Fahrradwagen im Regionalexpress Richtung Rostock und Stralsund

Seit dem Osterwochenende sind auf den Regionalexpresslinien RE3 und RE5 nach Stralsund und Rostock neue Fahrradwaggons im Einsatz. An den normalen Zug wird ein fünfter Wagen angehängt, der auf der unteren Plattform komplett dem Fahrradtransport dient, während sich auf dem Oberdeck eine Normalbestuhlung für Fahrgäste ohne Fahrrad befindet. Offiziell hat der Wagen 36 Abstellplätze, in der Realität lassen sich wohl noch einige Fahrräder mehr in den großräumigen Wagen quetschen. Die eine Seite des Fahrradabteils ist mit Klappsitzen versehen, die gegenüberliegende Seite hat lediglich eine Reling zum Anlehnen respektive Befestigen von Fahrrädern oder anderem sperrigen Gepäck. Ein durchgehendes Abteil für Räder von Tür zu Tür hat den großen Vorteil, dass sich der Stau beim Aus- und Einsteigen verringern kann.

Benno Koch: Berlin-Ostsee: 120 Fahrräder pro Regionalexpress möglich

Fahrradmärkte in Europa legen zu

Drei der stärksten Fahrradmärkte Europas haben im vergangenen Jahr noch einmal deutlich zugelegt und Steigerungsraten zwischen 8,5 und 11,2% zu verzeichnen. In Frankreich stieg die Zahl verkaufter Räder um 7 Prozent auf nahezu drei Millionen. Jeder 22. Franzose kaufte sich 2014 ein neues Rad. Der E-Bikemarkt Frankreichs hat noch ein niedriges Niveau, stieg aber um 37% auf nun 77.500 verkaufte Pedelecs. Interessant ist, dass der Durchschnittspreis aller verkauften Fahrräder in Frankreich bei nur 307 Euro lag.

Zum Vergleich: der Durchschnittspreis eines in den Niederlanden verkauften Fahrrads lag im Jahre 2014 bei exakt 844 Euro. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass der gesamte Fahrrradmarkt in den Niederlanden ein Niveau von 0,89 Milliarden Euro hat und damit fast an den französischen Fahrradmarkt herankommt, obwohl die Niederlande weniger als ein Drittel der Einwohner Frankreichs haben. Die Zahl der verkauften Fahrräder legte um 4,2% auf absolut 1,05 Millionen Räder zu, jeder 16. Niederländer kaufte 2014 ein neues Fahrrad.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 4,1 Millionen Fahrräder unter die Leute gebracht, jeder 19. Deutsche erwarb ein Neuvelo, ein Durchschnittsrad kostete in Deutschland etwa 528 €. Auch der E-Bikemarkt in Deutschland berichtet seit Jahren über riesige Verkaufszahlen. 2014 wurden hierzulande 480.000 Pedelecs verkauft. Zum Vergleich: Die Zahl der verkauften Elektroautos in Deutschland lag 2014 bei 8.500 Stück. Das Volumen des gesamten Fahrradmarktes lag 2014 bei 2,16 Milliarden Euro.

ECF: Cycling sells: three of Europe’s biggest markets see substantial increase in bike sales in 2014

Tag des Sieges Alleycat

70 Jahre Befreiung vom Hitlerfaschismus. Für uns ein Grund zu feiern. Zum fünften Mal gibt es in diesem Jahr wieder ein Alleycat (Fahrrad-Schnipseljagd-Rennen) zum Tag des Sieges. Wie immer werden alle Einnahmen einem guten Zweck gespendet.

Treffpunkt ist das 9. Mai Fest im Treptower Park

Bitte mitbringen: Fahrrad, Stadtplan, Zettel, Stift

Auch 70 Jahre nach der Befreiung von der Nazidiktatur ist rechtes Gedankengut noch immer in den Köpfen vieler Menschen. Seit Monaten werden rechte Meinungen medienwirksam durch Bündnisse wie Pegida auf die Sraße gebracht. Auch Berlin blieb trotz seines weltoffenen Images nicht davon verschont. Unter verschiedenen Decknamen veranstalteten 2014/2015 organisierte Neonazis zusammen mit rassistischen Anwohner*innen regelmäßig Aufmärsche gegen Flüchtlingsunterkünfte in den Stadtteilen Marzahn-Hellersdorf, Köpenick und Buch.

