Mit RFID-Chips gegen Fahrradklau?

Die Stadt Kopenhagen hat Anfang des Monats einen Feldversuch gestartet, um zu testen, ob sich RFID-Chips als wirksames Mittel gegen Fahrraddiebstahl eignen. Die Grundidee ist einfach: Fahrräder werden von der Stadtverwaltung mit einem sendenden Chip ausgestattet. Wenn ein Rad gestohlen wird, kann man das per Mail dem Amt mitteilen. Ordnungsamtsmitarbeiter, die normalerweise den ruhenden Verkehr kontrollieren und Tickets an Falschparker verteilen, haben nun einen Scanner dabei. Sobald das Gerät ein gestohlenes Fahrrad in der Nähe meldet, wird eine Mail mit dem Standort des Velos an den Eigentümer gesandt. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, sollen später an Verkehrsknopenpunkten ebenfalls automatische Scanner installiert werden. Ein Nachteil des neuen Systems besteht meines Erachtens darin, dass von einem mit Chip ausgerüsteten Fahrrad ein Bewegungsprofil erstellt werden kann.
copenhagenize.com: The Chips Are Up in Copenhagen

Få en lille chip på from Kristian Foldager on Vimeo.

16 Gedanken zu „Mit RFID-Chips gegen Fahrradklau?

Kommentare-Feed
  1. da haben wir wieder fluch und segen der modernen informationstechnik nah bei einander.

    und seh ich das richtig? befestigung mit kabelbindern? das sollte ja nun wirklich das geringste problem sein das ding wieder zu entfernen. das würde nur sinn machen, wenn die dinger ab werk z.b. im rahmen oder sonstwie versteckt am rad sind.

    da bevorzuge ich doch lieber ein ordentliches schloß.

  2. @Philip:
    das Gerät soll kein ordentliches Schloss ersetzen, du darfst nicht davon ausgehen das eine „Sicherheitsmaßnahme“ eine andere ersetzt oder bedeutet das die andere vernachlässigt werden soll. War bei der rahmencodierung das selbe, das eine ergänzt höchstens dasvorhandene gute Schloss und den Kopp das Rad auch immer anzuschliessen.

    Es ist faszinierend wie schnell man die Überwachung der Bevölkerung unterjubeln kann wenn man sie in vermeintliche Sicherheit verpackt.
    Das System ist perfekt um Bewegungsprofile zu erstellen, gerade wenn von beliebigen Polizeistreifen auf der Straße stehende Räder gescannt werden oder gar automatische Scananlagen errichtet werden.

    Dann noch den RFID Chip unter die Haut, damit man nicht verloren geht und die Totale Überwachung ist nah, juheee.

  3. Na, jeder halbwegs schlaue Fahrraddieb wird dann doch erstmal den Chip suchen und entfernen. Und wer ein geklautes Fahrrad kauft ebenso. Für professionelle Diebe lohnt sich dann auch die Anschaffung eines Detektors der die Chips aufspürt, auch wenn sie überlackiert sind. Einmal mit dem Taschenmesser die Antenne zerkratzt und der Chip ist tot.

    Andererseits könnte man z.B. an Ampeln Detektoren aufstellen die dann erfassen welcher Radfahrer bei rot drüberfährt.

    Der Chip hört sich erstmal gut an, ist aber totaler Schwachsinn. Würde man bei Autos drahtlos auslesbare Kennzeichen einführen gäbe es wahrscheinlich mittelschwere Aufstände der Autolobby. Und die Radler holen es sich freiwillig… ts ts ts

  4. Carbonsports Lightweight und SPIN laminieren bereits seit 2004 RFIDs in ihre Carbonlaufräder bz. -rahmen und Cucuma hat dieses Jahr damit behonnen: siehe http://bikefinder.de/bikefinder/hersteller.php

  5. am besten werden dann bei jedem rot überfahren gleich 10 euro vom konto abgebucht und man bekommt ne automatisch generierte mail der polizei mit belehrungen ….. brave new world

  6. @Philip: 10 Euro wären ja ne Verbesserung… Mich hat ne rote Ampel letztes Mal insgesamt fast 70 Eier gekostet 🙁

  7. @ozelot:
    Warst du danach noch Frech oder wie kommen die 70€ zusammen?
    Wichtiger, hast du was draus gelernt?

