Monumentenbrücke: Radfahrer verletzt

Der erste schwere Verkehrsunfall dieses Jahres mit Radfahrerbeteiligung hat sich im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ereignet. Dabei wurde laut Pressemeldung der Polizei der Radfahrer schwer verletzt: „Der 50-jährige Mann hatte mit seinem Fahrrad gegen 19 Uhr 30 an der Einmündung Monumentenbrücke gewartet, um links in die Kreuzbergstraße abzubiegen. Der 48-jährige Fahrer eines „BMW“ befuhr die Monumentenstraße aus Richtung Katzbachstraße kommend und stieß hinter der Einmündung mit dem Radfahrer zusammen. Der 50-Jährige zog sich hierdurch einen offenen Bruch des Unterschenkels zu und wurde zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die alarmierten Polizisten stellten bei dem unverletzten Autofahrer Alkoholgeruch fest. Eine Blutentnahme ergab einen Wert von über 1,5 Promille.“

Pressenachricht der Berliner Polizei Nummer 0276 vom 05.02.2010 – 09:45 Uhr


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15 Gedanken zu „Monumentenbrücke: Radfahrer verletzt

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  1. Wahrscheinlich überhöhte Geschwindigkeit auf glatter Straße, dann auch noch besoffen aus der Kurve getragen und in den Gegenverkehr geraten und den dort stehenden Radfahrer umgenietet.
    Anders herum muss man auch, vor allem Nachts, wirklich aufpassen, also wenn man von der Ktzbachstraße kommt: die Leute von der Monumentenstraße kommend schneiden beim Linksabbiegen gerne die Kurve und geraten somit auf die Gegenspur.
    Mich hat es da mal fast auf diese Weise erwischt, als ich in der Kurve von unten kommend einen Radfahrer überholt habe und so’n Depp aus der entgegengesetzten Richtung die Kurve schnitt.

  2. würde der artikel beim tagesspiegel stehen kämen garantiert kommentare in dem stile „was müssen die leute denn im winter auch radfahren. ist doch voll gefährlich“
    gute besserung dem umgefahrenen

  3. Ich war ein wenig involviert, in medizinischen Belangen, außerdem wohne ich um die Ecke direkt an der Monumentenstraße und habe die Unfallstelle heute auch noch mal angesehen.

    Der chromblaue etwas ältere BMW 5er (oder 7er?) des wohl offensichtlichen Unfallverursachers steht noch auf der Monumentenbrücke Nordseite, unverkennbar Aufprallspuren an Kühlerhaube links und der beim Fahrer die eingedrückte und gesprungenen Windschutzscheibe. Natürlich ist die Pappe bei dem Fahrer erst mal weg denke ich (bei 1,5 Promille), der Wagen steht vielleicht noch eine Weile da.

    Dass der Aufprall heftig war sieht man aber auch am Rad, welches an der Südseite der Brücke angeschlossen steht: das Vorderrad mit Gabel (Federgabel) ist komplett abgerissen. Das Fahrrad sieht sonst absolut StVO mässig aus, nach gutem Alltagsradler. Auch hat der Radfahrer sich ja offenbar an die Empfehlung gehalten, lieber sichtbar und auf der Abbiegerspur bei den Autos zu fahren (bzw. zu warten), statt irgendwo um die Kreuzung rumzuschleichen.

    Zum Wichtigsten, den schweren Verletzungen des Opfers will ich hier nichts über das Hinaus was schon bekannt ist ausführen – ist Sache des Opfers selbst, vielleicht meldet er sich hier noch mal dazu. Ich schreibe auch nur weil selber so sehr geschockt, ich wohne eben da und ich hatte unweit letztes Jahr im März selbst einen schweren Unfall mit bleibenden Schäden, mich fuhr auch ein Auto an, ich war auf dem Rad.

    Nun, der Verletzte ist eher die Marke kräftig und trainiert, das mag noch Schlimmeres verhindert haben, Kopf- und Abroll-Verletzungen waren trotzem auch dabei.

    Die Unfallstelle: kenne ich aus dem FF, wohne ja da. Kann nur bestätigen, dass Autofahrer (vor allem im Sommer und bei besten Straßenbedingungen) diese Kurve Monumenten- rüber zur Katzbachstraße gerne rasen und schneiden, in beide Richtungen. Unglücklicherweise ist dieser Straßenverlauf auch die Radfahrroute. Ich stand selbst schon oft an der Ecke genau an der Stelle wie der Verunglückte, hatte öfters schon mal ein ungutes Gefühl.

