Es ist ein Kreuz…

Trauriges Thema Unfälle durch abbiegende Autos vor allem an Kreuzungen. Immer wieder fällt in den Medien dazu das Stichwort „Niederländisches Modell“ auf.
Das ist ein ausgeklügeltes Konzept, durch besondere bautechnische Maßnahmen und angepasste Ampelphasen das passieren von Kreuzungen vor allem für Fahrradfahrer*innen sicherer zu machen. In den Niederlanden hat sich das schon seit längerem bewährt und sollte auch hier in Berlin mit Baustart 2021 an zwei Kreuzungen erprobt werden:

Niederländisches Kreuzungs-Design

Es wäre interessant zu wissen was eigentlich daraus geworden ist, da praktisch gesehen davon noch nix zu sehen ist. An Infos von offiziellen Stellen die es wissen müssten, bin ich noch nicht gekommen. Falls wer was weiß, gerne mitteilen.
Weitere Infos zum Thema Niederländisches Modell/ Design auch hier

Geschützte Kreuzungen

Die große Frage sollte allerdings nicht nur sein, wie läßt sich die Autoflut besser mit Radverkehr und Fußgänger*innen vereinen, sondern viel dringlicher wie werden wir die Autoflut samt ihrer Industrie los!
Welcher vernunftbegabte und nüchterne Entscheidungsträger und Gönner aus Politik und Wirtschaft pumpt denn heute noch unsere Ressourcen Finanzielle wie Erdene in einen so alten zukunftslosen dreckigen Schnee von gestern.

Wir feiern!

Für ein Leben in Freiheit, Akzeptanz, Anerkennung, Selbstbestimmung, Würde und für seelische wie körperliche Unversehrtheit aller Frauen*, Lesben, Inter-, Non Binary und Trans* die immer noch darum kämpfen müssen! Die immer noch Diskriminierungen, Unterdrückungen, Erniedrigungen und Ungleichbehandlungen im Gesetz, in Beziehungen, am Arbeitsplatz und auf der Straße erfahren müssen! In Anerkennung was sie sind, wie sie sind, was sie leisten! Ohne sie läuft nichts und mit ihnen alles besser! 😀 Gefeiert werden auch alle erkämpften Errungenschaften.
Trotzdem, – solange die gesellschaftlichen und politischen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und anderen Identitäten vorherrschen, ist, auch wenn schon viel Positives passiert ist und erkämpft wurde, noch nicht erreicht was erreicht werden muss.
Auf den 8. März!
Ja! Und auch diesmal nicht ohne Fahrrad.. Auf geht’s!

Das Stadtmuseum Berlin hat zur Feier des Tages freien Eintritt in die Fotoausstellung Easy Rider Road Show

Solidarität praktisch…

Für viele unserer Mitmenschen auf dieser schönen runden Kugel hier, Erde andere haben mystische verheißungsvolle Namen wie Venus, Jupiter, Plato und Charon..

wir dagegen schlicht und schnörkellos: „Erde“ –  läuft’s untertrieben gesagt nicht so rund.

Krieg, Verfolgung und die Folgen des Klimawandels was im wahnwitzigen Tempo und mit widersinnigen Scheinlösungen weiter vorangetrieben wird als gäb’s kein Morgen, zwingt viele Menschen zur Flucht.

In einer schwierigen herausfordernden Lebenslage, dazu in einem anderem Land, sind Anknüpfungspunkte, gemeinschaftliches unterstützendes Miteinander und Mobilität wichtig. Zusammen schrauben macht Spaß, gibt neue Perspektiven Mut und Kraft. Eine tolle Aktions- und Begegnungsstätte, die es in bunter Teamwork-Atmosphäre möglich macht Menschen mit einem der nützlichsten und tollsten Gebrauchsgegenstände der *Erde*, dem *Fahrrad! * zu unterstützen, zum kosten- und CO2-neutralem Rumdüsen, Orga erledigen, einfach Freude dran haben. Für diejenigen, für die es sonst gerade schwierig wäre eins zu erwerben, ist „Rückenwind“ in Berlin Neukölln eine ganz besondere Fahrradwerkstatt mit viel Gemeinschaftssinn.

