Fahrradstraße mit Radfahrverbot

Im letzten August wurde die Fahrradstraße Linienstraße mit großem Presserummel eingeweiht. Zur offiziellen Eröffnung waren viele Prominente in die Linienstraße geradelt: die Berliner Staatssekretärin für Verkehr und Stadtentwicklung Maria Krautzberger, der Baustadtrat des Bezirks Mitte Ephraim Gothe, die Vorsitzende des ADFC Sarah Stark, der Fahrradbeauftragte des Landes Berlin Benno Koch und weitere wichtige Personen der Berliner Fahrradszene. Krautzberger, Grothe und Stark hielten Reden und feierten die Fahrradstraße als großen Erfolg. Krautzberger: „Fahrradstraßen sind ein wichtiger Baustein der Radverkehrsstrategie des Berliner Senats. Sie gewährleisten mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Mit der Einrichtung dieser Straßen wollen wir noch mehr Berlinerinnen und Berliner zum Radfahren animieren.“

Acht Monate später ist die Fahrradstraße für Radfahrer in West-Ost-Richtung gesperrt. Weil an der Ecke Rosenthaler Straße und Linienstraße ein Hotelneubau entsteht, wurde die Fahrradstraße kurzerhand aufgehoben, damit die Autofahrer in Ost-West-Richtung durch kommen können.

Größeres Foto hier.

Mit Dank an berlinradler und Markus für die Hinweise im Fixie-Thread.

11 Gedanken zu „Fahrradstraße mit Radfahrverbot

Kommentare-Feed
  1. ja, da sieht man mal wieder wie die prioritäten in dieser stadt wirklich gesetzt sind ….. 🙁

  2. Das Einbahnstrassenschild steht da aber schon ewig, ich würde sagen beinahe ein halbes Jahr lang. So richtig verstehe ich auch nicht, was die Widmung „Fahrradstrasse“ dort bedeuten soll. In der Linienstrasse stehen und fahren mir jeden Tag ne Menge Autos vor der Nase rum und machen das Vorankommen mit dem Rad recht beschwerlich.

  3. Welch Ehre 🙂

    Das Schild muss irgendwann nach dem August 2008 dorthin gekommen sein, wenn ich mich richtig erinnere. Der Grund ist ja auch „logisch“: Wegen der Baustelle passt nur ein Pkw durch die Straße. Da kann ja schliesslich nicht die Konsequenz sein, die Freigabe für Kraftfahrzeuge zu sperren, sonst müssten Anlieger womöglich einen Umweg über die Gormannstraße fahren.

  4. DAS frage ich mich allerdings auch. Hat ungefaehr dieselbe Fahrqualitaet wie jede andere asphaltierte Nebenstrasse. Vielleicht kein Durchgangsverkehr aber Parkplatzsucher ohne Ende, die ja noch mehr behindern. Wenn man wenigstens auf Rechts-vor-links verzichtet haette und alle kreuzenden Strassen mit Stop-Schildern versehen haette, dann haette man wenigstens von etwas Mehrwert sprechen koennen. So ist es zwar besser, als sich auf der Torstr. ohne Radfahrstreifen zu quaelen, aber der Weisheit letzter Schluss kann das ja nicht sein und es rechtfertigt erst recht nicht so ein Brimborium bei der Eroeffnung. Lieber mehr Radfahrstreifen als so nen Quatsch in Zukunft.

  5. ich glaube ja, dass das eher eins von diesen politischen signalen sein sollte, dort ne radstrasse zu machen.
    auf der torstrasse komm ich deutlich flotter voran als in der radstrasse

  6. …und grad stand hinter der baustelle ne ganze rotte in grün, fixifahrerohnelichtundbremsen zu stoppen.

    ist ja klar, inner (ehemaligen) fahrradstrasse erwischt man ja viel mehr fahrradfahrer…

  7. @Markus:
    Na komm, das muss man ihnen lassen raffiniert isses 😉

    Die die dann da immernoch langfahren sind bestimmt diese Radel-rowdys und Pedalritter, jeder brave Mensch würde doch nicht freiwillig auf einer Autostraße fahren.

    Ich wüsst nur gern was hinterher bei der ganzen Polizeiaktion rumkommt, wieviele ungesühnte Rotlichtvergehen bei Autofahrern passieren weil die Polizisten abgezogen wurden, und wann erfahren wir endlich den Eigenschuldanteil von Autofahrern bei deren Unfallzahl.

    Fragen über fragen, und die Heilige Kuh wird weiter poliert…

  8. Ich verstehe diese negative Perspektive auf die Fahrradstraße Linienstraße, die aus vielen Beiträgen spricht, nicht. Ich persönlich und noch mehr, wenn ich mit meinen Kindern (ja, die gibt es in der Stadt) unterwegs bin, fahre die Linienstraße viel lieber als die Torstraße. Auf der Torstraße mußte ich letztens auch ansehen, wie ein älterer Herr auf dem Rad von einem Auto geschnitten wurde. Klar, war der Autofahrer ein Arsch und gehört in die Klapse, aber wir brauchen auch geschützte(re) Verkehrsräume, so dass alle Bevölkerungsgruppen mit dem Fahrrad fahren können und nicht nur hochtrainierte junge reaktionsschnelle Menschen.
    Was ich (neben der Baustellen-Einbahnstraßenregelung) krass finde: Bei der Ackerstraße oder auch der Gartenstraße (Schwimmbad!!!) ist die Anbindung der Linienstraße nicht vorhanden. Die Querung der Torstraße ist dort katastrophal. Da müßte was passieren. Da bräuchte man dringend Mittelinseln (mit Fahrradstreifen, wie z.B. bei der Eberswalder am Mauerpark). Dann könnte man die Torstraße mit Fahrrad und Kind endlich sicher überqueren.

  9. Fahrradstraßen sind ein einziger Schildbürgerstreich ! Ich kenne nur Fahrradstraßen (auch in Oldenburg und Leer), die diesen namen nicht verdienen, da sie genau wie vor der Umwidmung von Autos beherrscht werden. Fahrradfahrer haben das Recht, nebeneinander zu fahren, das machen aber nur Selbstmörder !!

  10. […] wurde wegen eines Hotelneubaus die Fahrradstraße einige Monate in eine Richtung gesperrt, siehe hier. Dann kam der Winter und die gesamte Linienstraße war wochenlang für Radfahrer unpassierbar, weil […]

  11. […] die Situation in der Stresemannstraße kein Einzelfall ist, ist in diesem Blog bereits mehrfach deutlich geworden. Schlussfolgerung der Grünen: “Schlechter und rücksichtsloser als der […]

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