Call a Bike will weiter expandieren

Der Mietradanbieter „Call a Bike“ hatte im Jahr 2012 etwa 21.000 angemeldete Nutzer in Berlin. Das sind nur 5% mehr als im Jahr 2010, und das obwohl die Anzahl der Stationen von 75 auf 100 erhöht wurde. Die 1250 Räder wurden insgesamt 177.000 mal ausgeliehen. In diesem Jahr soll die Zahl der Stationen von 100 auf 150 erhöht werden, konkrete Standorte sind aber noch nicht zu erfahren. Die jährliche Förderung vom Land Berlin beträgt 1.000.000 Euro und soll bis Ende 2014 fortbestehen. So war es, schon vor einigen Tagen, der Tagespresse zu entnehmen. Lesenswert auch der Kommentar von Gunnar Schupelius in der BZ.

Übrigens, das „nasser-Hintern-Problem“, das nach meiner Beobachtung im Winter bis zu 50% der Räder betraf, wird von Call a Bike eher gemächlich angegangen. Zwar werden neue Sättel angebaut, doch auch die alten, hosendurchnässenden Sättel sind immer noch im Einsatz. Zu erkennen sind die problematischen Sättel an einem eingenähten grauen Dreieck im hinteren Teil des Sitzbereiches, der Bezug der neuen Sättel ist durchgängig schwarz.

6 Gedanken zu „Call a Bike will weiter expandieren

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  1. ‚Call a Bike‘ war mal richtig gut, als man die Räder noch dort anmieten konnte, wo man ein Rad fand und es (innerhalb des S-Bahn-Rings) auch wieder an beliebiger Stelle abstellen konnte. Seit das nur noch an den Stationen möglich ist, ist Call a Bike für mich völlig uninteressant geworden. Da helfen auch keine 50 weiteren Stationen, selbst wenn damit die Stationsdichte im westlichen Teil der Stadt erhöht würde.

  2. Naja, mal im Ernst… bei den Berliner Rädern wundert es mich nicht, dass die keiner haben will. In Hamburg wurde auf die unsinnige Vollfederung verzichtet und die Leihräder sind extrem beliebt. Im Gegensatz zu den Berliner Rädern klappern sie nicht unendlich und man hat nicht dauernd Angst, dass das Rad kaputt ist und man gerade von seinem eigenen Hinterrad überholt wird. Manchmal ist weniger mehr…

  3. Ich würde Call a Bike gerne regelmäßig nutzen, habe seit letztem Herbst eine Jahreskarte (die ersten 30 Min. damit immer umsonst). Wäre ideal in Kombination mit meiner ÖPNV-Jahreskarte, für kurze Strecken und Querverbindungen oder mal in der Nacht, wenn ich nicht auf den Nachtbus warten will. Statt Faltrad sozusagen. Ich bewege mich zum Glück auch direkt in gut ausgebauten Call a Bike-Gebieten mit Stationen quasi direkt vorm Haus/Büro etc.

    Das System ist aber so krass störanfällig, dass das ganze keinen Spass macht bzw. gar nicht erst funktioniert. Dieses Jahr konnte ich !!! kein einziges Rad selbstständig ausliehen oder zurückgeben, sondern musste immer anrufen und mir Codes telefonisch durchgeben lassen. Dauert jedes Mal Minuten. Drei Mal konnte ich nach einer Pause das Rad dann auch nicht mehr öffnen, sondern musste es stehen lassen und zu Fuss weiter/zurück. Vor dem Winter war es nur unwesentlich besser. Mal abgesehen davon, dass die Stationscomputer selbst entweder garnicht funktionieren, oder die RFID- oder der Kreditkartenleser nicht können.

    Die Hotline ist zwar nett und freundlich, hat zu dem ganzen aber auch keine Infos, letztens war mal ausnahmsweise von „Funkproblemen“ in Berlin die Rede, die immer noch anhielten. Mir werden Emails versprochen mit weiteren Infos, kam aber bis nichts. Also die haben nicht nur riesige technische Probleme, sondern vor allem auch ein grundlegendes Kommunikationsproblem.

    Real also eher eine Frechheit, dass hier Förderung versackt und Fußgängerfläche verbraucht wird. Traurig.

  4. @erik, ja, die Störanfälligkeit bei Ausleihe und Rückgabe ist wirklich nicht zu verachten. Da muss man tatsächlich zeitweise bei jedem 2. Rad anrufen, und dabei aufpassen, dass man die Kölner Rufnummer nutzt und nicht die teure 0700er. Aber dennoch, die ständige Anruferei ist ein zusätzlicher Nerv- und Kostenfaktor. In den letzten Wochen hatte ich allerdings subjektiv das Gefühl, dass sich das verbessert hat, insbesondere die Rückgabe scheint mir jetzt zuverlässiger erkannt zu werden.

    @Rod, in Berlin hat man die Wahl zwischen (extrem stark) gefederten Rädern und ungefederten Rädern.

  5. @berlinradler: Ich hoffe, dass sie die Technik noch in den Griff bekommen, die Zusammenstellung (Mobilfunkverbindungen, Funkverbindungen zwischen Rad- und Station, solarzellenversorgte Stationen, die feuchtigkeits- und frostempfindliche Kartenleser haben, Computer in den Stationen, die ständig in einen Stromsparmodus schalten und dann nicht mehr richtig hochfahren etc.) ist aber vom Prinzip her sehr störanfällig, deshalb habe ich wenig Hoffnung.

    @Rod, @berlinradler: Ja, die Räder in Berlin sind wirklich grenzwertig in ihrem Überkomfort. Erinnern mich äußerst unangenehm an die erste ICE-Generation, die auch gummigefederte Räder hatte und auch im Innendekor sehr an deutsche Wohnzimmer erinnerte. Die ungefederten Räder in Berlin haben leider Sättel, die für Männer nicht zu den bequemsten gehören. Hatte schon überlegt zu fragen, ob man die selbstständig verstellen darf.

  6. lesenswert? möglich. wer eine wie auch immer geartete freude an schupelius‘ geschreibe in springers heißem blatt hat, wird auch hier nicht enttäuscht werden:

    Wenn es aber ums Fahrrad geht, dann ist das Geld wieder da.

    Dort nehmen sie den Autos die Parkplätze weg.

    Den neuen Fahrrad-Wahn nehme ich als Mode hin.

    😉

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