RadZeit Nummer 1 2010

Der Schwerpunkt des ersten Heftes 2010 der Berliner Radfahrerzeitung RadZeit liegt auf dem Thema Fahrrad und Recht. In einem Interview mit Polizeidirektor Wolfgang Klang unter dem Titel „Rotlicht-Missachtung ist kein Kavaliersdelikt“ werden altbekannte Vorwürfe gegen Radfahrer wiederholt. Einerseits sagt Klang: „Wir stellen fest, dass trotz aller polizeilichen Bemühungen in der Verkehrsüberwachung nach wie vor ein erheblicher Teil der Rad- und Autofahrer Verkehrsvorschriften nicht beachtet.“ Klang spricht also von allen Verkehrsteilnehmern, die die StVO nicht beachten. Praktisch ist in dem Interview dann nur noch von Verstößen der Radfahrer die Rede, von „verbotswidriges Befahren der Gehwege, Benutzen von Radwegen entgegen der Fahrtrichtung, Missachtung des Rotlichts und Fahren ohne Beleuchtung bei Dunkelheit“. Verstöße der Autofahrer? Sind nicht existent. Zumindest werden sie weder von Polizeidirektor Klang noch von den Interviewerinnen Katrin Starke und Claudia Lippert angesprochen.

Weitere Themen sind das Radfahren jenseits von böhmischen Dörfern, die Ökobilanz eines Fahrrads, Fahrradverkehr in Kopenhagen, ein Technikartikel zur Vielzahl verschiedener Bremsenarten am Fahrrad und ein Interview mit dem Kreuzberger Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele.

Die 32 Seiten dicke RadZeit kann man wie immer kostenlos in verschiedenen Fahrradläden und im Buchladen des ADFC in der Brunnenstraße erhalten. Oder online lesen unter …

Radzeit 1/2010

34 Gedanken zu „RadZeit Nummer 1 2010

Kommentare-Feed
  1. Zitat: … Praktisch ist in dem Interview dann nur noch von Verstößen (StVO und StZVO ist gemeint) der Radfahrer die Rede, …

    Ist doch o.K. was er sagt. Wo sonst sollte der Herr Polizeidirektor die festgestellten Ordnungswidrigkeiten darstellen, wenn nicht in einem Radmagazin des ADFC Berlin.
    In der Motorwelt des ADAC muß er sich dann über das Fehlverhalten der Autofahrer äußern.
    Finde ich dann korrekt. Übrigens: Hat er denn so unrecht?
    Manchmal schäme ich mich fast, dass ich so ein Weichei bin, wenn ich an der roten Ampel auf GRÜN wartend von mehreren RadfahrerInnen grinsend „stehen gelassen werde“.

  2. bin schuldiger über-rot-kriecher.

    hand aufs herz, das machen doch fast alle, wenn man aufpasst tut`s auch niemandem weh.

    wie war das mit dem ersten unfall des jahres? hatte auf grün gewartet der radler, an der stelle bleib ich nie stehn übersichtlicher geht`s kaum.

  3. mein letzter satz gerade war geschmacklos und unüberlegt, das tut mir leid. ich kann ihn leider nicht editieren.

    mea culpa

  4. Naja, die Akzeptanz seiner Aussagen würde schon steigen, wenn er zeigen würde, dass die Polizei die Hauptunfallursachen erkannt hat (nein, nicht Fixies, sondern Vorfahrtverletzungen von Rechtsabbiegern) und dagegen vorgeht. Ebenso beim Thema Seitenabstand beim Überholen: Hier wird das Gesetz im Grunde nur bei Unfällen durchgesetzt, eine normale Kontrolle findet nicht statt, es gilt das Recht des Stärkeren. Da könnte eine effektive Überwachung auch viel fürs Radfahren bewirken, im Gegensatz zu dämlichen Image-Kampagnen.

  5. @johannes… Thema Seitenabstand beim Überholen.
    Viele RadfahrerInnen nutzen nicht den ihnen zustehenden Verkehrsraum auf der Fahrbahn. Je weiter der Radfahrer an den rechten Fahrbahnrand oder dicht an den parkenden Autos fährt,
    desto dichter wird er auch überholt!
    Fahre dort wo ein Auto auch fährt. Er muß dann hinter dir herfahren, oder durch Spurwechsel mit dem Sicherheitsabstand von 1,5 m dich überholen. So will es auch die StVO. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider oft anders aus. Aber das kann der Radfahrer mit seinem Verhalten beeinflussen. Nur können oder trauen sich das viele nicht!

  6. Der ADFC soll und muss auch auf Verkehrsverstöße der Radfahrer hinweisen. Er soll Radfahrer mit Hintergrundinformationen versorgen, die ihnen helfen Unfälle zu vermeiden.

    Zur Unfallvermeidung gehört aber nicht nur das Lesen der STVO, sondern auch das der Unfallursachen. Herr Klang impliziert, dass Vorfahrt- und Rotlichtverstöße die beiden Hauptunfallursachen sind. Das stimmt so nicht. Rotlichtverstöße stehen an Stelle 5 oder 6 der Hauptunfallursachen, damit tauchen sie in der Berliner Polizeistatistik nicht einmal gesondert auf.

