Fahrradparkhaus in Potsdam eröffnet

Am Nordausgang des Potsdamer Hauptbahnhofes wird heute ein Parkhaus für 550 Fahrräder eröffnet. Es befindet sich auf einer Ebene der Auto-Tiefgarage am Hauptbahnhof und hat etwa 645 000 Euro gekostet. Davon übernahm das Land 440 000 Euro, der Rest wurde von der Stadt Potsdam getragen.

Im Parkhaus befinden sich
– 548 Fahrradstellplätze
– 9 Stellplätze für Sonderräder (Tandem, Dreirad, Lastenrad)
– 2 x 3 E-Bike Ladeschränke (verschließbar)
– 17 x 3 Schließfachmodule.

Im Fahrradparkhaus wird es auch eine Fahrradwerkstatt geben. Das Fahrradparken kostet einen Euro pro Tag, ein Ticket kann am Automaten gezogen werden. Dauerparker zahlen 10 Euro im Monat.

Neben dem seit zwei Jahren offenen Fahrradparkhaus in Bernau ist Potsdam der zweite Standort mit Fahrradparkhaus im Berliner Umland. Berlin hat noch kein einziges, obwohl Bedarf für mindestens ein Dutzend Parkhäuser besteht. Immerhin diskutiert man bereits die Errichtung von Fahrradparkhäusern am S+U-Bahnhof Pankow sowie am Ostkreuz.

Märkische Allgemeine: Potsdam bekommt 550 Fahrrad-Parkplätze
Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: Fahrradparkhaus in Potsdam fertig

Update 1. Dezember 2015: In einer früheren Version dieses Beitrags waren die Baukosten des Fahrradparkhauses auf 800 000 Euro beziffert worden.

18 Gedanken zu „Fahrradparkhaus in Potsdam eröffnet

Kommentare-Feed
  1. Da fehlt ein K im Titel. Diesen Klugscheiss-Kommentar könnt ihr gerne löschen.

  2. Hm, habs auch gerade auf NRVP gesehen, da war das Parkhaus allerdings billiger: 645.000,-

    http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/neuigkeiten/news.php?id=4846

    Spielt aber keine Geige, jeder Euro in den Radverkehr kommt zurück. Wenn ich mir dagegen die ganzen leeren Dosen-Parkhäuser anschaue…

  3. @Michael S:

    Parkhäuser werden nur genutzt, wenn Parken überall teurer oder schlichtweg nicht erlaubt ist, in der Schweiz z.b. mit nahezu kompletter Parkraumbewirtschaftung in den Städten funktionieren Parkhäuser recht gut. So zumindest seinerzeit mein Eindruck aus Lausanne und Montreux.

  4. Ja, läuft in Wien auch sehr gut. Auf der Veranstaltung vor ein paar Jahren in der niederländischen Botschaft zum Radverkehr meinte ein Senatsvertreter, kommerziell betriebene Parkhäuser würden in Berlin nicht laufen. Kein Wunder, wenn man überall umsonst oder billig parken kann. Das ist so krass, alles wird mit nem Preisschild versehen, aber Parkplätze sind davon ausgenommen.

  5. Wenn man Berlin mit der Bahn – egal in welche Richtung – verlässt, findet man an nahezu jedem Regionalbahnhof große Flächen für den Park&Ride-Verkehr. Innerhalb der Stadtgrenzen Berlins gibt es derzeit 44 Park and Ride-Anlagen mit ca. 5.140 Stellplätzen. In Brandenburg bestehen an 116 Bahnhöfen und Stationen ca. 22.000 P+R-Plätze. Die durchschnittlichen Kosten für einen Parkplatz liegen bei etwa 10.000 Euro.

    Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: Park and Ride

    Auch der von Jahr zu Jahr entstehende Aufwand für Pflege und Unterhalt der Park and Ride Plätze ist hoch. Macht ja auch Sinn, weil das hilft, Verkehre in der Metropole und Durchgangsverkehre in brandenburgischen Städten zu vermeiden.