Die Freundlichkeit, Begeisterung und Ehrgeiz für’s Projekt fand ich mit meinem Besuch vor Ort bestätigt und ich fühlte mich in der Werkstatt sofort wohl und angenommen. Durch Corona sind die Aktionsspielräume abgespeckter als sonst aber die Räder drehen sich weiter! Aktuell wird auch an neuen Ideen und Konzepten für’s gemeinsame Schrauben gefeilt. So oder so Seite an Seite mit Rad und Tat:

https://rueckenwind.berlin/

Aus dem Alltag…

Ob es anderen wohl auch so geht, die Berliner Verkehrsführung als besondere Herausforderung zu erleben? Baustellen.. Ich kann mir ein Leben ohne sie einfach nicht vorstellen. Einmal nicht hingeguckt ploppen sie auf, genau vor dir natürlich und eine sinnvolle Streckenführung für Zivilisten zur Bewältigung dieser spontanen Herausforderung ist nicht wirklich erkennbar. Neulich abends und dunkel, völlig überfordert von dieser Zick-Zack Baustelle vor mir, eben war ich noch auf einer Straße.. war ich clever und folgte radelnd unauffällig zunächst jedenfalls, den zwei Insider Herren vor mir, es schien als wüssten sie was sie tun. Doch es entpuppte sich als Abkürzung nicht um sondern durch die Baustelle, rumpelig unwegsam fuhr ich den einen beinahe an,
“Sorry tschuldigung! Dachte ick bin schneller..“  “Keen Problem! Ick hab ja och keen Licht dranne..“ Zum Glück gut drauf die Herren, ich drehte mich nochmal um, nein obwohl zu Fuß leuchtete er nicht. Das nächste Mal suche ich mir meinen eigenen Weg! Ich erinnerte mich an zwei Fußgänger die erschöpft und gefangen hilflos an einen Zaun rüttelten, am Ende einer ca. 50 m langen Baustelle. Andere wie mir berichtet wurde, nehmen größten Teils unbeabsichtigt auch die radikale Abkürzung frontal durch das Hindernis. Jedenfalls hinterher betrachtet war es ein Versuch wert, da es nicht immer glatt durchgeht, eben oft auch ca. 1,5 m runter in ein Loch. Mit Schwung auf dem Fahrrad gibt es da mindestens die eine oder andere Schramme. Hin und wieder lohnt sich auch der Blick nach oben um dann schleunigst kräftig in die Pedale zu treten, wenn diverses schwer aussehendes Gerümpel in direkter Zielgeraden in luftiger Höhe über dem Kopf durch Kran oder kostensparend mit einfacher Seilwinde hoch und runter bzw. hin und her manövriert wird. Es kam schon vor, dass …

Baustellen.. manchmal auch beim genauen Hinsehen und fassungslosen Verweilen davor nicht zu entdecken was denn da eigentlich gebaut wird. Oft ebenso lange (Jahre..) wie die Baustelle bleibt danach mit Planken aus Holz oder in rot weiß Plastik hübsch umzäunt der verwaiste Bauschutt und wie die Baustelle davor ein Verkehrshindernis. Angeblich soll es auch so sein, das Straßen aufwendig aufgeruppt werden und unpassierbar sind aus Gründen der Verkehrsberuhigung. Also mich und viele andere, falls das stimmt beruhigt das nicht.
Ich finde es sollte eine Bewegung gegen unsinnige und gefährliche Baustellen und umzäunten in die Jahre gekommenen postdramatischen Baustellenschutt geben! Jawohl! Wer ist dabei? Endlich petzen ohne schlechtes Gewissen für die gute Sache!

Über den ADFC ist das zum Beispiel möglich: https://adfc-berlin.de/aktiv-werden/probleme-melden.html

Wer nicht radelt, hat verloren!

