VeloBerlin

Eine Fahrradmesse am Messestandort Berlin? Das war schon immer ein schwieriges Thema. Es gab den einen oder anderen Versuch, mehr aber auch nicht.

Im Frühjahr 2011 startet mit der VeloBerlin ein neuer Versuch, eine eigenständige Fahrrad-Publikumsmesse ins Leben zu rufen: „VELOBerlin wird der neue Dreh- und Angelpunkt zum Thema Fahrrad und urbane Mobilität in der Hauptstadt. Zu Beginn der Saison will die neue Messe eine umfassende Orientierung für die Kaufentscheidungen der Konsumenten bieten und dies mit zusätzlichen attraktiven Informationsangeboten kombinieren.

Von Workshops mit praktischer Wissensvermittlung bis hin zum Fahrspaß auf mehreren Indoor-Parcours will VELOBerlin die Begeisterung für das Fahrrad in all seinen Facetten zelebrieren.“

Drei Erlebniswelten sollen die Besucher in den Bann ziehen. Unter dem Motto Fine.Art.Handmade werden Liebhaberstücken feinmechanischer Ingenieurskunst gezeigt. Weitere Hallen stehen unter dem Thema Trends&Innovations sowie Urban.Wild.Style.

VeloBerlin wird vom 26. bis 27. März 2011 auf dem Berliner Messegelände stattfinden.

VeloBerlin

Schwerpunktaktion zur Überwachung des Fahrzeuglichts – Polizei zieht Bilanz

In der vergangegen Woche hat die Berliner Polizei im gesamten Stadtgebiet verstärkt die Beleuchtungseinrichtungen an Fahrzeugen im Straßenverkehr überprüft. Gecheckt wurden insgesamt 5.879 Kraftfahrzeuge und 8.265 Fahrräder.

„Im Ergebnis wurde gegen 613 Fahrzeugführer und 742 Radfahrer Anzeige erstattet, weil Beleuchtungseinrichtungen nicht funktionierten oder gar nicht vorhanden waren. Insgesamt fertigten die Beamten 2.253 Mängelberichte wegen technischer Beleuchtungsmängel. Zum Teil musste die Weiterfahrt untersagt werden. Wegen Fahrens ohne eingeschaltete Beleuchtung bei Dunkelheit erhielten darüber hinaus 379 Radfahrer und 130 Autofahrer Anzeigen.“

Die Polizei kündigte an, auch weiterhin auf Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen zu achten.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 3563 vom 09.11.2010 – 10:00 Uhr

Landesdelegiertenkonferenz der Grünen zum Thema Verkehr in Berlin

Neben dem Rummel um die Nominierung von Renate Künast zur Spitzenkandidatin für die nächste Bürgerschaftswahl am 18. September 2011 ging ein wenig unter, dass die Grünen auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz wichtige Festlegungen in Sachen Verkehr treffen wollten. Im Antrag „Grün unterwegs – nachhaltige, gerechte und maßgeschneiderte Mobilität für Berlin“ heißt es auf Zeile 20:

„Ein Blick in die Stadt zeigt: Auf vielen Berliner Straßen und Plätzen ist das Automobil dominant. Die meiste Fläche steht dem fließenden motorisierten Verkehr und den Parkplätzen zur Verfügung. Radwege und Bürgersteige pflegen häufig nur ein schmales Dasein, von Aufenthaltsqualität an diesen Orten keine Spur. Das wollen wir ändern: Die knappen Flächen müssen allen zur Verfügung stehen. Lärm, Abgase, Platz greifende „Blechhaufen“ sind auf ein Minimum zu reduzieren.“

Konsequenterweise soll deshalb nach Vorstellung der Grünen kein Geld mehr in den Neubau von Straßen gesteckt werden (Zeile 34): „Die finanziellen Ressourcen zum Umbau von Straßen und Plätzen und zum Ausbau der Infrastruktur für Radwege, Bus und Bahn sind knapp. Straßenneubau wird in Zukunft nur noch in Ausnahmen zu rechtfertigen sein.“ Auch der Bau der A100 wird  abgelehnt.