    Angesichts dreier im Jahre 2009 bei grüner Ampel (!) getöteter Radfahrerinnen, eines durch einen unachtsamen Fußgänger getöteten, mindestens einen auf der Fahrbahn durch Anfahren getöteten und gerade mal eines Getöteten, der mutmaßlich bei Rot fuhr, empfinde ich es als Schlag ins Gesicht der Radfahrer, wenn die Polizei sich vornehmlich auf rotlichtradelnde Radfahrer stürzen will. Diejenigen, die sich an die Verkehrsregeln halten, sind nach wie vor auf sich gestellt, auf Schützenhilfe seitens der Polizei können sie nicht hoffen.

    Dass der ADFC die dreiste Behauptung „zunehmend festgestellter Verstöße“ gar nicht erst hinterfragt, ist eine schwache Leistung.

    Wünschenswert wäre ein Unfallvermeidungskonzept des ADFC. An einem solchen arbeite ich übrigens gerade auch in meinem Blog, ich hoffe dass ichs bald fertig habe. Darauf, dass die Polizei eigene sinnvolle Konzepte entwickelt, kann man ja augenscheinlich nicht hoffen.

  7. @berlinradler… bin sehr dankbar, dass das Thema Verkehrsverstöße so offen hier mal angesprochen wird.
    Der ADFC vertritt die Auffassung, dass sich alle!!! Verkehrsteilnehmer an die StVO und auch in gegenseitiger Rücksichtnahme partnerschaflich und fair auf unseren Straßen verhalten müssen. Soweit ich weiß, arbeitet der ADFC gerade an einem „Sicherheitskonzept“.
    Nun zum Thema Statistik.
    Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) hat 2009 eine Studie zu „Unfallrisiko, Konfliktpotential und Akzeptanz der Verkehrsregelungen von Fahrradfahrern“ erstellt. Dabei wurden 39.000 Radfahrer befragt! Hier ein Auszug des Fazits:
    Typische Regelverstöße von Radfahrern sind nicht durch mangelndes Regelwissen bedingt. Stattdessen besteht sogar ein ausgeprägt deutliches Bewußtsein für Regelübertritte. Für etwa 60% der Befragten ist das Befahren eines Einrichtungsradweges in Gegenrichtung, das Befahren eines Gehweges und das Befahren einer nicht freigegebenen Einbahnstraße in Gegenrichtung dennoch übliche Verhaltensweisen. Selbst Rotlichtmissachtungen an Signalanlagen, die die Befragten am stärksten als Normverletzung wahrnehmen, begehen 45% der Befragten zumindest „mal“. Mit 32% weniger häufig ist das gelegentliche Befahren der Fahrbahn anstelle eines benutzungspflichtigen Radweges.
    Die betrachteten Fehlverhaltensweisen treffen hauptsächlich für die mittleren Altersgruppen zu. Geschlechterunterschiede treten lediglich bei der regelwidrigen Fahrbahnnutzun auf, die häufiger von Männern praktiziert wird. Soweit die BAST.

    @berlinradler, mal ehrlich, wieviele Verstöße von Radfahrern siehst Du so am Tag? Ich jedenfalls so viele, dass ich in der City manchmal denke, ich solle besser die U-Bahn nehmen.
    In den Außenbezirken wird subjektiv „besser gefahren“.

    Die 3 Radfahrerinnen, die 2009 von rechtsabbiegenden KfZ getötet wurden, sind wie alle Verunglückten, immer ein verschenktes Menschenleben zu viel!!!
    Die Polizei führt m.E. mehrfach im Jahr Schwerpunktkontrollen für rechtsabbiegende KfZ durch, wo der sog. Schulterblick als Hauptursache und bei LKW der „Tote Winkel“ für diese Art der Unfälle verantwortlich ist.
    Richtig und wichtiger ist, dass das Verhalten der RadfahrerInnen
    auch auf die Abbiegeproblematik geschult werden muß.
    Aber auch die anderen Punkte, wie Abstand, Licht am Rad, welche Radwege sind Benutzungspflichtig usw.
    müssen den RadfahrerInnen nahegebracht werden. Auch hier ist der ADFC aktiv (FrühlingCheck und HerbstCheck) u.v.m.

  8. @BerndZ:

    Das Deutsche Statistische Bundesamt (destatis) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen eine Publikation namens „Zweiradunfälle im Straßenverkehr“. Diese enthält stets folgenden, stets ahnlich lautenden Absatz (hier bezogen auf das Jahr 2008):

    „Von den insgesamt 79 658 „Fahrradunfällen“ mit Personenschaden waren 16% Alleinunfälle. Bei 3,3% der Unfälle waren mindestens drei Verkehrsteilnehmer beteiligt und bei 81% gab es nur einen weiteren Unfallbeteiligten (64 577). Auch hier war ein Pkw der häufigste Unfallgegner (74%). Bei 8,5% war ein weiterer Radfahrer und bei 6,4% war ein Fußgänger der Unfallgegner. Insgesamt galten 42% aller unfallbeteiligten Radfahrer als Hauptverursacher eines Unfalls.

    Bei Unfällen mit Pkw war der Radfahrer nur zu 26% und bei Unfällen mit Güterkraftfahrzeugen nur zu 22% der Hauptverursacher des Unfalls.

    Besonders häufig trug der Radfahrer die Hauptschuld bei Unfällen
    mit Fußgängern, nämlich zu 63%.

    Auch bei Unfällen mit Motorrädern war der Radfahrer überdurchschnittlich
    häufig der Hauptverursacher (zu 56%).“

    Quelle: https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1024964

    An 75% der Unfälle mit Personenschaden zwischen einem Fahrrad und einem PKW/LKW trägt also der Kfz-Fahrer die Hauptschuld.

