Still-Leben auf dem Ruhrschnellweg

Der ADFC in Nordrhein-Westfalen erwartet heute bis zu einer halben Million Radfahrer auf dem größtem Fahrradfestival der Welt zwischen Duisburg und Dortmund. Dazu wird der Ruhrschnellweg, die Hauptverkehrsader der Region, zwischen 11 Uhr und 17 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt und bietet auf einer Strecke von fast 60 Kilometern Platz für ein Fahrradmuseum. Es sollen an sieben Museumsständen Fahrradgeschichte(n) erzählt werden. Neben Information und Kultur können die Besucher auf Aktionsflächen die Welt des Fahrrades „erfahren“. Hochräder, Liegeräder, Pedelecs und Juxräder laden zum Ausprobieren ein. Zusätzlich wird die längste Tafel der Welt zur Bühne kultureller Vielfalt der Metropole Ruhr.

Still-Leben Ruhrschnellweg
ADFC präsentiert das längste Fahrradmuseum der Welt

Radfahren ist auch in der Stadt gesund

Trotz der Gefahren, denen Radfahrer im städtischen Straßenverkehr ausgesetzt sind, ist es deutlich gesünder, aus dem Auto aus- und auf ein Rad zu steigen. Das hat das Institut for Risk Assessment Sciences (IRAS) an der Universität Utrecht in einer Untersuchung ermittelt. Die Berechnungen der IRAS zeigen, dass die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens in der Stadt bei weitem die Risiken überwiegen, die darin bestehen, dass Radler Partikel einatmen oder in Verkehrsunfälle verwickelt werden. Menschen, die auf kurzen Strecken das Fahrrad nehmen, werden dafür mit einem Anstieg der Lebenserwartung von drei bis vierzehn Monaten belohnt. Statistisch gesehen verringert sich die Lebenserwartung um 1 bis 40 Tage durch die Inhalation schädlicher Stoffe und um weitere 5 bis 9 Tage für ein erhöhtes Risiko, einen tödlichen Verkehrsunfall auf dem Rad zu erleiden. Im Saldo bleibt ein sattes Plus an Lebenserwartung für den Radfahrer in der Stadt.

Fietsen.123: Ook in de stad is fietsen gezond

Europäische Union will Schutzzölle auf Fahrräder aus China um fünf Jahre verlängern

Die EU will, dass die Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Fahrräder für fünf weitere Jahre aufrechterhalten bleiben. Erstmals eingeführt wurde ein Zoll für chinesische Velos im Jahre 1993, sie lagen damals bei 30,6 Prozent. Dieser Satz wurde 2000 noch einmal verlängert und 2005 dann auf heute noch bestehende 48,6 Prozent angehoben. Gleichzeitig wurden auch Schutzzölle auf vietnamesische Fahrräder eingeführt. Sie liegen zur Zeit bei 34,5 Prozent.

Bei dem Schutzzoll geht es weniger um fiskalische Einnahmen für den Staatenbund als vielmehr um den Schutz europäischer Fahrradproduzenten. Der Antrag zur Überprüfung der Zölle wurde von der Vereinigung der Europäischen Fahrradhersteller eingereicht.

China Observer: EU will Anti-Dumping-Maßnahmen auf Fahrräder aus China um fünf Jahre verlängern

Pole Position fürs Fahrrad! Eine Aktion für Ampel-Halteflächen

Die österreichische Radlobby IG-Fahrrad machte Anfang des Monats in einer Aktion auf den Sicherheitsgewinn durch Vorgezogene Halteflächen für Radfahrer aufmerksam.

„Diese Markierungen, auch als „aufgeblasene Radstreifen“ oder englisch „Bike Boxes“ (watch this Movie!) bezeichnet, geben den Radfahrenden den nötigen Raum auf der Fahrbahn, während sie bei Rotphasen an der Ampel warten. Sie erhöhen ihre Sicherheit durch Sichtbarkeit und die Möglichkeit, vor dem stehenden KFZ zu starten und sich unbedrängt einordnen zu können. In vielen europäischen und US-amerikanischen Städten wird diese billige und unaufwändige Maßnahme flächendeckend eingesetzt, bedeutende Beispiele unter zahllosen sind London, Brüssel oder Portland, Oregon.“

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Das Resume, das die Austriaaktivisten für Wien zogen, lässt sich ebenfalls auf Berlin übertragen: „Hier wäre schnelles Handeln im Interesse des Radverkehrs leicht möglich, der sprichwörtliche Kübel Farbe hilft dabei tatsächlich! Das Aufbringen von Fahrrad-Halteflächen in großer Zahl wäre ein deutlich sichtbares Signal der Stadt Wien für mehr Radverkehr.“

IG-Fahrrad: Pole Position fürs Fahrrad! Eine Aktion für Ampel-Halteflächen.

