Für einen Protest, der so vielfältig ist, wie unsere Erfahrungen, Herkünfte und Generationen. Als notwendige Antwort auf die weltweit zunehmende Bedrohung, Verarmung und Diskriminierung von Frauen* in ihrem ganzen Spektrum – GENUG! der nicht endenden Kriege, geführt von Autokraten gegen Andersdenkende, Menschenrechte, Völkerrecht, Meinungs- und Pressefreiheit . BASTA! an diejenigen, die Klimakatastrophe leugnen, Menschen und Natur ausbeuten und damit unfassbare Reichtümer und Macht anhäufen.Es ist Zeit für ein lautstarkes, gemeinsames ENOUGH! GENUG!Die Geschichte kennt unsere Macht. Hohe Zeit, sie wieder zu nutzen.„
Für den Montag nach dem 8. März sind in Berlin weitere Demonstrationen angemeldet, meist unter dem Motto „Frauenstreiktag“. Die voraussichtlich größte findet unter dem Titel „Globaler Frauen*streik“ zwischen 12 und 18 Uhr am Brandenburger Tor statt mit erwarteten 5.000 Teilnehmerinnen. Man wolle weltweite Bedrohung, Rechtsruck und Angriffe auf Gleichstellungspolitik und Frauenrechte nicht länger hinnehmen.
Am Montag ist auch in diesem Jahr wieder eine Blumenniederlegung am Clara-Zetkin-Denkmal geplant. Das Frauennetz Marzahn-Hellersdorf lädt dazu mit Redebeiträgen von Politiker:innen und Aktivist:innen ein. Aufgrund der aktuellen Umgestaltung des Parks können die Blumen diesmal jedoch nicht direkt am Denkmal niedergelegt werden, sondern nur vor dem Bauzaun.
Wie ein Sprecher der Berliner Polizei rbb|24 sagte, wurde zudem von der Initiative „Töchterkollektiv“ für Montag um 15 Uhr eine Kundgebung am Bebelplatz mit 5.000 erwarteten Teilnehmenden angemeldet.
Sendung: Radioeins vom rbb, 08.03.2026, 11:00 Uhr„
Fahrrad fahren bedeutet Freiheit, Emanzipation und Selbstbestimmung. Deshalb spielt es gerade für FLINTA* Personen im Alltag, Sport und Freizeit eine wichtige Rolle. Zur Zeit wie es scheint mehr denn je. Denn, es ist kaum zu glauben – 2026 die patriarchale Gewalt nimmt zu – wir erleben weltweit einen Backlash.
So wird auch dieses Jahr am 8. März der Purple Ride nicht fehlen, wir setzen ein Zeichen gegen geschlechtsbezogene Diskriminierung im Straßenverkehr, machen sichtbar und erobern uns den öffentlichen Raum!
‚Wir demonstrieren für:
• Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit von FLINTA*
• Gleichberechtigung und selbstbestimmte Mobilität
• Schutz vor patriarchaler und sexualisierter Gewalt
• Eine sichere, gerechte, inklusive Verkehrswende für alle
• Öffentliche Räume, die allen gehören und in denen wir sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein können
• Eine feministische Perspektive auf Mobilität bedeutet: weg von autozentrierter Planung, hin zu Sicherheit, Sichtbarkeit und Teilhabe für alle.
Wer teilnehmen kann: Der Purple Ride ist offen für FLINTA*: Frauen, Lesben, Inter, Non-Binary, Trans-, Agender-Personen.
Weltweit und auch in Deutschland werden Rechte von FLINTA* und queeren Menschen angegriffen. Gleichzeitig verstärken soziale Ungleichheiten und mangelnde Infrastruktur Unsicherheit im öffentlichen Raum. Wir fahren gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft, in der alle frei und ohne Angst leben und unterwegs sein können.