    Verglichen damit sind die Kosten für Fahrradparkhäuser verschwindend gering. Addiert man die Investitionen für die Parkhäuser in Bernau (1,7 Millionen Euro) und Potsdam (440.000 Euro), dann kommt man auf 2.140.000,- €, eine Summe, die ausreicht, um 214 P+R-Plätze zu errichten. Im Sinne der Gerechtigkeit zwischen den Verkehren gibt es deshalb einen großen Nachholbedarf für Fahrradparkhäuser, am besten an nahezu jedem größeren Kreuzungsbahnhof in Berlin und im Umland.

  6. Mal aus echtem Interesse gefragt, da es mich persönlich noch nie in ein Fahrradparkhaus verschlagen hat: Wie wird eigentlich sichergestellt, daß man die Bude nicht mit einer alten Möhre betritt und dann mit einer hochwertig(er)en Möhren wieder herausgeht? Oder sich sozusagen im Vorbeigehen von anderen Rädern etwas abschraubt?

  7. Im Amsterdam wird das so geregelt, dass man ein Papierticket bekommt. Einen Teil klebt man ans Fahrrad, den anderen behält man wie eine Garderobenmarke. Umkleben an ein anderes Fahrrad funktioniert nicht, dann zerreißt das Teil. Rumschrauben kann man natürlich schon, aber angesichts Bewachung und Publikumsverkehr könnte das recht schnell zu Nachfragen führen.
    Was ich in Amsterdam interessant fand, war das Preiskonzept: Die erste „Übernachtung“ ist kostenlos, die zweite kostet 1 € und dann wird es zunehmend teurer, so dass Dauerparken verhindert wird.

  8. Joa, ein Bild sagt mehr als 100 Worte, oder so. 😉 Also eine Unterbringung, wo man besser nichts am Rad beläßt, was nicht wirklich fest und sicher angeschraubt ist.

    @Joachim: Das mit den 2.-teiligen Zetteln ist ja schonmal kein ganz schlechter Anfang. Auch ist die Bepreisung so auch deutlich attraktiver wenn man z.B. nur etwas Einkaufen gehen möchte.

    Bleibt aber das Problem beim häufig mitgeführtem Gerödel, also Taschen in denen ja gerne bereits etwas drin ist. Für Kurzzeitparker mit bereits teilgefüllten Taschen, fände ich daher Abstellboxen, auch in einem Fahrradparkhaus eine nochmalige Attraktivitätssteigerung, um von dem Theater mit dem „Taschen dürfen nicht mit ins Geschäft genommen werden“, oder an der Kasse „bitte einmal die Tasche öffnen, oh da ist aber viel drin, bitte einmal alles ausräumen…“ wegzukommen, was mich, ehrlich gesagt, sehr vor jedwedem Offline Einkaufsbummel in einer Innenstadt abschreckt.

  9. Die Boxen werden doch oben genannt: „17 x 3 Schließfachmodule“ Kenne ich auch aus anderen Radparkhäusern.

    Nur mal so am Rande gefragt: Wo lebst du denn, dass du solche Probleme mit dem „Offline Einkaufsbummel“ hast? Ich kann mich nicht erinnern, je in meinem Leben irgendwo den Rucksack geöffnet zu haben und nur sehr selten war ich genötigt, ihn in ein Schließfach zu packen (von Bibliotheken oder ähnlichem mal abgesehen). Mag ja alles noch anders werden, wenn die Hysterie zunimmt.

  10. Och, das hab ich mehrfach in Baumärkten, aber auch großen Fahrradläden erlebt. In Supermärkten ist das mal so und mal so und vom Mediamärkischen und Artverwandten will ich mal lieber erst gar nicht anfangen.

    Wenn man bei Rose in Bocholt reinkommt, geht man ja zuerst an der Security Fachkraft vorbei und dann ist direkt rechts an der Wand eine Vielzahl von Schließfächern und man wird durchaus auch höflich gebeten selbige auch für die Taschen zu benutzen, was aber auch angenehm ist, denn bei dem Gewummel und dann noch die Radtaschen in der Hand, das macht wenig Spaß.