Fahrräder sind in Zeiten der Pandemie das ideale Vehikel für politische Meinungsäußerung, denn 1,5m Hygiene-Abstände sind bedingt durch die Fahrräder ja von selbst gegeben. Zum 9. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus in Deutschland, ruft die VVN-BDA Berlin zu einer Fahrraddemo durch Berlin auf. Start ist um 12 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal in der Schönholzer Heide in Wilhelmsruh. Mit diversen Zwischenkundgebungen geht es über Weddding, Mitte und X-berg zum Sowjetischen Ehrenmal in Treptow, wo gegen 18 Uhr der Abschluss ist. Also Kette geölt, Luft aufgepumpt und los zum antifaschistischen Fahrradkorso!

https://neuntermai.vvn-bda.de/

Fahrraddemo gegen die A100

Trotz Klimakrise und Mobilitätsgesetz gibt Berlin 2021 noch 200.000 € pro Meter für eine Autobahn aus.

„Seit Jahrzehnten hinkt der Verkehrssektor beim Klimaschutz hinterher. Statt klimaschädliche CO2-Emissionen zu senken, wird munter an den nächsten Kilometern Autobahn gebaut. Während andere Städte wie New York, Seoul, Paris ihre Stadtautobahnen zurückbauen, wächst die fragwürdige A100 in Berlin weiter und weiter, und soll immer teurer werden. Der ADFC-Fahrradklima-Test zeigt: Radfahrende in Berlin sind mit den Wegen fürs Rad noch nicht zufrieden. Statt den Kfz-Verkehr zu fördern, muss Berlin jetzt stadtweit in klimafreundliche Radinfrastruktur investieren“, fordert Frank Masurat aus dem Vorstand des ADFC Berlin. Wir wollen Berlin zu einer lebenswerten Stadt für alle machen. Wir wollen Mobilität für alle und keinen weiteren Meter Autobahn! 
Es ist Zeit, wieder auf die Straße zu gehen!

Wir rufen zur Fahrraddemo auf: Samstag, 10. April 2021, 14 Uhr
Start: Hermannplatz
Wir fahren über die A100 und enden am Bundesverkehrsministerium.

Eine Schneise wird durch Berlin geschlagen und zementiert Pläne einer Stadt im Stil der 50er Jahre: gebaut für Autos, nicht für Menschen. Die Autobahn A100 von Neukölln nach Treptow ist im Bau; der nächste Abschnitt durch Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg bis zur Storkower Straße ist beschlossen. Wir sagen: Schluss damit! Wir wollen Mobilität für alle und eine lebenswerte Stadt – keinen weiteren Meter Autobahn!
Deutschland hat sich den Pariser Klimazielen verpflichtet, Berlin hat den Klimanotstand ausgerufen. Im Verkehrssektor müssen wir jetzt die Emissionen drastisch senken. Und für Klimagerechtigkeit braucht es noch mehr: eine echte Mobilitätswende und weniger Autos!
Wir wollen eine vielfältige Stadt mit sauberer Luft, öffentlichen Parks und Clubkultur. All das ist durch die A100 in Gefahr! Deshalb protestieren wir mit einer großen Fahrraddemo unter dem Motto „A100 stoppen – Lebenswertes Berlin für alle“. 
Gemeinsam fordern wir:
• Sofortiger Baustopp der A100 und aller Autobahnprojekte bundesweit!
• Den 16. Bauabschnitt (Neukölln-Treptow) sinnvoll nutzen – mit Platz für Menschen auf dem Rad und zu Fuß, für den ÖPNV, für Kulturveranstaltungen und bezahlbare Wohnungen!
• Autobahn-Millionen aus dem Bundesverkehrswegeplan umwidmen für klimafreundliche Mobilität!

Als Berliner*innen, als Radfahrer*innen und Klimaschützer*innen nehmen wir uns auf der A100 den Platz, der sonst nur Menschen mit Auto zugänglich ist – das ist in Berlin nur ein Drittel der Bürger*innen. Mit Tausenden Fahrrädern auf der Autobahn fordern wir ein nachhaltiges und lebenswertes Berlin für alle! Es gibt ein Hygienekonzept. Wir tragen Maske und halten Abstand.  

