Bike War Berlin

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Habt ihr noch Fahrradleichen im Keller? Jetzt gibt es die Chance sie als Bike-Zombies wiederauferstehen zu lassen! Am 31. Mai findet in der Køpi in Berlin ein Materialtest der besonderen Art statt: Bike War! Hell on Wheels, aufgemotze zwei und mehrrädrige pedalgetriebene Fahrzeuge und ihre todesmutigen FahrerInnen treten gegeneinander an. Gewonnen hat wessen Fahrzeug am Ende fahrtüchtig bleibt. Das Photo stammt von einer ähnlichen Veranstaltung in New York City.
Bike War Berlin

Barloworld-Rennfahrer Ryan Cox ist tot

Ryan CoxVöllig überraschend ist vorgestern der südafrikanische Radrennfahrer Ryan Cox im Alter von 28 Jahren gestorben. Cox war vor drei Wochen an der Arterie im Bein operiert worden; die Komplikationen infolge der Gefäßverletzung führten am Mittwoch zu seinem Tod.

Ryan Cox begann seine Karriere 2000 beim Radsport-Team Amore e Vita. Nach einem Jahr wechselte er zum Team Cologne, wo er zwei Jahre fuhr. Seit 2003 fuhr Cox für das britische Professional Continental Team Barloworld. Sein erfolgreichstes Jahr hatte er 2005. Erst gewann er die Gesamtwertung der Tour de Langkawi und später wurde er dann noch südafrikanischer Straßenmeister. In der abschließenden Gesamtwertung der UCI Africa und Asia Tour wurde er jeweils Zweiter. Das Foto zeigt Ryan Cox bei dem Radrennen „Rund um den Henninger Turm“.

Homepage von Ryan Cox
Wikipedia über Ryan Cox
Photo: Wikipedia

Keine Tour de France bei ARD und ZDF

Die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF steigen vorläufig aus der Tour-de-France-Berichterstattung aus, nachdem der Telekom-Radfahrer Patrik Sinkewitz am 8. Juni  in einer A-Probe der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada positiv getestet wurde. Nach Bericht von Spiegel-Online soll der Boykott solange anhalten, bis die Angelegenheit geklärt sei.

Tour-de-France-Apotheke: Amphetamin

Amphetamin ist eine synthetische Substanz, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts vom Chemiker Lazar Edeleanu gefunden wurde.

Amphetamin ist ein sogenanntes Sympathomimetikum, das heißt es wirkt stimulierend auf den Sympathikus ein. Im Gehirn bewirkt Amphetamin die Ausschüttung und Wiederaufnahmehemmung von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, dadurch ergibt sich eine enorm hohe Konzentration dieser 3 Neurotransmitter bzw. Hormone. Durch Amphetamin werden Kraft, Schnelligkeit sowie die Libido gesteigert, Gefühle wie Hunger, Durst, Müdigkeit und Schmerzen werden ausgeschaltet. Diese Eigenschaften machen Amphetamin zu einem idealen Dopingmittel für Radrennfahrer.

Bis 1939 war Amphetamin in Deutschland frei verkaufbar, danach wurde der Verkauf reguliert. Im Radrennsport hatte Amphetamin in den fünfziger und sechziger Jahren seine große Zeit, als es noch keine Dopingvorschriften gab. Die ersten Doping-Kontrollen bei der Tour de France wurden 1966 durchgeführt.

Heute vor vierzig Jahren, am 13. Juli 1967, kollabierte der englische Tour-Rennfahrer Tom Simpson mit einer Überdosis Amphetamin im Körper beim Anstieg zum Mont Verdoux und verlor das Bewußtsein. Trotz einer durchgeführten Herz-Lungen-Wiederbelebung verstarb er noch am Ort des Zusammenbruchs.

Wegen der leichten Nachweisbarkeit spielt Amphetamin im Leistungssport mit echten Dopingkontrollen heute keine große Rolle mehr.

