Geisterrad Greifswalder Ecke Storkower

In den letzten Tagen wurden an neun Orten in Berlin Geisterräder zum Gedenken an die neun im letzten Jahr tödlich verunglückten Radfahrer in Berlin aufgestellt. Ein Geisterrad (auch Mahnrad oder ghost bike genannt) ist die aus den USA stammende Idee, weißgestrichene Fahrräder als Mahnmale für im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer am Unglücksort anzuschließen. Auf dem Foto ist das Geisterrad an der Kreuzung Greifswalder Straße und Storkower Straße im Bezirk Pankow abgebildet. An dieser Stelle kam am 14. Dezember 2009 eine eine 28-jährige Radfahrerin unter die Räder eines rechtsabbiegenden Lastwagens und starb kurze Zeit später.

ADFC: Geisterräder
Google Map: Getötete Radfahrer Berlin 2009

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22 Gedanken zu „Geisterrad Greifswalder Ecke Storkower

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  1. Gute Idee, allerdings fällt so ein Rad kaum auf, da meistens sehr viele Räder irgendwo herumstehen.

    Eigentlich gehört da ein Rad auf die Straße gepinselt, nur versteht das natürlich erst recht niemand, und weg ist es nach kurzer Zeit auch.

  2. Heute früh gab es bereits wieder einen Unfall Prenzlauer Allee Ecke Heinrich-Roller-Straße.

    Ein Müllwagen hat beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer oder eine Radfahrerin erwischt. Ich konnte aus der Straßenbahn nur das unter dem Laster liegende Rad und die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sehen.

    An der Ecke Danziger / Prenzlauer steht auch ein solches Geisterrad.

  3. 🙁

  4. Wahnsinn – Diese Räder prägen sich ein. Das spricht sich rum. Und wenn erstmal Bild&Co. was davon mitkriegen, erreicht die Botschaft auch auch den Letzten.

    DANKE und weiter so.

    Hab gerade gefunden: Es gibt eine Geisterrad-Aktion vom ADFC und wer das Fördern möchte, kann Spenden
    http://www.adfc-berlin.de/aktionenprojekte/geisterraeder.html

  5. @Robert, na hoffen wir mal alle, dass die Radfahrerin oder der Radfahrer sich retten konnte. Wenn ich so etwas lese, bin ich immer wütend darüber, dass man gegen diese Unfallursache nach wie vor nicht energisch genug vorgeht und sich lieber auf Nebenschauspielplätze konzentriert.

    Die Mahnräder sind eine gute Sache, sie sind Teil einer wichtigen Aufklärung und zeigen, dass die im Verkehr umgekommenen – die der Presse allenfalls eine Randnotiz wert sind – durchaus wahrgenommen und auch betrauert werden. So eine Aktion könnte man auch auf umgekommene Fußgänger ausweiten. Wenn man stadtweit immer wieder auf solche tragischen Unfallorte stößt, kann das im Umkehrschluss zu der Erkenntnis führen, dass das eigene Verhalten im Straßenverkehr durchaus bis zum Tode führen kann.

  6. vielleicht führt der Anblick ghost bikes auch zum Fehlschluss „Radfahren ist so gefährlich“ woraus wieder fehlschlussgefolgert wird „Helm!!!“, „Wir brauchen mehr Radwege!!1!“

  7. Man muss Unfälle in den richtigen Kontext stellen. Natürlich gibt es immer wieder die Forderungen, dass doch die Opfer der Unfälle sich ans Fehlverhalten der Verursacher anpassen sollen – indem sie sich reflektierend kleiden, einen Helm tragen oder die roten Wege benutzen. Das kann man doch aber relativ schnell entlarven und richtigstellen. Viele Menschen folgen solchen Denkweisen nur, weil sie nicht weiter drüber nachdenken, da bedarf es oft nur eines kleinen Denkanstoßes.

  8. Radfahren an sich ist nicht gefährlich, das blinde Vertrauen in die deutschen Verkehrsplaner sowie das vorschriftsgemäße Benutzen der Radverkehrsführungen können jedoch tödlich sein. Meiner Meinung nach sind die Geisterräder gut dazu geeignet, dies zu verdeutlichen. Man könnte ja auch einen entsprechenden Hinweis an den Rädern anbringen (weiß leider nicht, was auf dem Schild steht).

  9. ich denke (und ich sag das jetzt auch mal so offen), mit den Geisterrädern erweist der Berliner ADFC dem Ziel, mehr Leute aufs Rad zu bekommen, entweder einen Bärendienst, oder die Aktion kriegt keiner mit.