Engagierte Antirassist*innen stellten sich den rechten Aufmärschen entgegen und konnten ihre Durchführung stark einschränken. Im Rahmen dieser Proteste mussten einzelne Akteur*innen ihre Personalien abgeben. Für ihren zivilen Ungehorsam werden sie nun durch staatliche Ermittlungen kriminalisiert.

Wir versuchen mit den Einnahmen des Alleycats einen Teil der anstehenden Kosten für Anwält*innen oder Strafgelder abzudecken.

Ort: Rosengarten, Treptower Park
Zeit: Sonnabend, 9. Mai um 19:00 Uhr

Tag des Sieges Alleycat bei Facebook

10 Jahre Rad-Spannerei Blog

Heute vor 10 Jahren erschien der erste Beitrag in diesem Blog. Ehrlich gesagt hatte niemand von uns eine richtige Ahnung, was man mit so einem Blog anfangen konnte. Mit einer Ausnahme gab es damals auch noch keine Fahrradblogs, an denen wir uns hätten orientieren können. Die Ausnahme hieß Cruiserking, ein Blog, das einige Jahre später abgeschaltet wurde. Also holten wir uns anfangs die Anregungen bei amerikanischen Blogs. In den ersten zwei Jahren geschah das praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit – die Kommentarfunktion wurde damals so gut wie nie genutzt. Einer der ersten, die damals regelmäßig Kommentare schrieben, war der Nutzer „Diamant“. Wir haben keine Ahnung, wer sich hinter diesem Namen verbarg und ob er oder sie immer noch Blogleser ist, wir können uns aber noch gut erinnern, dass wir sehr froh waren über jeden einzelnen Kommentar von Diamant. Mit den Jahren stiegen ganz langsam die Nutzer- und Kommentarzahlen und heute gibt es im Blog 2.701 Beiträge und 20.781 Kommentare. Dankeschön an die vielen konstruktiven und bereichernden Kommentierer, ohne euch wäre das hier eine ziemlich öde Veranstaltung.

Mehrheit der Deutschen ist für neue Mobilität

Das Umweltbundesamt (UBA) lässt alle zwei Jahre eine Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland durchführen. In der heute veröffentlichten jüngsten Studie wird die Bereitschaft der Bevölkerung zu einem Mobilitätswandel deutlich.

„Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Abkehr von einer auf das Auto zentrierten Städteplanung: Städte und Gemeinden so umzugestalten, dass sie sich vom Autoverkehr abwenden und kurzen Fußwegen, Fahrrad- und öffentlichem Nahverkehr zuwenden, trifft auf sehr große Zustimmung (82 Prozent). Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Die Auto-zentrierte Stadt wird von vielen offensichtlich längst mehr als Belastung denn als Erleichterung des Alltagslebens erfahren.“

Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) fühlt sich durch Lärm in irgendeiner Form zumindest etwas belästigt. Bei den einzelnen Lärmquellen steht der Straßenverkehr mit Abstand an der Spitze.

Umweltbewusstsein in Deutschland 2014 (pdf-Dokument)

mitRADgelegenheit – die alltägliche CM

Im Februar 2014 gründeten einige Leute aus dem Umfeld der Critical Mass die Gruppe mitRADgelegenheit. Ziel war es, bereits die Anfahrt zur CM als gemeinsame Radfahrt zu gestalten. Angenehmer Nebeneffekt: man macht sich den §27 der StVO zu Nutze, nach dem man mit mindestens 16 FahrradfahrerInnen eine ganze Spur gebrauchen darf. Quasi wie eine Critical Mass, nur im Alltag. Die Vision ist, dass Menschen mit dem Rad gemeinsam zur Arbeit, in die Uni, aufs Konzert … fahren. „Indem wir uns zusammenschließen und gemeinsam fahren, können wir die Sichtbarkeit im Straßenverkehr, die Sicherheit und den Spaß beim Radfahren verbessern.“

