Das „Diims“ gegen Fahrraddiebstahl

Der Name „Diims“ ist angelehnt an das dänische Wort „dims“, auf deutsch etwa das „Ding, dessen richtigen Namen ich nicht kenne, aber du weißt schon, was ich meine.“ Das Diims ist ein neues Produkt der Firma Abus A/S in Dänemark gegen den Fahrraddiebstahl. Es ist ungefähr so groß wie eine 2-Euro-Münze und circa 1,5cm dick. Nachdem man das kleine Gerät am Fahrrad – zum Beispiel unter dem Sattel – befestigt und scharf gestellt hat, sendet es alle acht Sekunden ein Radiosignal aus, die Batterie dafür reicht für ein bis zwei Jahre.

Nun braucht man nur noch jemanden, der das Signal auch empfängt. Das erledigen die Postautos und zahlreiche Briefkästen und Poststationen, die an das System der Dänischen Post zur Optimierung des Zustellprozesses angeschlossen sind. Das System wird von der Firma Commotive A/S für die Post betrieben und erfährt durch Diims einen Zusatznutzen. Die Daten aus den stationären und mobilen Empfängern werden abgeglichen und für den Eigentümer des gesuchten Rades sichtbar gemacht. Das geschieht über eine Internetseite oder über Smartphone-Apps für Android und iOS.

Der neue Diebstahlschutz von ABUS kostet einmalig 499,- dänische Kronen für das Funkgerät, das sind etwa 70,- Euro. Zusätzlich ist eine Gebühr in Höhe von 120,- DKK (etwa 16,- €) für ein Jahr beziehungsweise 192,- DKK (25,- €) für zwei Jahre fällig. Der Vorteil von Diims gegenüber herkömmlichen GPS-Trackersystemen besteht in dem relativ moderaten Preis, in der geringen Größe und in der langen Batterielaufzeit.
(Dank an Michael für den Hinweis.)

Diims
Diims bei Facebook
Pressemitteilung ABUS DK

16 Gedanken zu „Das „Diims“ gegen Fahrraddiebstahl

Kommentare-Feed
  1. Super Idee.
    Aber die Überschrift ist missverständlich. Gegen Fahrraddiebstahl hilft das Dings ja nicht, sondern ist eine Hilfe bei der Wiedererlangung des gestohlenen Rades, oder?

  2. Solch ein Dingens wünsche ich mir schon lang, habe mich aber nie intensiv mit dem Thema befasst, aus Angst die Kosten würden astronomisch ausfallen.
    Die hier genannten Preise wäre es mir aber in jedem Fall wert. Schon allein weil ich dann auf den (ohnehin sinnlosen) Gang zur Polizei verzichten könnte und dem Dieb direkt persönlich eine vor den Latz knallen könnte.

  3. Nein Hannes, könntest du nicht. Selbstjustiz ist strafbar, nur könnte dann der Gang zur Polizei für was anderes gut sein als die Versicherung zu beruhigen…

  4. So etwas funktioniert aber nur bei vorhandener Überwachungsinfrastruktur — die haben wir hier (offiziell) noch nicht.

    Und wer möchte eigentlich seine eigenen Bewegungen dauerhaft und ständig von einem Dienstleister überwachbar machen? Wer garantiert, daß der erst nach entsprechender Meldung anfängt aufzuzeichnen, wo ihm dieser Peilsender unterkommt?

    Datenschutztechnisch ist so etwas ein absolutes No-Go.

  5. @ Joe: Stimmt beides.

    Abus plant angeblich die Einrichtung eines entsprechenden Systems auch in Deutschland, mal sehen, ob das was wird.

    Der Punkt mit dem Bewegungsprofil ist natürlich ein echter Knackpunkt. Aber da die meisten Leute kein Problem damit haben, sich Spiele-apps oder Geburtstagserinnerungstools auf ihr smartphone zu laden, die in alle Kontakte reinschauen dürfen und sämtliche Bewegungsdaten abgleichen, ist das wohl kaum ein Kriterium.

  6. Ja, die „Post-Privacy“-Arschlöcher der „Spackeria“ und andere Apologeten von Fäßbuk und Co. schaffen es schon, das „marktkonform“ wirken zu lassen.

    Kotzen. Im armdicken Strahl.