    Und: An 63% der Unfälle zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger trägt der Radfahrer die Hauptschuld. Radfahrer verhalten sich also gegenüber Fußgängern schon fast so ungleich gefährdender, wie es Autofahrer gegenüber Radfahrern tun.

    Daraus müsste doch folgen, dass Radfahrerkontrollen insbesondere auf solche Vergehen abzielen müssten, die Fußgängerverkehr gefährden: Fahren auf Gehwegen, Fahren in Fußgängerzonen, Nichtbeachten des Vorrangs von Fußgängern beim Abbiegen, gefährdendes Veralten an Fußgängerüberwegen und Fußgängerampeln. Vorbeifahren an Fußgängern mit zu hoher Geschwindigkeit und mangelndem Abstand.

    Vor Allem aber bedeutet es angesichts der 75%, dass zuallererst der vierrädrige, motorisierte Verkehr an den Pranger und in die Kandarre genommen gehört, wenn es um Radverkehrssicherheit gehen soll. Denn hier steht dass Radfahrerverhalten offensichtlich ganz blendend und vorbildlich da (was nicht verwundert, da Vorsicht für Radfahrer lebensnotwendig ist) gegenüber dem der Autofahrer, die laut destatis 3 von 4 Kollisionen Rad vs. Auto mit Personenschaden verursachen.

  9. @BerndZ, ich sehe viele, sehr viele Regelübertretungen von Radfahrern. Viele nerven mich persönlich, besonders wenn ich als Fußgänger Radfahrern auf dem Gehweg Platz machen soll oder an einer grünen Fußgängerampel warten muss, weil Radfahrer einfach durchfahren. Als Radfahrer bin ich insbesondere im Kreuzungsbereich von Radfahrern genervt, die aus unberechenbaren Richtungen kommen und meine Aufmerksamkeit von den eigentlich zu erwartenden Verkehrsflüssen abziehen.

    Ich sehe aber, offenbar im Gegensatz zur Polizei, ebensoviele Regelübertretungen von Autofahrern und Fußgängern. Insofern bin ich immer für eine offene Ansprache der Missstände. Verkehrsüberwachung muss auch Radfahrer betreffen. Von allzu einseitigen Darstellungen und falschen Schwerpunkten halte ich nichts.

    Ich bin der Meinung, dass es um Unfallvermeidung gehen soll. Schafft es die Polizei, Rotlichtübertretungen von Radfahrern vollständig einzudämmen, so hätte es im Jahre 2008 beispielsweise 211 Unfälle weniger gegeben. Bei Vorfahrtmissachtungen wären es 230 gewesen. Das ist gemessen an den 7672 registrierten Verkehrsunfällen mit Radfahrerbeteiligung schlichtweg zu wenig – wenn die Polizei so arbeitet, dann macht sie, Pardon, schlechte Arbeit!

    Ich will hier nicht als polizeifeindlicher Querulant auftreten, natürlich habe ich konkrete Vorstellungen besserer Arbeitsansätze.

    Die drei von Radfahrern verursachten Hauptunfallursachen sind „falsche oder verbotswidrige Fahrbahnbenutzung“ (1363 Unfälle), „ungenügender Sicherheitsabstand“ (911 Unfälle) und „Fehler beim Einfahren in den Fließverkehr“ (715 Unfälle). Rotlichtmissachtung steht mit ihren 212 Unfällen als Unfallursache also weit abgeschlagen!

    Die drei von Kraftfahrern verursachten Hauptunfallursachen sind „falsches Verhalten beim Abbiegen“ mit 1464 Unfällen, „Nichtgewähren der Vorfahrt“ mit 695 Unfällen und „Fehler beim Einfahren in den Fließverkehr“ mit 547 Unfällen. Das falsche Abbiegen wird immerhin in einem Nebensatz des Interviews erwähnt. Das ist die mit Abstand häufigste Unfallursache, dennoch ist das Geschimpfe darüber nicht so populär wie das über die Rotlichtfahrten der Radfahrer.

    Konkret bedeutet das, dass die Polizei ihre fahrradbezogenen Überwachungsszenarien ändern sollte, um Unfälle in messbaren Größenordnungen zu verringern:

    Gegenüber Radfahrern:
    – „falsche Fahrbahnbenutzung“ (wenn ich das richtig verstehe, sind damit Fußwegfahrten gemeint) unterbinden
    – Sicherheitsabstand messen
    – das falsche Einfahren in den Fließverkehr beobachten

    Gegenüber Autofahrern:
    – Abbiegeverhalten beobachten
    – Vorfahrtgewährung beobachten
    – Einfahren in den Fließverkehr beobachten (blindes Ausparken ist m.E. das Hauptproblem)

    Es kommt immer auf die Ziele an. Das Gefühl, mal etwas gegen die „anarchistischen“ Radfahrer machen zu müssen, kann ich nachvollziehen. Kann man ja auch, aber bei nicht unfallrelevantem Fehlverhalten lohnen zumindest Schwerpunktkontrollen nicht.

    Zur bösen roten Ampel – ich habe vor einiger Zeit die These aufgestellt, dass man auf dem Radweg bei Rot SICHERER fährt als bei Grün. Das soll nicht als Handlungsanweisung missverstanden werden, aber wenn man die Richtigkeit dieser These zumindest für möglich hält, relativiert sich die Sinnhaftigkeit solcher Interviews noch mehr. Dann erhält das ganze den Beigeschmack, als würden Regeln ohne Sinn und Verstand durchgeprügelt, auch wenn sie gar nicht der Sicherheit dienen.