Wkipedia über Amphetamin
Wikipedia über Tom Simpson
Uni Regensburg: Doping mit Amphetamin (pdf)

Tour-de-France-Apotheke: Höhentraining

Bei der Methode Höhentraining geht es wieder um die roten Blutkörperchen. In großer Höhe ab zweieinhalbtausend Metern befindet sich in der Atemluft weniger Sauerstoff. Der Körper des Menschen reagiert auf diese Belastung mit vermehrter Produktion von körpereigenem Erythropoetin (Epo), das wieder zu mehr roten Blutkörperchen und zu mehr Blutgefäßen führt.

Radsportler und andere Ausdauersportler gehen deshalb vor wichtigen Wettkämpfen in das Höhentraining. Weil aber das Höhentraining sehr anstrengend ist für den Athleten, haben Ärzte versucht, den Effekt des Höhentrainings in das Flachland zu verlegen. Man schläft in der Nacht in einem Raum, in der eine künstlich hergestellt Sauerstoffarmut herrscht und trainiert am Tag normal.

Vorgestern gab Jan Ullrich der französischen Sportzeitung L’Equipe ein Interview. Laut Spiegel Online  sagte Ullrich den Journalisten: „In meiner früheren Höhenkammer in unserem Haus trocknet jetzt die Wäsche.“

Tour-de-France-Apotheke: Eigenblut

Der Trick beim Eigenblutdoping ist schon seit langer Zeit bekannt, wird aber in jüngster Zeit vermehrt eingesetzt, weil die Eponachweise immer besser gelingen. Man zapt dem Rennradfahrer ungefähr einen halben Liter Blut ab. Das Blut wird nun zentrifugiert und die roten Blutkörperchen werden abgeschöpft. Auf diese Weise erhält man etwa 200 Milliliter Konzentrat. Spritzt man später das Eigenblutkonzentrat in die Venen, kann man den Anteil der roten Blutkörperchen um etwa drei Prozent steigern.

Allerdings ist Eigenblut nicht lange haltbar, nach spätestens 50 Tagen ist das Konzentrat nicht mehr zu gebrauchen. Die Lösung für das Problem liegt in der tiefgekühlten Aufbewahrung von Eigenblut. Es ist aber recht kostspielig, Blutkonzentrat auf -70 Grad herunterzukühlen und später wieder aufzutauen, ohne dass das Eigenblut seine Wirkung verliert. Eigenblutdoping ist bisher noch nicht nachweisbar.

Eine Alternative zum Eigenblutdoping ist das Fremdblutdoping, das jedoch nachweisbar ist. Hier steigt jedoch die Gefahr allergischer Reaktionen beim Radfahrer stark an. Der Radprofi Tyler Hamilton wurde am 11. September 2004 bei der Spanien-Rundfahrt des Fremdblutdopings überführt. Er war der erste Sportler, dem Fremdblutdoping nachgewiesen werden konnte.

Wikipedia über Blutdoping

Tour-de-France-Apotheke: Epo

Epo (Erythropoetin) ist ein körpereigenes Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen anregt. Die Aufgabe roter Blutkörperchen ist es, Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen zu transportieren. Je mehr rote Blutkörperchen man besitzt, desto leistungsfähiger ist man, und das ist der Grund, weshalb Epo von Leistungsradfahrern und anderen Ausdauersportlern so begehrt ist.

Körpereigenes Epo wird zum größten Teil in der Niere gebildet. Seit dem Jahr 1985 kann man Epo gentechnisch herstellen. Das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Amgen brachte 1989 das erste EPO-Präparat (Epogen, Epoetin α) auf den Markt. Medzinisch verordnet wird Epo bei Nierenversagen, Blutarmut oder Krebs. Im Jahre 1997 konnte man erstmals Epo-Doping nachweisen, seit dem Jahr 2000 setzt sich der Epo-Test mehr und mehr durch.