    @Philip: brave new world indeed…

  8. Frech war ich nicht, im Gegenteil: Ich war sehr einsichtig und alles lief sehr freundlich ab. Rote Ampel kostet 45 Öre, da kommen dann noch ca. 20 € „Verfahrenskosten“ dazu. Immerhin gabs keinen Punkt in Flensburg.

  9. P.S. Gelernt hab ich daraus nächstes Mal genauer auf die Farbe grün zu achten, nicht nur bei den Ampeln.

  10. @ozelot: Schön das knapp 50% Verfahrenskosten drauf kommen, das ja sehr sinnvoll und auch total verständlich für den Täter :/

  11. Hm.. Also wer sich mit RFID auskennt (sorry: ich), wird schnell erkennen, dass die Idee nicht besonders weit trägt…
    Aktive RFID-Tags benötigen eine Stromversorgung, haben dafür eine gewisse Reichweite mit ihrem (aktiven) Sender. Passive Tags werden durch das elektromagnetische Feld des auslesenden Gerätes mit Strom versorgt und senden ihr Signal mit den Daten, die auf dem Chip gespeichert sind, aus. Das Problem hier: der Scanner muß sehr (!) nah am Tag sein, derzeit bereitet sogar das Auslesen passiver Tags einer ganzen (immobilen) Europalette mit Waren noch Probleme und Schwierigkeiten, bei Fahrrädern, die in 10-20m Entfernung vorbeifahren (!) kann ich mir das nur sehr schwer vorstellen.
    Habe mir das Filmchen auf copenhagenize.com angeschaut – wenn die Dinger außen am Fahrrad angebracht werden, können sie schnell und einfach entfernt werden. Bringt man sie im Rahmen an, wirkt dieser wie ein geschlossener Farradayscher Käfig, es kommt also kaum was an Funkwellen rein und raus. Eine Anbringung unter dem Lack muß schon bei der Herstellung erfolgen, Diebe würden das je nach Fahrradmodell schnelle herausfinden, wo die Dinger angebracht werden…
    Insgesamt bleiben viele Fragezeichen…
    Und: man kann natürlich auch den Inhalt der Chips verändern (mit einem gewissen Aufwand, aber wenn man auf Stückzahl geht, lohnt es sich) und so wird urplötzlich ein geklautes Fahrrad mit einem neuen Besitzer programmiert, hat der CCC sogar schon mit den neuen Reisepässen (die auch einen RFID-Chip haben) erfolgreich demonstriert.

  12. Nachtrag: die oben geäußerten Befürchtungen zu Bußgeldern bei roter Ampel sind 0% realistisch, also keine Angst..

  13. hama wieder was gelernt 🙂

  14. Muss ja auch erstmal einer beweisen, dass der Eigentümer des Rades auch über die rote Ampel geradelt ist und nicht der beste Kumpel/Dieb/Oma. Ich bin sowieso für mehr RFID Chips überall. Auch auf meiner Krankenkassenkarte. Da bekomme ich dann als Radler bestimmt nochn Extra-Tarif.

  15. Also mit nem Fahrradchip hätte ich eher weniger Probleme, das wäre ohnehin freiwillig und die technischen Grenzen wurden ja bereits diskutiert. Auch die Verkehrsüberwachung mittels solcher Chips scheint mir weit hergeholt, es besteht immerhin auch die ungenutzte Möglichkeit, Kennzeichen automatisiert zu erfassen (wird z.B. in England gemacht). Wovor es mir richtig graust, ist übrigens das Auslaufen meines RFID-Chip und vor allem fingerabdruckfreien Reisepasses. Als normaler Bürger seine Fingerabdrücke abgeben müssen – da frage ich mich machmal, was künstliche Diskussionen über den Rechts- oder Unrechtsstaat DDR überhaupt noch sollen. In manchen Dingen war die DDR freiheitlicher als das heutige Deutschland …

  16. Mit Kabelbindern gesichert find ich auch ein wenig unsinnig, dann doch lieber irgendwo im Sitzrohr angeklebt. Momentan würde ich mich über eine solche Sicherung freuen, letzte Nacht wurde das Rad meiner Freundin geklaut 🙁

    Übrigens Trek 470 von 1997 in Rot/Gelb mit Licht, Gepäckträger und Klappkorb, falls es jemandem auffällt 😉

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