Fahrrad fahren bedeutet Freiheit, Emanzipation und Selbstbestimmung. Deshalb spielt es gerade für FLINTA* Personen im Alltag, Sport und Freizeit eine wichtige Rolle.
Zur Zeit wie es scheint mehr denn je. Denn, es ist kaum zu glauben – 2026 die patriarchale Gewalt nimmt zu – wir erleben weltweit einen Backlash.
So wird auch dieses Jahr am 8. März der Purple Ride nicht fehlen, wir setzen ein Zeichen gegen geschlechtsbezogene Diskriminierung im Straßenverkehr, machen sichtbar und erobern uns den öffentlichen Raum!
‚Wir demonstrieren für:
• Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit von FLINTA*
• Gleichberechtigung und selbstbestimmte Mobilität
• Schutz vor patriarchaler und sexualisierter Gewalt
• Eine sichere, gerechte, inklusive Verkehrswende für alle
• Öffentliche Räume, die allen gehören und in denen wir sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein können
• Eine feministische Perspektive auf Mobilität bedeutet: weg von autozentrierter Planung, hin zu Sicherheit, Sichtbarkeit und Teilhabe für alle.
Wer teilnehmen kann: Der Purple Ride ist offen für FLINTA*: Frauen, Lesben, Inter, Non-Binary, Trans-, Agender-Personen.
Weltweit und auch in Deutschland werden Rechte von FLINTA* und queeren Menschen angegriffen. Gleichzeitig verstärken soziale Ungleichheiten und mangelnde Infrastruktur Unsicherheit im öffentlichen Raum. Wir fahren gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft, in der alle frei und ohne Angst leben und unterwegs sein können.
Wir danken den Veranstalter:innen des Purple Ride Berlin – der queerfeministischen Fahrraddemo für FLINTA* am Frauentag in Berlin!‘ ADFC Berlin
12:00 Uhr: Auftaktkundgebung am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg
13:00 Uhr: Start der Fahrraddemo
15:30 Uhr: Ende am Mariannenplatz

Antifeministische, sexistische und misogyne Strömumgen wie die der Manosphere, geschlechtsspezifische Desinformation gegen Frauen um sie u.a. aus Führungspositionen zu drängen und Femizide (statistisch jeden Tag eine getötete Frau und mehr als zwei versuchte Tötungen) häufen sich in einem so hohem Maße, dass nun auch Regierungen sich gezwungen sehen, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und Aufklärungsprogramme starten, um gegen dieses strukturelle Problem anzugehen.
So gilt beispielsweise seit 2020 in Kanada die Incel Gewalt als Terrorismus, 2021 wurde in Großbritannien Incel Gewalt in das staatliche Terrorismusprogramm ‚Prevent‘ aufgenommen. Ab September diesen Jahres steht in Englands Schulen für alle Jugendliche von 11 bis 18 Jahren das Thema Frauenfeindlichkeit und Incel-Bewegung verpflichtend auf dem Lehrplan. Hierzu werden Lehrkräfte gezielt geschult um problematisches Verhalten rechtzeitig zu erkennen und reagieren zu können.
In Deutschland wurde ab 2020/2021 das Bündnis ‚Gemeinsam gegen Sexismus‚ gegründet und wird vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) gefördert.
Erfreulicherweise gibt es zudem viele weitere Akteur*innen die sich mit gelungenen und professionellen Debatten und Kampagnen sich dem Thema annehmen, immer auch darum bemüht, alle Betroffene mit ins Boot zu holen. Sie klären auf, empowern Frauen und Mädchen wie z.b. der „Woman Action Space“ der Bürgerstiftung Uckermark-Barnim wo Frauen u.a. das Fahrrad fahren erlernen können, andere leisten wertvolle Männer- und Jungen Arbeit, wie beispielsweise hier Fikri Anıl Altıntaş oder Christoph May vom Institut für Kritische Männerforschung. Finanzielle Kürzungen dürfen diese wichtige Arbeit und Schutzräume deshalb nicht gefährden. Denn das alles reicht natürlich nicht und braucht Aufstockung und Unterstützung.
Die Themen Feminismus, Antifeminismus, Sexismus und die Arbeit darum sind keine reine Frauenangelegenheiten, es ist die Sache von allen die eine Gesellschaft ausmachen und zwangsläufig mitgestalten. Es kann nur und muss also eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. So leiden natürlich auch Männer und Jungen unter dem Patriarchat. Viele männliche Jugendliche sind überlastet mit gesellschaftlichen auch ambivalenten Anforderungen, werden oft in ihrer Identiätssuche und Verunsicherung und dem Wunsch nach Sicherheit und Selbstfindung allein gelassen. Und auch viele Männer wollen keine starken, aggressiven, dominanten Alpha’s sein, sind mit dieser Rollenzuschreibung ohnehin überfordert.
