Kosten und Nutzen von Fahrradschnellwegen

Die Niederlande will in den nächsten Jahren mehr als hundert Millionen Euro in den Bau von Fahrradschnellverbindungen investieren. Der gesamtwirtschaftliche Nutzen dieser Investition beträgt mindestens 144 Millionen Euro, möglicherweise sogar 358 Millionen Euro.

Diese Zahlen hat die Consulting Agentur Goudappel Coffeng ermittelt. Die Ökonomen gingen von zwei Szenarien aus. Die erste Annahme untersuchte die ökonomischen Effekte des Baus von 675 Kilometer Fahrradschnellweg, das zweite Szenarium ging davon aus, dass der Ebike-Anteil im Jahre 2020 bei 50 Prozent liegt.

Bei der ersten Annahme wird die Zahl der Autofahrten um 0,7% fallen, im Pedelec-Szenario gar um 1,6%. Auch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird zwischen 0,9 und  2,7 Prozent sinken. Demgegenüber wird die Zahl der Radfahrten zwischen 1,3 und  3,3 Prozent steigen.

Weniger Autos auf den Straßen bedeutet auch: weniger Staus und insgesamt kürzere Autofahrtzeiten. Wenn man eine Stunde Autoreisezeit mit 10 € bewertet, ergibt allein das eine Ersparnis von 40.000.000 € im Szenario eins und 100.000.000 € in der zweiten Variante. Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit durch vermehrtes Radfahren wird in der Modellrechnung auf 250 Millionen Euro beziffert. Weitere 8 Millionen Euro können durch verminderte CO2-Ausstoß gespart werden.

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2 Gedanken zu „Kosten und Nutzen von Fahrradschnellwegen

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  1. Komisch. Bei Fahrradschnellwegen erzeugen wegfallende Autofahrten positive Effekte. Beim Bau von Autobahnen erzeugt das erwartete Mehr an Autofahrten ebenfalls positive Effekte. Ein Mehr an Automobilität ist dort ein Wert an sich.
    Offenbar erzeugt ein Mehr an Radverkehr aber keine positiven Effekte aus sich heraus. Weniger Gesundheitskosten und weniger Staukosten sind ja eher externe Effekte.
    Werden beim Autobahnbau die steigenden Gesundheitskosten durch weniger Bewegung in Abzug gebracht?

  2. Klingt wirklich etwas undurchdacht. Es gibt so viele Wirkungen im Kreislauf, u.a. machen freiere Straßen das Autofahren wieder attraktiver etc.

    Da ich aber davon ausgehe, dass der Fahrradanteil wegen der schlechten angsteinflößenden Infrastruktur so gering ist, finde ich solche Projekte natürlich immer gut.

    Und wenn unser Verkehrsminister offen zugibt, dass man den volkswirtschaftlichen Nutzen neuer Straßen gar nicht erst berechnet, weil man grundlegend immer von einem positiven Nutzen ausgeht, dann braucht man bei Fahrradfernwegen doch eigentlich auch nicht drüber nachdenken.

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