Kampagne für Abbiegesignale

In den Niederlanden hat der Radlerverband Fietsersbond eine Kampagne gestartet, um Radfahrer vom Sinn von Abbiegesignalen zu überzeugen. Es wurden Schilder mit ausgestreckten Armen an belebten Verkehrsachsen aufgehängt sowie Aufkleber verteilt und in Gesprächen mit Radfahrern erklärt, weshalb es so wichtig ist, die Richtung anzugeben. Auch hierzulande wird es mit der steigenden Anzahl von Radfahren immer notwendiger, dass das eigene Fahrverhalten für andere Verkehrsteilnehmer transparent ist. In Dänemark ist es fast selbstverständlich, dass man einen Abbiegewunsch signalisiert und mit der flachen Hand anzeigt, dass man anhalten möchte.

In Deutschland wäre es ebenfalls sehr sinnvoll, Autofahrer davon zu überzeugen, dass ein Blinker gesetzt wird, bevor abgebogen wird. Ich habe schon eine ganze Reihe von Situationen erlebt, an denen Kraftfahrzeugführer unvermittelt und ohne zu blinken nach rechts abgebogen sind und dadurch Fastunfälle provoziert haben.

Fietsersbond: Start actie richting aangeven in Amsterdam

fietsersbond-richtungssignal.jpg

23 Gedanken zu „Kampagne für Abbiegesignale

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  1. Richtig. Allerdings sollte man, wenn man von anderen Verkehrsteilnehmern korrektes Verhalten erwartet, selbst auch korrektes Verhalten an den Tag legen.

    Und davon sind insbesondere Hipster-Radfahrer weit entfernt.

  2. Hm ja, selbst Radfahrer untereinander sollten das machen – ist auch nervig wenn man jemanden überholt der grad nach links abbiegen will.

  3. Radfahrer, die in Berlin den Wechsel ihrer Fahrtrichtung anzeigen?
    Ich schätze, min. 80% „vergißt“ oder ignoriert das.
    Wenn das die Polizei kontrollieren würde? Da käme eine Menge Euros in die Landeskasse!

  4. Allerdings sollte vielleicht auch noch geklärt werden, WIE man als Radfahrer seinen geplanten Fahrtrichtungswechsel anzeigt bzw. anzeigen sollte.

    Denn:

    An einer roten Ampel mit hochgerissenem Arm zu warten und zu warten und zu warten erscheint … merkwürdig.

    Dann einhändig loszufahren und mit nach wie vor hochgerissenem Arm um die Ecke zu schlingern erscheint auch … merkwürdig bis gefährlich; welcher Radfahrer schafft das, ohne sich und andere in Gefahr zu bringen?

    Auch nicht schön sind Leute, die nur einen Finger heben, in der vagen Hoffnung dabei beobachtet zu werden.

  5. Wie wäre es, mal §9,(1) in Betracht zu ziehen:
    „Wer abbiegen will, muß dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen.[…]“

    Ein Fahrrad hat keine Fahrtrichtungsanzeiger, also bleibt für Radfahrer das „rechtzeitige und deutliche Ankündigen“. Oft macht man das per Hand, man kann sich aber auch deutlich Einordnen oder anderweitig zu verstehen geben, dass man abbiegen will, z.B. mit dem Fuß.

    Ergo: hand raushalten fordert nicht mal der Gesetzgeber, lediglich eine deutliche Ankündigung.

    Es wäre allerdings schön, wenn man sich daran halten könnte.

    Leider sind Blinkleuchten an Fahrrädern laut StVZO (§ 67 Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern) verboten, eine Zulassung würde evtl. auch helfen.

    Und @Prokrates: alle haben sich an die Regeln zu halten, egal ob es Radfahrer gibt, die das nicht tun. Da gibt es keine Vorher-Bringschuld.

  6. Wenn ich an einer Kreuzung stehe und jemand hinter mir ankommt, zeige ich manchmal kurz im Stehen meine Fahrtrichtung an. Nicht die ganze Zeit lang. Und dann nochmal kurz nach dem Anfahren.

    Während des Abbiegens oder wenn Bremsmanöver zu erwarten sind, gehört der Arm aber an den Lenker.

  7. Manchmal glaube ich dass genau das Gegenteil notwendig ist. Beobachtet mal Radfahrer, die (wie sie selber glauben) korrekt ihr Abbiegen signalisieren. Viele fahren während des ganzen Abbiegevorgangs einhändig. Dabei ist genau das laut StVO falsch (und nebenbei u.U. gefährlich). Signalisieren ja, aber nicht sich (und andere) dadurch gefährden!

