In den letzten vierzehn Tagen wurden in der ganzen Stadt von der Polizei Kontrollen zur Verhinderung von Radfahrunfällen durchgeführt. „Die Notwendigkeit dieser Bemühungen war schon zum Aktionsstart deutlich geworden: Während im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres noch kein Radfahrer zu Tode gekommen war, sind in diesem Jahr bereits fünf, darunter vier Senioren, tödlich verunglückt“, so die Polizei in ihrer Pressemeldung.
Angehalten wurden 2.641 Kraftfahrer, von denen 336 mit Bußgeld belegt wurden. Von den 16.528 überprüften Radfahrern erhielten 4.978 Radfahrer ein Verwarnungsgeld. Radfahrer erhielten also zehnmal mehr Bußgelder als Autofahrer.
Im einzelnen verteilen sich die Verwarnungsgelder für die Radfahrer auf folgende Gruppen:
- 2.315 Gehweg- oder Fußgängerzonenradler (5,- Euro)
- 1.253 Geisterradler auf dem falschen Radweg (15,- Euro)
- 981 Rotlichtüberfahrer (mind. 62,50 Euro)
- 866 Mängelberichte wegen mangelhafter Räder
Alle Fahrräder wurden auch auf die Eigentumsverhältnisse überprüft. In 16 Fällen wurden dabei gestohlene Bikes entdeckt.
Pressemeldung der Berliner Polizei
Am gestrigen Tag der Erde gab es in Budapest in Ungarn eine Radfahrt mit etwa 50.000 Teilnehmern. Nach Angaben der Veranstalter ist das die größte Critical-Mass-Demo aller Zeiten gewesen. Als die schnellsten Biker bereits die 14 Kilometer lange Strecke hinter sich hatten, warteten am Startpunkt noch viele Radfahrer auf den Start.
Wenn man möchte, dass mehr Rad gefahren wird, muss man den Radfahrern auch die Möglichkeit geben, das Fahrrad zu parken. Viele Radfahrer werden gezwungen, ihr Rad im verwinkelten Keller oder gar in der Wohnung oder auf dem Balkon abzustellen. Immer noch kommen viel zu wenig Vermieter ihrer Verpflichtung nach, genügend Abstellfläche für Fahrräder bereit zu stellen. Um das Radfahren einfacher zu machen, hat die Stadt Hamburg ab 1993 begonnen, so genannte Hamburger Fahrradhäuschen auf öffentliches Straßenland zu stellen. Das Fahrradhäuschen ist ein meist zwölfeckiger Rundbau aus Stahl und Holz, in dem zwölf Fahrräder Platz finden. Sie werden mit dem Vorderrad an einem speziell dafür entwickelten Drehkarussell aufgehängt; das Einstellen geschieht bequem durch eine zweiflügelige Eingangstür. Das Fahrradhäuschen hat einen Außendurchmesser von etwa drei Metern; die Grundfläche beträgt sechs Quadratmeter. Heute stehen etwa 350 davon in ganz Hamburg. Seit dem politischen Machtwechsel hin zur CDU und der Einstellung der Förderung kommen keine neuen Häuschen hinzu. Obwohl so ein Fahrradhaus mit mehr als 4000,- Euro relativ teuer ist und wegen der notwendigen Versicherungspflicht Jahr für Jahr Kosten entstehen, ist es meines Erachtens sinnvoll, auch in Berlin die Aufstellung von Fahrradhäuschen zu erwägen. In manchem Kiez wären dafür viele Radfahrer dankbar.
Unter dem Titel use a bicycle. Der Lehrling in der Sonne hat der österreichische Künstler Rainer Ganahl zur Ausstellung „cross-border. Fotografie und Videokunst aus dem MUMOK Wien“ im Kunstmuseum Stuttgart einen eigenen Projektraum rund um das Fahrrad entwickelt. Mit seinen Arbeiten knüpft Ganahl an die künstlerische Tradition der Avantgarde um 1910 an, greift in aktuellen „paintings“ zum Thema Fahrradbombe aber auch politische Fragen auf. Der in New York lebende Konzeptkünstler lehrt seit Oktober 2006 als Professor an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart. Auf seiner eigenen Site veröffentlicht Ganahl schräge Fahrradvideos, in denen er freihändig auf seinem Rad fahrend filmt, im dichten Gegenverkehr in Tirana etwa oder in den Straßen New Orleans nach der großen Flut. Die Ausstellung „Cross Border“ ist noch geöffnet bis zum 17. Juni 2007.
Erinnert ihr euch noch an die hübschen Front-Gepäckträger an den 70er Jahre 