In diesem Frühjahr startet die mitRADgelegenheit voll durch und bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Radfahren im CM-Modus an. Um die Aktionen breit zu bewerben, findet am 22.04. eine Auftaktveranstaltung statt. Los geht es von der HU (Bebelplatz), FU (Habelschschwerdter Allee – Rostlaube) und TU (vorm Hauptgebäude) jeweils um 16:00 Uhr. Am Ende der Tour durch die Stadt treffen wir uns am Tempelhofer Feld um dort zusammen den Abend ausklingen zu lassen.

Hier eine kleine Übersicht über die mitRADgelegenheiten in den kommenden Wochen:

Mittwoch 22. April 2015 – mitRADgelegenheit zum Semesterauftakt
Freitag 24. April 2015 – mitRADgelegenheit zur Critical Mass in Berlin
Mittwoch 29. April 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der TU
Mittwoch 06. Mai 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der HU
Mittwoch 13. Mai 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der FU
Mittwoch 27. Mai 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der TU
Freitag 29. Mai 2015 – mitRADgelegenheit zur Critical Mass in Berlin
Mittwoch 03. Juni 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der HU
Mittwoch 10. Juni 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der FU
Mittwoch 24. Juni 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der TU
Freitag 26. Juni 2015 – mitRADgelegenheit zur Critical Mass in Berlin
Mittwoch 01. Juli 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der HU
Samstag 04. Juli 2015 – I DON’T CARE AS LONG AS YOU RIDE – mitRADgelegenheit zu den BEATSTEAKS
Mittwoch 08. Juli 2015 – mitRADgelegenheit zur Vorlesung der FU

mitRADgelegenheit bei Facebook

Sitzblockade auf der Berliner Critical Mass

„Mit einer schweren Beinverletzung musste eine Radfahrerin gestern Abend in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Bisherigen Ermittlungen zufolge fuhr die 29-Jährige in der Friedrichstraße in Richtung Puttkammer Straße. Als die Radlerin kurz nach 18 Uhr den Kreuzungsbereich Kochstraße/Rudi-Dutschke-Straße/Friedrichstraße erreichte, wurde sie von dem 60-jährigen Lkw-Fahrer erfasst, der zu diesem Zeitpunkt von der Friedrichstraße aus kommend nach rechts in die Kochstraße einbiegen wollte. Aufgrund der Unfallermittlungen und Rettungsmaßnahmen war der Kreuzungsbereich für rund zwei Stunden gesperrt. Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 5 führt die Untersuchungen zum Unfallhergang.“

Meldung der Berliner Polizei Nummer 0748 vom 26.03.2015

Einige Aktivisten der Critical Mass schlagen deshalb vor, die CM am morgigen Freitag zu nutzen, vom Mariannen- beziehungsweise vom Heinrichplatz direkt zur Unfallstelle zu fahren und dort ein Sit-in abzuhalten. Nach einigen Minuten der Stille soll die Critical Mass fortgeführt werden, wie immer mit offener Route und offenem Ziel.

 

Critical Mass Berlin: Sit-in bei der CM
Fotos der Unfallstelle auf der Facebook-Seite von Polizeireporter Th. Schröder

Eine Straße wird aufgemöbelt

Die Miera iela (deutsch: Mierastraße) ist eine typische Straße in der lettischen Hauptstadt Riga.  Mit ihren Shops, Kaffeehäusern und Galerien wirkt sie ein wenig wie die O-Straße in Kreuzberg, nur leerer. Auf der breiten Fahrbahn rumpeln die Autos über Kopfsteinpflaster der übelsten Sorte. Fußgänger müssen mit einem kaum zwei Meter breitem Trottoir vorlieb nehmen und sich den Raum auch noch mit Radfahrern teilen, weil das Radfahren auf dem Pflaster unerträglich ist. Im September 2014 haben sich einige Leute aus dem Miera-Kiez die Mühe gemacht, den Straßenraum beispielhaft neu aufzuteilen. Es entstanden ein großzügiger Bürgersteig, der es den Shopbetreibern erlaubt, auch mal eine Bank oder eine Topfpflanze nach draußen zu stellen. Daneben entstand ein zwar schmaler aber benutzbarer Radweg. Das neue Straßenprofil bietet Platz für alle Nutzer.