    Die vom BAST durchgeführten Befragungen sind, wenn sie nur bei Radfahrern durchgeführt wurden, nicht aussagekräftig, da sie keine Unterschiede zu anderen Verkehrsteilnehmern aufführen. Ob eine Regelübertretung bewusst oder unbewusst durchgeführt wird, halte ich für unwichtig. So ist die dreiste Huperei und Nahüberholerei bei Nichtbenutzung von Radwegen meist auf Unwissenheit zurückzuführen, macht diese aber nicht weniger gefährlich.

  10. @berlinradler… dass Dir die Regelverstösse der RaffahrerInnen auch so auf den „Keks“ gehen, stimmt mich zuversichtlich. Dann sollten wir gemeinsam dafür kämpfen, das Image der Radfahrer in der Öffentlichkeit zu verändern.
    Bei den 3 von Radfahrern verursachten Hauptunfallursachen hast Du als 2. Hauptursache „ungenügenden Sicherheitsabstand“ (911 Unfälle) angegeben. Bist Du da sicher?
    Die Polizei dazu in der Unfallbilanz 2008:
    Benutzung der falschen Fahrbahn, 1363 Unfälle
    Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr, 715 Unfälle
    Nicht angepasste Geschwindigkeit, 367 Unfälle
    Alkoholeinfluss, 276 Unfälle
    Falsches Verhalten gegenüber Fussgängern, 254 Unfälle

    Der Herr Polizeidirektor Klang sieht im Interview bei den von Radfahrern verursachten Hauptunfallursachen „…insbesondere Vorfahrtverletzungen und das Missachten von Rotlicht.“

    Nun ja, auch ein Polizeidirektor kann ja nicht alle Statistiken im Kopf haben…
    Aber er sagt auch:
    „Wir stellen fest, dass trotz aller polizeilicher Bemühungungen in der Verkehrsüberwachung nach wie vor ein erheblicher Teil der Rad- und Autofahrer Verkehrsvorschriften nicht beachtet“.

    Damit hat er Recht. Leider!

    @berlinradler, durch Polizeikontrollen (ob bei Auto- oder Radfahrern) wird das Verhalten der Verkehrsteilnehmer nicht nachhaltig verändert.
    Wie Du richtig erkannt hast, Aufklärung der Zielgruppen tut not.
    Das willst Du ja auf Deiner Website auch tun. Prima.

    Die Aussagen der 39.000 in der BAST-Studie halte ich schon für wichtig und richtig.
    Lass uns beide mal für ein paar Stunden Radfahrer an bestimmten Kreuzungen zu ihrem Rad-Verkehrsverhalten befragen. Da wirst Du staunen, was für Antworten und Ausreden die Leute parat haben.

  11. ich glaube das mit den rotlichtverstößen wird von der polizei gerne herangezogen, weil es sich in den medien am besten verkaufen lässt.

  12. @BerndZ, ich hatte ins Diagramm auf Seite 26 oder so geguckt. Würde jetzt nicht meine Hand für die Reihenfolge ins Feuer legen, besser als die des Herrn Klang ist sie allemal.

    Ich bin in der Hinsicht einfach egoistisch – es ist mir wichtig, dass ich selbst nicht gefährdet werde und dass ich niemanden gefährde. Da finde ich es recht natürlich, wenn mein Hauptfokus nicht auf Radfahrern liegt. Einen Kampf gegen bloße Ordnungswidrigkeiten will ich nicht führen, nur einen Kampf gegen Unfallursachen.

    Die Aussagen der Studie mögen für andere richtig und wichtig sein, die von Dir zitierten Inhalte überraschen mich nicht. Eine Umfrage unter Fußgängern und Autofahrern würde vergleichbare Ergebnisse bringen. Autofahrer würden manche Überschreitungen als so geringfügig ansehen, dass sie sie nur auf konkrete Nachfrage nennen würden.

  13. @berlinradler… nun mal konkret. Es geht mir auch primär um „Unfallverhinderung“!
    Um dieses komplexe Thema effektiv zu bearbeiten, bedarf es schon genauer Kenntnisse. Dazu gehört auch das Wissen über die Hauptunfallursachen. Deine von Radfahrern (Hauptverursacher) zitierte 2. wichtigste, „ungenügender Sicherheitsabstand“ ist nicht richtig. s.o. mein Beitrag von gestern!
    Aber: Du hast hier einen entscheidenden Punkt angesprochen.
    „ungenügender Sicherheitsabstand“ ist subjektiv gesehen die Ur-Angst der RadfahrerInnen. Gemeint ist der Abstand, den KfZler gegenüber Radfahrern beim Überholen leider nicht einhalten!!!
    Ca. 90% der RadfahrerInnen fahren deshalb „lieber“, weil vermeintlich ihnen das SICHERER ist, auf Radwegen. Wo keine sind, auf dem Gehweg. (verbotswidrig)! Darunter gibts auch viele, die meinen auf dem Gehweg ist es noch sicherer. Sie vergessen oder verdrängen, dass sie mit diesem Verhalten massiv die Fußgänger belästigen und gefährden.
    Um diesen „Verdrängungswettbewerb“ zu verhindern, muss das Radfahren auf der Fahrbahn u.a. sicherer werden. Aber wie?
    Daran arbeitet auch der ADFC. Ich nehme mal an, Du bist auch ADFC-Mitglied und hast Kontakt zu Deiner Stadtteilgruppe. Wenn nicht, kannst ja da mal mithelfen. Gemeinsam sind wir stark!