  7. @Joe: die Deutschen haben aus ihrer Geschichte offensichtlich nichts gelernt und über den Tellerand schauen sie sowieso nicht hinaus. Wie sonst könnten sie sich freiwillig mit Wanzen aller Art ausstatten. Wenn ich an die ganzen Android Handys und Tablets denke wird mir schlecht.
    Und die hier vorgestellte Fahrradwanze kann zwar nicht viel, meldet aber ggf. die persönlichen Bewegungsdaten weiter. Und der tatsächliche Nutzen geht gegen Null. Bei einem hochwertigen Rad ist eine Diebstahlversicherung viel besser. Bei einem geringerwertigen Rad reicht ein hochwertiges Schloss und ein halbwegs intelligentes Abstellen.

  8. @ kl: Nun, kein Grund hier in Nationalbetrachtungen zu versinken. Angeblich scheitern ja viele Unternehmen mit ihren neuen datensüchtigen Angeboten gerade in Deutschland, weil hier zumindest die offiziell bestellten Datenschützer besonders schnell auf der Matte stehen. Könnte sicher alles besser sein, woanders ist es aber definitiv schon schlechter (freier Markt und so).

    Alle Systeme die mit Ortung arbeiten, kann man letztlich am Rad mit mehr oder weniger Aufwand entdecken und/oder unschädlich… äh… unnützlich machen. Funktioniert solange, wie nicht jeder Dieb das Rad in der heimischen Garage erstmal vorsichtshalber unter den Scanner stellt.

    Der Daten-Striptease ist halt eine Frage der persönlichen Einstellung und im Falle solcher Auffindungsgeräte zumindest unmittelbar mit dem Zweck verbunden. Das kann man von 99% der Anwendungen, die dies sonst so tun, wohl nicht behaupten.

    Ich denke mal, dass dieses Teil eine sinnvolle Dienstleistung bei nicht organisierten Diebstahl sein kann und je nach Rad würde ich daher auch einen Kauf in Erwägung ziehen. Allerdings müsste ich dazu erstmal das nötige Schmerzempfinden aufbauen und da mir bisher in meinem ganzen Leben noch kein Rad gestohlen wurde (lediglich eine Frontleuchte), kann das noch dauern. Unterstützt irgendwie deine letzte These.

  9. Das Ding scheint mir ziemlich nutzlos. Der Dieb wird es suchen, abmachen oder zerstören, wegfahren. was soll das bringen?

  10. @Michael S: Na ja, meine nationale Betrachtungsweise war eindeutig zu pauschal. Habe mich dabei zu sehr von der Vorstellung eines „IM“ in der Hosentasche (z.B. Android) verleiten lassen.

    Was die Effizienz der Datenschützer angeht, teile ich deinen Optimismus nicht. Überall dort, wo eine Bevölkerungsmehrheit freiwillig auf die Hoheit über private Daten verzichtet, wird der Datenschutz zu einem zahnlosen Tiger und verliert sogar einen Teil seiner demokratischen Legitimation.

  11. @ kl: Wo siehst du bei mir Optimismus? In Deutschland ist es nur manchmal weniger schlimm. Schlimm genug ist es trotzdem.

  12. @ Johan: Ab einer gewissen Bekanntheit des Systems und ab einer bestimmten Professionalität des Diebes wäre das wohl so. In DK liegen die Wiederauffindungszahlen aber wohl z.Z. sehr hoch (bei knapp 90%, soweit ich verstanden habe allerdings mit kleiner Gesamtzahl und eigenen Tests von Abus).

  13. wenn das Ding einen Ein- und Ausschalter hat, ist der Datenschutz nicht mehr das große Problem. Zum Fahren brauch ichs nicht, wenn ich das Rad abstell, dann würde ich es einschalten. Dann gibts auch kein (so genaues) Bewegungsprofil, klar kann ich das mit diversen Standorten dann halbwegs rekonstruieren, aber eben nicht so genau wie wenn es ständig läuft.

  14. wenn ich das Rad abstell, dann würde ich es einschalten.

    Das konterkariert das Nutzungskonzep etwas. Wird man beim Abstellen des Rades beobachtet, dann wird auch die merkwürdige Aktion beobachtet, die zum Einschalten des Dingsda nötig ist — und sei es nur herumfummeln unter dem Sattel.

    Außerdem: Was man gezielt machen muss, vergisst man.

  15. @ J&T: „Was man gezielt machen muss, vergisst man.“ Mit der Begründung hältst du also ein Fahrradschloss für nutzlos? 😉

  16. @Flo

    Zum Fahren brauch ichs nicht, wenn ich das Rad abstell, dann würde ich es einschalten

    ich denke, die, die deine daten wollen sind u.u. eher daran interessiert, wo du dich wie lange aufhältst, und nicht so sehr, wie du da hin kommst.
    (aber ich weiß nicht, ob das ding missbrauchsanfälliger ist als ein mobiltelefon.)

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