Zu dieser Demo rufen auf:  

  • ADFC Berlin
  • Aktionsbündnis A100 stoppen!
  • Changing Cities
  • Fridays for Future Berlin
  • Berlin4Future
  • Parents for Future
  • Sand im Getriebe Berlin
  • Ende Gelände Berlin
  • VCD Nordost
  • Grüne Jugend Berlin
  • Extinction Rebellion
  • Rebel Riders
  • Interventionistische Linke Berlin
  • Volksentscheid Berlin autofrei
  • Powershift
  • Bündnis Berliner Straßen für alle
  • BUND Berlin
  • Else/Renate

und natürlich auch die Radspannerei!

Parkraum ist übelste Verschwendung…

Die Gruppe Parkraumgetiere & Co sagt:

Parkraum ist übelste Verschwendung – wir fordern den öffentlichen Raum zurück!

Das Chamäleon ist eine Plattform auf 2 m Höhe, 5,30 Länge und 2,5 m Breite zur Besetzung von Parkraum. Für den Transport hat es vier berollte Beine, vor Ort installiert ist es nutzbar als Bühne, Balkon, Transpiständer. ..

Derzeit wartet es noch auf den ersten Einsatz. Der Transport ist nur mit mehreren Menschen auf kurzen Strecken möglich und natürlich wollen wir die Premiere gebührend feiern und den Sinn des Ganzen laut und deutlich kundtun, was im Moment leider etwas schwierig ist.

Wir haben das Tier gebaut, damit es sich Initiativen/Gruppen für Kundgebungen oder temporäre Parkraumgestaltung ausleihen können. Da es zukünftig am Moritzplatz einen sicheren Standort bekommt, ist der Bewegungsradius des Chamaeleons zunächst auf Berlin- Mitte und -Kreuzberg beschränkt. Rechtlich gesehen kann das Getier maximal 2 Wochen an der gleichen Stelle im öffentlichen Raum stehen. Wenn man sich um ein paar Dinge kümmert, ist es eine echte Bereicherung der näheren Umgebung!

Den Bau möglich gemacht haben zahlreiche private Spenden für Material von Einzelpersonen und Projekten, Menschen mit Fachwissen, die uns mit Rat beigestanden haben, Menschen, die kamen, wenn viel zu stemmen war und nicht zuletzt ein großartiges Projekt, das über Monate Baulärm, Fristverschiebungen und Stromausfälle gelassen und geduldig ausgehalten hat! Danke an Alle!

Meldet Euch, wenn Ihr das Tier selbst auf die Straße bringen wollt. Wir sind gespannt.

 die Parkraumgetiere & co

Kontakt: chama-eleon@riseup.net

Fahrraddemo „1,5° statt A100“

Changing Cities e.V., Ende Gelände Potsdam, IL Berlin und Aktionsbündnis A100 stoppen! rufen gemeinsam zur Demo am 12. Dezember auf.

Vor fünf Jahren, am 12. Dezember 2015, beschlossen die Staaten der Welt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und so die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Die Bürgerinnen und Bürger haben das Signal verstanden. Aber die Zivilgesellschaft kann nicht von sich aus eine Klimawende herbeiführen. Sie fordert deshalb am 5-Jahres-Tag, dass die bisher viel zu zögerliche Politik ihre Klimaziele und -maßnahmen sofort in Einklang bringt mit dem von ihnen unterschriebenen Abkommen.

Nur mit einer radikalen Energie-, Ernährungs- und Verkehrswende kann die heranziehende Katastrophe noch gemildert werden. Doch eine Umkehr in der autozentrierten Politik ist in Berlin nicht in Sicht, die Regierung baut weiterhin Autobahnen, investiert somit in die Vergangenheit, zerstört Natur- und Agrarflächen, Wohn- und Lebensraum – sogar vor der eigenen Haustür, siehe A100 – und verhindert damit eine echte Verkehrswende.

Mit dem nicht-motorisierten, sicheren und ökologischen Verkehrsmittel der Zukunft, dem Fahrrad, radeln wir für die Lösung: Für ein lebenswertes Berlin, für eine echte Verkehrswende und für den Dannenröder Wald!