    Vor vielen Jahren, als Sine in Bielefeld noch Bicycles war, sind inzwischen so 15 Jahre?, ging das aber auch schon los. 65km Fahren, rein in den laden und direkt angepflaumt werden, die Taschen müssten aber eingeschlossen werden, was ja aber schon eine Art Fortschritt war, denn anderswo „durfte“ man sie einfach nur lose abgeben.

    Als ich das letzte Mal beim Rose Lagerverkauf war, hatten sie in den Räumlichkeiten noch keine Schließfächer und stattdessen einige Kisten und die Security Fachkraft hatte NULL Peilung wer sich dann da welche bzw. wessen Tasche aus dem Haufen holte… Nach meiner Beschwerde Email hat sich dann gottseidank direkt geändert.

  11. Fahrradparkhäuser haben m.E. aber auch Nachteile. Das geniale am Radfahren ist, dass es einfach, unkompliziert u. schnell ist. Als Radfahrer ist man es gewöhnt, in sekundenschnelle sein Rad loszuwerden. Ich würde ein Parkhaus nur nutzen wenn es im Umkreis keinerlei Möglichkeit zur Abstellung gibt, oder das Suchen mehrere Minuten dauert (also der Aufwand draußen größer ist). Wenn ein Großteil des öffentlichen Raums nicht für KFZ Stellplätze reserviert wäre, gäbe es fast überall ausreichend Stellfläche.
    Wenn z.B. am Münchner Hbf mal ein Radlparkhaus gebaut werden sollte, könnte das bedeuten, dass man je nach Richtung aus der man kommt einen großen Umweg in Kauf nehmen muss. Am Hbf gibt es 5 Eingänge die alle weit auseinander liegen. Es wird sicher nur ein Radlparkhaus geben. Und es wird dann auch dazu führen, dass es an der Oberfläche (bzw draußen) immer mehr Abstellverbote geben wird, mit dem Hinweis, es gibt ja das Parkhaus. Also Radlparkhäuser nur wenn sich die „Abstellwiderstände“ dadurch nicht erhöhen.
    Schön wären witterungssichere Parkmöglichkeiten für Lastenräder, Radl mit Kinderanhängern und diese dreirädrigen Kindertransportradl in Wohngebieten.

  12. Ja, eine gewisse Anzahl überdachter Stellplätze in jeder Straße wäre sicher das Optimum. Ein Parkhaus macht tatsächlich nur Sinn, wenn das Ziel in unmittelbarer Nähe liegt, was bei Bahnhöfen aber leicht gegeben sein kann. Eine Monatskarte wäre z.B. für diejenigen, die mit Bahn / S-Bahn nach Potsdam fahren und weiter zur Arbeit radeln,eine gute Investition.

    Man muss eben vieles gleichzeitig anbieten – Fahrradparkhäuser an Knotenpunkten, sicheres Parken in der Fläche und Mietradangebote, welche manches dieser Probleme (sicheres Abstellen, Mitnahme in der Bahn) auch verringern können.

  13. sehe ich auch so, Christoph. Würde ich „park and ride“ mit dem Rad machen, dann hätte ich mir ein Brompton angelacht. 7 Sekunden zum bahntauglichen einklappen ist unschlagebar, am Ziel kann man damit dann gleich weiterrollern.

    Mir würden statt Fahrradparkhausbauten oft schon gute Bügel zum Anschließen auch von Lastenrädern reichen, die aber sollte es viel öfter geben! das wird absolut vernachlässigt. Selbst Luxus-Büros bieten einem immer noch die Felgenkneifer an, irgendwo hinter der Laderampe, von weißen Sprinter und überzähligen Groß-SUVs zugeparkt.

    Oder einkaufen – nur mal als Beispiel: An der 90er Lädenansammlung „Neue Welt“ (Bauhaus, Edeka, DM & Co.) in Kreuzberg/Neukölln gibt es nicht einmal eine benutzbare Zufahrt für Radfahrer. Autoschranken mit Kinnhakenfunktion und gefühlt 1,50m Platz für Fußgänger. Dann kommt ein Riesenparkplatz in bester Lage mit Plätzen bis 3 m vor den Geschäften PLUS Parkhaus, das natürlich keiner nutzt. Dazu kommen gefährliche Zebrastreifen und Kfz-Führungen hinter Sichthindernissen sowie durchgängige Bremsschwellen.

