Choriner Straße soll fahrradfreundlicher werden

Das Bezirksamt Pankow hat angeordnet, dass in den Stauräumen der Ampelanlage Schönhauser Allee / Sredzkistraße – Choriner Straße Schilder mit Vorhinweisen auf die Fahrradstraße und die Verkehrsbeschränkung „Anlieger frei“ aufgestellt werden. Bisher musste man als Autofahrer schon in die Choriner Straße eingebogen sein, um festzustellen, dass man sich auf einer Fahrradstraße befindet. Bezirksstadtrat Torsten Kühne: „Durch die angeordneten Vorhinweise wird eine Reduktion des Kfz-Verkehrs in der Choriner Straße
prognostiziert.“

Das Bezirksamt lässt ebenfalls untersuchen, wie schnell Kraftfahrzeuge in den unterschiedlichen Abschnitten der Choriner Fahrradstraße unterwegs sind. Die Choriner Straße führt durch die Bezirke Pankow und Mitte. Grundsätzlich gilt auf der ganzen Straße Tempo 30. Allerdings ist die Choriner Straße in Mitte durch Querparken wesentlich schmaler.

Bezirksamt Pankow: Choriner Straße – Umgestaltung im Bezirk Mitte als Vorbild nehmen (pdf-Dokument)

15 Gedanken zu „Choriner Straße soll fahrradfreundlicher werden

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  1. Die Vorschläge erscheinen mir unzureichend. Viele benutzen die Choriner doch bewusst missbräuchlich als Durchfahrtsstraße. Eine effektive Kontrolle ist nicht möglich, da sich jeder schnell eine Rechtfertigung als Anlieger zurecht zimmern kann. Eigentlich sollte die Straße wie folgt ausgelegt werden: Zufahrt für motorisierte Anlieger nur über die Schwedter-, Zionskirch- und Fehrbelinerstraße. Von Schwedter Ri. Süden als Einbahnstraße und von Schwedter Ri. Norden als Einbahnstraße. Also Einfahrt Verboten (Z. 267) wenn man von der Schönhauser oder Torstraße kommt mit Zusatz 1022-10 (Radfahrer frei ) und Schild 244.1 (Beginn einer Fahrradstraße) …und einer entsprechenden Beschilderung an den Kreuzungen. Für Anlieger (bei denen eine Ortskenntnis anzunehmen ist), ist dies keine unangemessene Einschränkung. Kontrollen können dann effektiv durchgeführt werden. Wie wäre es mit einer entsprechenden Unterschriftensammlung? Hat jemand von Euch Erfahrung damit?

  2. Wäre mal interessant, ob das messbar was bringt. In meinem Umfeld weiss nur eine Minderheit, was das Fahrradstraßenschild bedeutet.

  3. Viele benutzen die Choriner doch bewusst missbräuchlich als Durchfahrtsstraße.

    Warum sollte es der Choriner anders ergehen als der Prinzregentenstraße? Die hat in ihrem Verlauf ja sogar einen Bereich, in dem Schrittempo gilt – und sie verläuft parallel zur Bundesallee. Und trotzdem: Ständig fahren da irgendwelche Penner durch, die das als „Schleichstrecke“ nutzen müssen.

  4. M.E. werden sämtliche „Anlieger frei“-Schilder komplett ignoriert. Die einzig wirksame Lösung wären bauliche Durchfahrtsperren für PKW mit lichter Breite von ca. 1,5 Metern.

    Eine Verbesserung wären theoretisch auch Einfahrt/Durchfahrt verboten + Fahrrad frei, die werden nicht so stark ignoriert. Das ergäbe jedoch eine ziemlich krude Schilderkombination, die so auch nicht vorgesehen ist.

  5. bauliche Durchfahrtsperren für PKW mit lichter Breite von ca. 1,5 Metern

    Ja. Diese Lösung liegt so nahe und wäre so billig zu haben – nicht nur in Fahrradstraßen, sondern überall wo Nebenstraßen in Wohngebieten durch Schleichweg-Durchgangsverkehr zu Hauptverkehrsadern mutieren. Für das Einsatzfahrzeuge-Thema sowas in der Art: http://www.poller24.com/poller/flexible-poller-pfosten/2114/standard-flexibel-gummi-robust-biegsam?c=199

    Aber da sowas naheliegendes irgendwie nicht gewollt scheint, scheint wohl im Umkehrschluss Durchgangsverkehr in Fahrrad- und Nebenstraßen in Wohngebieten schlich von den Verantwortlichen gewollt zu sein. Warum auch immer.

  6. Aus eigener Erfahrung in der Siegfriedstraße in Berlin Neukölln, kann ich Rad-recht versichern, dass ein Durchfahrt verboten (z.250) mit oder ohne Zusatzschild, komplett Ignoriert wird.
    Zeichen 267 scheint besser akzeptiert zu sein, wahrscheinlich wird nur eins der beiden in der Fahrschule gelehrt.

    Ohne einziehbare Poller hält man in Deutschland Autos nur schwer aus einem eigentlich für sie nicht zugelassenen Verkehrsraum heraus. Liegt nicht zuletzt daran, das es hier nahezu keine Kontrolle und Strafe inkl. Belehrung gibt.