Als „Haupttätergruppe“ besetzen Männer in der ganzen Debatte dennoch bemerkenswerte Hauptrollen und dürfen, vielmehr müssen sich deshalb unbedingt angesprochen fühlen und Verantwortung übernehmen. Und sich eben nicht hinter einer falschen und scheinbaren Legitimation von angeblichem Gewohnheitsrecht und Macht des Stärkeren verstecken und dann so tun als ginge es sie nichts an.
Antifeminismus als richtungsweisende Selbstfindung, Dominanz und Andere abwerten als Kompensation darf hier nie die Antwort sein. Wenn jeder dritte Mann in Deutschland ein antifeministisches sexistisches Weltbild hat, immer mehr Kinder schon im Grundschulalter sich misogyn äußern und verhalten, haben wir als Gesellschaft ganz klar ein Demokratieproblem und vor allem einen Auftrag! Denn diese Einstellung spielt auch als Brückenideologie zu anderen Extremismen, z.b. Rechtsextremismus eine bedeutende Rolle, wie u.a. die Amadeu-Antonio-Stiftung betont. Gerade Männer müssen als Teil des Problems ein Bewußtsein dazu entwickeln, sich damit auseinander setzen und Haltung zeigen. Um, und das ist sehr wichtig, auch gute Vorbilder zu sein.
Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat das Aufklärungsprojekt ‚Take A Stand Against Antifeminism‚ ins Leben gerufen, in deren Episoden ‚Pinke Pille – Der Antifeministische Monitor‚ sich hierzu umfangreich informiert werden kann.
Von einer feministischen antipatriarchalen und empathischen Gesellschaft profitieren letztendlich Alle. Da wo sich alle Menschen egal welchen Geschlechts sich auf Augenhöhe begegnen, sich gegenseitig respektieren, von einander lernen und sich wertschätzen, gleichberechtigt ihre Leben frei gestalten können, wo Stärke nicht gleich gesetzt wird mit Domminanz und Unterdrückung, gibt es weniger Frust, Wut, Depression und Gewalt. Ein großes bereicherndes Feld an Sichtweisen, kreativer Austausch, Perspektiven, Wissen und Möglichkeiten erschließt sich und eine Erde die gerettet werden kann! Das ist nur möglich wenn auch die anderen 50% der Weltbevölkerung ihr Potential aktiv im vollem Umfang nutzen und einbringen können.
Eine diverse, echte gleichberechtigte Gesellschaft bringt weniger Stress, weniger Probleme und Verunsicherungen und einfach mehr Spaß und Bereicherung im Leben für Alle!
Quasi auch aus diesem Grund wurde in der Fahrradbranche das Netzwerk „Women in Cycling Germany“ von mehreren Frauen ins Leben gerufen:
‚Eine Bewegung für Gleichstellung und Mobilitätswandel –
Women in Cycling Germany ist ein Netzwerk, das Frauen im Fahrradsektor sichtbarer macht, sie vernetzt und unterstützt. Es setzt sich dafür ein, das Radfahren als Mittel für Gleichstellung, Emanzipation und die Mobilitätswende zu stärken. Über 300 engagierte Expert*innen aus verschiedenen Bereichen arbeiten im Netzwerk daran, Strukturen zu verändern und die Fahrradbranche inklusiver zu gestalten. Gegründet wurde die Initiative im Januar 2024.‘
‚Die Fahrradbranche gilt als wichtiges Standbein der Verkehrswende – doch in den Führungsetagen dominieren Männer. Das Netzwerk Women in Cycling Germany will das ändern. Mitgründerin Isabell Eberlein (Initiatorin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Velokonzept GmbH) sagt: „Mehr Frauen sind nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch des wirtschaftlichen Erfolgs.‘ Wie Frauen aus dem Windschatten der Männer treten/ Andrea Reidl/ Riffreporter
Mit dem selben progressiven Anspruch arbeitet die junge Organisation Velokonzept, das einen gemeinsamen Gründungshintergrund hat. Sie organisiert und leitet Fachveranstaltungen, berät und vernetzt Akteur*innen rund um die Themen Mobilitätswende, Rad- und Fußverkehr:
„Die Expertise von velo_konzept umfasst die Leitung von Paneldiskussionen mit Schwerpunkt auf Diversität im Verkehrswesen, kommunale Entwicklungsstrategien, sowie Wirtschaftsgespräche über Innovation und Nachhaltigkeit.“ Velokonzept.de
Neue zukunftsweisende Entwicklungen sind also Trotz alledem weiterhin auf dem Vormarsch! 🚲 🚴♂️❤️