Esimex Acrobat

Das Transportfahrrad Acrobat des Herstellers Esimex aus Jütland in Dänemark ist das altbekannte Bäckerfahrrad, das man aus den fünfziger Jahren kennt. Gefertigt aus klassischen, geschweißten Stahlrohren in den Maßen 28,9 Millimeter (Unterrohr) beziehungsweise 24,8 mm (Oberrohr) kann es locker 30 Kilogramm auf dem vorderen Gepäckträger und 30 Kilo auf dem Hinterradgepäckträger transportieren. Die Mopedfelgen aus Stahl (vorn: 20 Zoll und hinten: 23 Zoll) werden in Italien von Raedelli produziert und vertragen eine höhere Belastung als gewöhnlliche Alu Hohlkammerfelgen. Die Anbauteile (Schutzbleche und Kettenschutz) sind alle eigens für das Acrobat produziert und sämtlich aus Stahl. Der vordere Gepäckträger hat einen Rohrdurchmesser von 22,3 Millimeter und macht einen sehr soliden Eindruck. Integriert in den Vorderradgepäckträger ist der 46 Zentimeter breite Ständer, der selbst bei schwerem Gepäck das Lastenrad sicher stehen lässt.

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Das Fahrrad wiegt 25 Kilogramm, etwa so viel wie ein herkömmliches Hollandrad. Es ist mit einer Fichtel & Sachs Dreigangschaltung ausgestattet. Eine Beleuchtung besitzt das Fahrrad von Werk aus nicht, eine Aufnahme für einen Seitenläufer ist jedoch vorhanden. Alternativ würde sich anbieten, das Lastenrad mit einer zugelassenen batteriegespeisten Beleuchtung (etwa 50 Euro) auszustatten. Der Grundpreis des Lastenrades liegt bei 825,- Euro, mit Hinterradgepäckträger kostet es 900,- Euro. Das Esimex Acrobat ist ab sofort in der Rad-Spannerei in den Farben Schwarz und Patrol zu erhalten und kann gerne bei uns im Laden in der Kottbusser Straße probegefahren werden.

Esimex

Fehmarn: Privatisierte Fahrradwege

Das vorwiegend touristisch genutzte Radwegenetz auf der Urlaubsinsel Fehmarn in Schleswig-Holstein ist bei weitem noch nicht vollständig. Angesichts klammer Kassen in der Kommune besteht auch keine Hoffnung, dass sich das in nächster Zeit ändert. Schwieriger und teurer Landerwerb und fast unüberwindliche Hemmnisse durch die Ausbausatzungen haben dafür gesorgt, dass die Ausbaupläne für Radwege in der Schublade bleiben.

Eine Initiative von Bauern will nun Radwege auf Privatland bauen. Dazu wurde eine „Fehmarn-Wege GmbH & Co KG“ von den Landeigentümern gegründet. In einer ersten Pilotphase werden im kommenden Jahr vier Strecken mit einer Gesamtlänge von 9,5 Kilometern entstehen. Geplant sind wassergebundene Wege, deren Pflege für die Bauern überschaubar bleibt, zumal für die hauptsächlich touristisch genutzten Strecken kein Winterdienst angeboten wird. Wenn sich zeigt, dass die neuen Wege von den Touristen angenommen werden, sollen bis 2013 weitere 30 Kilometer Fahrradwege auf Fehmarn entstehen. Die Bauern erhalten von der Gemeinde einen üblichen Pachtzins für die abgetretenen Flächen.

Lübecker Nachrichten: Private Wege: Fehmarns Idee für ein Radfahrerparadies

Die N11 im Fahrradkorso auf die Fanmeile?

Egal wie das Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien ausgeht: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird auf der Fanmeile in Berlin kräftig gefeiert werden. Ob die deutschen Kicker aber im traditionellen Autokorso auftriumphieren werden, ist hingegen noch offen. Wie aus Insiderkreisen zu vernehmen ist, erwägt ein großer Autohersteller, Hauptsponsor der Nationalmannschaft, statt der obligatorischen Luxus-Cabriolets, Fahrräder zur Verfügung zu stellen. Ein Unternehmenssprecher dazu: „Als globales Unternehmen sehen wir uns in der Verantwortung, die ökologische Verkehrswende mit zu gestalten. Die deutsche Nationalmannschaft bietet sich als Sympathieträger mit hohem Identifikationspotential an.“

Werden unsere Jungs auf dem Drahtesel zum Brandenburger Tor fahren?