  7. einziehbare Poller:

    Gute Sache das… wurde bei uns an einem Platz realisiert, der einseitig von einer Spielstraße erschlossen wird, die aber für den BVG-Bus noch als Durchfahrt gelten sollte. Ist seit 2 Monaten defekt und wird nach einer Anfrage über den Maerker auch nicht mehr repariert. Das Ding steht seit gut 1 Jahr dort und angeblich hat es bereits 8 Beschädigungen mit Fahrerflucht gegeben, so dass der Bezirk auf den Reparaturkosten von ca. 4.000,- sitzenbleibt (…einen hat es mal ausser Gefecht gesetzt) und sich das jetzt nicht mehr leisten kann. Dem LInk von reclaim entnehme ich, dass so ein Teil komplett auch „nur“ so bei 3.000-4.000,- liegt, die Schadenssumme lass ich demnach mal als etwas suspekt stehen, aber das Phänomen als soches mag stimmen. Jetzt ist der Poller versenkt und an das Durchfahrt Verboten (Radfahrer frei) hält sich kaum einer.

    Dazu ein Schwank aus meiner Jugend: Ich erinnere mich gut daran, dass ich selbst mal auf einer Verkehrsberuhigung aufsaß, die sich als gemauerte KFZ-Durchfahrtsperre entpuppte. Verkehrsberuhigung war damals ein spektakulär neues Phänomen und gerade bei uns auf dem Land nie gesehen. Also bin ich auch glücklich langsam da lang gefahren und dachte noch, guck an, wie modern unser Mittelzentrum doch ist. Schwup, rauf, Kronk und fest saß der Kadett B. – d.h. nicht wirklch fest sondern er schaukelte da rauf und runter. Also alle aussteigen, den Wagen nach vorne über die Sperre heben, weiterfahren und das Erlebte hinter die Löffel schreiben.

  8. äh… 4.000 pro Reparatur, hat mir ein Polizist gesagt. Kann ich wie gesagt nicht mehr ganz glauben, nach reclaims link.

  9. @Michael, ich denke ich weiss welchen Poller Du meinst. Übrigens auch ne gute Möglichkeit, zum Rambo-Radler zu werden, denn als verkehrsberuhigte Straße ist die nur von einer Seite aus ausgeschildert. Von der anderen – für Radfahrer freien – nicht. So ganz scheint sowieso keiner dran zu glauben, dass auch nur irgendjemand in so einem Bereich Schrittgeschwindigkeit fährt, da kann man also nervige Schilder gleich einsparen.

    http://verkehr-absurd.startbilder.de/name/einzelbild/number/238041/kategorie/Verkehr+mit+dem+Fahrrad~Beschilderung~fahrradspezifische+Schilder.html

  10. Das Beste ist doch das aktuelle Einbahnstück bei der Baustelle Choriner Ecke Schönhauser gegenüber der Kulturbrauerei:

    Von der Schönhauser darf der Verkehr in die Choriner einfahren.
    Die Radfahrer, die von der Schwedter kommend auf der Fahrradstraße (Choriner) zur Schönhauser wollen müssen absteigen und 60m auf dem Gehweg schieben – was natürlich fast kein Radfahrer macht.

  11. Ich staune immer wieder über die Naivität der Bezirksämter…Als ob Schilder was ändern würden. Sieht man doch in der Linienstraße. Fahrradstraßen sind gemeinhin beliebte Nebenstraßen für Autofahrer, um Stau oder ähnliches zu umgehen.

  12. Poller finde ich suboptimal, ich war auch schon bei der (freigegebenen) Einbahnstraßenvariante. Allerdings hätte ich vorgeschlagen die Ausfahrten zu verbieten nicht die Einfahrten. Also Tor- bis Zehdenicker Richtung Süden sperren (war ja jahrelang so) und Oderberger bis Schönhauser Richtung Norden dicht machen. Das sollte auch reichen um den Schleichweg zu verhindern und ist gleichzeitig vielleicht „echten“ Anwohnern besser zu verkaufen.

  13. Poller finde ich suboptimal

    Warum?

    Zu den einziehbaren Dingern: Das die teuer und anfällig sind, kann ich mir gut vorstellen. Da müssen dann ja auch Polizei- Feuerwehr und was weiß ich wer noch so ausgestattet werden, dass die Poller ggf. in nullkommanix unten sind. Aber klar: Wenn Poller auf Straßen, auf denen regelmäßig Busse fahren, dann müssen es natürlich automatisch versenkbare sein.

    In den meisten Nebenstraßen fahren aber keine Busse. Da würden es auch EUR 300.- Gummipoller tun. Die haben keine Technik, die kaputtgehen könnte.

  14. Poller gefährden m. E. immer potentiell auch RadfahrerInnen. Reicht die angegebene lichte Breite von 1,50 für Hänger, Fahrradrikschas etc?

  15. 1,5 Meter Durchfahrbreite sollte eigentlich reichen. Die üblichen Lastenanhänger/Kinderanhänger haben eine Breite von ca. 80cm. Lediglich für sehr spezielle Fahrräder wie z.B. Bierbike/ConferenceBike oder besonders breite mehrspurige Lastenfahrräder könnte es problematisch sein. Wenn die Poller gut sichtbar sind, dann sehe ich damit kein wirkliches Problem (insbesondere, wenn Radfahrer von dem Wegfall des Durchgangsverkehrs profitieren).

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