Wir danken den Veranstalter:innen des Purple Ride Berlin – der queerfeministischen Fahrraddemo für FLINTA* am Frauentag in Berlin!‘ ADFC Berlin
12:00 Uhr: Auftaktkundgebung am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg
Antifeministische, sexistische und misogyne Strömumgen wie die der Manosphere, geschlechtsspezifische Desinformation gegen Frauen um sie u.a. aus Führungspositionen zu drängen und Femizide (statistisch jeden Tag eine getötete Frau und mehr als zwei versuchte Tötungen) häufen sich in so hohem Maße, dass nun auch Regierungen sich gezwungen sehen, gezielt Maßnahmen zu ergreifen und Aufklärungsprogramme starten, um gegen dieses strukturelle Problem anzugehen.
So gilt beispielsweise seit 2020 in Kanada die Incel Gewalt als Terrorismus, 2021 wurde in Großbritannien Incel Gewalt in das staatliche Terrorismusprogramm ‚Prevent‘ aufgenommen. Ab September diesen Jahres steht in Englands Schulen für alle Jugendliche von 11 bis 18 Jahren das Thema Frauenfeindlichkeit und Incel-Bewegung verpflichtend auf dem Lehrplan. Hierzu werden Lehrkräfte gezielt geschult um problematisches Verhalten rechtzeitig zu erkennen und reagieren zu können. In Deutschland wurde ab 2020/2021 das Bündnis ‚Gemeinsam gegen Sexismus‚ gegründet und wird vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) gefördert.
Erfreulicherweise gibt es zudem viele weitere Akteur*innen die sich mit gelungenen und professionellen Debatten und Kampagnen sich dem Thema annehmen, immer auch darum bemüht, alle Betroffene mit ins Boot zu holen. Sie klären auf, empowern Frauen und Mädchen wie z.b. der „Woman Action Space“ der Bürgerstiftung Uckermark-Barnim wo Frauen u.a. das Fahrrad fahren erlernen können, andere leisten wertvolle Männer- und Jungen Arbeit, wie beispielsweise hier Fikri Anıl Altıntaş oder Christoph May vom Institut für Kritische Männerforschung. Finanzielle Kürzungen dürfen diese wichtige Arbeit und Schutzräume deshalb nicht gefährden. Denn das alles reicht natürlich nicht und braucht Aufstockung und Unterstützung.
Die Themen Feminismus, Antifeminismus, Sexismus und die Arbeit darum sind keine reine Frauenangelegenheiten, es ist die Sache von allen die eine Gesellschaft ausmachen und zwangsläufig mitgestalten. Es kann nur und muss also eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. So leiden natürlich auch Männer und Jungen unter dem Patriarchat. Viele männliche Jugendliche sind überlastet mit gesellschaftlichen auch ambivalenten Anforderungen, werden oft in ihrer Identiätssuche und Verunsicherung und dem Wunsch nach Sicherheit und Selbstfindung allein gelassen. Und auch viele Männer wollen keine starken, aggressiven, dominanten Alpha’s sein, sind mit dieser Rollenzuschreibung ohnehin überfordert.
Als „Haupttätergruppe“ besetzen Männer in der ganzen Debatte dennoch bemerkenswerte Hauptrollen und dürfen, vielmehr müssen sich deshalb unbedingt angesprochen fühlen und Verantwortung übernehmen. Und sich eben nicht hinter einer falschen und scheinbaren Legitimation von angeblichem Gewohnheitsrecht und Macht des Stärkeren verstecken und dann so tun als ginge es sie nichts an.
Antifeminismus als richtungsweisende Selbstfindung, Dominanz und Andere abwerten als Kompensation darf hier nie die Antwort sein. Wenn jeder dritte Mann in Deutschland ein antifeministisches sexistisches Weltbild hat, immer mehr Kinder schon im Grundschulalter sich misogyn äußern und verhalten, haben wir als Gesellschaft ganz klar ein Demokratieproblem und vor allem einen Auftrag! Denn diese Einstellung spielt auch als Brückenideologie zu anderen Extremismen, z.b. Rechtsextremismus eine bedeutende Rolle, wie u.a. die Amadeu-Antonio-Stiftung betont. Gerade Männer müssen als Teil des Problems ein Bewußtsein dazu entwickeln, sich damit auseinander setzen und Haltung zeigen. Um, und das ist sehr wichtig, auch gute Vorbilder zu sein. Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat das Aufklärungsprojekt ‚Take A Stand Against Antifeminism‚ ins Leben gerufen, in deren Episoden ‚Pinke Pille – Der Antifeministische Monitor‚ sich hierzu umfangreich informiert werden kann.
