Eurobike: Merkel im Wahlkampf

Heute wurde die Eurobike 2013 eröffnet, die noch bis zum 31. August läuft. Höhepunkt der ersten Tages war eine Ansprache der Bundeskanzlerin auf der weltgrößten Fahrradmesse. Das war insofern eine Premiere, als noch nie ein deutscher Regierungschef eine Fahrradmesse mit einem Besuch geehrt hat. Noch bevor Merkel heute das erste Mal das Wort „Fahrrad“ in den Mund nahm, sprach sie über den Ausbau der Kfz-Infrastruktur. Konkret ging es um den Ausbau der Bundesstraße 31 nach Friedrichshafen, die besonders an Messetagen überfüllt ist. Merkel sagte, das „Problem B31“ sei in Berlin bekannt und sie sei zuversichtlich, dass bald eine neue Bundestraße samt 700-Meter-Tunnel zur Messestadt am Bodensee gebaut würde.

Danach gewährte Merkel den Zuhörern Einblicke in ihre Kindheit in Templin. Auch Merkel hat schon früh auf einem Fahrrad gesessen, allerdings musste sie erst „links“ und „rechts“ lernen, bevor ihre Eltern sie radfahren ließen. Danach gab es einen Knacks in Merkels Beziehung zum Rad, denn ihr erstes Kinderrad wurde von sowjetischen Soldaten gestohlen. Merkel betonte aber, dass dieser Diebsstahl ihr Verhältnis zu Russland nicht nachhaltig getrübt habe.

Danach blieb Merkel mehr im Allgemeinen. Das Fahrrad ist ein wichtiger Verkehrsträger. Schon 10 Prozent aller Wege in Deutschland werden mit dem Fahrrad zurück gelegt. Als Ziel bis zum Jahr 2020 will die Bundesregierung, dass dieser Anteil auf 15 Prozent steigt. Zur Frage der Sicherheit von Radfahrern sagte Merkel, dass das Radfahren umso sicherei sei, je mehr Radfahrer unterwegs seien und verwies auf die Städte Münster, Oldenburg und Greifswald. Allerdings seien Autofahrer nicht selten von der Menge der Radfahrer überfordert. In der Helmfrage setzt die Bundesregierung auf Freiwilligkeit und nicht auf einen Zwang zum Helm. Zum Schlus gab es ein paar Worte zum E-Bike (ist innovativ und hat große Chancen) sowie zum  Radtourismus (schafft Milliardenumsätze), bevor sich Merkel auf einen Messerundgang machte, um die Firmen Cycle Union, Bosch, Wiinora, Scott und Specialized zu besuchen.

10 Gedanken zu „Eurobike: Merkel im Wahlkampf

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  1. Ich ärgere mich über diesen Artikel:
    http://www.sueddeutsche.de/auto/fahrradmesse-eurobike-neues-vom-bundesrad-1.1757200

    Das sowas veröffentlich wird in seriösen Medien.

  2. wahlkampfgedöse. mehr nicht. gäbs dieses jahr kein kreuz zu machen am 22ten wäre grumpy merkel kaum da aufgetaucht.

  3. War doch vor 4 Jahren auch schon so, oder so ähnlich. Kaum nähert sich der Wahltermin, war von der CDU zu hören, sie wären ja auch für die Fahrradförderung und hätten das daher auch ins Wahlprogramm geschrieben.

    Nach der Wahl …. 4 Jahre lang: NÜSCHT. Bzw. halt nur business as usuall und viel dummes Gequatsche.

    Das weiß man, was man hat.

  4. wobei man das ganze auch nicht zu negativ sehen darf. was mutti da konkret gesagt haben mag liegt nur hier auf der goldwaage. beim michel bleibt eher hängen wenn der tagesspiegel titelt „mutti macht sich für radfahrer stark“ und alle anderen tages und wochenzeitungen ebenfalls auf das ende der exklusiven beziehung zum automobil verweisen.
    solche symbolischen akte könne ndurchaus langsame veränderungen der politischen grundstimmungslage anzeigen bzw sogar katalytisch wirken.

  5. Und schon wieder entdeckt die Mutter der Nation Neuland 🙂

  6. hmpf, kaputter Link. Dann nochmal so:

    http://goo.gl/PQJHLP

  7. Ein bemerkenswertes Beispiel der CDU’schen Radverkehrspolitik ist übrigens in diesen Tagen an der Klingelhöferstr. zu sehen:

    Es gibt dort vor der CDU-Bundesgeschäftsstelle mal wieder dieses tolle Partyzelt. Radfahrer, die aus Richtung Großer Stern kommen und nach Süden fahren, werden ja nach der Kreuzung Tiergartenstr. auf die Nebenfahrbahn geleitet. An der Einmündung Rauchstr. kommt dann das nette Sackgassenschild, und dann eben das Partyzelt. „Radfahrer absteigen“, Gehwegbreite behelfsweise 1 Meter, und dann darf man als Radfahrer zusehen, wie’s denn weitergehen soll.

    Vorschlag für den nächsten Wahlkrampf: das Partyzelt etwas größer dimensionieren und auf die AVUS stellen.

  8. @dan:

    Diese stelle ist mir auch schon aufgefallen. Wenigstens kann man dort legal und problemlos die Hauptfahrbahn nutzen und ist damit nicht von der Baustelle betroffen (ich fahre dort auch sonst auf der Hauptfahrbahn wegen der Begrenzung auf 30 km/h für die Nebenfahrbahn). Allerdings fehlt eine rechtzeitige Ankündigung der Sperre und eine Freigabe der Busspur für Radfahrer.

  9. […] Bericht im Radspannerei-Blog: einmal Merkel und einmal die Rohloff Daumenschaltung […]

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