Miera ielas Republika

Fahrradschloss Litelok

Bei Fahrrädern gilt die Regel: je leichter, desto besser. Bei Fahrradschlössern gilt die umgekehrte Regel: je schwerer, desto besser. Eine Kickstarter-Kampagne will nun den Beweis antreten, dass es auch anders geht. Produziert werden soll ein top-quality Fahrradschloss namens Litelok, das verspricht, weniger als einen Kilo zu wiegen und trotzdem sicher zu sein.

Möglich soll das werden durch ein neuartiges flexibles Material. Boaflexicore besteht aus unterschiedlichen Lagen, die sich gegenseitig verstärken. In der Originalbeschreibung liest sich das so: „The strap includes multiple innovative lightweight materials, each of which provides a different and additional layer of security against the various tools and the lock cylinder and mechanism is well protected by the innovative lock casing design.“ Bei Tests soll das neue Fahrradschloss mehr als fünf Minuten den üblichen Angriffen von Fahrraddieben mit Kabelschneidern, Bolzenschneidern und Bügelsägen widerstanden haben.

Für die Produktion von Litelok werden bei Kickstarter 20.000,- britische Pfund eingesammelt. Wer sich an der Kampagne beteiligt, erhält für 70,- Pfund ein Schloss aus der ersten Produktionslinie.

Kickstarter: Litelok

Polizeiliche Kontrollstellen zu Beginn der Fahrradsaison

„Der Frühling beginnt! Nach den kalten Monaten werden die Fahrräder wieder aus den Kellern geholt. Für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr kommt es nicht nur darauf an, die Räder auf ihre Verkehrstüchtigkeit hin zu überprüfen, sondern sich als Radler auch wieder die typischen Gefahren im dichten Großstadtverkehr ins Gedächtnis zu rufen.

Zu häufigen und folgenschweren Unfällen kommt es beispielsweise immer wieder dadurch, dass abbiegende Kraftfahrer nicht den Vorrang der Radfahrer beachten. Radler dagegen unterschätzen möglicherweise die Gefahren des Toten Winkels oder werden nicht selten übersehen, weil Beleuchtungseinrichtungen nicht vorhanden sind oder nicht funktionieren.

Auch in der City-West wird das Fahrrad gern und viel genutzt. Die Polizei Berlin richtet deshalb am Freitag, 20. März 2015, mehrere Kontrollstellen rund um den Ernst-Reuter-Platz, an der Straße des 17. Juni/Bachstraße sowie am Kurfürstendamm Ecke Rankestraße und Budapester Straße Ecke Breitscheidplatz ein.

In der Zeit von 9 – 15 Uhr werden deshalb Auto- und Radfahrer gleichermaßen in ihrem Verhalten an Kreuzungen überwacht und nach erkannten Verstößen angehalten sowie sensibilisiert. An Informationsständen können sie sich darüber hinaus gezielt zu den Gefahren des sog. „Toten Winkels“ beim Abbiegen informieren. Bei angehaltenen Radfahrern wird selbstverständlich auch das Augenmerk auf den technischen Zustand ihrer Räder gerichtet. Bei dieser Gelegenheit hält die Polizei nützliche Tipps und Informationsmaterialien für den Diebstahlschutz bereit.“

Polizeimeldung Nr. 0681 vom 19.03.2015

Tägliche Radfahrten in Europas Hauptstädten

In der untenstehenden Grafik werden die Zahl der pro Tag durchgeführten Radfahrten in fünf europäischen Hauptstädten visualisiert. (Okay, die Regierung der Niederlande sitzt in Den Haag, aber Amsterdam ist die wichtigste und größte Stadt des Landes.) Überraschenderweise liegt Berlin in dieser Liga weit vorn, gefolgt von London und den beiden Fahrradhauptstädten Amsterdam und Kopenhagen auf den unteren Mittelpätzen sowie Paris als Schlusslicht.