    Zuständig ist da keiner, der Hausmeister, mit dem ich sprach, ist selbst Radfahrer und frustriert. Das „Center-Management“ so weit es eins gibt, denkt offenbar, echte Kunden sind nur Autofahrer. Das Gegenteil ist der Fall. Zahl ich halt bei Bio Company auch mal 50% mehr, da kann ich mein Lastenrad parken. Wir radeln ja nicht aus Armut…welcome to 2015.

    DM, Edeka angeschrieben, keinerlei Antwort. Da ist einfach Null Bewusstsein.

    Oder der Kottbuser Damm mit seinen „kundenstoppern“ und 3fach Felgenkneifern. Nur die Bio Company machts da richtig. (Ich mag Gentrification, lieber Alfons, da bewegt sich was. Kannste vorm Spielcasino in in Reinickendorf lange drauf warten. Die Unterschicht fährt Groß-SUV oder Altbenz, je nach Möglichkeit, so ist das nun mal in Berlin.)

  14. Also ganz ehrlich in Hamburg könnten wir solche Dinger auch mal gebrauchen. An den großen Bahnhöfen kriegt man sein Fahrrad kaum noch abgestellt. Von der Sicherheit ganz zu schweigen.

    Hamburg ist sowieso noch ziemlich „Radfahrunfreundlich“, soll sich aber laut Politik bald ändern. Ich bin gespannt… vielleicht kriegen wir dann auch so ein Fahrradparkhaus 🙂

  15. @ Michael S.

    1.Vielen Dank für den Link zum Nationalen Radverkehrsplan. Diese Seite kannte ich noch gar nicht. Mein erster Besuch dort hat mit immerhin die
    wesentliche Erkenntnis eingebracht, dass der Herr Staatssekretär Gaebler
    am 17.11. in der Gaußstraße einen Strich eingeweiht hat (wenn der denn sonst keine Sorgen hat?!). In seiner Pressemitteilung hat er allerdings vergessen zu erwähnen, dass dieser Strich nur eine weiterer Beitrag zum
    Berliner Radverkehrsflickwerk ist, denn um zu seinem Strich zu gelangen,
    muss ich längs der Sickingenstraße über einen trostlosen Radweg rumpeln
    und in der weiterführenden Olbersstraße ist dem Herrn Gabler dann auch die Farbe ausgegangen.

    2.Deine Äußerung zur Kostenpflicht von Fahrradparkplätzen halte ich für bedenklich. Da werden die Gaeblers in der Stadt ganz hellhörig und schwups, sind alle Abschließen (Laternenpfähle,Straßenschilder,Bauzäune u.ä) gebührenpflichtig. Das ist ähnlich, wie mit dem Pinkeln. Dieses Geschäft war ehedem, als Bestandteil der öffentlichen
    Daseinsvorsorge, gebührenfrei. in den wenigen verbliebenen öffentlichen Bedürfnissanstalten geht´s heute nur noch gegen Cash. Der nächste Schritt zur gebührenbelegten Atemluft ist dann nicht mehr weit.

  16. 1200 Schleifen pro Stellplatz? Ist das nicht ein bisschen billig? Bei dem Preis pro Stellplatz müssten diese Art Parkhäuser ja ein jeder ÖPNV-Station aus dem Boden sprießen …

  17. Ich finde die Fahrradparkhäuser eine gute Idee. Somit sind die Fahrräder weitestgehend sicher vor Diestahl und behindern keine Fusswege, wenn sie dort in Massen abgestellt werden.

    In den Niederlanden sind diese Rad-Parkhäuser kostenlos! Allerdings wird das Fahrrad versteigert, wenn es nicht nach 10 Tagen abgeholt wird.

    LG

  18. Die Idee hinter den Fahrradparkhäusern finde ich auch grundsätzlich eigentlich sehr gut muss ich sagen! Vor allem in größeren Städten, wo viele Fahrräder auf einem Fleck stehen, kommt es häufig zu Fahrraddiebstählen oder zu Randalierungen. Ein Parkhaus würde hier Sicherheit schaffen.

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