Wir fordern von den Politiker*innen im Bund, in den Ländern und den Kommunen einen Stopp des bisherigen Kurses und verantwortungsvolle Entscheidungen für eine klimagerechte Zukunft unseres Planeten. Dafür treffen sich Berliner und Brandenburger Bürger*innen an einem anachronistischen Autobahnkreuz und zeigen, dass eine ökologische Verkehrswende selbst gemacht werden muss – und kann!

Route Potsdam: 
10 Uhr Glienicker Brücke; 11 Uhr Wannsee S-Bahn; 11:30 Uhr weiter über Kreuz Zehlendorf auf die AVUS (A115); um ca. 12:30 – 12:45 Zwischenkundgebung mit  Berliner Demo (an Kreuzung AVUS/A100, Abfahrt 10 “Funkturm”, Halenseestraße; Abschlusskundgebung am Kraftwerk, Motardstraße

Route Berlin:
10:30 Uhr Hermannplatz, Abfahrt 10:50 Uhr.
Hermannstraße bis Auffahrt Britzer Damm A100 bis Abfahrt Tempelhofer Damm – Tempelhofer Damm bis Platz der Luftbrücke – Dudenstraße – Kolonnenstraße – Hauptstraße bis Bülowstraße – Kleiststraße – Tauentzienstraße – Kurfürstendamm bis Rathenauplatz – 12.30 Uhr Zwischenkundgebung mit der Demo A115/Avus: Halenseestraße /Abfahrt 10 “Funkturm” – 13.30 Uhr Abschlusskundgebung am Heizkraftwerk Reuter West (Motardstraße) 

Bitte tragt während der gesamten Veranstaltung Eure Masken und haltet Abstand!

Changing Cities

Was machen eigentlich die Berliner Radschnellverbindungen?

Vor drei Jahren haben SPD, die Linke und die Grünen in Berlin eine Koaltionsvereinbarung für fünf Jahre unterschrieben. Im Abschnitt „Radverkehrsinfrastruktur ausbauen“ heißt es darin: „Die Koalition wird den Bau von Radschnellverbindungen vorantreiben, damit Pendler*innen weitgehend kreuzungsfrei – oder an Knotenpunkten bevorrechtigt – auch größere Distanzen überwinden können. Ziel ist eine Gesamtlänge von 100 km.“ Nun sind etwa zwei Dritttel der Regierungszeit von Rotrotgrün abgelaufen. Ist die Koalition dem Ziel „100 Kilometer Radschnellwege“ näher gekommen?

In einem ersten Schritt wurden aus einer Vielzahl von Trassenvorschlägen zehn Korridore ermittelt, die nahezu alle radial aus den Stadtzentren in die Außenbezieke führen. Danach wurden Machbarkeitsuntersuchungen für die Mehrzehl der Trassenkorridore in Auftrag gegeben.Und so ist der Arbeitsstand bei den einzelnen Radschnellwegen:

1 Y-Trasse, Machbarkeitsstudie sollte im 2./3. Quartal 2019 vorliegen.
2 Trasse Mitte-Tegel-Spandau, Machbarkeitsstudie noch nicht in Auftag gegeben.
3 Königsweg, Machbarkeitsstudie sollte im 2./3. Quartal 2019 vorliegen.
4 Panke-Trail, Machbarkeitsstudie soll im Herbst 2019 vorliegen.
5 West-Route, Machbarkeitsstudie soll im 4. Quartal 2019 vorliegen.
6 Teltowkanal-Route, Machbarkeitsstudie sollte im 2./3. Quartal 2019 vorliegen.
7 Spandauer Damm, Machbarkeitsstudie soll im 4. Quartal 2019 vorliegen.
8 Nonnendammallee, Machbarkeitsstudie soll im 4. Quartal 2019 vorliegen.
9 Landsberger Allee Dialogveranstaltung 9. Dezember 2019, Machbarkeitsstudie ab dem 2. Quartal 2020.
10 Heiligensee, Machbarkeitsstudie noch nicht in Aufrag gegeben.

Es ist nicht zu übersehen, dass der Senat arg hinter seinem eigenem Zeitplan hinterherhinkt. Viele Machbarkeitsstudien sollte bereits seit Monaten vorliegen, weitere müssten eigentlich bis Weihnachten veröffentlicht werden.