Epo ist sehr effektiv. Man spricht von einer Leistungssteigerung von etwa fünf Prozent durch Epo, was ein Spitzenwert bedeutet, da die Leistungsunterschiede bei Spitzensportlern üblicherweise im Promillebereich liegen. Nach Berechnungen des italienischen Sportwissenschaftlers Prof. Alessandro Donati dopen sich weltweit 500.000 Menschen mit EPO. Gemäß den Untersuchungen Donatis übersteigt die jährlich produzierte Menge an EPO den tatsächlichen therapeutischen Bedarf um das Fünf- bis Sechsfache.

Als Therapeutikum rangiert EPO unter den zehn weltweit erfolgreichsten Medikamenten überhaupt, unter den Biopharmazeutika ist es der herausragende Blockbuster. Eprex/Procrit von Johnson & Johnson erzielte im Jahr 2004 3,6 Milliarden US-Dollar, Amgens Epogen 2,6 Milliarden Dollar und Roches NeoRecormon 1,7 Milliarden Dollar.

Wikipedia über Epo
siehe auch: „Turbolader Epo“ in der Süddeutschen Zeitung vom 7. Juli 2007, Seite 24

55. Tour de Berlin 2007

Die Tour de Berlin 2007 ist mit 26 Teams aus sieben Ländern hochkarätig besetzt. Dabei sind unter anderem die Nationalmannschaften von Australien, Italien und Dänemark. Das Fünf-Etappen-Rennen hat am 25.5.2007 begonnen und endet am Pfingstmontag mit dem Straßenrennen „Berlin – Premnitz – Berlin“. Start und Ziel des Straßenrennens ist am Tauentzien in der Westberliner City.

Hier ein Bild von heute morgen, als das Einzelzeitfahren in Lehnitz/Oranienburg über eine Distanz von 16,4 Kilometern stattfand.
Weitere Fotos: Flickr-Set 55. Tour de Berlin 2007

55. Tour de Berlin 2007 - Einzelzeitfahren Oranienburg

Vizeweltmeister Erik Zabel

Die Dopingbeichten von Erik Zabel und Rolf Aldag werden in den Medien zu Recht unterschiedlich wahrgenommen. Während Aldag erstaunlich cool davon redete, dass er sich über Jahre systematisch den Junkie-Schuss in das Tattoo auf dem rechten Oberarm gesetzt hatte, rang Zabel mit den Tränen, als er seinen einwöchentlichen Dopingversuch im Jahre 1996 gestand. Während Zabel nach dem Geständnis aus der Öffentlichkeit abtauchte, war der ehemalige Wasserträger Aldag keineswegs um Worte verlegen. Am Abend trat er in der Sendung von Maybritt Illner auf und konnte dafür werben, dass er der Richtige sei, um das T-Online-Profi-Team aus dem Doping-Schlamassel zu führen.

Eine Erinnerung an den fairen Radsportler Erik Zabel ist das Finale der Straßen-Radweltmeisterschaft 2006 im österreichischen Salzburg, als Erik Zabel hinter Paolo Bettini Zweiter wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Zabel nach eigenen Angaben bereits mehr als zehn Jahre nicht gedopt.
[youtube]FBDt4xF90Ts[/youtube]

Sendung Maybritt Illner vom 24.05.2007 (Link wird nachgereicht)
Stern: Die Tränen eines Champions
Welt Online: Warum Erik Zabel Respekt verdient

Zabel: „Ich habe gedopt, weil es ging“

Erst gesteht Rolf Aldag ein systematisches Doping über Jahre. Gekauft habe er seine Epo-Rationen über das Internet, berichtet Aldag auf der Pressekonferenz der Telekom. Dann ergreift Erik Zabel das Wort und entschuldigt sich unter Tränen für seinen „einmaligen Dopingversuch“. „Wenn ich will, dass mein Sohn einen sauberen Sport betreibt, dann kann ich ihn nicht mehr anlügen“, sagt Zabel und fügt hinzu: „Ich habe meine Karriere an der Garderobe abgegeben und lege meine Zukunft in die Hände der Journalisten und Fans. Es war eine Bauchentscheidung, meine Vergangenheit offenzulegen, damit der Radsport vielleicht eine Zukunft hat.“ Vielleicht hat der professionelle Radsport seine Zukunft bereits hinter sich.