Für den DFB-Fitnesstrainer spricht nichts dagegen: „Wir haben das Thema im Trainerstab noch nicht abschließend diskutiert. fakt ist aber, dass diese Maßnahme optimal in unser Konzept der integrierten Fitness passt. Wir verlangen von unseren Spielern, sich in allen Lebenssituation fit zu halten. Es gibt keinen Grund, Triumpfzüge davon auszunehmen.“

Dreirad für Poldi

Neben klassischen Zweirädern wird der DFB wohl auch mit einem modernen Lastkasten-Dreirad ausgestattet. „Es bleibt noch abschließend zu klären, ob der Lukas überhaupt Fahrrad fahren kann“, so der Sprecher des Auto-Herstellers.

Der Berliner Senat hat angekündigt, die Radwegbenutzungspflicht auf der Straße des 17. Juni in einem Eilverfahren zu suspendieren.

Nihola Family

Das Dreirad Nihola Family mit seinem markanten zigarrenförmigen Bug ist ideal für den Transport von bis zu zwei Kindern. Mit ihm können aber auch viele Gepäckstücke oder gar Hunde transportiert werden. Das Rad wiegt 33 Kilo, 100 weitere dürfen in der ovalen Box zugeladen werden. „Im Vergleich zu anderen Transporträdern ist die Nihola-Box fest mit dem Stahlrahmen verbunden und muss nicht mit jedem Lenkeinschlag hin- und hergewuchtet werden. Zudem liegt der Schwerpunkt weit unten, was das Fahren sicher und angenehm macht. Besonders pfiffig ist die Achsschenkellenkung, wie man sie vom Automobil kennt – sie lässt das Gefährt auch in Kurven stabil bleiben“ (aus einer Rezension in der Süddeutschen Zeitung). Die Nihola-Familienkutsche besitzt eine Siebengangnabenschaltung, feststellbare Trommelbremsen vorn und eine V-Brake hinten. Es kostet 2359,- Euro.

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*Werbemodus an* Wir möchten in Zukunft das Transportradsegment in der Rad-Spannerei ausbauen. Neben dem Yuba Mundo, das wir seit einigen Monaten führen, ist ab sofort auch das Nihola Family bei uns zu haben. Nächste Woche stellen wir euch noch mal was feines aus Dänemark vor. *Werbemodus aus*

An mehr als 77% der Verkehrsunfälle sind die Pkw-Fahrer selbst schuld!

Im Artikel „Die Unfallstatistik für Radfahrer im Tagesspiegel“ habe ich auf eine häufig zu findende Fehlauswertung von polizeilichen Unfallstatistiken aufmerksam gemacht, die in der Fahrradnewsgroup de.rec.fahrrad als „automatischer Schuldzuweiser“ bezeichnet wird. Dabei werden alle Unfälle unter Fahrradbeteiligung summiert und mit der Anzahl der durch Radfahrer verursachten Unfälle verglichen. Heraus kommt immer ein Verursacheranteil von über 50%, da auch Unfälle unter Radfahrern mit einfließen.

Die Formel ist folgende:

[Anzahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung] / [Anzahl der durch Radfahrer verursachte Unfälle]

Doch wie sähe die Zahl für Pkw aus?

Eine gesonderte Statistik gibt es nur für Radfahrer, Fußgänger und bestimmte Altersgruppen. Die Gesamtunfallstatistik 2009 (PDF) hingegen ist ein schwammiges Dokument. Tatsächlich findet man auf den Webseiten der Berliner Polizei keine Zahlen über die Anzahl der Pkw-Unfälle, die beteiligten Verkehrsarten und die ermittelten Unfallverursacher.

Allerdings finden sich auf Seite 7 zwei Tortendiagramme, die nach Unfallbeteiligten und Unfallverursachern aufschlüsseln. Zunächst sei auf folgende Unterscheidungen hingewiesen: Es gab 124.992 Unfälle mit etwa doppelt so vielen Unfallbeteiligten. Es ist wichtig, zwischen beiden Werten zu unterscheiden.

Tortendiagramm Unfallbeteiligte 2009, stark vereinfacht, Daten aus der Polizeistatistik:

Unfallbeteiligte 2009

Tortendiagramm Unfallverursacher, stark vereinfacht, Daten aus der Polizeistatistik:

Unfallverursacher 2009

Aus den Tortendiagrammen kann man die benötigten Zahlen ableiten.