    Aufgrund der Jahreszeit kommt nun noch dazu, dass neben den auf der Monumentenbrücke parkenden Autos wie überall noch festgefrorene Reste der Schneeverwehungen und Matsch sind. Daher müssen die Autos einen größeren Bogen fahren als sowieso schon.

    Außerdem habe ich das „große Bögen fahren“ regelmäßig beobachtet wenn Fahrräder in der selben Richtung wie die Autos unterwegs sind, da wird dann also der abbiegende Radfahrer vom ebenfalls abbiegenden Auto links überholt – bei einspuriger Führung – schlimm, schon im Sommer eng! Na gut, ich weiß nicht ob letzteres nun auch noch eine Rolle spielte aktuell. Reine Spekulation, dürfte neben dem Schnee aber sowieso dann kaum gepasst haben.

    Sehr traurig, dass diese regelmäßig zu beobachtenden Gefährdungen auf einer explizit ausgewiesenen Radroute stattfinden.

    Die 1,5 pro Mille Blutalkohol vom Fahrer (und 1,5 Tonnen-Beweger) braucht man ja wohl nicht noch kommentieren.

    Dem Verletzten Alles Gute! Ich hoffe, auch in seinem Sinne berichtet und keine Persönlichkeitsrehte verletzt zu haben – sehe den Blog hier als notwendigen Austausch über Gefahren für uns Radler in der Stadt. Und, Leute: passt gut auf! Seit gestern hat sich das mit dem Winter, der Glätte enorm verschärft, habe schon so einige Radler sturzen sehen, verarztet, beraten, zuletzt heute früh am Ende vom Nachtdienst. Es ist gerade, stellenweise, superfies! Hat aber mit dem konkreten Unfall um den es hier geht nischt zu tun.

    Unschwer zu erraten: Ich fahre derzeit nicht, da bin ich Warmduscher.

    Dennoch, klar: Hochachtung für jede(n) der/die durchhält.

    Joshua

  4. Irgendwie schildern die Kommentare etwas anderes als der voranstehende Beitrag. Dabei ist doch sogar eine hübsche Google-Karte abgebildet.

    Sehen wir uns doch mal den Beitrag genauer an:

    Da steht, daß der Autofahrer von der Katzbachstraße kommend die Monumentenstraße entlanggefahren ist.
    Das bedeutet, daß er einfach geradeaus gefahren ist, und zwar auf der Karte von rechts nach links.

    Der Radfahrer wollte von der Monumentenbrücke kommend in die Kreuzbergstraße abbiegen; das ist ein Linksabbiegen.
    Auf der Google-Karte also von links kommend, um dann nach oben abzubiegen.

    Nun steht an dieser Stelle eine Ampel, mit eigener Linksabbiegerspur und Ampelphase für die von der Monumentenbrücke kommenden Linksabbieger.

    Damit aber stellt sich die Situation etwas anders dar, als in den Kommentaren wahrgenommen – der Radfahrer hat gewartet, stand also bei roter Ampel auf der Linkabbiegerspur, und der besoffene Autofahrer ist über die Linkabbiegerspur des Gegenverkehrs gebrettert.

    Genesungswünsche dem Radfahrer, dem hoffentlich nichts allzu schlimmes passiert ist.

    Ich warte auf die erste öffentliche Verbrennung von Führer!schein und Auto von Suff-Fahrern.

  5. Du könntest Recht haben. Philip und ich haben eventuell zu schnell das Naheliegendste angenommen, nämlich die von uns geschilderten Szenarien. Wenn der BMW-Fahrer aber geradeaus gefahren ist, erscheint das ja noch bedrohlicher. Da steht man auf der Kreuzung und so ein geradeausfahrender Kerl kann nicht mal an einem vorbeifahren ohne einen gleich umzunieten. So was passiert doch eigentlich nicht, dass man geradewegs auf gerader Strecke in jemanden hineinfährt. Naja, der Alk.

  6. Wenn man auf die Monumentenbrücke zufährt, dann wirkt diese optisch sehr schmal. Einerseits ist die Straße dort wirklich nicht übermäßig breit, zum anderen verstärkt die gedrungene Stahlträgerkonstruktion der Brücke den Eindruck, dass da nur wenig Platz sei. Das verleitet Autofahrer immer wieder dazu, „mittiger“ zu fahren, als eigentlich notwendig.

