Zwei Fahrradunfälle

Gestern gab es in Berlin zwei Fahrradunfälle.

Eine 73 Jahre alte Radfahrerin wurde in Berlin Britz auf dem Bürgersteig des Goldhähnchenweges angefahren, als ein Autofahrer rückwärts in die Hauseinfahrt fuhr.

Eine 21 Jahre alte Radfahrerin befuhr die Lichtenberger Möllendorfstraße in Richtung Gürtelstraße, überquerte dabei offenbar die Frankfurter Allee bei roter Ampel und wurde von einem Pkw erfasst.

Meldung 1 und Meldung 2 auf Berlin.de

55 Gedanken zu „Zwei Fahrradunfälle

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  1. @krokus, Einladung zurück an Dich:
    Berlin, Stralauer Allee von Warschauer Str kommend auf dem spreeseitigen Radweg, Ecke An den Treptowers (Elsenbrücke). Hier existiert für geradeaus-wollende Radfahrer eine Bedarfsampel. Nun Deine Aufgabe, gehe zu guter Verkehrszeit dorthin, drücke diesen Bedarfsampelknopf und versuche beim ersten Mal geradeaus über die Kreuzung zu kommen (mit Fahrrad). Viel Erfolg!
    Kleiner Überlebenstipp: während ausschließlich DU als Radfahrer grün hast, fahren die Autofahrer trotzdem weiterhin rechtsabbiegend weiter. Du hast aber nur wenige Sekunden allein grün, dann hetzt Dich die Meute wieder 🙂 übrigens immer noch nicht zu Recht.

    Meine Quote hier: mindestens 1-2 Autofahrer pro Rotphase während ausschließlich Radfahrer grün haben! Stoppen lassen sich diese Autofahrer nur unter Körpereinsatz – viel Spaß! Mit Kinderanhänger (!) hatte ich hier mal nach dem 4. Versuch aufgegeben und bin über drei Fussgängerampeln gelaufen.

    Ach so, mir ist es ziemlich egal, ob ein Autofahrer mich durch bewusstes oder unbewusstes Fahren bei Rot umbringt. Ehrlich.

    Nur um eines klarzustellen, ich fahre als Radfahrer (und Autofahrer) praktisch immer nach STVO, halte also bei Rot. Da die meisten Rot-fahrenden Radfahrer auch nicht alles einsehen können (und oft nicht einmal versuchen) und insbesondere so Fußgänger (und Radfahrer) körperlich und psychologisch, Autofahrer zumindest psychologisch gefährden, bin ich auch bei Radfahrern gegen das Fahren bei Rot. Immer. Von der verkehrsplanerisch vergessenen Fussgängerampel nachts um 2 rede ich nicht, da komme auch ich in Gewissenskonflikte. Sieht etwas seltsam aus, da drüberzuschieben.

    Nach Deiner Beschreibung der Rotradfahrer mache ich mir aber wenig Hoffnung, dass Du durch den Feldversuch zu einem ausgewogeneren Meinungsbild kommst.

  2. @Rosi, diese Kreuzung in der Fahrtrichtung würde ich nicht mal meinen Feinden empfehlen. Dort habe ich richtig Angst, weil das Risiko auch gar nicht steuerbar ist. Ich kann nicht eine links hinter mir liegende, zweispurige mit Tempo 70 befahrene rechtsabbiegende Straße so überblicken, dass ich bei Grün sicher geradeausfahren kann. Die Situation habe ich hier übrigens mal vor einem Jahr beschrieben:
    https://rad-spannerei.de/blog/2009/06/07/kreuzungsgefahrlich/

    Und wenn krokus den Bereich der Verkehrssünden auf Rotlichtfahrten einschränken will, würde ich ihm sogar zustimmen, dass er da mehr Radfahrer „erwischt“ als Autofahrer. Auch würde ich zustimmen, dass Autofahrer ihre Verstöße schon gar nicht mehr bemerken, also unbewusst machen.

    Dass es hier nicht um die Dinge geht, die wirklich unfallrelevant sind – unachtsame Abbieger führen jährlich zu 1.500 Unfällen mit Radfahrern in Berlin, Rotlichtradler zu 200 Unfällen – liegt ja in der Sache der Natur, wenn man sich das Autofahren sicher rechnen will.

    Wenn er an der gleichen Kreuzung die unachtsamen Rechtsabbieger zählen würde, würde er vielleicht zu dem Schluss kommen, dass Radfahrer bei Rot gar sicherer fahren als bei Grün. Aber nein, es geht ja nur um grundböse Radfahrer. Autofahrer machen vielleicht auch mal einen Fehler, aber immer nur versehentlich und ohne Absicht. Dass sie damit die Unfallstatistik als Verursacher mit Abstand anführen, ist so ein Detail, das ja keine Rolle spielt – weil unfallrelevantes Kraftfahrerverhalten „egal“ ist und es darum ja nicht geht. :-/

  3. @berlinradler: Hast ja Recht! Diese Kreuzung ist aber diejenige, an der krokus bei seinem Feldversuch (hoffentlich nur als Zuschauer :-)) vielleicht am ehesten zum Schluss kommt, dass es von der gewählten Kreuzung abhängt, wer bei den Rotlichtverstößen gewinnt, der Radfahrer oder der Autofahrer. Außerdem ist diese Kreuzung DER Geheimtipp für alle, die bewusste oder unbewusste Rotlichtverstöße von Autos bagatellisieren. Wie gesagt, immer aus der Perspektive des Radfahrers.

    Übrigens wäre auch für den verantwortlichen Verkehrsplaner hier der Eigenversuch recht lehrreich. Vielleicht finde ich ihn eines Tages …
    Übrigens soll ab morgen die Brückendurchfahrt nach Stralau für Autos gesperrt werden (Fußgänger und RADFAHRER frei). Bin ja mal gespannt, wie sich dann das Ganze in die andere Richtung gestaltet.

  4. Hach, Krokus, heute abend hättest Du was lernen können im Bezug auf bewusstes Übertreten von Verkehrsregeln! Die oben beschriebene Kreuzung, genauer der vorgelagerte Tunnel auf die Halbinsel Stralau war tatsächlich mittels des Verkehrsschildes 250 unter Ausnahme von Krankenfahrzeugen und BVG für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Ich habe in weniger als zwei Minuten 10 Autos gezählt, deren Fahrer dieses Schild ignorierten oder zu BVG oder Krankenfahrzeugen mutierten. Alle sicher unbewusst. Die ursprünglich drei Spuren waren auch bis auf eine abgesperrt. Da muss man nicht schauen, nein. Man muss da halt durch. Genauso wie die bei Rot fahrenden Radfahrer, die müssen da jetzt rüber!

    Ehrlich, schwarze Schafe gibt es unter beiden, Radfahrern und Autofahrern. Je nach Situation mehr oder weniger. Aber beide gefährlich für andere! Nur die Autos aufgrund ihres Gewichtes deutlich gefährlicher.

  5. @Rosi, leider kommen diese Kommentatoren scheinbar nicht wieder. Ich weiss nicht ob das Trolls sind und wo sie überhaupt herkommen (ich vermute einen Link in irgendeinem Autoforum), leider erreicht man sie mit Argumenten aber so gut wie man es auf der Straße kennt .. gar nicht.

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