CarHate auf der VeloBerlin?

ben hur pedal

Das Wortspiel der Messe VELO-LOVE haben nicht alle AusstellerInnen der Messe VeloBerlin verinnerlicht. Die Gruppierung Black Cyclists, auf der Velo Berlin im Palais, Stand 210 zu finden, propagiert die bewaffnete Selbstverteidigung im Straßenverkehr!
Die nach Angaben ihrer Sprecherin Frau Stratzmann permanenten Erniedrigungen und körperlichen Bedrohungen durch motorisierte Verkehrsteilnehmen_innen erzeugen Hass, der, um seelische Beeinträchtigungen zu vermeiden, kontrollierte Agressionsabfuhr braucht. Bewaffnete Gegenwehr in Form von ausfahrbaren Car Scratchern bei zu dichtem Überholen (verfügbar sowohl in am Rahmen fixierter Form, als auch als Modell „Ben Hur“, das rotierend direkt am Pedal montiert wird), Farb-Spritzflaschen mit integrierter Lenkerhalterung für Windschutzscheiben und Bandschneidegeräten für plötzlich aufgerissene Autotüren sollen ein Gleichgewicht der Abschreckung herstellen. Erst wenn der Fetisch Auto – von vielen Deutschen als zweite menschliche Haut begriffen – Gefahr läuft verletzt zu werden, sei laut Black Cyclists ein respektvoller Umgang mit nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer_innen im deutschen Straßenverkehr erreichbar. Sie haben sich nie als Opfer sehen wollen, so die Sprecherin der Gruppierung, daher sei der Weg zur Selbstverteidigung naheliegend gewesen. Sie präsentieren ihre Techniken und Werkzeuge in einem Workshop am Samstagvormittag.

12 Gedanken zu „CarHate auf der VeloBerlin?

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  1. Hallo,
    wo ist denn diese Gruppierung und wie kann man Kontakt aufnehmen. Das würde mich sehr interessieren.

  2. Kriegt jemand eine Videokamera in diesen Vortrag rein?

    Zu den Pedalen: Liegeräder werden bestimmt auch weiträumig überholt weil sich vorn ein drehendes, scharfes, unbedecktes Kettenblatt befindet.

  3. Au ja: Krieg auf den Straßen. DAS brauchen wir ganz bestimmt.
    #kopfschüttel

    Übrigens: die nächsten Opfer sind dann die „dämlichen“ Fußgänger. Nerven doch auch und laufen uns vor den teuren Rädern rum, oder?

    Schön zu wissen, dass es wirklich keinen Unterschied zwischen Autofahrern und Radfahrern gibt. Macht uns einfach normaler.

  4. > Au ja: Krieg auf den Straßen. DAS brauchen wir ganz bestimmt.

    Wo lebst Du denn? Den haben wir längst. Ich finds gut als „kunst“ die Aufmerksamkeit erregt. Tatsächlich ans Rad schrauben würde sich das wohl eh kaum einer. Da ist die Gefahr, sich selbst zu verletzen doch höher als die Blech zu beschädigen.

  5. Der permanent nahe Überholabstand ist ja ein Dauerproblem, das Radfahrer beschäftigt. Klar kommen da auch mal solche Gedanken auf, frei nach dem Motto „Wer keinen Abstand hält schneidet sich die Kratzer ja selbst rein.“

    So lange das Problem niemanden interessiert, ist es frustrierend für alle Radfahrer. Vielleicht sollte die Polizei bei der nächsten Fahrrad-Schwerpunktkontrolle auch mal den Überholabstand ins Visier nehmen.

  6. Vermittelt die Gruppierung Black Cyclists auch Kontakte zu Anwälten die nur den Gedanken an mutwillige Körperverletzung, mutwillige Sachbeschädigung so wie den Tatbestand des Vorsatzes und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr im Keim ersticken oder sind die Black Cyclists nur wieder so ein Hippstertieffluggeschwader die nur handeln und nicht denken?
    Hätte der Verfassungsschutz nichts wichtigeres zu tun wüsste ich schon mit wem es die werte FRau Stratzmann in Zukunft zu tun hätte.

  7. @BikeBlogger: Fußgänger sind längst Opfer der Autisten und „Krieg auf den Straßen“ herrscht seit der Massenmotorisierung in Deutschland. Allerdings sind in diesem „Krieg“ immer die nichtmotorisierten Teilnehmer die Opfer. Ziemlich einseitige Angelegenheit also. Informiere Dich mal über die Anfangszeit der Massenmotorisierung. Über all die Opfer, Kinder, Frauen und Männer die von den „Herrenfahrern“ plattgefahren wurden und dem langen und aussichtslosen Kampf der Bevölkerung gegen das Auto.