    Denn für Leute, die im Moment noch nicht radfahren, kommt (falls sie die Aussage der Geisterräder mitbekommen) an: „Radfahren ist gefährlich und wird nur von einer sehr mutigen Randgruppe als Sport bzw. sportlich ambitionierte Mobilität ausgeübt“.

    Wenn wir wirklich wollen, dass es normal ist, dass Mutti, Tante und Omi. Und Papi, Onkel und Opi zu jeder sich bietenden Gelegenheit mit dem Rad unterwegs sind, dann versuchen wir natürlich weiter, soweit das geht, die Zahl gefährlicher Stellen zu verringern. Wir trompeten aber nicht heraus, wo überall ein Radfahrer umgekommen ist.

    Man stelle sich mal vor, der ADAC würde das Analog mit Opfern des Autoverkehrs machen. Dann würde bald keiner mehr Autofahren. Insofern: eigentlich eine tolle Aktion für den ADAC…

    viele Grüße ins schöne Berlin aus dem hässlichen Dresden,
    Konrad

  10. Ah, jetzt hab ich den interessanten Link zum Thema wiedergefunden: http://www.copenhagenize.com/2009/09/fear-of-cycling-01-essay-in-five-parts.html

    bis bald,
    konrad

  11. 14.12.2009

  12. Ich glaube nicht, dass die Geisterräder, deren Idee ich sehr gelungen finde, Leute vom Radfahren abhalten. Die zahlreichen Kreuze am Straßenrand haben mich zumindest nur zum Nachdenken und nicht zum Stehenlassen des Autos animiert. Für Angehörige und Freunde sind dies Orte der Erinnerung, für Fremde Plätze des Nachdenkens.

  13. Hier ist eine Karte mit Bildern der Ghost-Bikes aus der Aktion von 2009 (ich bin damals alle Standorte abgefahren):
    http://fahrrad.wikia.com/wiki/Ghost_bike/Ghost_bikes_in_Berlin_(Karte)

  14. Leute, eine Frage: Was kostet es eigentlich einen Radfahrer beim Rechtsabbiegen zu übersehen? Ist das schon eine Straftat oder nur Ordnungswidrigkeit? Reichten 100€ und ein „Tut mir Leid“? Ich bin diese ständigen Schulterblicke satt, würde es gern machen wie die meisten 🙂

  15. deshalb finden auch jedes jahr die fahrradkontrollen statt, damit die autolobby die verantwortung bei verkehrsunfällen von sich weisen kann .dem fahrradfahrer mit seinem 12 kilo- fahrrad wird eingeredet das er eine gefahr darstellt. aber die autos sind deutlich schneller unterwegs, nämlich mit 50 km/h in der stadt, und wiegen ca. 1,8 t . da braucht mir gegenüber kein polizist das wort gefahr in den mund nehmen, selbst wenn ich mit dem noch so gammeligsten fahrrad unterwegs bin.

  16. Sebastian, Du sagst es. Für Radfahrer besteht eine Gefahr, die hauptsächlich von Kraftfahrzeugen ausgeht – dem Hauptunfallgegner bei annähernd 50:50 Schuldverteilung. Interessant finde ich, dass es immer wieder für verrückt erklärt wird, sich selbst zu gefährden, Fremdgefährdung aber gerne heruntergespielt und für normal erklärt wird.

  17. > aber die autos sind deutlich schneller unterwegs,
    > nämlich mit 50 km/h in der stadt,

    In der Tempo-30-Zone vielleicht. Sonst wird zwischen 60 und 70 gefahren.

  18. Das Geisterrad auf der Sonnenallee befindet sich auf der falschen Straßenseite. So ist es allerdings von der Straße aus gut zu sehen. Der tatsächliche Unfallort, der Radweg auf der anderen Seite, ist durch einen Grünstreifen und parkende Autos von der Fahrbahn getrennt. Der (flüchtige) Täter war ja hier ein Fußgänger. Das Geisterrad ist allerdings nichts gegen die Blutlache, die hier noch lange zu sehen war. Krieg immer noch ne Gänsehaut, wenn ich da lang fahr.
    Fehlt übrigens noch auf oben geposteter Karte.

  19. @Neuköllna: Mit einem „tut mir leid“ kannst du beim richtigen Richter schon ganz gut durchkommen. Wenn dann noch der passende Staatsanwalt den Fall bearbeitet, brauchste auch keine Angst vor der Berufung haben.

  20. Seit vergangener Woche ist das Geisterrad am Rohrdamm und das Geisterrad am Britzer Damm nicht mehr da.

    Sehr schade! Mal sehen, ob es dazu vom ADFC eine Info gibt.

  21. Der ADFC Berlin sammelt die Geisterräder im Herbst ein und hofft, im kommenden Jahr weniger Fahrräder wieder aufstellen zu müssen.

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