  14. „Um diesen “Verdrängungswettbewerb” zu verhindern, muss das Radfahren auf der Fahrbahn u.a. sicherer werden. Aber wie?“

    Die einfachste Möglichkeit: allgemeine, zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts von 50km/h af 30km/h reduzieren. Das werden auch Fußgänger und insbesondere Kinder bzw. vor Allem deren Eltern danken.

  15. @BerndZ, wenn ich mich mit einer konkreten Zahl vertan habe, tut es mir leid, wobei ich das weiterhin so aus Seite 5 und Seite 24 der Berliner Fahrrad-Unfallstatistik 2008 ablese. Wenn ich da gerade einen Denkfehler habe, ändert es nichts an meiner Aussage, nämlich dass die von der Polizei genannten und geahndeten Hauptunfallursachen keine sind.

    Du sprichst den Punkt des oft zu nahen Überholabstandes seitens der Autofahrer an, das ist ein sehr gutes Beispiel. Wo bleibt der moralische Zeigefinger der Polizei, wo die groß angelegten Überwachungsaktionen? Nichts dergleichen ist zu vernehmen.

  16. Polizeifahrräder mit Abstandsmessung durch die Städte fahren lassen und abkassieren. Außerdem das Bußgeld für folgende Owi mindestens verdreifachen:

    Beim Überholen ausreichenden Seitenabstand zu einem anderen Verkehrsteilnehmer nicht eingehalten 30 €

    Solange ich noch Polizisten an der Ampel um ausreichenden Seitenabstand (Ich war auf einem Schutzstreifen unterwegs.) bitten muss, läuft jedenfalls was falsch.

  17. mir wollt n beifahrender polizist mal weiß machen, überholabstand wäre 1 meter, nachdem ich mich an der ampel beschwert hatte.
    ja, da läuft was falsch.
    mehr als beschwerde bei der dienststelle blieb mir auch

  18. nicht

  19. @Philip: Schön, dass es bei Dir immerhin noch 1 Meter war, ich wurde im Herbst von der Polizei erheblich enger überholt.

    Ich frage mich selbst, warum ich mich über solche Interviews so ärgere. Kontrollen von Rotlichtradlern betreffen mich nicht. Letztendlich ist es wirklich das Gefühl, dass für einen normal radelnden Bürger nichts getan wird, um dessen Sicherheit zu erhöhen. Das wäre nicht so schlimm, als Radfahrer ist man das Einzelkämpfertum gewöhnt. Richtig schlimm ist aber, dass anhand leicht widerlegbarer Beispiele behauptet würd, die Polizei würde sich ernsthaft für Radfahrersicherheit einsetzen. Für die der „Rowdies“ vielleicht …

  20. @berlinradler, Philip, Johannes und Chris…

    verstehe Eure Argumente sehr, sehr gut. Auch ich habe leider schon div. Polizisten erlebt, die
    1. es hätten besser wissen müssen (weil sie es ja gelernt haben) und
    2. sich auch nicht immer so korrekt verhalten (z.B. Sicherheitsabstand), wie sie es müssten

    Und weil mich das alles so nervt, habe ich beschlossen, den Weg der „Aufklärung“ zu beschreiten.
    „Aufklärung“ heisst für mich zunächst, ich als Radfahrer muss alle meine Rechte und Pflichten kennen (StVO und StZVO).
    Seit einem Jahr ziehe ich das konsequent durch. Mich stört auch nicht (dickes Fell) wenn mich Autofahrer anhupen, anmachen etc. Habe schon Polizisten, die mir erzählen wollten, alle Radwege sind zu benutzen, dass sei doch sicherer für mich, mit ner Dienstaufsichtsbeschwerde gedroht.
    Wenn wir hier nur „vor uns hinmeckern“, erreichen wir nichts.
    Nur gemeinsam erreichen wir unser Ziel. Deshalb müssen wir die Menschen informieren und „mitnehmen“. Neben der Sternfahrt des ADFC müsste u.a. noch ne Demo für „Die Einhaltung der StVO“ stattfinden. Macht ihr mit?

  21. @Bernd, worüber „streiten“ wir eigentlich? So wirkliche inhaltliche Differenzen haben wir doch gar nicht. Bezügl. der Verkehrsmoral hat der Polizist Recht, seine Beispiele und Einschätzungen hingegen sind vielleicht etwas ungünstig gewählt.

    Du schreibst, dass Du Dich an die Regeln hältst. Kann ich von mir auch behaupten. Ich übertrete sie manchmal – meist um Zeit zu sparen oder Gefahren aus dem Weg zu gehen. Rote Ampeln gehören übrigens nicht zu meinem Repertoire, wenngleich ich bei meiner obenstehenden Behauptung diesbezüglich festhalte. Ich fahre aber kaum Radwege und wenn, dann nur äußerst vorsichtig im Kreuzungsbereich. Wenn ich aber einen Kilometer Hauptstraße mit Linksabbiegemanöver einsparen kann, indem ich über eine Fußgängerinsel husche, dann mache ich das schon mal.

    Ich fahre auch viel durch Parks – bei den mich betreffenden bis vor kurzem eine OWi, jetzt sind sie fast alle freigegeben.

    Und dann gibt es die berühmten „Man weiss ja wie es gemeint ist“-Situationen, wo ich nicht streng nach Beschilderung, sondern danach, wie sie gedacht ist, handle. Durchfahrt-Verboten-Schilder auf ausgeschilderten Fahrradrouten oder Grünanlagenschilder auf Radfernrouten ignoriere ich manchmal. Wenn im Baustellenbereich ein sonstiger Radweg zum gemeinsamen Fuß- und Radweg wird, bleibe ist meist auf der Fahrbahn.