    Dann ist die Ampelschaltung auf der Ostseite der Brücke, an der Einmündung Kreuzbergstraße, auch noch ungünstig. Es gibt eine Ampelphase, in der von der Schöneberger Seite aus Grünlicht gegeben ist, der Geradeausverkehr von der Kreuzberger Seite der Monumentenstr. aber rot hat, während gleichzeitig von der Kreuzbergstr. aus nach rechts auf die Monumentenbrücke abgebogen werden darf. Das führt regelmäßig auch zwischen Autos zu gefährlich knappen Konflikten.

    Meines Erachtens müßte dort zum einen die Ampelschaltung überarbeitet werden, weiterhin Tempo 30 beschildert werden, und ein Blitzer zur Geschwindigkeitsüberwachung wäre vermutlich dort wohl auch gut aufgehoben.

    Auch vor Kenntnis dieses Unfalls habe ich die Monumentenbrücke als Radfahrer immer schon instinktiv gemieden, ich fahre lieber entweder über die Kolonnenstr. oder an den Yorckbrücken durch. Die Monumentenbrücke als direkten Verkehrsweg braucht man ohnehin nur sehr selten, die genannten anderen beiden Alternativstrecken stellen auf den allermeisten Relationen keinen Umweg dar.

  7. Wenn man auf die Monumentenbrücke zufährt, dann kann man deren Stahlträgerkonstruktion gar nicht sehen. „dan“ verwechselt Monumenten- mit Langenscheidt-Brücke. Die hat eine beeindruckende Fachwerkstahlträgerkonstruktion, aber die ist fast einen Kilometer weiter westlich als die Monumentenbrücke.

    Die Monumentenbrücke ist recht breit, auf ihr sind Gehwege mit autoparkverhinderndensollenden Betonpilzen, auf beiden Seiten je ein Parkstreifen und dazwischen noch ausreichend Platz für zwei entgegenkommende Fahrstreifen.

    Im übrigen ist die Monumentenstraße durchgehend eine Tempo-30-Zone.

  8. Nachtrag:

    Hier der Unfallort, gesehen aus der Richtung des Radfahrers:

    http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=srf5jmj3dztp&scene=12401407&lvl=2&sty=o

  9. Oh je – babylonische Begriffsverwirrungen.

    Also, zur Klarstellung:

    In der Tat war der Unfall am östlichen Ende der Monumentenbrücke geschehen, nicht zu verwechseln mit der Langenscheidtbrücke, auch in der Monumentenstraße, aber weiter westlich gelegen. Die Monumentenbrücke geht über die Gleise der S2 und Fernbahn, ist viel grösser, man sieht nach Süd den Bahnhof Südkreuz.

    Der Radfahrer stand bei wohl bei Ampelphase Rot haltend auf der Monumentenbrücke / Strasse in Richtung Ost auf der Linksabbiegerspur, wartend (kam also vom Kleistpark hoch).

    Der Unfallverursacher kam mit seinem BMW die Kreuzbergstraße von der Katzbachstraße, also Richtung Süd fahrend und von Kreuzberg kommend. Hier liegt vielleicht die Verwechslung: Von der Katzbachstraße kommend kann auch heißen, direkt die Monumentenstraße zu befahren, dann Richtung West, aber dieser Teil der Monumentenstraße wird (Auto-mässig)meist nur von Anwohnern genutzt oder wenn jemand in umgekehrter Richtung aus West/Kleistpark kommend nach Tempelhof will. Egal.

    – Zusammenprall dann also zwischen einem Linksabbieger Auto Kreuzbergstraße in die Monumentenstraße zur Monumentenbrücke einscherend und dem auf der Brücke wartenden Radfahrer. So macht das dann auch Sinn mit den eingangs beschriebenen Abbiege-Szenarien an der Kreuzung vor der Brücke.

    Uff! Meine Freundin bringt die Brücken auch gerne durcheinander, und die meisten Leute denken bei Kreuzbergstraße immer an den Teil vor der Villa Kreuzberg, wissen nicht dass die Verlängerung an der Tankstelle hoch auch noch so heißt. Für Autofahrer ist es aber eine beliebte Abkürzung, daher macht auch die Tankstelle da Sinn.

    Hoffe, alles klar.

    Grüsse an alle, fahrt vorsichtig!

    Joshua

  10. > Der Unfallverursacher kam mit seinem BMW die Kreuzbergstraße von der
    > Katzbachstraße, also Richtung Süd fahrend und von Kreuzberg kommend.

    Ach?

    > Der 48-jährige Fahrer eines „BMW“ befuhr die Monumentenstraße
    > aus Richtung Katzbachstraße kommend und stieß hinter der Einmündung
    > mit dem Radfahrer zusammen.