Von einer feministischen antipatriarchalen und empathischen Gesellschaft profitieren letztendlich Alle. Da wo sich alle Menschen egal welchen Geschlechts sich auf Augenhöhe begegnen, sich gegenseitig respektieren, von einander lernen und sich wertschätzen, gleichberechtigt ihre Leben frei gestalten können, wo Stärke nicht gleich gesetzt wird mit Domminanz und Unterdrückung, gibt es weniger Frust, Wut, Depression und Gewalt. Ein großes bereicherndes Feld an Sichtweisen, kreativer Austausch, Perspektiven, Wissen und Möglichkeiten erschließt sich und eine Erde die gerettet werden kann! Das ist nur möglich wenn auch die anderen 50% der Weltbevölkerung ihr Potential aktiv im vollem Umfang nutzen und einbringen können. Eine diverse, echte gleichberechtigte Gesellschaft bringt weniger Stress, weniger Probleme und Verunsicherungen und einfach mehr Spaß und Bereicherung im Leben für Alle!
Quasi auch aus diesem Grund wurde in der Fahrradbranche das Netzwerk „Women in Cycling Germany“ von mehreren Frauen ins Leben gerufen:
‚Eine Bewegung für Gleichstellung und Mobilitätswandel – Women in Cycling Germany ist ein Netzwerk, das Frauen im Fahrradsektor sichtbarer macht, sie vernetzt und unterstützt. Es setzt sich dafür ein, das Radfahren als Mittel für Gleichstellung, Emanzipation und die Mobilitätswende zu stärken. Über 300 engagierte Expert*innen aus verschiedenen Bereichen arbeiten im Netzwerk daran, Strukturen zu verändern und die Fahrradbranche inklusiver zu gestalten. Gegründet wurde die Initiative im Januar 2024.‘
‚Die Fahrradbranche gilt als wichtiges Standbein der Verkehrswende – doch in den Führungsetagen dominieren Männer. Das Netzwerk Women in Cycling Germany will das ändern. Mitgründerin Isabell Eberlein (Initiatorin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Velokonzept GmbH) sagt: „Mehr Frauen sind nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch des wirtschaftlichen Erfolgs.‘ Wie Frauen aus dem Windschatten der Männer treten/ Andrea Reidl/ Riffreporter
Mit dem selben progressiven Anspruch arbeitet das Unternehmen Velokonzept, das auch die VELOBerlin organisiert und aus dem Women in Cycling Germany entstanden ist. Sie organisiert und leitet Fachveranstaltungen, berät und vernetzt Akteur*innen rund um die Themen Mobilitätswende, Rad- und Fußverkehr.
„Women in Cycling – Die Mobilität ist weiblich
Spätestens seit dem Eintritt von Isabell Eberlein versteht sich Velokonzept maßgeblich auch als Wegbereiterin einer weiblichen und diversen Mobilität: Bereits in den 1990er Jahren hat Ulrike Saade eine Kampagne gestartet, mehr Frauen als Mitarbeiterinnen in Fahrradläden zu gewinnen und Artikel über das frauengerechte Fahrrad geschrieben. Diese Agenda wurde unter der neuen Führung und im Rahmen der Unternehmensnachfolge noch einmal deutlich forciert und strategisch in der Gründung des europäischen Netzwerks Women in Cycling und dem deutschen Kapitel Women in Cycling Germany manifestiert. “ Velokonzept.de
„Die Expertise von velo_konzept umfasst die Leitung von Paneldiskussionen mit Schwerpunkt auf Diversität im Verkehrswesen, kommunale Entwicklungsstrategien, sowie Wirtschaftsgespräche über Innovation und Nachhaltigkeit.“ Velokonzept.de
Zukunftsweisende (Weiter)Entwicklungen sind also Trotz alledem weiterhin auf dem Vormarsch! 🚲 🚴♂️❤️
„Der 8. März, Internationaler Frauentag, war 2019 in Berlin erstmalig gesetzlicher Feiertag. Grölende Frauenhorden, die auf Bierbikes die Straßen unsicher machen, sind seitdem nicht auffällig geworden. Auf unserer Märzrunde zeigen wir Euch Schauplätze und erzählen Euch Geschichten der Emanzipation, der Selbstermächtigung und der Solidarität rund um das Fahrrad, problematisieren aber auch, dass Frauen und FLINTA* nach wie vor geschlechtsbezogener Gewalt und Diskriminierung im Verkehr ausgesetzt sind.
