Die Polizei hat in der Zeit vom 1. bis 12.7. berlinweit verstärkte Fahrradkontrollen an Unfallschwerpunkten vorgenommen. Heute wurde Bilanz gezogen.
Es wurden – und das wird in der Pressemeldung zuerst genannt – 1030 Kraftfahrzeuge angehalten, deren Fahrer sich falsch gegenüber Radfahrern verhalten haben. Davon haben 45 beim Rechtsabbiegen den Vorrang von Radfahrern missachtet, 133 die rote Ampel. Was die anderen angehaltenen 852 Kraftfahrer falsch gemacht haben, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.
Zudem wurden 8036 Radfahrer nach einem Fehlverhalten angehalten – gegen 3482 davon wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstattet. 1616 Radfahrer fuhren bei Rot, 870 Radfahrer auf Fußwegen, 394 auf Radwegen in falscher Richtung. Einige Fahrräder wiesen erhebliche technische Mängel auf.
Auf die sonst übliche Kommentierung bezügl. des besonders hohen Verständnisses der Autofahrer und des besonders unausgeprägten Verständnisses der Radfahrer für die Kontrollen wird, zumindest in der Pressemeldung, verzichtet. Das steht dann sicher morgen in den Zeitungen. Die geringe Zahl „ertappter“ Autofahrer steht im Widerspruch zu den Unfallstatistiken und legt die Vermutung nahe, dass entweder das Hauptaugenmerk auf Radfahrer-Fehlverhalten gelegt wurde, oder dass typische Fahrrad-Verkehrsverstöße oft „ungefährlicher“ sind.



Wer in dieser Woche sein Fahrrad in der Berliner S-Bahn mitnehmen möchte, sollte zusätzliche Zeit einplanen. Die S-Bahn hat viel Pech mit ihrer Baureihe 481 und zudem in der Vergangenheit viele Fahrzeuge der Baureihe 485, die erst Anfang der 90er Jahren angeschafft wurden, verschrottet. Neben bereits seit längerem bekannten Mängeln an den Bremsen, die zu einer Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit führten, bestehen seit einem Unfall im Mai 2009 Bedenken bezüglich der Sicherheit der Achsen an besagter Baureihe 481. Einige Fahrzeuge dürfen nun nicht mehr fahren, am Austausch der Achsen wird fieberhaft gearbeitet. Erschwerend kommt dabei die Schließung einiger Betriebswerke hinzu.