Die große Beichte im Radsport

In einer Stunde wird die Telekom eine Pressekonferenz mit Stapleton, Frommert und Aldag machen, live übertragen vom ZDF. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass danach das Doping-Gebäude im Radsport eingestürzt sein wird. Geknackt hatte es schon länger im Gebälk, aber mit den Aussagen der Freiburger Ärzte scheinen nun Stützpfeiler wegzubrechen, die das ganze Haus zum Einsturz bringen. Alle haben gedopt, nur Jan Ullrich nicht. Bei seinem großen Talent hatte Ullrich es nicht nötig, zu dopen, meint sein Anwalt.

Schnäppchen der Woche: Basso-Blutbeutel

Basso-BlutbeutelDirekt aus Madrid via Italien und Deutschland kommt das Ebay-Angebot der Woche: Diese nur wenig benutzten, komplett „sauberen“ Blutbeutel könnten alles enthalten, was du für dein nächstes Training benötigst. Neben dem Basso-Beutel bringt der Ebay-Anbieter rbulis (100% Positive) bald weitere Beutel aus der Kollektion zur Versteigerung, darunter die Modelle Jaksche, Sevilla, Valverde, Hamilton. Das Modell Jan ist leider schon weg.
Ebay-Versteigerung: Used Basso Blood doping bags (empty & clean for re-use)
via: Cyclelicious

Jan Ullrich und der Rücktritt

Lange war es erwartet worden, heute ist es endlich raus: Jan Ullrich hat auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt vom Radsport bekannt gegeben. Er arbeitet in Zukunft als Berater vom „Team Volksbank“ aus Österreich.

Volle Breitseiten richtete Ulle gegen den Präsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping. Ullrich: „Der hat mir in meiner erfolgreichen Zeit auf die Schulter geklopft und mit einem eigenen Fotografen Bilder gemacht.“ Als der Wind wechselte, habe Scharping Ullrich zur Zielscheibe gemacht. „Es ist wahnsinnig schlecht für den Radsport, wenn er solche Präsidenten hat, die den Sport nicht lieben sondern sich aus persönlichen Motiven profilieren“.

Man mag von der radelnden Apotheke halten, was man will, aber bei den letzten Worten hat Ullrich meine Sympathie.

Eine-Million-Dollar-Radrennen

Das Radrennen selbst ist gar nicht so spektakulär, drei kurze Etappen an vier Tagen. Doch die Preisgelder haben es in sich. Eine Million Dollar erhält der Sieger des „Cycling Race of Champions“ in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten vom 6. bis zum 9. November 2007. Eingeladen werden die Teams der Gewinner der Tour de France, des Giro d’Italia und der Vuelta a España, ergänzt um drei weitere Teams, die bei diesen Rennen am besten abgeschnitten haben. Drei Wildkarts mit ihren Teams vervollständigen das aus insgesamt 72 Startern bestehende Feld, das um das Rekordpreisgeld strampeln wird.
via: cycle·licious

96. Berliner Sechstagerennen

Ganz so brutal wie vor hundert Jahren ist ein Sechstagerennen nicht mehr. Damals waren die Zweierteams noch rund um die Uhr auf dem Velodrom unterwegs. Heute wird nur noch in den Abendstunden gefahren, aber auch das ist hart genug. Zu schweren Stürzen kommt es auf der nur sieben Meter breiten Bahn immer wieder mal. Nicht verändert hat sich der Showcharakter des Radrennspektakels. Noch bis kommenden Dienstag wird zu den Klängen des Sportpalastwalzers und Frank Zanders Schnulzen im Velodrom an der Landsberger Allee gefeiert.

Aus Anlass der Sixdays rekonstruiert Dagny Lüdemann eine Katastophe im Jahre 1909 auf der neuerbauten Radrennbahn im Sportpark „Alter Botanischer Garten“ in Berlin. Damals explodierte ein Motorrad, sechs Menschen kamen beim Bahnspektakel ums Leben.

Berliner Sechstagerennen
Feuer auf der Radrennbahn