Wir treffen uns ab 17:30 am Falkplatz, (Max-Schmeling-Halle), Berlin Prenzlauer Berg. Es bleibt noch Zeit zum Klönen und um das Fahrrad demogerecht auszustatten. Start der Fahrraddemo ist dann pünktlich um 18:15 Uhr.“ Respect Cycists
Nachdem der ursprüngliche Termin wetterbedingt verschoben werden musste, findet es nun heute statt!
Zahlreiches Erscheinen und auch Fußgänger*innen sind ausdrücklich erwünscht.
Quelle: www.rad-ts.de
Zeit 16:30 Uhr – Treffpunkt ist auf der Monumentenbrücke Nordseite.
‚Die Fahrradstraße Monumentenstraße ist das Ergebnis langen Engagements
Die Umgestaltung der Monumentenstraße zur Fahrradstraße wurde von Verbänden und der Zivilgesellschaft über lange Zeit gefordert, begleitet und unterstützt. Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen, dem Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg und zahlreichen Organisationen und Verbänden hat der ADFC Schöneberg sich für sichere Bedingungen auf dieser wichtigen Ost-West-Verbindung eingesetzt: in Gesprächen mit der Politik, in bezirklichen Gremien, bei Aktionen und Demonstrationen.‘ ADFC Berlin
Die großen Kulleraugen fixieren mich, der Wasserstand erreicht ein kritisches Level. Dann ist es passiert, eine dicke Träne plumpst in den Sand. Ich schlucke und kämpfe ebenfalls mit meinen Gefühlen, bleibe aber unnachgiebig. Mir tut es auch leid, erkläre ich der Dreijährigen. Aber wir müssen solidarische Netzwerke bilden, uns umeinander kümmern, zusammen- und füreinander einstehen! Und vor allem müssen wir die Sache selber in die Hand nehmen, wende ich mich weiter insistierend an die kleine Zukunft im rosa Winter-Overal. Diese schaufelt eilig den Winnie Puuh Eimer randvoll mit Sand und setzt sich dann trotzig drauf.
Bild: Pixabay, Jan. 2026, RAMillu
Mit nun flehenden Unterton argumentiere ich weiter:
Wir gefährden schlitternd unsere Gesundheit, Ärzte warnen vor Radfahren als Unfallrisiko, die Charité Berlin hat sogar einen extra OP-Saal eingerichtet der quasi im Dauerbetrieb ist, während für den Autoverkehr alles getan wird, um unsere Luft weiter zu verpesten und unseren wertvollen Lebensraum zu stehlen!
Von den Diffamierungen und den andauernden Beleidigungen aus Regierungskreisen gegen dich, mich, deine Eltern – quasi gegen alle die sich nicht in millionen- und tonnenschweren SUV’s, völlig vom Herrschaftswahn benebelt durch unsere Städte und Landschaften walzen zu ihrem nächsten Geschäftstermin mit ultrarechten anderen benebelten Schwerreichen – will ich erst gar nicht anfangen!
Und! – Deine Oma hat Lagerkoller und will endlich mal wieder raus! Sonst kann sie dir keine Schoki zustecken, also los jetzt hoch mit dir! Wenn die Politik nicht tätig wird, obwohl ganz klar die Mehrheit die Verkehrswende will, müssen wir handeln!
Die Kinnlade klappt runter und ein erschrecktes Einatmen geht durch den kleinen Körper.