    Dann schau Dir mal die jüngsten Ereignisse in Hamburg an. Da rast ein unter Drogen stehender Autist in eine Gruppe Fußgänger. Tagelang bestimmt dieser Vorfall die Schlagzeilen der Zeitungen.

    http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6337/2006864/polizei_hamburg

    Normalerweise sollten nach einem Unfall Konsquenzen von Seiten der Politik gezogen werden. Man lernt aus Fehlern und versucht sie durch Anpassung zukünftig zu vermeiden. Im Straßenverkehr passiert aber genau das NICHT. Man nimmt den Status Quo als Gottgegeben hin und meint, das sei eben der „Preis der Mobilität“. Das man dabei ausschließlich die Mobilität der Autofahrer – der Minderheit aller Einwohner dieses Landes – meint, wird dabei außer acht gelassen.

    Jeden Tag werden Radfahrer und Fußgänger zu tode gefahren und anstatt aus den Fehlern zu lernen und konsequenzen zu ziehen (zum Beispiel Tempo 30 Stadtweit, Blitzer in 30’er Zonen um Tempolimits konsequent durchzusetzen, verbannen von Lkw aus den Innenstädten, autofreie Zonen, Fahrradstraßen, Shared Space, konsequentes Ahnden von Falschparken), wird einfach nur dumm aus der Wäsche geguckt und dann geht es weiter wie bisher. Ist das nicht erstaunlich?

    Dabei sind die Deutschen doch immer sehr auf Sicherheit bedacht. Die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer scheint allerdings immer nebensächlich zu sein, wenn es um die „Freiheit“ des Autofahrers geht (nach belieben zu rasen und Menschen totzufahren).

    Ich meine, das ist ein untragbarer Zustand. Und es wird endlich Zeit, dass sich daran etwas ändert!

  8. Es gibt keinen Krieg auf der Strasse, der ist längst verloren, es gibt nur noch gelegentliche Scharmützel mit teils tödlichen folgen.

    Ich finde es gut das es nun solch eine extreme Gruppe gibt.

    Ich werde mich dort nicht anschließen aber ich werde sehr viel aggresiver mit KFZ-Führern umgehen, wer mir zu nah auf die pelle rückt bekommt ne Backpfeiffe, und wer aussteigen will, dem zeige ich mein aufgefaltetes Bordo (das kann eine fürchterliche Waffe sein. Pedale mit pommes spieker son unfug). Wenns dann noch weiter eskaliert wird ne scheibe geknackt, und weg.

    Ich hatte jetzt 2-3 Begegnungen der dritten Art, und nu is Schluss. Da ich eh mit dem Rauchen aufgehört habe, ist Autisten terrorisieren nun ein schöner Aggressions Katalysator.

  9. Das ist doch nichts neues. Wir haben schon seit Jahren „Scratcher“ an Liftkartenhalter an der Tasche und jeder der beim Rechtsabbiegen nicht guckt, kriegt eins über die Haube…

  10. Lustig, wie sich hier alle über ein gephotoshopptes Bild und eine künstlerisch-witzige Ankündigung aufregen.

  11. @Kai: schon recht, ich hatte auch überlegt, wie ich darauf reagieren sollte. Wenn es nicht immer gleich jemanden gäbe, der offensichtlich bereit ist, das für bare Münze zu nehmen, würde ich auch darüber lächeln können.
    Die Welt ist halt einfacher, wenn man ein klares Feinbild hat.

  12. Hey BikeBlogger. Bist jetzt mein Buddy.

    Wie sagte Volker Pispers so schön: Wenn der Feind am Morgen feststeht hat der Tag Struktur!

    Ich habe ein Problem mit Leuten, die weniger Aufmerksamkeit in den Straßenverkehr stecken als es ihnen möglich wäre. Manche können echt nix für ihr Handeln, da bremse ich und lächle müde (Kinder, Krüppel, Bekloppte…).

    Aber jene die beim fahren/gehen ihren Tagträumen nachhängen:
    Da ist mir relativ mit welchem Fahrzeug er unterwegs ist.
    Ich habe als Radfahrer schon Autofahrer körperlich angegriffen (aus gutem Grund!); als Fußgänger habe ich schon Autofahrer gehauen, aber auch Radfahrer von ihrem Gefährt gezogen.
    Als Autofahrer habe ich mal nen Radfahrer geboxt, der mich angebrüllt und beleidigt hat warum ich ihm denn im Weg stünde (sein Weg führte über einen offiziellen Auto-Parkplatz!).

    Die Fußgänger, die Autofahrer, die Radfahrer…
    Ich bin alles das, bin ich jetzt schuldig für jede der „Parteien“ oder gilt hier „minus und minus gibt plus“?!
    Warum auf Gruppen reduzieren? Jeder soll seine Verkehrserziehung erhalten wenns ihm bisher keiner erklärt hat.
    Etwas mehr Angst vor Gewalt in den Straßen und daraus resultierende Aufmerksamkeit: Find ick jut!

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