  11. Wat denn nu? Kam der Typ nun vom Kreuzberg (Katzbachstraße), also da, wo es direkt auf den Kreuzberk (Park) raufgeht oder doch von unten die Kreuzbergstraße hoch. Da kommt man nämlich auch über die Katzbachstraße. Nach wie vor wäre letzteres Szenario das schlüssigere, weil es auch mit meinen Erfahrungen an der Stelle deckt. Die andere Sache mit dem geradeausfahrenden BMW ergibt einfach keinen Sinn.
    Ich glaube, die Polizisten, die die Meldung verfasst haben, meinten von unten kommend. Ansonsten wäre der ja wirklich geradeaus in den Mann hineingefahren.

  12. Hallo Egon und Oli (und wen es sonst interessiert):

    Hatte am Unfallort mit Augenzeugen und später mit behandelnden Kollegen gesprochen, das spräche „eher“ für die von mir geschilderte, aber eben nur mittelbar mitgeteillte Version.

    Ich habe nun aber auch gehört, dass der Autofahrer (trotz Alkohol) auf unschuldig oder zumindest nur teilschukdig plädiert, damit der ganze Hergang sogar unter den Beteiligten höchst strittig ist. Da sollte man als Aussenstehender doch lieber die Finger von lassen, die Ermittlungen abwarten, und ggfls. warten ob das Opfer selbst noch einmal hier oder woanders eine Schilderung abgibt.

    Egal wie das Auto aber gefahren ist war es auf jeden Fall ein Frontalzusammenprall, die Folgen für das Opfer hätten m.M.n. tödlich sein können. Horror!

    Joshua

  13. Hallo Leute,

    erst heute lese ich diesen Blog.
    Ich bin der verletzte Radfahrer.
    Es war wirklich so, dass ich bei Ende Rot an der Ampel als Linksabbieger gewartet habe, um den Geradeausverkehr (BMW), die Vorfahrt zu gewähren
    Der betrunkene BMW Fahrer mit genau 1,9 Promille laut Untersuchungsbericht, kam frontal auf mich zu. Es war wie ein Horrorszenario wenn jemand auf dich zukommt und er, trotz Beleuchtung und blinkenden Wahrnstreifen auf dich zu rast ohne zu reagieren. Ich konnte auch nicht wegspringen, weil ich das Fahrrad so schnell nicht los werden konnte.
    Der noch beschleunigende Wagen hätte jederzeit bremsen können oder das Lenkrad benutzend auf seine Fahrspur an mir vorbeifahren können. Ich flog samt Fahrrad über den Wagen hinweg. Zum meinem Glück blieb meine Wirbelsäule unverletzt und ich bin trotz eines total blauen Rückens nicht gelähmt. Die doppelten Beinbrüche (die Beine waren in Radgestänge geradezu verknotet) und die Kopfverletzung sind so gut wie verheilt
    Mit fast 2 Promille werden wohl alle Sinne ausgeschaltet. Noch heute frage ich mich, wie dieser Fahrer es fertig gebracht hat, bis zur Monomentenbrücke zu kommen.
    Ich wünsche niemanden eine solche Erfahrung zu machen
    Jürgen

  14. Lieber Jürgen,

    vielen Dank für Deine persönliche Schilderung des Vorgangs und meine volle Betroffenheit über diesen völlig unvorstellbaren Unfall. Gleichermaßen gut zu hören, dass es Die trotz der schlimmen Folgen einigermaßen besser zu gehen scheint.

    Nur falls Du darüber sprechen willst: Welche Konsequenzen hatte der Unfall für den Verursacher bzw. was geschah nach dem Unfall?

    Liebe Grüße

    P.S. Ich bin vor zwei Jahren auch angefahren worden, bei Weitem natürlich nicht so dramatisch, es war ein typisches „Übersehen werden“ beim Rechtsabbiegen eines Autos. Aber die Erfahrungen, die ich im Nachgang machen musste, waren unerwartet unschön, wiederum ohne Vergleichbarkeit. Ohne Anwalt wäre ich wohl gekniffen gewesen.

  15. Ich hatte zwar auch schon Fälle, wo mir Leute beim Fahren so entgegenkamen, dass ich knapp ausweichen musste – darunter eine Feuerwehr (ohne Blaulicht), doch bisher bis auf einen Schienenunfall, bei dem ich einem Nahüberholer ausgewichen bin, immer Glück.

    Falls auch ich eine persönliche Frage stellen darf, wäre es die, ob Du Dich wieder aufs Rad getraut hast. Ich nage immer sehr an knappen Situationen – nach so einem schweren Unfall könnte ich mir aber vorstellen, dass man Angst hat.

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