Erst wenn eine Trasse für einen Radschnellweg festgelegt ist, beginnt der zeitaufwändigste Abschnitt der Bauvorbereitung, nämlich Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung, Planfeststellungsverfahren, Ausführungsplanung sowie letztlich die Vergabe der Bauleistung. Und danach muss schließlich auch noch gebaut werden.

Fazit: Berlin ist von dem Ziel, 100 Kilometer Radschnellwege zu bauen, sehr, sehr weit entfernt.

Kottbusser Damm noch immer ohne geschützten Radweg

Vor zwei Jahren hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen, dass an einer der gefährlichsten Straßen im Bezirk, nämlich am Kottbusser Damm, ein geschützter Radstreifen (PBL) eingerichtet werden soll. Bis heute wurde nicht mit den Bauarbeiten begonnen. Ein Zustand, der tödliche Folgen haben kann.
Deshalb ruft das Netzwerk Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg zur „Kottical Mass“ auf. Die Fahrraddemonstration ist angelehnt an das Konzept der Critical Mass, nur dass der Kottbusser Damm in einer Endlosschleife hoch- und runtergefahren wird – zwei Stunden lang. Bitte helft mit, den Protest gegen den Stillstand lautstark zu machen. Die Veranstaltung ist angemeldet. Die Grafik zeigt, wie der Kottbusser Damm sicher umgestaltet werden könnte.

Bild: Changing Cities

Wann? Mittwoch, 30. Oktober, 18 Uhr bis 20 Uhr
Wo? Kottbusser Brücke, Ecke Planufer, gegenüber der Ankerklause
Geschrieben von harrdoc

Keine Verbesserung für Radfahrende auf der Oberbaumbrücke!

Die Oberbaumbrücke ist eine der meistbefahrenen Radfahrstrecken Berlins. Dennoch erhält der Fahrradverkehr nach Abschluss der Fahrbahnsanierung am Dienstag (22.10.2019) keinen wirklich breiten und sicheren Radweg. Siehe Grapfik.

  1. Bild( Changing Cities)

Um Platz zu schaffen wurde die Zweispurigkeit der Fahrbahn für Autos aufgehoben und in jeweils eine überbreite Spur pro Richtung umgewandelt. Die neue Aufteilung widerspricht zwar nicht den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes, aber sie führt zu keiner Verbesserung der Fahrradinfrastruktur so wie es das Mobilitätsgesetz fordert. Genau das Gegenteil schein sogar der Fall zu sein. Die gefühlte Breite beschränkt sich wie auf Bild 2 zu sehen ist auf lediglich 1,35 Meter.

Bild: Martin von Changings Cities

Überholvorgänge zwischen Radfahrenden bleiben lebensgefährlich, zumal die Autos auf die Radspur drängen, weil eine bauliche Trennung zwischen Radspur und Kfz-Spur fehlt. Die neue Verkehrslösung stellt keine Verbesserung für den Radverkehr auf dieser wichtigen Verbindung über die Spree dar, auch wenn das Jan Thomsen, Pressesprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz behauptet. Die neuen Straßenmarkierungen widersprechen zwar nicht dem Mobilitätsgesetz, sie fördern aber auch nicht den Fahrradverkehr in Berlin, dem eigentlichen Ziel der Mobilitätsgesetzes. Der ADFC hat die Überlegungen zur notwendigen Breite für sicheres Überholen
aufgeschrieben:

Der Platzbedarf zum sicheren Überholen von zwei Radfahrenden liegt demnach bei 2,5 m Mindestbreite inklusive der Sicherheitsabstände. Wenn der Senat es wirklich Ernst meint mit der Umsetzung des MobG müssen folgende Punkte an der Oberbaumbrücke realisiert werden

  1. Reduzierung der PKW-Spur auf Normbreite damit eine überbreite Radverkehrsanlage entstehen kann, auf der zwei Radfahrende sich sicher überholen können.
  2. Die Radverkehrsspur muss durch bauliche Maßnahmen vom Kfz-Verkehr getrennt werden.