Neuinvestitionen sind dagegen in drei Bereichen notwendig (Z 130):

  • Schienenanbindung des Flughafen BBI
  • Ausbau der Straßenbahn, insbesondere die Strecken Alexanderplatz – Steglitz, Nordbahnhof – Turmstraße, Warschauer Straße – Hermannplatz, Rosenthal – Märkisches Viertel
  • Velorouten und Fahrradstreifen

Im Programmpunkt 5.3 „FahrRad!“ heißt es (Z 261): „Beim Ausbau von Fahrradspuren, den wir dringlich vorantreiben wollen, ist eine Mindestbreite von 2 Metern, bei Magistralen von 2,5 bis 3 Metern notwendig, um bei perspektivisch mehr RadlerInnen nicht nachrüsten zu müssen.“ Die Grünen fordern mehr Fahrradstraßen, lehnen eine flächendeckende Benutzungspflicht für Radwege ab, möchten ein kostengünstiges und attraktives Fahrradverleihsystem, verlangen bessere Abstellmöglichkeiten und eine optimierte Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bündnis 90 / Die Grünen: Grün unterwegs – nachhaltige, gerechte und maßgeschneiderte Mobilität für Berlin

Verbessertes Fahrradparken am Hauptbahnhof

In der Vergangenheit war das Fahrradparken am Berliner Hauptbahnhof eine ziemliche Katastrophe. Die etwa 170 Parkbügel in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs waren häufig völlig überbelegt. Nun hat die Bahn auf die dramatische Situation reagiert und unter dem Bahnviadukt westlich des Hauptbahnhofes ein größeres Areal für das Fahrradparken freigegeben.

Bisher wird das Angebot allerdings noch nicht genutzt. Der gut versteckte Fahrradparkplatz befindet sich zwischen den Taxistellplätzen, einer Wurstverkaufsbude und der Einfahrt zum Parkhaus. Muss man erst mal finden.

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Blog Berlin Hauptbahnhof: Gut gemeint, schlecht gemacht
Foto: Blog Berlin Hauptbahnhof

Statistisches zu Berliner Radverkehrsanlagen

„Das Berliner Straßennetz hat eine Länge von knapp 5.300 Kilometern. Davon sind etwa 3.800 km Straßen mit Tempo 30 oder darunter, in denen keine Radverkehrsanlagen errichtet werden.“

Solche Zahlen haben für uns keine große Aussagekraft, wenn wir nicht wissen, wie sich das Berliner Straßennetz im Laufe der Zeit entwickelt hat. Claudia Hämmerling von der Abgeordnetenfraktion der Grünen wollte in einer kleinen Anfrage an den Senat wissen, wie sich die Fahrradinfrastruktur in Berlin seit dem Jahr 2006 verändert hat. Die letzten verfügbaren Zahlen der Senatsverwaltung beziehen sich auf den Dezember 2009. Alle Angaben in Kilometern.

2006 2009
Benutzungspflichtige Radwege 150 110
Radfahrstreifen auf der Fahrbahn 80 125
Bussonderfahrstreifen 70 80
Radwege auf dem Gehweg 50 50
Radwege außerhalb öffentlicher Straßen 190 400
Einbahnstraßen* 200 250

*: Einbahnstraßen, die entgegen der Fahrtrichtung für den Radverkehr geöffnet wurden.

Quelle: Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling vom 02. Juni 2010 und Antwort

Studie: Tempo 30 macht Städte sicherer

Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums kommt zu dem Schluss, dass eine Regelgeschwindigkeit von Tempo 30 in den Städten die Verkehrssicherheit erhöhen würde. Zudem wäre eine Tempo-130-Regelung auf Autobahnen wünschenswert.

Die Zahlen sprechen für sich. Anfang der 90er Jahre gab es in Berlin nicht annähernd so viele Tempo-30-Zonen wie heute, dafür aber jährlich über 180 Verkehrstote und über 3000 Schwerverletzte. Aktuell sterben jährlich ca. 50 Menschen, über 1700 verletzen sich schwer.

Der Verkehrsminister ist aus seinem Tiefschlaf erwacht und will nun die Studie erstmal prüfen.

Tagesspiegel: Allianz für Tempo 30

Dunkle Jahreszeit = Helle Kleidung

Die Berliner Polizei weist darauf hin, dass hell gekleidete Fußgänger und Radfahrer in der dunklen Jahreszeit von Kraftfahrzeugführern besser gesehen werden. So beträgt die Kontrastsehschärfe nur 20-30% des Tageswertes, Autofahrer können dunkel gekleidete Verkehrsteilnehmer oft erst ab 20 Meter Entfernung sehen . Laut einem Bremswegrechner beträgt der Anhalteweg bei 50 km/h 28,7 Meter, die Aufprallgeschwindigkeit bei 20 Metern Hindernisentfernung würde noch 38 km/h betragen.

