Regierung plant neues Bußgeld für Geisterradfahrer

Nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung plant die Bundesregierung die Einführung eines neuen Bußgeldes. Wenn ein Radfahrer auf einem Radweg in falscher Fahrtrichtung fährt, obwohl ein nicht benutzungspflichtiger Radweg in richtiger Richtung vorhanden ist, soll er 35 Euro Strafe zahlen.

Das Geisterradeln wird auch jetzt schon mit 20 Euro und bei Gefährung auch mit einer höheren Summe bestraft, wenn es sich um einen benutzungspflichtigen Radweg handelt.

Neu eingeführt werden soll also das Bußgeld für das Radfahren gegen die Fahrtrichtung bei nicht mit blauem Schild gekennzeichneten Radwegen. Begründet wurde das Bußgeld damit, dass das Befahren von Radwegen in falscher Richtung ein hohes Unfallrisiko und Gefahrenpotenzial berge.

Saarbrücker Zeitung: Neues Bußgeld für Radfahrer geplant

Bärlin Pedäl Bättle, der Ritterkampf auf Rädern

Ritterteams auf Fahrrädern, ausgestattet mit Lanze, Helm, Schild und Brustpanzerung, werden am 3. und 4. Oktober in Friedrichshain zum „Bärlin Pedäl Bättle“ antreten. Weitere Disziplinen neben dem Lanzenstechen sind Rolandsreiten, Ritzelstechen, Tauziehen, Nüsse knacken, Stahlrossweitwurf, Ritzelwerfen, Schwertkampf zu Ross, Streitwagenkampf, Trinkgelage und Sprüche kloppen.

Zeit: 3. und 4. Oktober 2014 ab 12:00 Uhr
Ort: Sportplatz Kynaststraße 25
10317 Berlin
S-Bahn Ostkreuz

Bärlin Pedäl Bättle

Fahrradklimatest 2014

Heute hat der ADFC den 6. bundesweiten Fahrradklimatest gestartet. Zuletzt waren Radfahrer vor zwei Jahren befragt worden, um das Fahrradklima in ihrer Stadt oder Gemeinde zu bewerten. Damals hatten mehr als 80.000 Bürger insgesamt 332 Städte und Gemeinden bewertet.

Damit ein Ort in die Bewertung beim Fahrradklimatest eingehen kann, muss eine Mindestteilnehmerzahl erreicht werden. Bei Großstädten über 200.000 Einwohner sind das 100 Teilnehmer, bei Städten zwischen 100 und 200.000 sind 75 Teilnehmer erforderlich und Orte unter 100.000 Einwohnern benötigen mindestens 50 Teilnehmer, um auf das Bewertungstableau zu gelangen.

In Berlin hatten 2.375 Teilnehmer der Stadt eine glatte vier gegeben. Berlin erreichte damit einen Platz 24 von 38 bewerteten Großstädten. Trotz der blamablen Bewertung lag die Hauptstadt damit nur knapp unter dem Mittelwert aller großen Städte. Ein Durchschnittswert von 3,91 besagt, dass das Fahrradklima in Deutschlands großen Städten eher mau ist. Um so gespannter warten wir darauf, ob sich das Radfahrklima 2014 verbessert hat.

Fahrradklimatest 2014

Unterwegs mit der „Bakfietsband“

Jazz und Fahrrad sind in der Kombination eher rar. Noch seltener findet sich eine Band, die das Fahrrad im Namen trägt. Eine solche Ausnahmeerscheinung ist die 2003 gegründete niederländische „Bakfietsband“. Sie spielt vorwiegend in Bewegung mit Jappe Groenendijk an den Pedalen (an Haltepunkten am Saxophon) und Harald Austbø am Mini-Cello. Jochem van Tol  bearbeitet ein Mini-Schlagzeug und Oscar Jan Hoogland pflügt das auf Lastenradgröße gestutzte Klavier.

Geboten wird eine wilde Mischung aus Impro-Theater, Liedern und Jazz: Schräge Musik und schrullige Straßenpoesie mit Geschrei.

