Selbstgemachte Fahrradinfrastruktur: Körnerweg in Dresden

Der Körnerweg in Dresden ist ein idyllischer gemeinsamer Fuß- und Radweg. Er führt entlang der Elbe vom Dresdner Stadtteil Loschwitz in Richtung Innenstadt. Links die Elbe, rechts das Ausflugsgebiet Dresdner Heide, vorbei an etlichen denkmalgeschützten Villen und Landhäusern aus dem 19. Jahrhundert, was gibt es Schöneres für Radfahrer als so ein Weg im Grünen?

Leider ist das historische Pflaster im Körnerweg im Laufe der Jahre ein wenig uneben geworden. Nun haben Unbekannte in der vergangenen Woche einen Teil des Wegs auf eigene Faust ausgebessert. Die Dresdner Nachrichten: „Die unbekannten Baumeister hatten einen Teil des Körnerwegs halbseitig neu verfugt, so dass Fußgänger und vor allem Fahrradfahrer die Holperstrecke besser nutzen können.“ Dazu hatten sie ein Gemisch aus Lehm und Sand benutzt.

Eigentlich müssten jetzt alle zufrieden sein, die Radfahrer, weil der Weg nun ein bisschen ebener geworden ist, die Stadt, weil die Bürger sich kostenlos um die Verbesserung der Radfahrbedingungen kümmern. Unzufrieden ist allerdings Baumamtsleiter Reinhard Koettnitz. Er weist darauf hin, dass „das Lehmgemisch, das jetzt in die Fugen eingebracht wurde, von Wind und Wetter irgendwann wieder herausgewaschen wird“. Und die Verwaltung der Stadt? Sie prüft, „ob die Arbeiten rückgängig gemacht werden müssen und ob sich die Arbeiter bei ihrem Tun strafbar gemacht haben könnten.“

Dresdner Nachrichten: „Ausbesserungen“ am Dresdner Körnerweg: Stadt prüft ob eventuell Straftat vorliegt
Screenshot aus dem Onlineauftritt der Dresdner Nachrichten

7 Gedanken zu „Selbstgemachte Fahrradinfrastruktur: Körnerweg in Dresden

Kommentare-Feed
  1. Die unbekannten Wohltäter wussten scheinbar schon, warum sie das in einer Nacht- und Nebelaktion durchgezogen haben 🙂

  2. da wiehert der amtsschimmel wenn getroffen …

  3. Gegen so ein Verbrechen ist das Anordnen von Benutzungspflichten ohne jede Rechtsgrundlage natürlich wirklich eine Kleinigkeit. Würde mich nicht wundern, wenn die Spur gar nach Bad Saarow führt.

  4. also Wind und Wetter wäscht das Gemisch irgendwann von selbst wieder raus, aber das Amt überlegt, es mit hohem Kostenaufwand schon früher zu bewerkstelligen. Alles klar liebe Bürokraten….

  5. AAaarrgghh!!!!

    Aber ja – so läuft es in Deutschland. Es ist ebenso verboten Schlaglöcher im Asphalt auszubessern. Selbst wenn diese dort schon seit 3 Jahren sind, inzwischen ein Ausmaß angenommen haben, dass ein Kleinwagen darin verschwindet und der Straßenschaden selbige drei Jahre den zuständigen Behörden bekannt gemacht wurde.
    Dennoch ist es verboten….. Jippie!

    Ok. Kann ich ja z.T. verstehen. Nicht fachgerechte Ausführung und wenn darauf basierend ein anderer Unfall geschieht…. bei so einem amtlichen Schlagloch… oder wie hier, Fugen zwischen den Steinen, klar – da passiert nix, weil jeder ja weiß wie beschissen der Untergrund ist auf dem man sich da bewegt.

    Oder auch ein Fall von: „Unsere Steuergelder bei der Arbeit“ 😉

  6. Das ist doch ein historischer Weg im Elbtal, da darf man nichts machen, sonst ist das Weltkulturerbe in Gefahr… 😉

  7. Eben! Und gerade weil es ein historischer Weg ist, war die Wahl von Lehm und Sand doch genau richtig, weil zeitgemäß!

    Die Stadt könnte den Weg ja an die freien „Straßenmeister“ für einen symbolischen Preis verkaufen. Dann ist es ein Privatweg und die Benutzung auf eigene Gefahr.
    Ebenso könnte die Stadt etwas Humor zeigen und einen Sack Zement auf dem Weg bereitstellen – falls es den Unbekannten mal wieder in den Fingern juckt.

    Ich finde solch Engagement sehr beispielhaft und es ist schade, dass es dank der wahnwitzigen Bürokratie immer seltener wird.

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