Lange Zeit ging es eher schleppend mit der Einrichtung neuer Fahrradstraßen in Berlin voran. Nun gibt es begründete Aussicht, dass noch in diesem Jahr eine weitere Straße zur Fahrradstraße umgewidmet wird. Zur Zeit laufen die Ausschreibungen für eine Umgestaltung der Choriner Straße im Bezirk Pankow, Baubeginn ist voraussichtlich Ende November oder Anfang Dezember. Die Choriner ist etwa einen Kilometer lang und verbindet die Schönhauser Allee mit der Torstraße.
Damit ist zum ersten Mal eine Art „Netz“ von Fahrradstraßen zu erkennen. Bislang sind die wenigen Fahrradstraßen über ganz Berlin verteilt und stehen völlig isoliert voneinander. Mit der neuen Fahrradstraße Choriner (in ihrem südlichen Teil heißt sie Gormannstraße) wird es erstmals möglich sein, von einer Fahrradstraße auf die andere (Linienstraße) zu kommen.
Auf der Choriner Straße werden deutlich größere Fahrradpiktogramme angebracht als auf der Linienstraße. Die neue Fahrradstraße wird deshalb hoffentlich von nicht so vielen Autofahrern als Durchgangsstraße benutzt werden, wie das zum Beispiel in der Linienstraße zur Zeit der Fall ist.

Es gab schon interessantere Nummern der RadZeit. Die neue Ausgabe 5/2010 des Blattes des Berliner ADFC hat den Titel „Radverkehr in Berlin“ und macht neugierig auf die Inhalte. In der Zeitschrift ist dann aber nur ein recht magerer Artikel zur Berliner Radverkehrsstrategie zu finden. Resümee: Schuld an der mangelnden Umsetzung des Radverkehrsprogramms des Senats ist die dünne Personaldecke in den Tiefbauämtern der Bezirke. „Es verwundert also nicht, dass die durchgängige Befahrbarkeit des Innenstadtnetzes, die bis Ende 2006 realisiert werden sollte sowie des Gesamtnetzes bis Ende 2010 länger auf sich warten lassen wird. Auch der Radverkehrsanteil wird bis Ende 2010 nicht auf wie geplant 15 Prozent ansteigen.“ (aus dem Beitrag „Geld ist nicht alles“ auf den Seiten 6 und 7).