Der Doku-Clip wurde in der Provinz Groningen gedreht. Die Fahrt geht durch eine typische niederländischer Landschaft: flach, ländlich und mit malerischer Wolken-Kulissen. Am Ende der Reise findet die „Bakfietsband“ ihr Publikum und erntet den verdienten Applaus.

Guny

Glück gehabt

Gestern hatte ein Radfahrer im Ort Lyubertsy außerhalb von Moskau unglaubliches Glück. Der Radler rollt gemütlich über einen Fußgängerübergang, als unmittelbar vor ihm ein Lastwagen und ein PKW in hohem Tempo kollidieren. Nach dem spektakulären Unfall kippt der Lastwagen auf die Seite, während der Radfahrer auf den Knien hockend die Szene beobachtet und offensichtlich kaum begreift, was gerade vor sich gegangen ist.

road.cc: Incredibly close call as cyclist in Russia caught in middle of crash between lorry and car

Fahrradgarage aus Europaletten

Eine doppelstöckige Fahrradgarage gebaut aus Europaletten, stabilen Holzplatten und Alu-U-Profilen präsentiert heute Ullrich Christ von Dienstrad auf dem Park(ing) Day an der Ecke Linienstraße und Tucholskystraße im Bezirk Mitte. Der mobile Fahrradunterstellplatz hat Raum für zwölf wettergeschützt untergebrachte Räder und nimmt einem Kraftfahrzeug den Parkplatz weg.

Eigenlich ist die Linienstraße eine Fahrradstraße. Das Bild der Straße wird aber dominiert von parkendem Blech. Dass es anders geht, zeigt der Park(ing) Day mit vielfältiger Nutzung des öffentliche Straßenraums heute noch bis 16:00 Uhr.

Park(ing) Day
Dienstrad

Utrecht testet Parkleitsystem für Radfahrer

Für Automobilisten sind sie seit langem selbstverständlich, Parkleitsysteme, die die Kraftfahrzeuge zum nächst verfügbaren Parkplatz lotsen. Die Stadt Utrecht beabsichtigt so etwas auch für Radfahrer. Ziel der Echtzeitinformation über freie Fahrradparkplätze soll die bessere Auslastung freier Kapazitäten sein. Zwei Anlagen sollen in einer Pilotphase im Bahnhofsbereich und in der zentralen Innenstadt in diesem Jahr entstehen.

Die Radfahrer werden auf den Informationstafeln auch Hinweise darüber erhalten, ob das Fahrradparkhaus offen oder geschlossen ist und ob das Parken dort frei oder kostenpflichtig ist.

Inzwischen hat ein Unternehmen, das Zählsysteme für Radfahrer entwickelt, eine Lösung angeboten. Die Fahrräder sollen über Induktionsschleifen an den Eingängen der Fahrradparkhäuser gezählt werden.

Verkeersnet: Utrecht werkt aan parkeerverwijssysteem voor de fiets

Nora Jane Struthers: Bike Ride

Wer Bluegrass mag, der findet vielleicht auch den Song „Bike Ride“ von Nora Jane Struthers & The Party Line gut. Entspannte handgemachte Musik unterlegt mit alten Super-8-Filmen und auf alt gemachten Schnipseln.

Die Lyrics:

Going on a bike ride
Sidewalk on the right side
I could go anywhere
Going on a bike ride
Nothing but the sunshine
I could go anywhere
It’s been such a long time
I’m going on a bike ride

Nora Jane Struthers

Pankow: Fahrradparkplätze Gudvanger Straße

Noch stehen die Bauschilder, die für heute das offizielle Ende der Baustelle vor der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule in der Gudvanger Straße in Pankow ausweisen, aber eifrig genutzt wird der neue Fahrradparkplatz vor der Schule dennoch schon.


Vor dem Umbau (Foto: Prenzlberger Stimme).

Auf einer Länge von knapp fünfzig Metern wurden vor der Schule 36 Kfz-Stellplätze aufgehoben und in etwa die zehnfache Menge an Fahrradstellplätzen in vier Reihen verwandelt. Das Teilstück der Gudvanger Straße, das die Schule vom Humannpark trennt, ist so weit verengt worden, dass sie nur noch einspurig befahrbar ist. Da die Straße eine Zweirichtungsstraße und keine Einbahnstraße ist, müssen Kraftfahrer sich absprechen, erhöhte Aufmerksamkeit garantiert.