Genau! – Also wir streuen die Geh- und Radwege jetzt in Eigeninitiative und dafür brauchen wir deinen Sandkasten! Wenn wir fertig sind und der Sandkasten leer ist, schicken wir dem Senat eine saftige Rechnung!
Nach einigen Sekunden Bedenkzeit steht sie auf, reckt die Schaufel in die Luft und ruft laut – Oma!
Bild: Pexels Jan. 2026, Vinius A. Nascimento
Bei aller Fiktion und ja.. die Spielplätze und Sandkästen sind derzeit ziemlich verwaist, ist der Wahrheitsgehalt hier dennoch erschreckend hoch. Was die Fahrrad- und Fußwege angeht, der Winter mit Eis und Glätte ist bald vorbei. Viele werden jedoch darüber hinaus ihre Knochenbrüche weiter kurieren müssen. Währe vermeidbar gewesen, läge der Fokus des Winterdienstes und der Politik nicht hauptsächlich auf die Betreuung der Auto-Straßen auf dem hauptsächlich nur der Individualverkehr unterwegs ist. Schlimm ist es auch, dass viele ältere Leute und Leute mit Behinderungen seit einer ganzen Weile schon, sich nicht mehr hinaus trauen. Es ist schlichtweg zu unsicher und gefährlich für sie. Hauptsache wir übernehmen in diesen Zeiten der sozialen Kälte nicht die aggressive Sprache der führenden Politiker, widersetzen uns ihrem Rollback und sind im Gegensatz dazu füreinander da.
‚Radfahren in der Schöne↯꩜☠↯!berger Straße ist lebensgefährlich, insbesondere an der Kreuzung mit der Alboinstrasse, wo sich der Radverkehr unter Gefahr in den Fließverkehr einfädeln muss. Die mitgenutzten Busspuren enden dort nämlich abrupt, direkt an der Autobahn Auf- und Abfahrt. (Lebensgefährlich für Radfahrende, wie kürzlich der Tod eines Radfahrers an der Oberlandstraße auf tragische Weise gezeigt hat.) Lasst uns gemeinsam die Schöne↯꩜☠↯!berger Straße befahren und den Radweg einfordern! Denn wir haben nicht vergessen, dass es ein Mobilitätsgesetz gibt, einen Radverkehrsplan und ein Radvorrangnetz, zu dem die Schöne↯꩜☠↯!berger Straße gehört!‘ (Respect Cyclists e.V. Alle vollständigen Infos Hier!)
und zur Arbeit! Zur Zeit lassen wir unsere Fahrräder stehen und schlittern sportiv auf Schlittschuhen zur Schicht! Streusand soll zwar hervorragende ökologische und abstumpfende Eigenschaften haben. Aber das wäre ja sinnlose Verschwendung. Wieso das Potential der spiegelglatt vereisten Fahrrad- und Gehwege nicht effizient nutzen? Machen wir das beste draus – Yeah!
Das sah der zuerst schiebende, dann mit samt Fahrrad wegrutschende Lieferando Kurrier vor mir vermutlich nicht so optimistisch, genausowenig die Oma die halb gleitend im Tippelschritt versuchte ein rettendendes Geländer zu erreichen. Die Spielverderberin kann schließlich auch auf der Straße laufen, die sind nämlich komplett eisfrei!
‚Machtverhältnisse sollen klargestellt werden.. Sprache der Macht lernen usw.‘ wie es jüngst aus Regierungskreisen tönt. Das erleben wir auch deutlich auf den Straßen – Autos werden bevorzugt. Während die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmende nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Patriarchat läßt grüßen!
‚Das Auto ist eine Forterzählung der patriarchalen Geschichte.‚ Ein falsches Verständnis von Männlichkeit ist der Grund für die Fixierung aufs Auto. Und so steckt auch die Verkehrswende fest.‘ Wirtschaftswissenschaftler & Jungen- und Männerberater Boris von Heesen/falter.at
So meint auch Nanja Boenisch/Artikel taz: ‚Wenn Menschen aber schlicht nicht die Wahl haben, sicher mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen, ist das nicht nur ungerecht. Es führt auch die Verkehrswende, Baustein im Kampf gegen die Klimakrise, wortwörtlich aufs Glatteis.‘
Um so schöner wenn das Recht auf Gleichberechtigung erfolgreich erkämpft wurde. Wie zum Beispiel die Monumentenstraße die nun fertig gestellt, eine Fahrradstraße ist! Das wurde auch mal Zeit!