Geschrieben von harrdoc

Kreuzberg autofrei?

Die Errichtung von Durchfahrtsperren mittels Pollern ist in Friedrichshain-Kreuzberg ja endlich wieder Mittel der Verkehrsberuhigung geworden. Die Geschichte darum zeigt aber auch: Verwaltung und Politik (selbst wenn sie sich wie in Kreuzberg seit Jahrzehneten „ökologisch“ nennen), werden nur aktiv, wenn sie von Initiativen dazu gedrängt werden. Hier ein neuer Anlauf mit einer Demonstration unter dem Motto Kreuzberg autofrei!http://autofreiberlin.de/wp-content/uploads/2019/09/blockparade5gross-768x524.jpg

Die veranstaltende Initiative autofreiberlin schreibt dazu:

Global denken, lokal handeln! Während unsere Regierung mit vollkommen unzureichenden Maßnahmen auf die weltweite Klimakrise reagiert, fangen wir bei uns mit der Verkehrswende einfach schon mal an – dieses Mal in Kreuzberg. Wir fordern sofortige Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs und werden mit Euch gemeinsam am Samstag, den 26.10.2019 von 14 bis 17 Uhr rund um das Kottbusser Tor aufzeigen, wie viel lebenswerter die Innenstadt ohne Autos wäre. Los geht es am Hermannplatz, wo sich Radfahrer*innen und Fußgänger*innen auf dem Gehweg stapeln, während Autos freie Fahrt haben. Weiter demonstrieren und flanieren wir auf dem Kottbusser Damm, der bisher vollkommen ohne Schutz für Radfahrer*innen auskommt, bis wir das Kottbusser Tor erreicht haben – einem der übelsten Unfallschwerpunkte in Berlin. Es kann nicht angehen, dass ausgerechnet die klimafreundlichsten Verkehrsteilnehmer*innen tagtäglich Angst um Leib und Leben haben müssen! Von dort biegen wir auf die Skalitzer Straße, bevor wir kurz vor dem Görlitzer Bahnhof die Oranienstraße erreichen – eine der pulsierendsten Lebensadern des Bezirks, zugeparkt und zugestaut. Für eine lebenswerte Oranienstraße fordern wir breitere Gehwege und sichere Fahrradstreifen bei gleichzeitigem Wegfall der Parkplätze und Vorrang für die BVG. Und natürlich Tempo 30. Ohne nervigen Autoverkehr und Zweite-Reihe-Parker*innen werden wir dann gemütlich zum Moritzplatz schlendern. Bei der Blockparade #5 handelt sich um eine angemeldete Demonstration. Bring your Soundsystem oder Soundbike, wir wollen Tanz und Musik statt Lärm und Abgasen! Flummys statt Feinstaub…

Wir freuen uns riesig darauf, mit Euch gemeinsam Kreuzberg für ein paar Stunden autofrei zu machen!

https://www.facebook.com/events/2767518293272808/

Klimastreik 2019, wir streiken mit!

Am 20.09.2019 bleibt die Radspannerei geschlossen. Wir sehen uns auf der Straße:

Die Demo startet um 12 Uhr am Brandenburger Tor. Um 20 Uhr gibt es eine Critical Mass ab Mariannenplatz in Kreuzberg.

Wir teilen den Aufruf von Fridays for Future:

Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten jeden Freitag für ihre Zukunft. Jetzt sind alle Menschen gefordert: Als breites zivilgesellschaftliches Bündnis rufen wir gemeinsam auf, mit #FridaysForFuture auf die Straße zu gehen – alle zusammen für das Klima!

Die Schüler*innen haben mit ihren Protesten gezeigt, dass sie die Politik unter Zugzwang setzen können. Am 20. September entscheidet die Bundesregierung über die nächsten Schritte in der Klimapolitik. Wenn wir alle zusammenstehen, treiben wir die Regierung zum notwendigen Handeln.