Nach dem Umbau.

Finanziert wurde die Fahrradparkplätze im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz im Gebiet Humannplatz.

Prenzlberger Stimme: Gudvanger Straße vor Wiedereröffnung: Viele Fahrräder, wenig Fahrdamm

ADFC-Kreisfahrt am 20. September 2014

Neben der recht bekannten Sternfahrt – immer Anfang Juni – veranstaltet der Berliner ADFC jährlich eine zweite Demonstration für den Radverkehr, die so genannte Kreisfahrt. Bereits zum 14. Mal wird diese 35 Kilometer lange Demo rund um die Berliner Innenstadt am kommenden Sonnabend durchgeführt, als Protestfahrt, „die nach dem Versammlungsrecht angemeldet ist“, wie der Radfahrerclub betont. Sie beginnt um 14:00 Uhr am Brandenburger Tor, bewegt sich in mäßigem Tempo (ca. 15 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit) und trifft um 17:00 Uhr wieder am Brandenburger Tor ein. Auf der Demoroute ist es möglich, an den auf der Karte eingetragenen S- und U-Bahnhöfen in die Demo einzusteigen. Ein Klick auf das Zugsymbol zeigt die genaue Abfahrtszeit.

Zeit: Samstag, 20. September 2014 um 14:00 Uhr
Ort: Brandenburger Tor am Pariser Platz

ADFC: ADFC-Kreisfahrt am 20. September 2014

Mehr als 160.000 Personen wegen Straftaten im Straßenverkehr verurteilt

Etwa ein Fünftel aller Straftaten, die in Deutschland im Jahre 2012 begangen wurden, sind Straftaten im Straßenverkehr. Als Straftaten im Straßenverkehr zählen unter anderem unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142 StGB ), fahrlässige Tötung (§ 222 StGB) und fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB) im Straßenverkehr, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr (§ 315b StGB) oder das Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG).

Im Jahr 2012 verurteilten deutsche Gerichte 166.700 Personen wegen Straftaten im Straßenverkehr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, endeten Verfahren gegen 23 000 weitere Personen mit anderen Entscheidungen wie Freispruch oder Verfahrenseinstellung. 85 % der wegen Straftaten im Straßenverkehr Verurteilten waren Männer, 15 % Frauen.

Statistisches Bundesamt: 166 700 Personen wegen Straftaten im Straßenverkehr verurteilt

Wettbewerb für diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen

In Kopenhagen wurde ein Wettbewerb für eine gute Idee gegen den Fahrraddiebstahl ausgelobt. Ein 26-jähriger Architekturstudent räumte mit diesem Vorschlag den ersten Preis ab:

Der Fahrradständer besteht aus einer Art Peitsche mit einem unbeweglichen unteren und einem flexiblen oberen Ende. Das Vorderrad wird mit (mitgebrachtem) eigenen Schloss gesichert, während das Rahmenschloss mit dem Seil verbunden ist. Nicht ganz klar ist, wie sich mit einem solchen Schloss Tiefeinsteiger sichern lassen.

Magnus Heunicke: Genialt det her.

CNN wählt weltbeste Fahrradstädte

Der Internetableger des Nachrichtensenders CNN hat die acht weltbesten Fahrradstädte 2014 gekürt. Vertreten sind in dieser Liste die üblichen Verdächtigen, mit ein/zwei Ausnahmen. Erwartet wird in dieser Liste normalerweise Amsterdam. Stattdessen wurde aus den Niederlanden das 300.000 Einwohner zählende Utrecht gewählt. Begründung: hier liegt der Fahrradanteil am Modal Split bei 50% und hier gibt es das weltgrößte Fahrradparkhaus für 12.500 Plätze. Wie es im Berufsverkehr in Utrecht im Jahre 2010 zuging, zeigt das Kurzvideo von Bicycle Dutch:

Die weiteren „World’s best cycling cities“ heißen Sevilla in Spanien, Montreal in Kanada, Kopenhagen in Dänemark, Portland in den USA, die japanische Hauptstadt Tokyo, Bogota in Kolumbien sowie nicht zuletzt Berlin.