Falls ihr euch schon immer mal ein Paripa Fahrrad live anschauen wolltet aber es nicht bis nach Kreuzberg geschafft habt, gibt es jetzt eine Gelegenheit!
Walthers Buchladen in der Bismarckstr. 71 in Steglitz ist ein kleiner feiner Buchladen mit ausgesuchtem Sortiment an Belletristik, Kriminalromanen, Sachbüchern, Bilderbüchern, Kinder- und Jugendliteratur sowie Graphic Novel.
Netterweise haben sie eines unserer Fahrräder für ihre Schaufenster Dekoration verwendet.
Falls ihr also in Steglitz oder drumherum unterwegs seid, schaut vorbei, es lohnt sich schon wegen der guten Bücherauswahl ;).
Fahrrad fahren, auch im Winter mit Schnee, Eis und knackigen minus Temperaturen könnte so schön sein! Wie in Oulu – europäische Kulturhauptstadt 2026! Oulu wird in Finland auch die Winterfahrradhauptstadt genannt. Ob zur Schule, zur Arbeit, zum Einkaufen oder einfach nur von A nach B: in Oulu ist Radfahren auch bei -20 Grad üblich!
from Pexels 2026: Oulu Art Merikotka
Interessant und großartig ist, wie scheinbar selbstverständlich hier der Fokus auf den Ausbau und Erhalt der Fahrradinfrastruktur gelegt wird. Immer mit Einbeziehung der Bürger*innen. Das ganze Jahr über und vor allem im Winter kann Oulu auf sichere, funktionierende Fahrradwege stolz sein. Der erste Strategieplan zur Umsetzung einer Fahrrad zentrierten Stadt kam 1969 auf den Tisch. Dieser sah vor, den Fuß- und Radverkehr in der Stadtplanung gleichwertig zu behandeln. Deshalb können sich dort auch Radfahrende und zu Fuß Gehende immer auf einen funktionierenden Winterdienst verlassen.
Heute ist das Radwegenetz über 950km lang und verläuft überwiegend getrennt vom Autoverkehr. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Mauri Myllylä, Pionier des Radwegesystems in Oulu, hatte nach einem Aufenthalt in den USA und den dort gemachten Erfahrungen der massiven Bevorzugung des Autoverkehrs den Impuls es in Oulu anders zu machen.
Als Stadtplaner in Oulu den 1960er Jahren angestellt legte er den Grundstein für das heutige Radwegenetz in Oulu:
‚So entstand die Idee eines gut befahrbaren Radwegenetzes, abgetrennt vom motorisierten Verkehr. Mit Wegen, breit genug, um im Winter von Traktoren geräumt zu werden.‘ (Isabel Scherer: Bericht aus Drahtesel Magazin)
Und so wurde es!
‚Oulu hat es also geschafft aus der eher sportlichen und nischigen Winteraktivität etwas Alltägliches und Soziales zu machen, das für jeden geeignet ist – nicht nur für diejenigen, die „fit“ und „hart im Nehmen“ sind.‘ (Isabel Scherer)
‚Gute Infrastruktur und starke Winterwartung‚, geben die Verkehrsplaner in Oulu als Antwort auf die Frage des Erfolgs an. Isabel Scherer „Die Radkultur Ihrer Stadt gestalten“
Zuerst brauchte es allerdings bei den Verantwortlichen in der Verwaltung die Einsicht und den Willen. Diese Grundlage fehlt vielerorts schlichtweg.
Die Stadtplaner*innen von Oulu teilen bis heute ihre Expertisen in Form von Schulungen, internationalem Austausch und Konferenzen. Die Teilnehmenden, z.B. Verwaltungsangestellte für Verkehr anderer Länder und Städte holen sich dort das nötige Knowhow und jede Menge Motivation ab. Denn es ist durchaus möglich, mit Berücksichtigung der lokalen Begebenheiten überall eine erfolgreiche Fahrrad Infrastruktur aufzubauen.