    Es gibt unzählige Beispiele. Sich zu 100% an die Verkehrsregeln zu halten halte ich angesichts der oft stümperhaften Verkehrsausführung ehrlich gesagt für schwierig, wenn man Radfahrer ist.

  22. @Berlinradler … und damit hast Du es auf den Punkt gebracht. Die Verkehrsmoral der Radfahrer ist vor allem deswegen so schlecht, weil die Behörden die Regelwerke für und die Bedürfnisse der Radfahrer nahezu komplett missachten. Ihre absolute Priorität liegt bei der Leistungsfähigkeit von Straßen für den motorisierten Verkehr. Dafür wird der ein oder andere Verletzte oder gar Tote billigend in Kauf genommen. Auch die Polizei – und damit meine ich den Polizisten auf der Straße und keine Verkehrsdirektion die mit wild interpretierten Statistiken herum wedelt – kümmert sich herzlich wenig um die Regelverstöße von und gegen Radfahrer. Es interessiert sie einfach nicht! … ein weiterer Grund wird sein, dass ich bisher kaum einen Polizisten getroffen habe, der das komplizierte Regelwerk für den Radverkehr kennt geschweige denn versteht. Da werden halt nur die Verstöße geahndet die eindeutig sind. Rote Ampeln sind einfach – das können dann auch Polizisten!

    Gestern zum Beispiel überholte mich ein Auto an einer Stelle, an der ein „anderer Radweg“ in einen Gehweg übergeht. Selbstverständlich benutze ich hier, im Gegensatz zu den meisten Radfahren, die Fahrbahn.
    Im Gegenverkehr (!!!) fuhr eine Polizei-Motorradstreife, so dass wir uns alle an einer gemeinsamen Stelle begegnen mußten. Es war durchaus eng. Der Autofahrer, wahrscheinlich überfordert von der von ihm herbeigeführten Situation, fing wild zu hupen an, verminderte aber nicht seine Geschwindigkeit. Entsprechend schnell war es vorbei. Es ist auch niemand augenscheinlich zu Schaden gekommen. Trotzdem fassungslos schaue ich dem Polizisten wild winkend hinterher. – Weg war er! Ich vermutete, dass er zu zweien seiner Kolleginnen fuhr, die ich zusammen mit dem Fahrer eines tiefer gelegten PKW vor wenigen hundert Metern passierte. Ich habe kehrt gemacht und bin ihm hinterher gefahren.
    Ich lag mit meiner Vermutung richtig. Als ich ankam stand er diagonal auf dem dort benutzungspflichtigen Radweg und beobachtete seine Kolleginnen bei ihrer Arbeit. Ich steige ab und schiebe mein Fahrrad an ihm vorbei: „Verzeihung, eine Frage: Warum haben Sie eben nicht eingegriffen?“ Ohne mich anzusehen antwortete er lautstark und deutlich angewidert, was ich dort auch auf der Fahrbahn zu suchen hätte. – „§ 2 der Straßenverkehrsordnung, Fahrzeuge haben die Fahrbahn zu nutzen“, entgegnete ich und klärte ihn auf, daß es sich dort keinesfalls um einen benutzungspflichtigen Radweg und im weiteren Verlauf sogar um einen reinen Fußweg handeln würde. Unabhängig davon hätte der Autofahrer unter den Umständen nicht überholen und schon gar kein Schallzeichen geben dürfen, selbst wenn ich dort unrechtmäßig die Fahrbahn benutzt hätte. Später dachte ich noch, dass er dann ja wenigstens mich hätte zur Rechenschaft ziehen müssen, wenn er so wie er glaubte, ich die Fahrbahn dort nicht hätte benutzen dürfen. Ich bekam jedenfalls keine Antworten mehr. Er wäre im Einsatz harschte er mich an! Als ich ihn nun darauf hinwies, dass er behindernd unnötigerweise auf einem Radweg steht, befahl er mir im rüden, lauten Polizeiton: Gehen Sie weiter. – „Wir müssen das jetzt schon klären“antwortete ich – „Er hat jetzt keine Zeit, er ist im Einsatz“, sagte er im Wegdrehen. – „Gut, dann warte ich bis ihr Einsatz beendet ist.“ und nachdem ich tatsächlich einen Augenblick wartete, sagte ich: „Lassen Sie es uns leicht machen, geben Sie mir doch einfach Ihren Namen.“ Den gab er mir und ich bin zu seiner Dienststelle gefahren. Dort berichtete ich der, ich glaube, Dienstgruppenleiterin mit immerhin drei silbernen Sternen auf der Schulter, von dem eben erlebten. Sie bot mir an, dass sie später mit ihm sprechen würde und fragte, ob ich damit einverstanden wäre. Bevor ich mein Einverständnis gebe, frage ich nach den Alternativen und ob sie die jetzt bewußt zurück gehalten habe. Ich hätte sie ja nicht ausreden lassen, natürlich kann ich mich schriftlich bei der – ich glaube – Direktion beschweren, dann muss der Herr Stellung nehmen und ich erhalte anschließend so etwas wie einen Bericht. Ich erklärte, wenn Sie mich über den Verlauf des Gesprächs telefonisch informieren würde, wäre ich einverstanden, wenn sie sich mit ihm unterhält. Ca. zwei Stunden später rief sie mich an. Der Kollege hätte das alles als nicht so dramatisch empfunden, es wäre genug Abstand gewesen. – Naja … – Erst auf Nachfrage nahm sie zu dem Parkvergehen Stellung und sagte, dass er ja im Einsatz gewesen wäre. Auf meine weiteren Nachfragen und Entgegnungen betonte sie immer wieder sie wäre ja nicht dabei gewesen. ( Wozu war der ganze Scheiss dann gut!?) Sichtlich genervt drängte sie das Gespräch zu beenden und verwies mich an den Inspektionsleiter, der noch im Haus wäre, sollte ich noch weiter Fragen haben. – Da bin ich gestern nicht mehr hingegangen! Also meinem ohne hin angeschlagenem Polizeibild hat das wenig genützt.