Grafik: Initiative clevere Städte

Die Rangfolge der Radverkehrsanteile ergibt ein ganz anderes Bild. In dieser Kategorie führt Amsterdam mit 32% vor Kopenhagen mit 26% und Berlin mit 15%. Schlusslichter sind Paris mit 3% und London mit 2%. Die unterschiedlichen Rangfolgen sind der Größe der Städte geschuldet. Berlin hat zwar einen niedrigeren Radverkehrsanteil als in Amsterdam und Kopenhagen, übertrifft in absoluten Zahlen wegen seiner schieren Größe die beiden Fahrradkapitalen aus Holland und Dänemark deutlich. So gesehen ist Berlin Europas Radhauptstadt, but only by numbers …

Initiative clevere Städte: Fahrrad in Zahlen

„Die Fahrradmitnahme ist künftig in allen Zügen des IC-Netzes möglich.“

Auszüge aus einer Pressemeldung der DB zur neuen Kundenoffensive:

„Mit insgesamt 120 neuen Doppelstock-IC-Zügen, die bis 2030 die bisherigen IC-Reisezugwagen komplett ablösen, bringt die DB den Fernverkehr auch in die Regionen. Nahezu alle deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern werden dann alle zwei Stunden am Fernverkehrsnetz angeschlossen sein. … Dazu sollen auch die günstigeren Einstiegspreise für die Doppelstock-IC-Fahrten beitragen: Bereits ab 19 Euro werden Sparpreise auf diesen Strecken angeboten. … Zudem wird auch hier modernste Bordtechnik für die Nutzung von Telefon und Internet über Mobilfunk verfügbar sein. Die Fahrradmitnahme ist künftig in allen Zügen des IC-Netzes möglich.“

Deutsche Bahn: Mehr Bahn für Metropolen und Regionen

Umgestaltung des Moritzplatzes

Als vor vier Wochen der Beitrag Unfall am Moritzplatz erschien, wussten wir noch nicht, dass der Bezirk bereits seit Längerem eine Umgestaltung des Platzes plant. Seit Mai letzten Jahres liegt ein Plan zur Veränderung der Verkehrsströme in den Schubladen. Wenn die Information der radzeit zutrifft, wird mit den Bauarbeiten im Frühjahr angefangen, die Berliner spricht davon, dass „das Bezirksamt 2015 mit der Ummarkierung beginnen wolle“.


Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg: Moritzplatz Plan Entwurf (pdf-Dokument)

An den stumpfen Seiten des Kreises beträgt die gesamte Fahrbahnbreite 10,15 Meter. Dieser Raum wird neu aufgeteilt. Der Radstreifen ist an dieser Stelle 3,40 Meter breit. Daran schließt sich ein Puffer zwischen Fahrbahn und Radstreifen an, der 1,25 Meter breit ist. Die Fahrbahn für KFZ wird schließlich 5,50 Meter breit.

Nicht überall bleibt der Raum für die Autos gleich breit. An den vier Ausfahrten des Kreisverkehrs wird er bis zu 6,75 Meter breit. Entsprechend schrumpft der Radstreifen an diesen Stellen auf 3,00 Meter Breite. Wenn ich den Plan richtig verstehe, ist der Radstreifen durchgehend zweispurig gedacht, es gibt immer eine Rechtsabbiegespur und eine zweite für Radfahrer, die im Kreis weiterfahren. Um die Wahrnehmung des Radstreifens zu erhöhen, wird der ganze Kreis mit „abriebfestem, rot gefärbtem Asphalt unterlegt“.

Im Entwurf wird recht großzügig mit Schrägstrichgattern gearbeitet, die Sperrflächen, die von Fahrzeugen freigehalten werden sollen. Dadurch soll wohl die Einspurigkeit des Kraftfahrzeugverkehrs gefördert werden. Die Oranienstraße westlich des Moritzplatzes wird ebenfalls einspurig je Richtung plus Buspur in beide Richtungen.

