Getreidefahrt Oderbruch-Berlin 5./6. September 2026

Schokofahrt1 Tonne Getreide – mit Fahrrädern – 92,5 km – vom Hof im Oderbruch zur Bäckerei nach Kreuzberg. Eine Mitmachaktion von Stadtlandladen SolidCargo Bike Fans BerlinHof BastaDie Backstube und Solidar-Schnittstelle Berlin

Wo kommt zukünftig im Klimawandel unser Essen her? Wie kann es transportiert werden? Die Getreidefahrt will lokale Perspektiven im voranschreitenden Klimawandel erfahrbar machen – auf dem Fahrrad. Dazu fahren wir am ersten Tag von Berlin 92,5 km zum Hof Basta im Oderbruch. Hier tragen die Hofgemeinschaft und feste Abnehmer:innen nach dem Prinzip Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) gemeinsam Verantwortung für den Anbau von Getreide, Ackerfrüchten und Gemüse. Am zweiten Tag transportieren wir eine Tonne Bio-Getreide die 92,5 km auf Fahrrädern und Anhängern zum Kreuzberger Bäckerei-Kollektiv Backstube. In deren Steinmühle werden nicht nur das Getreide, „sondern auch überholte Geschäftsmodelle“ zermahlen. Das dort gebackene Brot wird konsequenterweise per Fahrrad ausgeliefert.

Die Getreidefahrt will zeigen, dass zum anders Produzieren für eine enkeltaugliche Lebensweise auch ein anders Transportieren gehört. Dafür brauchen wir ein dezentrales Netzwerk aus Güterbahnen, E-Fahrzeugen und Umschlagpunkten für Lastenräder auf der letzten Meile. Eine sichere Versorgung Berlins muss dezentral im Kiez organisiert werden!

Die Getreidefahrt spitzt zu, was alle längst wissen: Ein Weiter-so, auch bei der Lebensmittelversorgung, ist im Klimawandel nicht möglich. Trotzdem gibt es keine Agrarwende. Und keine Verkehrswende. Das Interesse am Status quo ist zu stark – trotz Hitzetoten, Waldbränden und Ernteausfällen. 

Seien wir also realistisch, transportieren wir eine Tonne Getreide auf Fahrrädern!

Mitfahren bei der Getreidefahrt am 5./6. September 2026!
Im Anhang findest Du alle Infos zum Mitfahren. Mitfahren geht übrigens auch ohne Lastenrad oder Anhänger einfach mit „normalem“ Fahrrad + Satteltaschen. Eine Anmeldung ist aber erforderlich – unter info@getreidefahrt.de oder in der Signalgruppe „Mitfahren Getreidefahrt“.

Keine Zeit aber trotzdem interessiert? Oder Lust auf mehr?

Ab 3. Oktober 2026 findet die jährliche Schokofahrt von Amsterdam nach Berlin und in viele andere Städte statt. Die Schokofahrt ist das Vorbild der Getreidefahrt. Infos zum Mitfahren gibt’s bei der Berliner Schokofahrt-Crew: berlin@schokofahrt.de

Veranstaltungsreihe: Transport von Nahrungsmitteln per Fahrrad Teil 2

Sie haben seit Corona in kurzer Zeit das Straßenbild im Zentrum Berlins erobert: Rider von Essenslieferdiensten. Von einer App gesteuert sind sie auf E-Bikes durch die Stadt unterwegs, um frisches Essen von Restaurants zu denjenigen zu bringen, die selber nicht vor die Tür gehen wollen oder können. Die Arbeitsverhältnisse der meist migrantischen Rider sind prekär: Sie sind ohne Arbeitnehmerrechte als Selbständige unterwegs und müssen auch ihre Räder selber organisieren. 

Wie erleben die Rider von Essensdiensten ihren Arbeitsalltag? Was bedeutet das Geschäftsmodell der großen Plattformen für Arbeitsverhältnisse und Verkehrssicherheit? Welche Kämpfe für Verbesserung finden statt und gilt es zu unterstützen? 

 Diese Fragen wollen wir in einem lockeren Gesprächskreis diskutieren u.a. mit 

  • Rob Snyder, aktiver Rider und Vertrauensmann der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)  und 
  • Markus Henn, Stadtteilsprecher für Friedrichshain-Kreuzberg beim ADFC Berlin

Wir freuen uns über die Beteiligung auch weiterer Involvierter und organisieren eine deutsch-englische Flüsterübersetzung. Leitet diese Einladung gerne an Interessierte weiter.