Radfahrer und Fußgänger sollten aufmerksam auf die verlängerten Bremswege und die eingeschränkte Sicht der Fahrzeuglenker achten, mit Fahrfehlern anderer rechnen und im Zweifelsfall lieber nicht auf ihr Recht bestehen.

Auch wird auf die „oft unangepasste Geschwindigkeit“ der Kraftfahrzeugführer hingewiesen.

Zur Informationsseite der Berliner Polizei

Ich sehe solche Informationen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich ist es angesichts der realen Umstände im Straßenverkehr ratsam, sich als Fußgänger und Radfahrer stärker sichtbar zu machen. Andererseits beschreibt die Polizei einen unhaltbaren Zustand – trotz der Sichtverhältnisse wird nur selten die Fahrgeschwindigkeit angepasst, Verkehrsteilnehmer ohne „harte Schale“ werden gefährdet und sollen sich gefälligst darauf einstellen. Je mehr Fußgänger sich stark reflektierend kleiden, umso weniger wird mit dunkel gekleideten Fußgängern gerechnet und sich darauf eingestellt. Die Rechte und Pflichten sind genau anders herum verteilt: Fußgänger können sich kleiden, wie sie wollen – Fahrzeugführer (auch Radfahrer!) hingegen müssen ihr Privileg der höheren Geschwindigkeit mit besonderer Sorgfalt erkaufen.

Übrigens: Laut dem oben genannten Bremswegrechner beträgt die angemessene Geschwindigkeit für den Fall, dass dunkel gekleidete Verkehrsteilnehmer erst ab 20 Meter Entfernung gesehen werden, knapp unter 40 km/h.

Kostenloser Fixieverleih

Gibt es eigentlich eine Stadt in der Welt mit noch mehr Fahrradverleihs als Berlin? Ohne zu übertreiben geht die Zahl der Anbieter hier in die Hunderte. Nahezu jedes Hotel in Mitte bietet seinen Gästen Leihfahrräder für die Stadterkundung. Viele Cafes haben mit Mieträdern ein weiteres Standbein geschaffen.

So groß die Zahl der Leihradanbieter auch ist, so begrenzt ist die Auswahl unter den Rädern. Hier ist die Maxime: hässlich, klobig, schwer, als seien die Mietvelos direkt vom nächsten Baumarkt gekarrt. Warum kostet eigentlich die Tagesmiete solch billiger Fahrräder zehn oder zwölf Euro? Für einen Kleinwagen zahlt man nur unwesentlich mehr.

Kostenlose Fixies von Freitag

Der Taschenladen Freitag in der Max Beer Straße 3 in Mitte macht die Ausnahme. Er bietet schöne, in schlichtem Grau gehaltene Singlespeedbikes von Gorilla an, ohne jeden Schnickschnack, aber mit zwei Bremsen. Und das schönste: die Räder sind kostenlos.

Freitag

Freitag
Bilder: Bike Hugger

Fahrradstraße Choriner kommt

Lange Zeit ging es eher schleppend mit der Einrichtung neuer Fahrradstraßen in Berlin voran. Nun gibt es begründete Aussicht, dass noch in diesem Jahr eine weitere Straße zur Fahrradstraße umgewidmet wird. Zur Zeit laufen die Ausschreibungen für eine Umgestaltung der Choriner Straße im Bezirk Pankow, Baubeginn ist voraussichtlich Ende November oder Anfang Dezember. Die Choriner ist etwa einen Kilometer lang und verbindet die Schönhauser Allee mit der Torstraße.

Damit ist zum ersten Mal eine Art „Netz“ von Fahrradstraßen zu erkennen. Bislang sind die wenigen Fahrradstraßen über ganz Berlin verteilt und stehen völlig isoliert voneinander. Mit der neuen Fahrradstraße Choriner (in ihrem südlichen Teil heißt sie Gormannstraße) wird es erstmals möglich sein, von einer Fahrradstraße auf die andere (Linienstraße) zu kommen.

Auf der Choriner Straße werden deutlich größere Fahrradpiktogramme angebracht als auf der Linienstraße. Die neue Fahrradstraße wird deshalb hoffentlich von nicht so vielen Autofahrern als Durchgangsstraße benutzt werden, wie das zum Beispiel in der Linienstraße zur Zeit der Fall ist.

