Auto als Waffe: hohe Haftstrafe

Eine 47-jährige Autofahrerin wurde zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie einen Mountainbiker absichtlich angefahren und lebensgefährlich verletzt hat. Die Staatsanwältin attestierte der Angeklagten einen „unbändigem Vernichtungswillen“, sie habe alles versucht, um den Radfahrer „zur Strecke zu bringen“.

Auf der Heimfahrt von einem Kurzurlaub auf einem Reiterhof war der Angeklagten auf einem schmalen Seeweg ein Fahrradfahrer begegnet, der sich zwischen Auto und Böschung zwängte und dabei den Außenspiegel der Autofahrerin beschädigte. Der Radler fuhr weiter statt anzuhalten, drehte sich kurz um und zeigte den ausgestreckten Mittelfinger. Die Angeklagte wendete und verfolgte den Radfahrer über fast zwei Kilometer, bis sie den Mountainbikefahrer auf einem Schotterweg von hinten rammte. Der 40 Jahre alte Radfahrer stürzte vor das Auto und wurde überrollt. Er erlitt Frakturen im Becken- und Brustkorbbereich, eine Lungenquetschung, Rippenbrüche, starke Kopfverletzungen und überlebte nur mit Glück.

Der Richter am Landgericht Augsburg sagte in der Urteilsbegründung: „Die Angeklagte hat das Auto als Waffe missbraucht“. Die verurteilte Angeklagte ist Ärztin und muss befürchten, dass ihr die Approbation entzogen wird. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Süddeutsche Zeitung: Rache-Fahrt gegen Radfahrer: Fünf Jahre für Ärztin
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12 Gedanken zu „Auto als Waffe: hohe Haftstrafe

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  1. 5 Jahre?! Ist das ein Witz? Die ist nach 2 wieder draußen und der gute Mann kann wahrscheinlich nie wieder richtig laufen. Man kann nur hoffen, dass sie Führerscheinentzug auf Lebenszeit bekommt…

  2. 5 Jahre ist in unserem Rechtssystem vergleichsweise viel.

    Dennoch muss man wohl von einer extremen Dunkelziffer ausgehen. Während die Polizei Bedrohungen mit Waffen durchaus ernst nimmt, werden Bedrohungen mit dem Auto wohl oft als Verkehrsdelikte fehlinterpretiert, somit haben die Täter meist nicht viel zu befürchten, wenn sie nicht so weit gehen wie die Gewalttäterin im vorliegenden Fall.

  3. hm, mal abgesehen davon das 5 Jahre ein Scherz sind…
    Wie schauts mit unterlassener Hilfeleistung etc aus?
    Mit so einer Aktion duerfte der hypokratische Eid ja wohl gebrochen sein…

  4. Bitte? 5 Jährchen für MORDVERSUCH????? Das is ja wohl ein Witz!!!! Und das is dann auch noch ein Durchbruch weil sowas normalerweise gar nicht bestraft oder als Lappalie behandelt wird??? Da sieht man mal wies aussieht. Autofahrerjustiz.

  5. Ich hab’s schon mal woanders geschrieben:
    Wenn das stimmt, was berichtet wird, hätte – überspitzt ausgedrückt – die Polizei das gerne unter „Radrambo stürzt sich vor Pkw“ abgeheftet.

    Ich kann mir gut vorstellen, daß etliche „Unfälle“ abgeheftet werden, bei denen sich eine Absicht nur nicht beweisen lies.
    Allein wenn ich an die Reaktionen von Zuschauern auf Konflikte zwischen Auto- und Radfahrer denke, möchte ich niemals als Radfahrer auf Zeugen angewiesen sein.

    http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Landsberg/Lokalnachrichten/Artikel,-Das-Auto-als-Waffe-benutzt-_arid,2182051_regid,2_puid,2_pageid,4500.html

    http://www.merkur-online.de/nachrichten/bayern/amokfahrt-ammersee-urteil-fuenf-jahre-angeklagte-823149.html

  6. Die Frage ist doch: wie konnte jemand mit einem derart hohen Aggressionspotential und dem Willen bis zum äußersten zu gehen, einen Führerschein erlangen? Für den Radfahrer gillt übrigens: Verursachung eines Verkehrsunfalls mit Fahrerflucht.

  7. Haha, selten so gelacht. Echt. 5 Jahre für so ne Art Mensch der ihr blecherner Schrotthaufen über jedes Lebewesen geht. Lächerlich!

  8. Aussi, deine Frage verstehe ich nicht. Hast du einen Führerschein gemacht?
    Wo soll denn da derzeit irgendeine charakterliche Eignung oder Nicht-Eignung festgestellt werden?

    Würde jemand die hypothetische Frage „Würden Sie einen Radfahrer mit dem Pkw zur Strecke bringen?“ mit Ja beantworten, hätte man die Dummen und (*) zugleich Charakterlosen ausgefiltert. Den Rest aber nicht.

    Außerdem kann ich mir schon vorstellen, daß sich Personen innerhalb Jahrzehnten nach der Prüfung ändern, sei es zum Positiven oder Negativen.

    (*) logisches UND

  9. @Martin: beim LKW-Führerschein ist man da genauer, es finden ab einem gewissen Alter Untersuchungen statt, eher medizinischer Art als psychologischer, aber immerhin, das dient der Sicherheit aller. Interressant wäre zu wissen, ob die besagte Frau ein lebenslanges Fahrverbot auferlegt bekommt, dann könnte sie nämlich (nur) Rad fahren- welch Zynismus.

  10. „“““““““Martin schreibt:
    Mittwoch, 30.06.2010 um 12:06
    Ich kann mir gut vorstellen, daß etliche “Unfälle” abgeheftet werden, bei denen sich eine Absicht nur nicht beweisen lies.
    Allein wenn ich an die Reaktionen von Zuschauern auf Konflikte zwischen Auto- und Radfahrer denke, möchte ich niemals als Radfahrer auf Zeugen angewiesen sein.
    „“““““““““

    Genau diese Erfahrung musste ich bei meinem Busunfall vor ein paar Jahren machen. Bei dem Urteilsspruch damals dachte ich, ich bin im falschen Film.
    http://siggis-seiten.de/Unfallhergang02.gif

  11. Ich habe es vor ein paar Tagen bereits in Foren gelesen. Es ist einfach unfassbar, wie Menschen ausrasten können. Mindestens genauso schlimm ist das milde Urteil. Diese Frau sollte viele…sehr viele Jahre ins Gefängnis gehen. Gerade bei solchen Taten weiß man doch nie, wann sich der nächste Ausraster ereignen würde…

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