Made in Langendreer

Mehr als 2.000 Stunden hat Helmut (Spargel) Schröder investiert, um ein Fahrrad aus Eibenholz zu bauen. Bereits die Suche nach geeignetem Holz war sehr aufwändig, weil Eibe in Deutschland unter Naturschutz steht und nicht einfach besorgt werden konnte. Fündig wurde Schröder schließlich auf den Komposthaufen großer Friedhöfe, wo er die richtigen Astgabeln aus Eibe fand, die er zum Bau des Fahrrads benötigte. Als das Eibenrad endlich fahrbereit war, waren mehr als zwei Jahre vergangen. Der Bochumer Filmemacher Eric Jobs hat die Entstehungsgeschichte des Holzfahrrads in 17 Minuten dokumentiert. Beim 12. Internationalen Festiival des Fahrradfilms in Herne hat Jobs für den Film „Made in Langendreer“ den Großen Preis der Jury des ICFF und den Publikumspreis erhalten. Sehenwerter Film, der nur über den Direktlink bei Vimeo zu erreichen ist.

Film Made in Langendreer
12. Internationales Festiival des Fahrradfilms

Mobike kommt mit 10.000 Leihrädern nach Berlin

Mobike ist ein vor zwei Jahren in Peking gegründeter Konzern, dessen Kerngeschäft der Verleih von stationsungebundenen Mieträdern ist. Zur Zeit ist Mobike in mehr als 160 Städten in China sowie in weiteren Metropolen in Asien, Australien, Amerika und Europa vertreten, das Expansionstempo ist hoch.

Mobikeräder haben Vollgummireifen und statt der Kette eine Welle, die das hintere Laufrad antreibt. Mobike hat eine eigene Stromversorgung, ein GPS-Modul und eine ständige Verbindung zur Zentrale. Deshalb weiß Mobike, wohin die Leute fahren und welche Wege sie nehmen. Wenn man am Ziel ist, loggt man sich auf der Smartphone-App aus und lässt das Rad einfach stehen.

Georg P. Kössler von den Grünen im Abgeordnetenhaus hat nun erfahren, dass Mobike mit 10.000 Leihrädern nach Berlin und in das nahe Umland kommt. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz plant zu Zeit nicht, das Anbieten von Leihfahrrädern im öffentlichen Straßenland zu regulieren.

Tweet von Georg P. Kössler

Geschützte Radwege in Berlin: 2 Meter breit, grün und abgepollert

Verkehrssenatorin Regine Günther stellte gestern auf der Fahrradkommunalkonferenz das neue Design geschützter Radwege vor, die ab dem nächsten Frühling in Berlin entstehen sollen. Die neuen Radstreifen sollen mindestens zwei Meter breit werden, hinzu kommt eine ein Meter breite Sperrfläche, auf der neunzig Zentimeter hohe Poller stehen, damit die Streifen nicht von Kraftfahrzeugen befahren werden oder als Parkplatz missbraucht werden. Durch eine grüne, flächendeckende Färbung sollen die Radstreifen auch optisch von der Fahrbahn getrennt werden.

In einem ersten Kommentar schrieb der ADFC Berlin: „Grüne Radwege in Berlin? Gerne. Hauptsache, sie sind sicher, ausreichend breit und bilden ein zusammenhängendes Netz.“ Das mit dem zusammenhängenden Netz dürfte einstweilen Illusion bleiben, denn vorerst soll lediglich ein ein Kilometer langes Stück der Hasenheide in Kreuzberg zwischen dem Südstern und der Wissmannstraße auf der südlichen Seite angelegt werden. Das ausgewählte Straßenstück zeichnet sich dadurch aus, dass es vollkommen kreuzungsfrei ist.

Auf den von der Verkehrsverwaltung herausgegebenen Visualisierungen sieht man Radfahrer, die nebeneinander fahren. Bei einer Breite von zwei Metern ist Nebeneinanderfahren und Überholen machbar, kann aber zu gefährlichen Situationen führen, da die Abstandspoller recht nahe am Radstreifen stehen. Nicht möglich ist es dagegen, ein Lastenrad zu überholen.

Weitere geschützte Radstreifen befinden sich in Planung und werden derzeit mit den Bezirken abgestimmt.

SenUVK: Senatorin Günther stellt Geschützte Radstreifen vor

Das SaatgutRad

Das SaatgutRad ist ein zur mobilen Saatguttauschbörse umgebautes Lastenrad und will den Menschen die Möglichkeit geben, an unterschiedlichen Orten spannende Saatgutsorten zu entdecken, diese selbst zu testen, gemachte Erfahrungen zu teilen oder auch mit eigenem Saatgut die Auswahl zu bereichern.

Das Projekt der Prinzessinnengärten tourt ab 2018 zu Gärten, Bildungsorten und weiteren Projekten, um den Austausch von Samen und Wissen zu ermöglichen. „Das Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die sich mit Saatgut, dessen Gewinnung und Vermehrung beschäftigen (oder damit anfangen wollen) und Interesse für die faszinierende Welt der Arten- und Sortenvielfalt zu wecken. Dafür ist es auch wichtig Praxiswissen im Umgang mit den unterschiedlichen Saatgutsorten zu sammeln und für die Öffentlichkeit bereitzustellen.“

Infos, die durch den Austausch zusammenkommen, sollen in einer Datenbank für alle zugänglich und nutzbar gemacht werden.

SaatgutRad
Prinzessinnengärten

Der „unsichtbare“ Fahrradabstellplatz

Wenn die Menschen mehr das Rad als städtisches Verkehrsmittel nutzen, dann brauchen sie mehr Fahrräder und vor allem mehr Fahrradabstellplätze. Auch wenn Stellplätze für Räder den großen Vorteil haben, viel weniger Raum einzunehmen als Stellplätze für Kraftfahrzeuge, schön sind sie nicht. Öffentlicher Raum mit vielen Fahrradständern wirkt häufig unübersichtlich und zugemüllt, selbst dann, wenn keine Fahrräder dort geparkt sind.

Die niederländische Designerin Milou Bergs hat nach Alternativen gesucht und den „unsichtbaren“ weil versenkbaren Fahrradständer Align entwickelt. In eine Aussparung im Boden wird das Vorderrad gedrückt. Eine Art Wippe schiebt daraufhin ein Gestänge nach oben, in die man Hinterrad einsetzt und abschließt. Nach Gebrauch des Fahrradständers verschwindet er komplett im Boden.

Milou Bergs
Fresh Gadgets: Nederlandse student ontwikkelt het perfecte fietsenrek
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