‚Wenn Kommunen ihren Einfluss bei der Gestaltung der Mobilitätskultur erkennen und kooperative, zukunftsorientierte Anstrengungen priorisieren, legen sie den Grundstein für langfristigen Erfolg.‚
In einem erarbeiteten Funktionsdreieck, nennt die Autorin (Isabel Scherer) als Schlüsselkomponenten:
‚● Urbane Materialitäten – die physische Umgebung, einschließlich Infrastruktur und Winterpflege.
● Planungspraktiken – die Organisationsstruktur der Gemeinde, einschließlich Priorisierung, Finanzierung und politischer Unterstützung.
● Bedeutungen des Radfahrens – die Werte und die kulturelle Bedeutung des Radfahrens in der Stadt, einschließlich der Frage, ob Radfahren eine tief verwurzelte Geschichte in der Gemeinde hat.‘
Diese Merkmale beeinflussen und bedingen sich stark gegenseitig. Eine hohe Relevanz dabei haben die Macher*innen und Akteure.
Die dringende Frage hierzulande bleibt zur Zeit warum denn eigentlich die Fahrradwege bei Eis und Schnee nicht oder kaum geräumt werden. Nicht zuletzt geht damit auch ein erhebliches Unfallrisiko einher, das traurigerweise offenbar in Kauf genommen wird. Denn eigentlich gibt es klare Verantwortlichkeiten, zudem versprochene längst ausgearbeitete Konzepte, auch die zum Straßennetz gehörenden Fahrradwege im Winter zuverlässig zu betreuen.
‚Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat indes am Dienstag bemängelt, dass auch Berlins Radwege nicht ausreichend geräumt würden. Nach Angaben des Verbands werde der Radverkehr durch den Berliner Senat trotz eines neuen Winterdienstkonzepts behindert. Dieses Konzept sehe vor, dass Radwege mit derselben Priorität geräumt werden wie Straßen für den Autoverkehr. Die unzureichende Räumung der Radwege bezeichnet der Verband als unverantwortlich.‘ (rbb24.de Strenger Frost und Schneereste)
Was im Autoverkehr undenkbar wäre, müssen Radfahrende in Berlin seit Jahrzehnten und mindestens noch den kommenden Winter 2025/26 ertragen: Radwege werden nicht konsequent geräumt. Und dass, obwohl der Senat im Januar 2025 den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes entsprechend ein neues Konzept für den Winterdienst vorgestellt hat.‘ (ADFC Winterdienst-Check)
Changing Cities mit einer Foto Dokumentation von betroffenen Fahrradwegen:
‚Bis Ende 2022 hätte ein Winterdienstkonzept durch die Senatsverwaltung erstellt werden müssen. Da dieses bis heute nicht existiert, gelten noch die 10-15 Jahre alten Pläne, die Fuß- und Radverkehr nicht als „richtigen” Verkehr einstufen. Das Räumen dieser Wege wird einfach nicht priorisiert. Dabei werden in Berlin 34 Prozent der Wege zu Fuß und 18 Prozent der Wege mit Rad zurückgelegt – und alle anderen, die ÖPNV und Kfz nutzen, nutzen ja auch die Fußwege.‚ (Changing Cities – kaum Winterdienst)
Aktion – Der ADFC ruft deshalb zum Winterdienst-Check auf:
‚Mit dem ADFC-Winterdienst-Check wollen wir Beispiele sammeln und zeigen, wie drängend die Räumung der Radwege ist‘.
‚Schneefall und Eis? Temperaturen unter Null? Mach mit!
Dokumentiere Stellen mit guter oder schlechter Räum-Situation mit Foto, Datum, Uhrzeit, genauer Verortung und Beschreibung der Situation.
Schicke uns Foto, Datum, Uhrzeit und Verortung (Pin/Screenshot/Straße mit Hausnr.) per Mail an winter [at] adfc-berlin.de.
Wir tragen die Punkte auf der untenstehenden Karte ein.
