Senat stellt „Sonderuntersuchung Radverkehrsunfälle“ vor

Kommenden Freitag stellt die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer zusammen mit Vertretern von ADAC und ADFC den Verkehrssicherheitsbericht 2010 vor. Zur Fahrradverkehrssicherheit wird es eine Sonderuntersuchung Radverkehrsunfälle geben. Die Pressekonferenz findet am Freitag, 27. August 2010, 11:30 Uhr im Ausstellungs- und Presseraum der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin statt.

10 Gedanken zu „Senat stellt „Sonderuntersuchung Radverkehrsunfälle“ vor

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  1. Mal sehen ob es Radl-Rambo-bashing wird oder ob das Problem der radweginduzierten Unfälle überhaupt zur Kenntnis genommen wird.

  2. Ist natürlich die Frage, welche Datengrundlage man so nimmt. Wenn man sich nicht die Mühe macht, selbst auszuwerten, sondern sich einfach auf statistische Auswertungen der Berliner Polizei verlässt, wird sich ein anderes Bild zeigen, als wenn man Rohdaten nutzt und versteht.

    Eine Frage ist dabei natürlich auch, wie selbstkritisch der Senat sich bei so einer Konferenz zeigt. Der Zusammenhang zwischen Verkehrsführung und Unfällen ist ja kein unbekannter, dennoch wird bis heute abgewogen zwischen Behinderungen für den Kraftverkehr und Gefährdungen für Fußgänger und Radfahrer. Oft werden dabei Risiken für Fußgänger und Radfahrer in Kauf genommen, damit der Autoverkehr nicht über Gebühr ausgebremst wird.

    Es ist auch die Frage, welcher Verein wie mitwirkt. Der ADAC wird eher geneigt sein, Radfahrern ein generell absichtliches und Autofahrern ein generell versehentliches Fehlverhalten zu unterstellen – so etwa lesen sich ja auch Polizeimeldungen. Der ADFC könnte geneigt sein, bestimmte Fehlverhaltensweisen der Radfahrer zu unterschlagen oder falsch zu gewichten.

    Na warten wir es mal ab. Gibt bestimmt wieder viel zu Meckern 🙂

  3. Naja, die statistische Hauptunfallursache ist doch eigentlich eh schon bekannt: alkoholisierte Radfahrer. Klingt bescheuert, aber die machen nunmal je nach Region in Deutschland 1/4 bis 1/3 aller Unfallverursacher unter Radfahrern aus. Und damit stehen sie ziemlich weit vorn.

    Es ist halt die Frage, wer nun zuerst auf den Zahlen rumreitet. Ein ADAC kann daraus natürlich hervorragend Radfahrer-Bashing ableiten. Ansonsten bringt es (nicht alkoholisierten, „vernünftigen“) Durchschnittsradfahrern wenig, wenn aus solchen Untersuchungsergebnissen dann irgendwelche „Konsequenzen“ abgeleitet werden. Denn diese „Konsequenzen“ lauten dann im Zweifelsfall nur „mehr Überwachung von Radfahrern“. Also mehr grüne Männchen, die irgendwelche „Radfahrerfallen“ aufstellen und hinterm Gebüsch auflauernd nach Lametta am Rad suchen. Die verkehrsplanerischen Hauptprobleme, die zu den ERNSTHAFTEN Problemen für „vernünftige“ Radfahrer führen, fallen dann geflissentlich untern Tisch. Wie immer.

    Insofern also: es ist rein gar nichts neues zu erwarten.

  4. @berlinradler
    Ein schönes Beispiel sieht man gerade wieder in den Polizeipressemeldungen: unter # 2585 mit der Überschrift „„Rot“ übersehen“ verbirgt sich ein schwerer Unfall Auto in Radfahrer. Klar, der Radfahrer war unschuldig, sonst fände man ihn im Titel. „… übersah gestern Abend eine 50-jährige „Chevrolet“-Fahrerin offenbar die für sie „Rot“ abstrahlende Ampel“ muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Vielleicht fährt sie immer an dieser Kreuzung bei Rot, wenn kein Auto kommt? Wer das allerdings nicht hinterfragt …

  5. Ne, die Fixies sind an allem Schuld. Die Jungs vom Keirin sollte man an die Wand stellen… 🙂

  6. @Philip, ich werd alt. Hab zwar einen Kommentar abgegeben, aber mir den ganzen Nonsens diesmal nicht voll durchgelesen. „Problemlösungen“ a la „Radler sind die schlimmsten Verkehrsrowdies“ .. na super.

    Gibt es eine umfassendere Dokumentation dieser Pressekonferenz? Der Tagesspiegel scheint mir recht wahllos einige Punkte herausgelöst zu haben, ein Gesamtbild zeichnet er beiweitem nicht.

  7. hehe, ich tu mir die kommentare bei solchen themen auch nicht mehr an 😉
    regt man sich nur auf.

  8. @berlinradler und Philip:

    Zitat aus dem Tagesspiegel-Artikel:
    „(Über Radfahrer) Letztere sind auch deshalb ins Blickfeld gerückt, weil die Zahl der verunglückten Radler von 2004 bis 2009 um 19 Prozent zugenommen hat. Da der Fahrradverkehr im selben Zeitraum um 30 Prozent zugenommen hat, ist Radfahren in Berlin insgesamt sicherer geworden. Ohnehin sind Radler nur an sechs Prozent aller Unfälle beteiligt, obwohl 13 Prozent der Wege per Rad zurückgelegt werden.“

    Find ich eigentlich ganz gut. Die Kommentatoren scheinen die Artikel garnicht zu lesen.

  9. Das gezeichnete Bild stört mich einfach. Fast 88% der Unfälle geschehen in Zusammenhang mit einer einzigen Verkehrsteilnehmergruppe. Radfahrer sind in 3,1% (nicht 6%) der Unfälle verwickelt und damit nicht wirklich unfallauffällig. Auffällig ist jedoch, dass Radfahrer einen sehr großen Anteil an den Verletzten haben.

    Letztendlich kann man das nur so interpretieren, dass Autofahren allen in der Stadt lebenden Menschen ein Risiko aufbürdet.

    Verkehrssicherheit würde bedeuten, die drastischen Unfallzahlen zu senken sowie die damit einhergehenden Verletzungsrisiken für Fußgänger und Radfahrer. Da bedarf es auch keiner Kampagnen, sondern einer großräumigen Umgestaltung der Verkehrsflächen und der Einführung von Tempo 30.

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