    Was ist dabei rumgekommen? – Ich habe ein weiteres Beispiel für das Desinteresse der Polizei am Radverkehr in meiner ohnehin schon langen Sammlung. Und so gerne würde ich diese Sammlung verkleinern.

  23. @ArVo, alle Achtung! Dass Polizisten von „Besserwissern“ genervt sind, kann ich zwar verstehen. Dennoch wundere auch ich mich über die Fehleinschätzungen des Motorradpolizisten. Ich denke aber, Polizisten sehen das pragmatisch. Würden sie alles ahnden, könnten sie sich in der Stadt kaum 100 Meter vom Revier entfernen, denn es hält sich halt kaum einer stringent an alle Regeln.

    Ich denke auch nach wie vor, dass es hilfreich wäre, wenn es Fahrradpolizisten gäbe. Diese müssten sich ja zwangsläufig mit der Rechtslage befassen und könnten ihr Wissen auch an Kollegen weiterreichen. Dass die Polizei dienstlich fast nur Auto fährt, schlägt sich in ihrem Weltbild eben nieder. Ich kann mir vorstellen, dass die früher oft zu sehenden Fußstreifen auch noch ein realistischeres Einschätzungsvermögen hatten als ihre heutigen, nur noch im Pkw sitzenden Kollegen.

  24. Es ist schon so, wie ich es geschrieben habe! Das war ja nicht mein erstes Gespräch mit Polizisten. Am Radverkehr besteht seitens der Polizei – damit meine ich nicht spezielle Verkehrsdirektionen – kein Interesse. Die Wenigsten kennen und verstehen die Regeln. Fahrradpolizisten sieht man in Köln gelegentlich, aber das sind in erster Linie Schönwetterfahrer, die das Dienstrad an sonnigen Frühlingstagen aus dem Keller holen und spätestens im Sommer wieder verstauen, wenn es ihnen zum Radfahren zu heiß wird! Hinzu kommt, dass sie sich selbst nicht an die Regeln halten – OK, sie fahren nicht über rote Ampeln – aber das haben wir ja schon festgestellt – ist auch für Polizisten leicht zu befolgen. Ob ein Polizist mit dem Fahrrad auf Streife geht, bleibt ihm komplett selbst überlassen und wird nicht angeordnet. Das Video-Fahrrad sieht man lediglich in diversen regionalen TV Produktionen, aber nie ohne Kamerateams auf Kölns Straßen. Im Winter finden laut Velo 2010 keine Schwerpunktkontrollen in Bezug auf den Radverkehr statt. Hinzu kommt dieses übersteigerte Selbstwertgefühl der einzelnen Beamten, die sich partout nicht von ihrem Fehlverhalten überzeugen lassen wollen. Egal wie vorsichtig man sie auf ihr offensichtliches Fehlverhalten hinweist (ich hatte ja schon diverse Versuche), nach wenigen Augenblicken werden sie ungehalten und unhöflich. Zweimal wurden deswegen schon meine Personalien überprüft, obwohl das Fehlverhalten eindeutig auf Seiten der Polizei lag. Mit immer der gleichen Abwimmelmasche – das immerhin scheint man auf den Polizeischulen zu lernen – beenden sie das Gespräch.

    Jedenfalls ist die oben beschriebene Geschichte definitiv kein Einzelfall.

    Besonders schlimm daran ist, dass sich der Autofahrer der hupend gefährlich überholte, sich dahingehend in seinem Fehlverhalten bestärkt fühlt, weil es ja nicht von der anwesenden Polizei sanktioniert wurde. Nächstes mal fühlt er sich um so mehr bestätigt Radfahrern seine Interpretation der StVO aufzunötigen!

    Und ich sage nicht, sie sollen alles ahnden … was ich erwarte ist, dass sie sich selbst an die Regeln der StVO halten, Radverkehrsanlagen auf ihre Tauglichkeit und Rechtmäßigkeit überprüfen und es gegebenenfalls den Verkehrsbehörden melden und mit einer gewissen Aufmerksamkeit den Radverkehr objektiv beobachten und auch schützen! – Und vor allem das SIE die Regeln kennen und nicht einseitig gegen den Radverkehr vorgehen!

    Wie kann man von Radfahrern verlangen, dass sie sich an die Regeln halten, wenn die Verkehrsbehörden gefährliche, unsinnige, kaum nachzuvollziehenden und „stümperhafte“ Radverkehrsanlagen vorgeben und die Polizei weder in der Lage noch Willens ist, sich um die Einhaltung der entsprechenden Regeln – sowohl durch Radfahrer, als auch durch Kraftfahrer – zu bemühen. So ist es doch kein Wunder, dass sich die wenigsten Radfahrer um diese Regeln kümmern.

  25. Da hilft nur: Entlarven!

    Spätestens im Frühjahr gibts die nächsten Schwerpunktkontrollen, vorab und danach mit parteiischen, unlogischen Polizeistatements.

