Wer hat Schuld an toten Radfahrern?

In den USA sind in den letzten 80 Jahren mehr als 52.000 Radfahrer bei Verkehrsunfällen getötet worden. Das geht aus einer Auswertung der US-Regierung hervor. Viele Menschen nehmen an, dass Unfälle zwischen Autos und Fahrrädern üblicherweise von Radfahrern verursacht werden und eine Folge von rücksichtsloser und aggressiver Fahrweise von Radlern sind. Eine Untersuchung der Polizei von Toronto zeigt jedoch das genaue Gegenteil. Von 2.752 Unfällen mit Radfahrerbeteiligung wurde zu 90 Prozent von unaufmerksamen Autofahrern verursacht. Die wichtigsten Ursachen waren: Überfahren eines Rotlichts oder eines Stop-Schildes, Abbiegeunfälle und das Öffnen der Autotür, ohne auf Radfahrer zu achten.
New York Times: Who Causes Cyclists’ Deaths?
Dank an Uwe für den Hinweis

4 Gedanken zu „Wer hat Schuld an toten Radfahrern?

Kommentare-Feed
  1. „dass Unfälle zwischen Autos und Fahrrädern üblicherweise von Radfahrern verursacht werden und eine Folge von rücksichtsloser und aggressiver Fahrweise von Radlern sind“ …
    … wird ja von den lokalen Käseblättern bei fast jeder Gelegenheit verbreitet. Z. B. http://www.abendzeitung.de/muenchen/129017 :
    „In mehr als der Hälfte der Fälle verursachten Radler den Unfall.“

  2. Krasser Artikel, Martin. Interessant ist die folgende Aufstellung der Gefahren für Radfahrer:

    „Radler, die in die falsche Richtung fahren und von abbiegenden Autofahrern übersehen werden“

    Klar – die meisten Abbiegeropfer sind in Wahrheit in der falschen Richtung gefahren. Na DIE Statistik möchte ich gerne mal sehen.

    „Radler, die überholen und zu schnell vorbeifahren“

    Ohne Worte.

    „oder unter dem Einfluss von Drogen stehen.“

    Sicher eine der Hauptunfallursachen …

  3. Bin öfter in den Staaten und habe dort seit einer Weile ein Fahrrad stehen, um flexibler zu sein. Allerdings werde ich von verstörten amerikanischen Freunden immer wieder gewarnt:
    „Du kannst hier doch nicht Radfahren, ist doch viel zu gefährlich!“ — Warum sollte das gefährlicher sein als in Berlin. Die Stadt ist viermal so groß wie San Francisco…? –„Naja,“ sagte eine dann zum Beispiel, „hier sind doch die Autos GRÖSSER.“ — „??? Warst du schonmal in Europa???“ — „Äh, nein…“ — Interessanterweise warnen mich diejenigen am meisten, die selbst noch nie Radgefahren sind. Und interessanterweise empfinde ich Radfahren in Kalifornien als sicherer als hierzulande. Aggressives Autofahren gilt kaum als hormoneller Imagegewinn und man fährt generell langsamer (vielleicht weil teurer verklagt werden kann?). Allerdings sind wesentlich weniger Radler unterwegs und so hat man vielleicht noch ein bisschen Exotenbonus.

  4. Eine Schuld daran haben alle Verkehrsteilnehmer! Das unterliegt keinem Zweifel!

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