  1. Es waren 3,03% der Unfallbeteiligten Radfahrer, haupt- und mitverursacht wurden 3,23% der Unfälle durch Radfahrer. 77,5% der Unfallbeteiligten waren Pkw-Fahrer, 71,34% durch Pkw verursacht.
  2. Aus der Unfallstatistik für Radfahrer können wir ablesen, dass 7452 Radfahrer Unfallbeteiligte waren. Über eine einfache Verhältnisrechnung können wir also herausbekommen, wie viele Pkw unfallbeteiligt waren: 77,5*7452/3,03 = 190.604 unfallbeteiligte Pkw. (Interessante Nebeninformation: Dann gab es bei den 124.992 Unfällen also 245.940 Unfallbeteiligte, das entspricht einem Faktor von 1,97)
  3. Die Anzahl der Unfälle mit Pkw fehlt in der Unfallstatistik, hier muss geschätzt werden. Ein vertretbarer Fehler dürfte sich aus der Annahme ergeben, dass die Unfallgegner der Kraftfahrer in etwa den Unfallbeteiligten aller registrierten Unfälle entsprechen, also Pkw zu 77,5% mit anderen Pkw kollidieren.
  4. Aus Unfallbeteiligten kann man nicht ohne weiteres auf die Zahl der Unfälle schließen. 100 Unfälle zwischen Pkw und Radfahrern bedeuten 100 unfallbeteiligte Pkw. 100 Unfälle zwischen Pkw bedeuten 200 unfallbeteiligte Pkw. Um aus den 190.604 unfallbeteiligten Pkw auf die Anzahl der Unfälle zu schließen, muss man also einmal die Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern herausrechnen und dann die mit Pkw.
  5. Unfälle zwischen Pkw gemäß Annahme aus Punkt 3: 190.604*77,5% = 147.718 Unfallbeteiligte. Entspricht 147.718/2 = 73859 Unfällen zwischen Pkw.
  6. Unfälle zwischen Pkw und anderen: 190.604-147.718 = 42886 Unfälle zwischen Pkw und sonstigen. Diese Zahl muss nicht durch 2 geteilt werden.
  7. 73859 + 42886 = 116.754 Unfälle mit Pkw-Beteiligung bei wohlgemerkt 124.992 Unfällen insgesamt.
  8. Da wir wissen, dass Radfahrer 4089 Unfälle verursacht haben, können wir über diese Prozentzahlen auch die Größenordnung der durch Pkw verursachten Unfälle ermitteln. 71,34*4089/3,23 = 90312 Unfälle wurden durch Pkw-Fahrer verursacht.

Wenn auch recht grob geschätzt (die prozentualen Angaben haben ja nicht viele Kommastellen), so haben wir nun Zahlen, um auszurechnen, wieviele der Unfälle mit Pkw-Beteiligung von den Kraftfahrern verursacht wurden. 90312 von 116.754 sind sage und schreibe:

77,3%

Achtung, wegen der vielen Annahmen im Rechenweg ist dieser Wert nur als Größenordnung zu betrachten. Irrtümer und Rechenfehler sind nicht ausgeschlossen (bitte unbedingt melden, wenn was nicht stimmt). Der größte Unsicherheitsfaktor besteht im Punkt 5 – es ist unbekannt, zu wieviel Prozent Pkw mit anderen Pkw verunglücken. Diese Zahl hat den größten Einfluss auf das Endergebnis.

Auto als Waffe: hohe Haftstrafe

Eine 47-jährige Autofahrerin wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie einen Mountainbiker absichtlich angefahren und lebensgefährlich verletzt hat. Die Staatsanwältin attestierte der Angeklagten einen „unbändigem Vernichtungswillen“, sie habe alles versucht, um den Radfahrer „zur Strecke zu bringen“.

Auf der Heimfahrt von einem Kurzurlaub auf einem Reiterhof war der Angeklagten auf einem schmalen Seeweg ein Fahrradfahrer begegnet, der sich zwischen Auto und Böschung zwängte und dabei den Außenspiegel der Autofahrerin beschädigte. Der Radler fuhr weiter statt anzuhalten, drehte sich kurz um und zeigte den ausgestreckten Mittelfinger. Die Angeklagte wendete und verfolgte den Radfahrer über fast zwei Kilometer, bis sie den Mountainbikefahrer auf einem Schotterweg von hinten rammte. Der 40 Jahre alte Radfahrer stürzte vor das Auto und wurde überrollt. Er erlitt Frakturen im Becken- und Brustkorbbereich, eine Lungenquetschung, Rippenbrüche, starke Kopfverletzungen und überlebte nur mit Glück.