  8. Wenn ich mich nach links auf eine Abbiegespur einordne, wird das angezeigt. Wenn ich dann darauf bin (und ggf. nochmal anhalten muss), wird aber nix mehr angezeigt. Ich bin ja nicht umsonst auf der Abbiegespur, und der hinter mir autofahrende sieht mich ja vor sich und auch den Gegenverkehr.
    Sobald ich auf der Abbiegespur bin, verhalte ich mich bereits absolut eindeutig, sonst würde ich ja auf der Geradeaus-Spur sein und geradeaus fahren.
    Beim nach rechts fahren, zeige ich dies meist nur an, wenn ich ein Fahrzeug (Auto/Rad) hinter mir weiß und beim Abbiegen langsamer werde.
    Kurzer Schulterblick nach Rechts kann nicht schaden, ein längerer prüfender Blick nach Links ist lebenswichtig.
    Fazit: beim Abbiegen seh ich für mich kein großes Risiko.

  9. Die Betätigung des Lenkers und vor allem der Bremsen hat absoluten Vorrang vor dem Anzeigen der Fahrtrichtung. Das heißt aber natürlich nicht, dass man nicht trotzdem rechtzeitig vorher seine Fahrtrichtung signalisieren sollte. Manchmal geht es aber eben nicht.
    Ich befürchte jedoch eine neue Kriminalisierungsdebatte, in der es womöglich bald wieder heißt, die bösen Radfahrer würden ja eh keine Handzeichen geben, also könne man sie ruhig gefährden und überfahren – ähnlich wie beim Thema der angeblich so häufigen Rotlichtverstöße.
    Man sollte doch besser auf die viel gefährlicheren Verhaltensfehler der Kfz-Lenker aufmerksam machen.

  10. > Und @Prokrates: alle haben sich an die Regeln zu halten, egal ob es
    > Radfahrer gibt, die das nicht tun. Da gibt es keine Vorher-Bringschuld.

    Die gibt es schon, wenn man sich hinstellt und die Einhaltung der Regeln von anderen verlangt. Hat was mit Glaubwürdigkeit zu tun.

  11. anzeigen der fahrtrichtung meist durch nen kurzes hadnzeichen. die meisten autofahrer raffen dann schon was gemeint ist. wichtiger ist aber immer der schulterblick und ein waches ohr.
    blindes vertrauen wird als schwacher verkehrsteilnehmer nunma net belohnt.

    um mir das handzeichen zu sparen bastel ich mir nu nen blinker, den ich dan den schulterriemen vom rucksack befestigen kann. mal schauen was die autofahrer und was die rennleitung dazu sacht 😉

  12. @Egon wenn ich mir so die Unfallstatistiken anschaue, haben nicht die Radfahrer was zu beweisen. Oder Glaubwürdigkeit vorzutäuschen.

    Aber egal, auch wenn mir am Tag zehn Autofahrer in den Weg fahren oder mich gefährden oder Unfälle bauen, können trotzdem die anderen Autofahrer von mir verlangen, die Regeln einzuhalten. Warum das andersrum anders sein soll, erschließt sich mir nicht.

  13. Da habe ich jetzt aber ein Verständnisproblem: Ob ich geradeaus fahre oder abbiege, kann doch für den Autofahrer egal sein – Warten muss er doch trotzdem. Das Anzeigen zeigt ihm doch nur: Schnell vorher rum. Nichtsdesto trotz probiere ich das Anzeigen trotzdem. Ist aber bei der Qualität der Straßen nicht immer möglich…

  14. @Reisel, das verstehe ich grad nicht. Gerade beim Linksabbiegen sorgt doch das Handzeichen (meistens) dafür, dass die Autos hinter einem warten und man nicht mehr überholt wird. Vorher zu wissen, wo der andere langfährt, vermeidet schon im Vorfeld kritische Situationen, Schrecksekunden und Überraschungen.

  15. In Dänemark funktioniert es auch super, es gibt Zeichen für Abbiegen und Anhalten. Ist erst mehr als verwirrend, aber es mach Sinn!

  16. @berlinradler.
    Siehste, doch ein Verständnisproblem meinerseits.
    Das Foto des Beitrags zeigt mir ein Zeichen mit der Hand nach rechts und einen rechts abbiegenden Radfahrer…Nach links Abbiegen kam mir bei dieser Visualisierung nicht in den Sinn…

  17. @Reisel
    Es sieht so aus, als ob Du immer nur allein auf der Straße unterwegs bist. Nein, es ist für den Autofahrer nicht egal, ob Du geradeaus oder nach links möchtest. Sei gewiss, die meisten Autofahrer wären sehr froh, wenn der vor ihnen fahrende Radfahrer klar anzeigt, wenn er nach rechts oder links abbiegen möchte. Du bist doch auch ganz sicher etwas beruhigter, wenn ein Autofahrer, der dich gerade überholt, mit dem Blinker anzeigt, dass er nach rechts abbiegen möchte, oder?

    Und ich verstehe Radfahrer auch nicht, die eben nicht klar mit dem Arm anzeigen, wenn sie abbiegen wollen. Allein schon deswegen, weil ein nach links ausgestreckter Arm auch von einem Autofahrer ob der Gefahr für das Auto nur ungern touschiert wird (das verhält sich ähnlich wie das Fahren in der Mitte eines Fahrstreifens und nicht am Rand).