CNN begründet die Nominierung Berlins so: „Im Schatten der großen Fahrradnationen Niederlande und Dänemark hat sich Deutschland auf leisen Sohlen zu einem Land mit starkem Fahrradverkehr entwickelt. Berlin ist das beste Beispiel. 13% aller Wege werden mit dem Fahrrad bewältigt, das ist nahezu doppelt so viel wie vor zwanzig Jahren. In manchen Innenstadtbezirken erreicht der Fahrradanteil 20%.

Das ist recht eindrucksvoll für eine Stadt mit kalten Wintern, einem guten Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Status der Hauptstadt einer Autonation mit einer langen Tradition als Autohersteller.

Berlin hat einige eingebaute Vorteile. Die Straßen sind breit und flach. Viele Berliner leben in Mietskasernen und stellen ihre Räder in geschützten Innenhöfen ab. Besonders beeindruckend ist das schiere Ausmaß des Radverkehrs in Berlin. Die Stadt hat 3,5 Millionen Einwohner, das ist bei weitem größer als die kleinen Fahrradstädte Amsterdam und Kopenhagen.“

CNN: World’s best cycling cities

Radfahren und Regenwahrscheinlichkeit

Am Sonntagmorgen radle ich häufig von Lychen bis nach Fürstenberg an der Havel. Seit dem Frühjahr habe ich diese 35 Minuten immer bei trockenem Wetter auf dem Rad verbracht. Bis auf gestern, als ich in eine Gewitterfront geriet und klatschnass auf dem Bahnhof in Fürstenberg aufschlug. Das brachte mich auf die Frage, wie groß eigentlich die Wahrscheinlichkeit ist, beim Radfahren nass zu werden.

Eine Google-Suche brachte mich auf die Seite
Het regent bijna nooit.nl
auf deutsch etwa „Es regnet beinahe nicht“ oder „Es regnet kaum“. Der Betreiber dieser Website fährt seit vielen Jahren drei bis viermal in der Woche in den Niederlanden mit dem Rad 36 Kilometer zur Arbeit. In den vergangenen 12 Monaten war er insgesamt 310 Mal unterwegs. Bei 279 Fahrten kam er trocken zum Ziel, bei 31 Radfahrten hatte es geregnet. Die Wahrscheinlichkeit, nass zu werden, lag also bei 10 Prozent. In den einzelnen Monaten des letzten Jahres differierte die Regenhäufigkeit stark; im März gab es keine einzige Regenfahrt, im Juli wurde er bei 22,2 Prozent aller Fahrten nass.

Grundsätzlich hängt die Wahrscheinichkeit, nass zu werden, ab von der Länge des Aufenthalts im Freien. Die folgende Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen Regenwahrscheinlichkeit einerseits und Aufenthaltsdauer andererseits in Holland von Januar bis Dezember zwischen den Jahren 1906 und 2004. Wer sich eine Stunde in den Niederlanden im Freien aufhält, hat eine Chance von 9% im Mai und 16% im Dezember, nass zu werden. Wer vier Stunden draußen ist, für den steigt die Regenwahrscheinlichkeit auf 18% (Mai) respektive 30% (Dezember). Bei einem vierundzwanzigstündigen Aufenthalt im Freien liegt die gemittelte Regenwahrscheinlichkeit bereits bei 50%.

Het regent bijna nooit.nl
Grafik: Knurft.net

Schwer verletzter Radfahrer bestohlen

Ein Radfahrer verletzte sich Donnerstagabend bei einem Verkehrsunfall in Hakenfelde schwer. Passanten fanden den Mann, der aus bislang ungeklärter Ursache gestürzt war, gegen 20.30 Uhr in der Streitstraße auf der Fahrbahn liegend und alarmierten die Feuerwehr. Der 56-Jährige war nicht ansprechbar. Während die Besatzung des Rettungswagens ihm Erste Hilfe leistete, nutzte ein Dieb die Gelegenheit und stahl das Fahrrad des Verletzten. Der Rettungswagen brachte den Mann mit einem offenen Bruch am Schienbein zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2083 vom 05.09.2014