Zeit & Ort

27. Aug. 2026, 19:30 – 21:30

SOLID, Graefestraße 18, 10967 Berlin, Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

via: solid.stadtlandladen.org

Autofabrik wird Fahrradfabrik!

Ein Traum der Verkehrswende könnte Wirklichkeit werden: Seit über zwei Jahren halten ehemalige Beschäftigte von GKN in Campi Bisenzio in der Nähe von Florenz ihre Fabrik mittlerweile besetzt. Ursprünglich hatten sie dort Achswellen für Autos produziert. Nachdem alle entlassen worden waren entschlossen sie sich zu einer permanenten Betriebsversammlung (eine legale Form der Betriebsbesetzung) um für ihre Arbeitsplätze zu kämpfen.

Die permanente Betriebsversammlung des GKN Kollektivs positionierte sich zur Klimakrise. Ihnen war völlig klar das auch die Autoindustrie verantwortlich ist. So wurde aus dem Kampf um ihre Arbeitsplätze auch ein Kampf für eine ökologisch-soziale Transformation ihrer Fabrik. Sie beteiligten sich an Klimastreiks und Demos von Fridays for Future und erhielten begeisterten Support.

Zusammen mit der lokalen Klimabewegung und Wissenschaftler*innen haben sie jetzt einen Plan entwickelt und wollen zukünftig Cargobikes und Solarzellen produzieren. Und wie so oft bei solchen großartigen Initiativen mangelt es natürlich am nötigen Kleingeld um die Fabrik übernehmen zu können und die Produktion zu starten.

Aktuell gründen sie eine Genoss*innenschaft um die Fabrik übernehmen zu können. Du kannst dich daran als Genoss*in einzeln oder als Gruppe beteiligen. Bestellungen für eine erste Edition von Long John Lastenrädern mit oder ohne Elektromotor (siehe Foto) werden auch schon entgegen genommen.

Website des GKN Kollektivs mit konkreten Informationen zur materiellen Unterstützung: https://insorgiamo.org/100×10-000/

Artikel aus dem ND dazu: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1174942.betriebsbesetzung-in-italien-malocher-for-future.html?sstr=gkn

Verpennt verpennt kein Lichtlein brennt..

.. im Dachgeschoss der Befürworter*innen, Bezuschusser*innen und sonstiger Profiteure*innen aus Politik und Wirtschaft wenn sie ihr Liedchen von der klimafreundlichen E-Mobilität – speziell Autos – runterleiern und die X’te letzte Chance verspielen das Klima zu retten oder was davon übrig geblieben. Wir sehenden Auges nun längst auf der Talfahrt nach unten sind. Jedes Kind weiß mittlerweile das es sich dabei nur um zahlenfrisierende Schummelei handelt und uns der Laden gewaltig um die Ohren fliegen wird.

Sowieso, das Konzept Klima schützen bleibt schwierig bis nahezu unmöglich, wenn der Kreislauf um das Prinzip der Gewinnmaximierung, dem Buhlen um Vormachtstellungen auf den Märkten, das dazu nötige wirtschaftliche Dauerwachstum mit all seinen verheerenden Auswirkungen für Erde, Menschen und Natur beibehalten wird. Es kommt mittlerweile auch in breiteren Bevölkerungschichten der Verdacht auf, das es da Zusammenhänge gibt die total konträr verlaufen zum Plan die Welt zu retten. Deshalb ist dringend ein Umdenken und Abrücken von bestehenden geopolitischen, wirtschaftlichen Kreisläufen erforderlich. Übliche Denk- und Handlungsmuster müssen durchbrochen werden. Sind wir in der Lage dazu? Ja auf jeden Fall!

Also Schluss mit dem Unsinn, Faxen dicke! Zum Thema Auto: Wenn immer möglich, verzichtet auf eure Karre oder teilt euch eine! Irgendwann, wenn’s zu spät ist, hat es sich sowieso damit erledigt, also warum nicht jetzt wenn wir noch was bewegen können?

Außerdem Zahlen, Daten, Fakten bis morgen früh auswendig lernen.