    Andere Situation, gerade heute morgen auf der Straße des 17. Junis erlebt. Ab Yitzhak Rabbin Straße wieder gesperrt, und die Radfahrer kreuzen fröhlich über die gesamte Straßenbreite. Da war es sehr hilfreich, einen mir entgegenkommenden Radfahrer, der meine Route in der falschen Richtung gequert hat, zu sehen, der klar mit der Hand angezeigt hat, er würde vor mir rechts abbiegen, so dass ich klar anzeigen konnte, dass ich dann links dann an ihm vorbei fahren würde. Klare Zeichen, sichere Verhältnisse.

    Kleiner Exkurs: Wenn ich lese, dass der Radweg am Großen Stern für Radfahrer nun in beide Richtungen geöffnet werden soll, kriege ich jetzt schon einen kleinen Horror, denn die Umrundung bietet jetzt schon zu Hauptverkehrszeiten prioma Anschauungsunterricht, wie man als radfahrender Verkehrsteilnehmer sich nicht verhalten sollte. Wenn dann beide Richtungen noch fröhlich kreuzend sich vermischen, sind doch Unfälle wieder vorprogrammiert. Insbesondere mit Fußgängern, die von Radfahrern auf ihrem Weg bedrängt werden.

  18. sofern es meine fahrsicherheit zulässt geb ich handzeichen. sonst lass ichs und schau gut

  19. @Jürgen: So ein langer Beitrag und doch so vollkommen am Thema von @reisel vorbei, auf den Du Deinen Beitrag beziehst: Hättest Du @Reisels letzten Beitrag direkt über Deinem zur Kenntnis genommen, wäre Dir aufgefallen, dass er sich ausschließlich aufs Rechtsabbiegen von Radfahrern – nicht aufs Linksabbiegen – bezieht.

    Und wenn Du dann noch kurz nachgedacht hättest, bevor Du die Story mit dem Autofahrer gebracht hast, der gerade einen Radfahrer überholt hat und nun rechts blinkt weil er rechts abbiegen möchte, so wäre Dir aufgefallen, dass das so überhaupt nicht als Vergleich zum rechtsabbiegenden Radfahrer taugt, weil Radfahrer nunmal i.d.R rechts von Autos fahren und sich die Wege von in gleicher Richtung fahrenden Auto- und Radfahrern nunmal genau dann kreuzen, wenn Autofahrer rechts abbiegen und dann wenn Radfahrer links abbiegen.

    Ich dachte zuerst, das Schreiben Eurer Beiträge hätte sich zeitlich überschnitten. Aber da lagen ja 7 Stunden dazwischen.

  20. hm, gebe vielleicht einmal am tag handzeichen, wenn ich der meinung bin, dass das für den hinter mir fahrenden eine wichtige information darstellt.
    ansonsten lieber alle blickrichtungen im auge behalten und die bremsen in griffweite. sehe aber täglich vermutlich ungeübte radler, die munter ihren arm ausstrecken und dann einfach abbiegen ohne den kopf auch nur einmal gedreht haben. frage mich dann jedesmal, wie lange es dauern mag bis der ebenfalls täglich zu beobachtende ps-autist den einfach ummäht. die pressemitteilung lautet dann wieder: das ein 24-jähriger bmw-fahrer einen 56-jährigen radfahrer übersehen hat. der bmw-fahrer blieb unverletzt und erlitt einen leichten schock.

  21. Es wäre oft schon hilfreich, wenn links abbiegende Radfahrer wenigstens mal einen Schulterblick machen würden.

    Immer wieder nett in Kreuzberg auf dem „hinteren“ Teil der Oranienstraße: Öko-Trude zockelt mit ihrem Uralt-Klapperrad mit Kindersitz drauf in leichten Schlangenlinien recht mittig auf dem gedachten Richtungsfahrstreifen lang. Setzt man dann mal zum Überholen an, schwenkt sie plötzlich schräg nach links, weil da irgendein Laden ist wo sie hin will. Komischerweise sind es fast immer Frauen, und fast immer fahren sie schrottige Räder.

  22. @dan

    die fahren aber auch so auto 😉

    aber diese öko yuppie tanten kenn ich versuch da immer schnell vorbei zu kommen

    die männer dagegen haben dann gestylte räder und denken sie währen lance armstrong aber im winter seh ich die nisch 😉

    naja aber ich seh sowieso recht wennige mal schneller als 30kmh fahren
    hab das gefühl das die autofahrer damit auch nicht klarkommen das es fahrrad fahrer gibt die locker 50 schaffen….(und das bloss nicht auf der radweg!!!)

  23. @muff: Es gibt tatsächlich keine Radfahrer „die locker 50 schaffen“.

    Allerdings behaupten böse Zungen, es gäbe Radfahrer, die ihr eigenes Leistungsvermögen vollkommen realitätsfern überschätzen.

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