Nach Tagen immer noch nicht geräumt? → Schick uns gerne auch follow-up-Fotos bereits dokumentierte Stellen, sodass wir auch den Verlauf der Räumsituation dokumentieren.‘
Interessant dazu, wieder mit einem Blick ins Ausland: Eine Freundin in Schweden berichtete mir, in ihrer Stadt (Umeå) werden bestimmte Fahrradwege zuverlässig geräumt und bleiben befahrbar. Auf einer Onlinekarte kann sie sich die jeweils aktuell geräumten Strecken anzeigen lassen.
So, und wer jetzt noch Lust hat, auf ein gepflegtes und einschläferndes Bürokratiedeutsch: Hier ist die Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Lars Düsterhöft (SPD ) zum Thema vom letzten Jahr :
Grobes Fazit der offiziellen Statements zum fehlenden Winterdienst für Fahrradwege:
Nur offiziell ausgewiesene für die BSR Fahrzeuge befahrbaren Radwege werden geräumt, Enteisungsmittel wie sie auf PKW Straßen zum Einsatz kommen, werden auf Radwegen aus Gründen des Umweltschutzes, wegen angrenzenden Grünflächen nicht verwendet. Sowieso sind diese verboten und kommen nur in Extremfällen zum Einsatz. Die gleichwertige Priorisierung des Winterdienstes für Radwege aufgrund von Unfällen und zur Unfallvermeidung, wird nicht anerkannt, da dazu keine oder unzureichenden Daten vorliegen.
Weitere Vermutungen wären, kein Bock und wie immer als wertvolles Mitglied der Gemeinheit: Auto hat Vorrang.
>> Komplex und teuer << ist zur Zeit vor allem die Lage in den Kliniken und in den Notaufnahmen. Zeitweise war sogar von einem ‚Massenanfall von Verletzten‘ die Rede, ‚wirklich am Anschlag‚ so das Unfallkrankenhaus in Berlin.
‚Wie eine Sprecherin der rbb24 Abendschau mitteilte, mussten vor allem Brüche behandelt werden, aber auch Platzwunden sowie Schädel-Hirn-Traumata. Unter den Betroffenen seien viele Radfahrer.‘ rbb24 28.12.25
Angesichts der hohen Zahl an Unfällen ist die Aussage, die Aufstockung von Ressourcen wäre unverhältnismäßig für nur „einige wenige Schneetage im Jahr“, kaum nachvollziehbar. Die vielen Verletzten, teils Schwerverletzen hätten also quasi keine Bedeutung und es gäbe kein Grund zum Handeln.
Ab jetzt gilt es die Nummer der Ordnungsämter in der Kurzwahltaste bereit zu halten: Denn zur Verantwortung gezogen und zum Handeln werden nun ausdrücklich die Bürger*innen aufgerufen 👉
Am besten bevor du ausrutscht und dir den Arm brichst oder Schlimmeres, die BSR rät 👉 ‚Hinweise zu fehlendem oder unzureichendem Winterdienst sind unverzüglich nach Feststellung an das jeweilige Ordnungsamt zu richten.‘ (Die Zeit 10.01.26)
Na dann – wäre die Sache mit der zuständigen Verantwortlichkeit ja geklärt.
Das Bild zeigt die zugeparkte Ladezone vor unserem Geschäft und zusätzlich den nicht geräumten und völlig vereisten Radweg. Auf dem Weg zur Arbeit heute morgen war kein einziger der von der Straße separierten Radwege geräumt.
Wenn wir daran etwas ändern wollen müssen wir wohl selber aktiv werden.
Wir werden daher ab 9. Januar Unterschriften für den Verkehrsentscheid sammeln.
Wenn du Interesse hast dich an dem Volksentscheid für eine lebenswerte Stadt zu beteiligen, es gibt hier bei uns um die Ecke schon diese Woche Gelegenheit dazu:
Onboarding und Plenum,08. Januar: Aquarium (Admiralsstraße 1-2, 10999 Berlin). Onboarding für alle Neuen und die, die aktiv werden wollen ab 18 Uhr, offenes Plenum für alle ab 19 Uhr.
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