Bezirk Friedrichshain-Kreuzber: Moritzplan Plan Entwurf (pdf-Dokument)
Berliner Zeitung: Berlin rollt Radfahrern roten Teppich aus
radzeit: Moritzplatz wird radfreundlich ummarkiert

Berliner Fahrradwoche

Von heute bis zum kommenden Sonntag steht in Berlin das Fahrrad im Mittelpunkt. Die Berlin Bicycle Week als Auftakt zu zwei Fahrradmessen je am Sonnabend & Sonntag und weitere Veranstaltungen bieten dem Radfahrer reichlich Möglichkeiten, seinen Neigungen zu frönen. Eine kleine Auswahl:

Montag:
19:00 Uhr: Film im Soho House: „off the grid“. Lucas Brunelle schiebt sein Rad abseits von Wegen auf der letzten Lücke in der Panamericana im Südosten Panamas und im Nordwesten Kolumbiens.

Dienstag:
19:00 Uhr: Lesung im Soho House. Bettina Hartz liest aus „Auf dem Rad“.
19:00 Uhr: Sputnik Kino: “Sportsfreund Lötzsch”, ein Dokumentarfilm über den Chemnitzer Radsportler.

Mittwoch:
17:00 Uhr: Station Berlin: „Fahrrad meets Startups“. Die Gründer- und Investorenszene mit Politik und Verbänden trifft auf die Fahrradszene. Fünf Startups stellen ihre Innovationen rund ums Rad vor.
19:00 Uhr: Sputnik Kino: „Half the Road“, ein Film über den professionellen Radrennsport der Frauen.

Donnerstag:
11:00 Uhr: Station Berlin: „Mauerradweg“. Geführte E-Bike und Pedelec-Testfahrten entlang der historischen Berliner Mauer.

Freitag:
11:00 Uhr: Station Berlin: „Critical Mass Bar Camp“. Bundesweites Vernetzungstreffen und Erfahrungsaustausch der Critical-Mass-Szene.

Sonnabend:
10:00 Uhr: Station Berlin: Messe Berliner Fahrradschau
10:00 Uhr: Messegelände: Messe Velo-Berlin
14:00 Uhr: Freigelände des Messegeländes: Lastenfahrradrennen.
18:00 Uhr: Station Berlin: Rad-Race „Last man standing“. Fixed Gear Rennen Mann gegen Mann und Frau gegen Frau.

Sonntag:
10:00 Uhr: Station Berlin: Messe Berliner Fahrradschau
10:00 Uhr: Messegelände: Messe Velo-Berlin
17:00 Uhr: Brandenburger Tor: Cycling Unites. Rabbis und Imane gemeinsam auf Tandems auf einer Fahrradtour für mehr Vielfalt und Respekt in unserer Stadt und Gesellschaft.

 

Berlin Bicycle Week
Berliner Fahrradschau
Velo-Berlin

Städte in Bewegung

Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e.V. (AGFS) möchte zukunftsfähige, belebte und wohnliche Städte gestalten, Städte, in denen die Menschen gern leben. Der Zusammenschluss von mehr als 70 Kommunen in Nordrhein-Westfalen will die Nahmobiltät fördern, die nichtmotorisierte, individuelle Mobilität im räumlichen Nahbereich, vorzugsweise mit dem Fahrrad, zu Fuß, aber auch mit anderen Verkehrsmitteln wie Inlinern, Kickboards und Skateboards. Viele Städte und Gemeinden bewerben sich um eine Mitgliedschaft bei der AGFS, nicht alle werden aufgenommen. Voraussetzung für eine Aufnahme ist unter anderen ein kommunales Konzept für ein fahrradfreundliches Gesamtkonzept mit einer Anhebung des Radverkehrsanteils im Modal Split auf 25 Prozent.

Die Vision der AGFS, die Transformation der Straße in einen Lebensraum, wird in diesem gerade veröffentlichten kleinen Video zum Ausdruck gebracht. Für einen sechs-Minuten-Video vielleicht ein wenig zu dröge, dennoch wünscht man dem Film viele Zuschauer.

AGFS
via: it started with a fight …