, dass Autos nur mit der rechten Seite auf dem Streifen fahren können.

    Wichtig ist meiner Meinung nach auch, dass die Streifen so angelegt sind, dass man darauf ausreichend Abstand zu parkenden Autos halten kann. Sonst werden Radfahrer durch Asphalt statt Kopfsteinpflaster zum Fahren in der Dooring-Zone verführt.

  9. @ Jakob: Ja, das ist leider in dem von mir genannten Beispiel genau so angelegt. Man muss am äußersten linken Rand des Pflasterstreifens fahren, um aus dem Türbereich zu bleiben.

  10. die bevölkerung der beiden länder mit hohem radverkehrsanteil und guter radinfrastruktur – dänemark und niederlande – gehört zu den top 10 der weltweit glücklichsten.

    zufall? oder wissen die einfach wie es geht? (-8=

    http://unsdsn.org/happiness/

  11. Jetzt müssen wir nur noch Neukölln davon überzeugen, auch irgendeine Transversale zwischen Pannierstraße und Kottbusser Damm in der gleichen Weise auszubauen (Friedelstraße?). Denn da kommt man mit dem Fahrrad überhaupt nicht weiter – keine einzige Nicht-Kopfsteinpflaster-Straße verläuft parallel dazwischen). Und die Ordnungsamtsleute pflaumen Radfahrer an, die angesichts solcher Rumpelzustände auf den Gehwegen fahren…

  12. ok, wie soll das tiefbaumäßig abgehen? pflaster rausreißen und neuen unterbau drunter oder einfach nur drei cm asphalt über die granitbeulen kleistern? falls letzteres, das hält dann bis etwa mitte januar. ohne bauliche trennung bewirkt das nix als ne weitere gefährdung der radfahrer und beschleunigung der blechernen uteri. mit baulicher trennung ist unter dem shared-space-gedanken auch nicht das wahre. eigentlich interessant daran sind in der tat die botchjobschen todesfälle in der verwaltung.

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