Tour-de-France-Apotheke: Epo

Epo (Erythropoetin) ist ein körpereigenes Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen anregt. Die Aufgabe roter Blutkörperchen ist es, Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen zu transportieren. Je mehr rote Blutkörperchen man besitzt, desto leistungsfähiger ist man, und das ist der Grund, weshalb Epo von Leistungsradfahrern und anderen Ausdauersportlern so begehrt ist.

Körpereigenes Epo wird zum größten Teil in der Niere gebildet. Seit dem Jahr 1985 kann man Epo gentechnisch herstellen. Das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Amgen brachte 1989 das erste EPO-Präparat (Epogen, Epoetin α) auf den Markt. Medzinisch verordnet wird Epo bei Nierenversagen, Blutarmut oder Krebs. Im Jahre 1997 konnte man erstmals Epo-Doping nachweisen, seit dem Jahr 2000 setzt sich der Epo-Test mehr und mehr durch.

Epo ist sehr effektiv. Man spricht von einer Leistungssteigerung von etwa fünf Prozent durch Epo, was ein Spitzenwert bedeutet, da die Leistungsunterschiede bei Spitzensportlern üblicherweise im Promillebereich liegen. Nach Berechnungen des italienischen Sportwissenschaftlers Prof. Alessandro Donati dopen sich weltweit 500.000 Menschen mit EPO. Gemäß den Untersuchungen Donatis übersteigt die jährlich produzierte Menge an EPO den tatsächlichen therapeutischen Bedarf um das Fünf- bis Sechsfache.

Als Therapeutikum rangiert EPO unter den zehn weltweit erfolgreichsten Medikamenten überhaupt, unter den Biopharmazeutika ist es der herausragende Blockbuster. Eprex/Procrit von Johnson & Johnson erzielte im Jahr 2004 3,6 Milliarden US-Dollar, Amgens Epogen 2,6 Milliarden Dollar und Roches NeoRecormon 1,7 Milliarden Dollar.

Wikipedia über Epo
siehe auch: „Turbolader Epo“ in der Süddeutschen Zeitung vom 7. Juli 2007, Seite 24

3 Gedanken zu „Tour-de-France-Apotheke: Epo

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  1. Wo krieg ich jetzt bloß mein EPO her 😉

    Im Ernst, wer produziert das Zeug eigentlich und verdient so prächtig an diesen Präparaten? Bei einer so überdimensionierten Produktion dürfte man ja wohl schon von gewerbsmäßigem Betrug sprechen. Ein paar Tränen von Fast Ex Profis und eine herumeiernde Tourberichterstattung kann doch nicht alles sein?

  2. You can increase EPO production „naturally“ by sleeping at high altitude (or by sleeping in a altitude tent). „Sleep high train low“ is the mantra.

  3. Auch sehr lustig fand ich die Schlagzeile am Anfang des Jahres, das der EPO Hersteller Amgen die Kalifornien Rundfahrt sponsort und sich entrüstet zeigte als bekannt wurde das dort nicht auf EPO getestet wird.
    hier nachzulesen: Blut für alle 😉
    http://www.taz.de/index.php?id=musik-artikel&art=1464&id=463&cHash=41127b2edc

    Und wenn ich dann mal auf die dort verlinkten „Internet Apotheken“ geht, dann wird mir schlecht!

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