Macht mit: Kommt am 20. September zur Demonstration bei Euch vor Ort!
#Klimastreik 
#AlleFürsKlima

Die Reisetätigkeiten der Berliner Senatsmitglieder

Der AFD-Abgeordnete Pazderski hat eine kleine Anfrage an den Senat gestellt, die aus drei Einzelfragen besteht:

1. Wie viele dienstlich bedingte Inlandsflüge, Flüge innerhalb Europas und Flüge außerhalb Europas haben die einzelnen Mitglieder des Senats seit dem 1.1.2017 unternommen?
2. Wie viele dienstlich bedingte Bahnreisen außerhalb Deutschlands, aber innerhalb Europas haben die einzelnen Mitglieder des Senats in der Zeit unternomen?
3. Wie viele dienstlich bedingte Autoreisen außerhalb Berlins, aber innerhalb Deutschlands haben die einzelnen Mitglieder des Senats unternommen?

In der Antwort auf die erste Frage sagt der Senat, dass die Senatsmitglieder 27 dienstlich bedingte Inlandsflüge, 76 Flüge innerhalb Europas und 14 Flugreisen außerhalb Europas unternommen haben. Es folgt eine Auflistung jedes einzelnen Fluges. So hat Justizsenator Behrendt zum Beispiel sieben Flüge nach Karlsruhe, Kopenhagen, Brüssel, Luxemburg, Köln/Bonn, Saarbrücken und erneut nach Brüssel unternommen. In dieser Weise werden alle Dienstflüge der Senatsmitglieder abgearbeitet. Am häufigsten flogen der Regierende Michael Müller (22), Finanzsenator Matthias Kollatz (15) und Innensenator Andreas Geisel (15), alle SPD.

In der nächsten Frage geht es um dienstlich bedingte Bahnreisen außerhalb Deutschlands. Hier gibt es nur einen einzigen mageren Eintrag. Klaus Lederer (Linke) fuhr zweimal mit dem Kulturzug nach Breslau.

Sehr viel länger ist die Liste, wenn es um dienstlich bedingte Autofahrten außerhalb Berlins geht. Von den insgesamt 96 Autoreisen hat allein Behrendt von den Grünen allein 37 mal seinen Chauffeur gerufen, um sich durch die Lande kutschieren zu lassen, darunter 13 Fahrten nach Potsdam, aber auch nach Großbeeren, Michendorf und Kleinmachnow.

Man will den Senatsmitgliedern ja gern glauben, dass manchmal ein so großer Berg an Akten mitgeschleppt werden muss, dass nur eine Fahrt mit dem Auto Sinn macht. Mit Sicherheit trifft das aber nicht auf alle Autofahrten zu. So bleibt der Eindruck, dass Flüge und dienstliche Autofahrten deshalb nötig sind, weil sie das Ego des Senatsmitglieds putzen und das trifft gleichermaßen auf alle drei im Senat vertretenden Parteien zu.

Kleine Anfrage: Reisetätigkeiten der Berliner Senatsmitglieder (pdf-Dokument)

Regierender Bürgermeister lässt sich anstecken vom Wiener 365-Euro-Jahresticket

Michael Müller hat sich in einem Interview der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) für einen stark verbilligten Öffentlichen Nahverkehr ausgesprochen. Wörtlich sagte er: „Tatsächlich habe ich mich von diesem 365-Euro-Jahresticket in Wien anstecken lassen. Ich will Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können.“

Zur Zeit kostet ein Nahverkehrsabo im Tarifbereich AB in der günstigsten Variante 728 Euro im Jahr, also fast genau zwei Euro am Tag. Müller möchte diesen Tarif „Schritt für Schritt“ auf einen Euro senken.

Die Stadt Wien hatte diesen Schritt im Jahre 2012 gewagt, die Zahl der verkauften Jahrestickets war daraufhin stark angestiegen.

Die Einführung eines 365-Tickets wäre ein starkes Signal ür eine umweltfreundliche Verkehrspolitik in Berlin. Die regierende rotrotgrüne Koalition hat in den vergangenen knapp drei Jahren den Preis eines Sozialtickets von 36,00 auf 27,50 € gesenkt. Nach den Sommerferien können Schüler den Nahverkehr kostenlos nutzen.

NZZ: Interview mit den Stadtoberhäuptern von Wien, Berlin und Zürich