Mehrheit der Deutschen ist für neue Mobilität

Das Umweltbundesamt (UBA) lässt alle zwei Jahre eine Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland durchführen. In der heute veröffentlichten jüngsten Studie wird die Bereitschaft der Bevölkerung zu einem Mobilitätswandel deutlich.

„Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Abkehr von einer auf das Auto zentrierten Städteplanung: Städte und Gemeinden so umzugestalten, dass sie sich vom Autoverkehr abwenden und kurzen Fußwegen, Fahrrad- und öffentlichem Nahverkehr zuwenden, trifft auf sehr große Zustimmung (82 Prozent). Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Die Auto-zentrierte Stadt wird von vielen offensichtlich längst mehr als Belastung denn als Erleichterung des Alltagslebens erfahren.“

Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) fühlt sich durch Lärm in irgendeiner Form zumindest etwas belästigt. Bei den einzelnen Lärmquellen steht der Straßenverkehr mit Abstand an der Spitze.

Umweltbewusstsein in Deutschland 2014 (pdf-Dokument)

10 Gedanken zu „Mehrheit der Deutschen ist für neue Mobilität

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  1. Die Zahlen sind zwar gefühlt etwas hoch, aber selbst wenn es einen erheblichen Anteil so denkender Menschen gibt – sie finden in der Parteienlandschaft nichts, das in Richtung einer Verkehrswende geht. Das finde ich wirklich traurig. Dennoch machen die Zahlen Mut.

  2. Also, ich höre auch von Autofahrern oft ein Wehklagen über die viel zu vielen
    Autos in der Stadt. Nur meinen die allermeistens immer die Autos anderer
    Leute und keineswegs ihr jeweils eigenes.

  3. Ich hör eigentlich nur noch Wehklagen über die Radfahrer 🙂

  4. Ich frag mich auch, wo diese Mehrheit sein soll. Die Mehrheit, die täglich mit ihren Stehzeugen die Straßen einmal morgens und einmal nachmittags verstopfen und auch sonst ihre Blechkisten in der Stadt rumstehen lassen, kann hier wohl nicht befragt worden sein. Oder Schizophrenie ist viel verbreiteter als man denkt…

  5. Nur weil sie mit Abstand den meisten Platz verbrauchen, heißt das nicht, dass Autofahrer die Mehrheit wären… 2008 waren es 32% Anteil am Modal Split in Berlin, mit fallender Tendenz…
    Also: 68% der Wege ohne Blechdose, und da die Blechdosen ja nunmal allen anderen Verkehrsarten im Weg stehen (indirekt selbst der U-Bahn – wenn man nicht über die Fahrbahn kommt auf dem Weg zur Station und einem dann die Bahn vor der Nase wegfährt…), wären die damit schonmal vorhanden.
    Wenn man jetzt noch annimmt, dass ein Teil der Autofahrer nicht Auto fährt, weil es nix tolleres gibt, sondern weil für den notwendigen Weg oder die notwendige Transportaufgabe keine ausreichenden Alternativen zur Verfügung standen, und derjenige bei Vorhandensein lieber ein anderes Verkehrsmittel gewählt hätte – dann sind wir schon bei über 70%…

    Außerdem hören wir die Klagen über Radfahrer, weil wir selber welche sind und wir uns persönlich getroffen fühlen. Wenn sich jemand über Autos beschwert, geht das so an einem vorüber…

  6. @Jemand, mein Reden. Ein Teil des Autoverkehrs entsteht in meinen Augen, weil die Straßen auf ihn überoptimiert sind. Andere Verkehrswegegestaltung würde eine andere Verkehrsnutzung mit sich führen. Ich kenne einige Wege, die allein durch eine Asphaltierung spürbar mehr Radverkehr angezogen – und sicher in Teilen auch erzeugt – haben.

  7. Ich denke, vielen Autofahrern ist klar, dass Autofahren für die Umwelt nicht gut ist und dass es besser wäre, weniger Autoverkehr zu haben.

    Dazu passt auch, dass ich immer wieder Gespräche habe, in denen mir Autofahrer, wenn sie erfahren, dass ich das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel nutze, erklären, dass sie das ja toll finden, aber dass sie ja ihr Auto brauchen/ohne Auto nicht klarkommen würden…, weil „ich wohne zu weit weg“/“ich muss ja noch die Kinder wegbringen“/“ich muss für 5 Personen einkaufen“/“bei mir gibt es keine Radwege“/“ich bin nicht so fit wie du“ usw.

    Der Grundtenor scheint zu sein „wäre schon gut ohne Auto, geht aber zumindest für mich überhaupt nicht“. Und das schlägt sich dann in breiter Zustimmung zur fußgänger- und fahrradgerechten Stadt nieder.

    Aber wehe, es werden Parkplätze abgeschafft!

  8. Der zitierte Text stammt nicht aus dem verlinkten Dokument, sondern aus seiner Zusammenfassung:
    http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Forschung/umweltbewusstsein_2014_factsheet_bf.pdf

  9. Eine bessere Wegweisung könnte auch schon helfen. Ich war gestern in Bayreuth unterwegs, wo ich mich nur halb auskenne, und zwar im Berufsverkehr. Ich hätte es vorgezogen, die Stadt auf Schleichwege zu verlassen – man muss da meistens aus Sicherheitsgründen langsam fahren, aber es sind durchaus nette Wege dabei (an Bächen entlang mit altem Baumbestand und viel Grün). Zwischendurch musste ich mich aber vergewissern, dass ich mich nicht verfahren hatte, und dazu war die Ausschilderung der Radrouten nicht ausreichend, so dass ich auf Hauptstraßen weitergefahren bin, obwohl sie in Bayreuth meistens richtige Schneisen sind: die ganze Stadt ist daraufhin ausgerichtet, den überreichlich vorhandenen motorisierten Individualverkehr möglichst schnell hindurchzuschleusen. Mittelfristig sollen die Bayreuther das natürlich ändern, kurzfristig bzw. sofort könnten sie aber wenigstens die Beschilderung der Radrouten optimieren und bei sehr vielen Kreuzungen die Vorfahrtsregelung ändern: wo eine Hauptradroute eine unbedeutende Nebenstraße kreuzt, soll die Radroute grundsätzlich Vorrang haben, und zwar auch wenn es ein unterdimensionierter Schleichweg und kein vier Meter breiten Radschnellweg ist.

  10. @Sarah, je nachdem, wie technikaffin Du bist – mir geht es in fremden Städten ähnlich wie Dir. Ich hab ne Handyhalterung für den Lenker (einfaches Teil als Silikon, das ich immer bei mir habe) und fahr dann nach Openstreetmap-Radfahrerkarte, damit hab ich in Erfurt und Gütersloh schon schöne Freizeitrouten entdeckt 😉

    Aber eine gute Ausschilderung ist wirklich hilfreich. Berlin hat ja das Routenkonzept, von dem ich anfangs sehr angetan war. An vielen Kreuzungen findet man Wegweisung zu Bezirken, Bahnhöfen oder wichtigen Orten.

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