Achtung, wir haben am 15. & 16. Oktober geschlossen!

Betriebsfahrt bei schönem Wetter

Wie jedes Jahr haben wir uns auch dieses Mal ein Wochenende mit besonders schönem Wetter für unsere Betriebsfahrt ausgesucht. Wir hoffen, ihr kommt zwei Tage ohne uns aus, am Montag, den 18.10.2010 sind wir zurück und haben wieder normal geöffnet.

Eurer Radspannerei-Team

Radfahrerin nach Verkehrsunfall verstorben

Der 7. tödliche Verkehrsunfall unter den Radfahrern ereignete sich am vergangenen Sonnabend. Gegen 16.40 Uhr überquerte eine 71-jährige Radfahrerin eine gemeinsame Fußgänger- und Radfahrerfurt über die Seestraße. Im Kartenausschnitt kam sie von Norden und fuhr bei Grün über die Radfahrerquerung, um zum südlich der Seestraße liegenden Eckernförder Platz zu kommen. Was dann passiert, beschreibt die Pressemeldung der Polizei so:

„Ein 27-jähriger „Mazda“-Fahrer befuhr die Seestraße in Richtung Stadtring. In Höhe der Einmündung Seestraße Ecke Nordufer erfasste der Autofahrer die Radlerin. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen verstarb die 71-Jährige noch am Unfallort. Zeugen gaben an, dass die Radfahrerin die Ampel bei grün benutzt hätte.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 3163 vom 10.10.2010 – 10:20 Uhr


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Plötzliches Hindernis wirft Radfahrer zu Boden

Rauhe Sitten weist darauf hin, dass Überschriften und Texte der Berliner Polizeimeldungen manchmal hart an der Peinlichkeitsgrenze liegen. In einer Meldung von heute geht es um einen Unfall, den ein Taxifahrer verursacht hatte. Hier die Meldung im Wortlaut.

Überschrift: Radfahrer kollidiert mit Autotür

„Bei einem Verkehrsunfall in Dahlem wurde ein Radfahrer gestern Nachmittag schwer verletzt. Ein 48-jähriger Taxi-Fahrer öffnete an einem Taxistand in der Saargemünder Straße gegen 16 Uhr 30 die Fahrertür. Ein 40-jähriger Radfahrer, der die Saargemünder Straße in Richtung Ihnestraße befuhr, kollidierte mit dem plötzlichen „Hindernis“ und stürzte zu Boden. Der Radler kam mit einer Verletzung an der Hand zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.“

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 3120 vom 07.10.2010 – 09:30 Uhr

Reifenpanne oder gut geölt? Radverkehr in Berlin

Aus der Einladung zum SRL-Stammtisch: „Der Radverkehr soll in Berlin einen hohen Stellenwert einnehmen. Bei der Verkehrsmittelwahl entscheiden sich gegenwärtig 13 % der Berlinerinnen und Berliner für das Fahrrad. Da bleibt allerdings noch Luft nach oben.

Um das Fahrradfahren voranzubringen verfolgt der Senat seit 2004 eine eigene Radverkehrsstrategie für Berlin. Unter anderem mit den Zielen „Mehr Radverkehr“, der „Senkung der Unfallzahlen“ und einer „zügigen Gestaltung des Radroutennetzes“ soll sie helfen, den nicht motorisierten Verkehr zu fördern. Viele der Ziele der Radverkehrsstrategie waren auf 2010 ausgelegt – Zeit für eine Bilanz.

Diese Bilanz wollen wir gemeinsam mit dem Fahrradbeauftragten bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Herrn Arvid Krenz, ziehen. Als ehrenamtlicher Fahrradbeauftragter ist er Berater und kritischer Begleiter für die Berliner Radverkehrspolitik. Zusammen wollen wir die Situation und Zukunft des Radverkehrs in Berlin beleuchten und aktuelle Ansätze und Projekte diskutieren.“

Der SRL-Stammtisch (Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung eV.) lädt für heute zu einer Veranstaltung zum Thema „Radverkehr in Berlin“ ein.

Donnerstag, den 07. Oktober 2010 um 19.00 Uhr

Ort: Gaststätte Walhalla
Krefelder Str. 6, 10555 Berlin
U9 Turmstraße
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