In normalen Jahren ist die Mitgliederversammlung des ADFC eine langweilige Angelegenheit. In normalen Jahren freut man sich über 50 von mehr als 12.000 Mitgliedern, die zur MV erscheinen, nickt den Tätigkeitsbericht des Vorstandes ab, wählt einen neuen Vorstand sowie die Delegierten zur nächsten Bundeshauptversammlung, hört sich ein Grußwort an und geht dann wieder nach Haus.
Gestern war alles anders. Mehr als 200 Mitglieder versammelten sich im Tempodrom und stritten um die Haltung des Radfahrerverbandes zum Volksentscheid Fahrrad. Drei Anträge standen zur Diskussion: ein Antrag des Vorstandes unterstützte den Volksentscheid, ein weiterer Antrag von Fürsprechern des Volksentscheids ging in de gleiche Richtung und ein dritter Antrag von Bernd Zanke und weiteren Vorstandsmitgliedern lehnte eine Zustimmung zum geplanten Fahrradgesetz BerRG rundweg ab. In der kontroversen Debatte bildeten sich zwei gleich große Lager von Anhängern und Gegnern des Volksentscheides. Die Gegner des Volksentscheides argumentierten, dass der Zeitpunkt eines Volksentscheides kurz vor dem Ende der Legislaturperiode falsch sei. Beide Lager hatte prominente Fürsprecher. Die Gegner hatten Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) sowie Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik auf ihrer Seite, während die Pro-Fraktion vom grünen Mitglied des Abgeordnetenhauses Andreas Otto sowie einem Mitglied des Bundesvorstandes des ADFC unterstützt wurde.
Vor der mit Spannung erwarteten Abstimmung zog die Volksentscheid-Gruppe ihren Antrag zurück, sodass nur jeweils ein Pro- und ein Contra-Antrag zur Wahl standen. Der Antrag des Vorstandes, der den Volksentscheid unterstützte, setzte sich letztlich deutlich durch. 144 ADFC-Mitglieder stimmten mit „Ja“, 58 waren dagegen und 12 Mitglieder stimmten mit „Enthaltung“. Trotz der deutlichen Zwei-Drittel-Mehrheit der Pro-Fraktion geht ein Riss quer durch den Berliner ADFC. So kündigte ein Mitglied der Spandauer Stadtteilgruppe bereits vor der Abstimmung an, dass die Spandauer den Volksentscheid nicht unterstützen werden. Eva-Maria Scheel, die Landesvorsitzende des Berliner ADFC, sagte: „Wir freuen uns, dass unsere Mitglieder den Antrag des Vorstandes angenommen haben. Gemeinsam mit dem Volksentscheid Fahrrad und vielen anderen Verbänden bilden wir nun ein starkes Bündnis für ein fahrradfreundliches Berlin.“

Von modalyzer werden acht verschiedene Verkehrsmittel erkannt, wenn man unterwegs ist. Sie zeichnet super-exakt die Wege auf, manchmal kommt sie mir ein wenig zu penibel vor. Im Beipiel war ich am Sonntag 31 Minuten zwischen Charlottenburg und Pankow unterwegs. Die dritte Etappe, ein Fußweg über 40 Meter, ist der Weg vom Bahnsteig der S-Bahn-Station Hackescher Markt herunter zu den Fahrradparkplätzen.