  26. Dann mal los … arbeiten wir dran! 😉

  27. @berlinradler, Schwerpunktkontrollen….. so ist es!

    Die Polizei hat 22.143 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen Radfahrer im Jahre 2009 „eingeleitet“.
    Das ist eine Steigerung zu 2008 um 98,1% = 11.183 !!!

    Und der Polizeipräsident kündigt an:
    Ein Schwerpunkt der Kontrollen soll auch 2010 beibehalten werden.
    Nachzulesen http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/155509/index.html

  28. ich finds gut, dass es die schwerpunktkontrollen gibt. bloß macht es sich die polizei zu einfach. rotlichtverstöße und ohne licht radeln zu kontrollieren ist leicht gemacht.
    was ist mit den anderen schwerpunkten? überholabstände und rechtsabbieger? wurden bei rechtsabbiegerkontrollen jemals bußgelder gegen autofahrer erhoben? ist vorfahrt missachten oder dichtes überholen ohne unfallfolge überhaupt im bußgeldkatalog?

  29. @philip… Schwerpunktkontrollen…
    nicht nur Radfahrer werden kontrolliert.
    Die Polizei hat in vielen Bezirken Kontrollen „korrektes Rechtabbiegen von KfZ“ in 2009 durchgeführt.
    Dabei wurde der sog. Schulterblick der KfZ-Führer und das Beachten der Vorfahrt gegenüber der „geradeausfahrenden“ Radfahrer beobachtet. Bei Verstößen wurden die Kraftfahrer belehrt und teilw. auch mit Ordnungswidrigkeitsanzeigen belegt.
    Ich habe einige Kontrollen (als Radfahrer – bin nicht Polizist)beobachtet.
    Das Thema „zu dichtes Überholen“ ist ein ganz Wichtiges. Hier hat aber die Polizei m.E. nichts getan. Wie auch? Leider muß ich bemängeln, daß auch viele Polizisten den Überholabstand eines KfZ zum Radfahrer nicht kennen.
    Der Abstand beträgt min. 1,5 Meter!

  30. Bei den letzten Schwerpunktkontrollen wurden wesentlich mehr Anzeigen gegen Radfahrer als gegen Autofahrer geschrieben, der Fokus scheint mir daher recht klar zu sein. Die genauen Zahlen finden sich in damaligen Presseartikeln.

    Ich sehe das wie Philip: Schwerpunktkontrollen sind ok. Es ist auch ok, wenn sich die Polizei beliebige Schwerpunkte raussucht. Meine Kritik gilt eher der (falschen) Behauptung, man würde sich Hauptunmfallursachen widmen. @Bernd, wir liegen wirklich nur in diesem Punkt auseinander.

  31. @berlinradler… Hauptunfallursachen…Schwerpunktkontrollen…
    in diesem Punkt bin ich völlig bei Dir!
    Habe das auch (s.oben am 7.2.) klar gesagt.
    Der Polizeidirektor hat im Interview nicht die „richtige“ Statistik genannt. Die Unfallursache „Rotlichtverstoß“ von Radfahrern“ kommt in der veröffentlichten Polizeistatistik überhaupt nicht vor.
    Und die Unfall-Zahlen für 2009 für die Hauptunfallursachen sind in allen 5 von Radfahrern verursachten Hauptunfallursachen rückläufig!!!
    Das ist die Hauptufallursache:
    1243 Unfälle, verursacht von Radfahrern, die die „Falsche Fahrbahn“ benutzt haben.

  32. Na toll. Auf der einen Seite wird hier „shared space“ gefordert, auf der anderen Seite die penible Einhaltung der Vorschrift gefordert. Das klingt fast schon so wie die belehrenden Autofahrer.

    Zur Karnevalszeit ein Spruch aus dem Rheinland: Lääve und lävve losse. Im Straßenverkehr werden immer wieder Fehler gemacht. Ich will nicht mehr, ich will weniger Regeln und mehr Rücksichtnahme. Peace!

    P.S. Noch was zum Rechtsabbiegen: Wenn ein Auto den Blinker setzt (passiert leider oft viel zu spät), überhole ich ihn links und dränge mich nicht rechts vorbei, ich muss die Gefahr ja nicht provozieren.

  33. @peace: Nö, im Gegenteil!

    Bei systematischen Fehlern sollten man eben gerade penibel sein. Mit kölschem Schlendrian kommt man da nicht weiter. Und da kann man die Polizei auch drauf hinweisen. Es geht um Tote und Verletzte, die man ev. vermeiden kann.

    Zum Rechtsabbiegen: Sollte normal sein, dass man Rechts Abbiegende links überholt. Sagst du das auch mal denjenigen, die die ganzen Radspuren und Radwege rechts von den Rechtsabbiegern planen und so die Radfahrer zum falschen Verhalten erziehen?

  34. Tote und Verletzte möchte ich auf unseren Straßen auch nicht mehr sehen. Nur glaube ich, dass man dafür mehr auf den Verkehr und weniger auf die Verkehrszeichen achten sollten. Aber an dem Thema beiße ich mir wohl die Zähne aus. Im Rheinland sozialisiert und in Italien den Führerschein gemacht – mein Verhältnis zu Regeln bleibt gestört. An Berlin gefällt mir, dass ich durch „einsichtiges“ Verhalten fast jeden Polizisten davon abbringen kann, mir ein Bußgeld zu verpassen. Das ist echt supercool, ich mag unsere Hauptstadtcops.

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