Der Richter am Landgericht Augsburg sagte in der Urteilsbegründung: „Die Angeklagte hat das Auto als Waffe missbraucht“. Die verurteilte Angeklagte ist Ärztin und muss befürchten, dass ihr die Approbation entzogen wird. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Süddeutsche Zeitung: Rache-Fahrt gegen Radfahrer: Fünf Jahre für Ärztin
[via]

Mit dem Fahrrad sicher durch den Kreisel

Wenn man sich an ganz normalen Ampelkreuzungen bei Rot vor haltenden Fahrzeugen aufbaut und bei Grün in die Kreuzung fährt, dann wird man häufig bereits im Kreuzungsbereich überholt, trotz abbiegenden Gegenverkehrs und einer insgesamt unübersichtlichen Verkehrssituation. Abhilfe schafft, wenn man mehr zur Mitte hin fährt statt am rechten Rand.

Ähnlich verhält es sich im Kreisverkehr. Wie befährt man einen Kreisel korrekt? Dazu haben die Verkehrsklubs der Schweiz und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) den Schulen didaktisches Material für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Radfahrer, ob Kinder oder Erwachsene, müssen als Verkehrsteilnehmer aufmerksam in den Kreisel einfahren und sich je nach Route an die Ideallinie halten.

„Die Ideallinie ist für die Velofahrer jeweils abhängig von der Kreiselausfahrt, die sie befahren wollen.

Wer den Kreisel bei der ersten Ausfahrt verlässt, hält sich mit dem nötigen Sicherheitsabstand an den rechten Strassenrand und zeigt sein Abbiegen mit Handzeichen an.

Und Velofahrer, welche die zweite oder dritte Ausfahrt benützen wollen? Sie sollen bei der Einfahrt in den Kreisel in die Mitte der Fahrbahn einspuren und im Kreisel leicht rechts von der Spurmitte fahren.“

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aus: a-z.ch: Mit dem Fahrrad sicher durch den Kreisel fahren

Europas Radlhauptstadt München

Mit der Initiative „Radlhauptstadt München“ wirbt die bayerische Hauptstadt mit einem massiven Werbeetat für das Alltagsradfahren. Allein in diesem und im kommenden Jahr stehen knapp zwei Millionen Euro für die Aktion bereit. Neben vielen Plakaten auf Münchens Straßen war einer der Hauptevents die Wahl des Radlstars. Die im Video abgebildete Suza, 27 Jahre alt, belegte den zweiten  Platz im Wettbewerb.

In den Medien kommt die Kampagne nicht sehr gut weg. „Das ist plumper Quatsch mit Soße“ titelte die Abendzeitung. Werbung für das Radfahren, eine gute Sache oder ist das Geld besser investiert in den radfahrerfreundlichen Ausbau einer Kreuzung?

Radlhauptstadt München

Radfahrerportraits aus Südafrika

Stan Engelbrecht und Nic Grobler aus Südafrika sind seit Anfang des Jahres auf der Suche nach Radfahrern. Herausgekommen sind einige Dutzend Portraits von Velofahrern aus allen sozialen Schichten Südafrikas. Auffällig ist die tiefe Beziehung der Leute zu ihrem Rad. „My bike is good to me“ ist ein Satz, den man immer wieder von den Portraitierten hört. Das Foto zeigt Frank Mncube am Sunset Beach in Cape Town. Ergänzt wird jedes  Portraits mit einer kleinen Karte, die den Standort des Radfahrers zeigt. Engelbrecht und Grobler werden aus den Radfahrerportraits ein Buch machen, das demnächst erscheint.
Bicycle Portraits – everyday South Africans and their bicycles

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Mehr Fahrradunfälle in Kreisverkehren

In einem Forschungsvorhaben an der Universität Hasselt wurden 148 Kreisverkehre in Belgien untersucht. Ergebnis: Kreuzungen, die in einen Kreisverkehr umgewandelt wurden, führten zu 27% mehr Fahrradunfällen. Die Zahl der scherwiegenden Verletzungen erhöhte sich gar um 45 Prozent. Die Studie ergab, dass Keisverkehre mit begleitendem Radweg eine besonders große Unfallträchtigkeit besitzen, da die Zahl der Unfälle im toten Winkel zunimmt.

Quelle: eltis: Roundabouts increase bike accidents (Belgium)