Doppelstockparker am S- und U-Bahnhof Pankow

Im Umfeld des S- und U-Bahnhofes Pankow sind 316 neue Fahrradstellplätze entstanden. Sie befinden sich an mehreren Standorten links und rechts der Berliner Straße sowie auf dem Garbátyplatz. Alle Parkanlagen befinden sich auf Bahngrundstücken, finanziert wurden sie mit Fördergeldern des Senats und gebaut von der S-Bahn, die auch die Pflege der Anlagen übernehmen wird.

Gebaut wurden ausschließlich Doppelstockparkanlagen. Die „obere Etage“ der Fahrradabstellanlage liegt auf etwa 1,5 bis 1,6 Meter Höhe. Für eine zierliche und eher kleine Person ist es nicht einfach, ein Fahrrad auf diese Höhe zu hieven. Die meisten Radfahrer suchen deshalb den einfachen Weg und parken auf der unteren Ebene. Doch es ist jetzt schon abzusehen, dass auch die obere Ebene bald voller geparkter Fahrräder stehen wird, dazu ist der Parkdruck um den Bahnof zu groß.

Kritik wird geäußert am städetebaulichen Erscheinungsbild. „Auf dem Garbátyplatz ist es schon zu sehen: der U-Bahn-Zugang ist kaum noch ungehindert zugänglich. Die Fahrrad-Doppelstock-Parker und viele abgestellte Fahrräder verändern das Stadtbild. Aus der wachsenden Stadtbevölkerung resultiert eine wachsende Enge und Beengtheit auf den Gehwegflächen.“, schreibt die Pankower Allegemeine Zeitung und auch der Kiezblog Florakiez findet die Abstellplätze hässlich: „Neue Fahrradstellplätze am Bahnhof Pankow waren dringend nötig, darüber besteht weitgehend Einigkeit, doch schön sind die neuen Stellplätze nicht geworden. Vor allem zwischen U- und S-Bahn-Eingang wirken die Metallschienen sperrig, kühl und raumgreifend in der angespannten Gemengelage zwischen Bushaltestelle, Taxistand und Fußgängern.“

Vielleicht sind die neu enstandenen Fahrradabstellanlagen auch nur eine Zwischenlösung bis zum Bau eines Fahrradparkhauses, das an dieser Stelle dringend notwendig wäre.

Pankower Allgemeine Zeitung: U + F + S – Bahnhof Pankow
Florakiez: Einsame Doppelstockparker am Bahnhof Pankow

13 Gedanken zu „Doppelstockparker am S- und U-Bahnhof Pankow

Kommentare-Feed
  1. Da hätte ich erstmal ne gewisse Hemmschwelle, die obere Etage zu verwenden: Was, wenn ich das System nicht gleich kapiere und mich doof anstelle?

    Die Stadtbildkritiker habe ich eigentlich nie so recht verstanden, zugeparkte Straßen empfinde ich nun auch nicht gerade als ästhetisch, der Garbatyplatz ist schon wegen des Lärms kaum idyllisch. Ist eben ein Nutzort.

    So oder so wird man, wenn man an Bahnhöfen nun bedarfsgerechte Fahrradparkanlagen baut (also enorme Kapazitäten) irgendein Konzeot gegen Fahrradleichen finden müssen.

  2. Ist ja nichts gegen schönere Lösungen einzuwenden. Einfach entlang der nächstgelegenen Straßenränder die KFZ-Parkplätze auflockern und ein paar Designbügel aufstellen. 1 PKW-Stellplatz=8 Fahrradstellplätze.

  3. Was die Benutzerfreundlichkeit angeht: gibt genug Leute, die ostentativ lässig ihre Räder Treppen hochschleppen. Die nutzen sicher auch gerne die Pro-Plätze in der oberen Reihe 😉

    Im Ernst: 2-3 mal gemacht, und dann ist das in der Regel kein Ding. Diese Anlagen zielen ja auf den hohen Bedarf durch regelmäßige Nutzer, da wird sich das schnell einspielen. In Amsterdam wurde ich in einem der Parkhäuser am Hauptbahnhof erst beäugt und dann aufgefordert, einen oberen Platz zu nutzen.

  4. Bei mir an der Uni gibt es die Dinger auch.
    Ich benutze fast immer die oberen Parkplätze*, da ich mir beim Anschließen meines Rades dann nicht den Kopf stoße. Die untere Reihe kann man leider nicht nach herrausziehen.
    * Es sei denn es ist zufällig mal ein Platz unten ganz am Anfang oder am Ende frei.

  5. Solche Anlagen gehören überdacht. Es ist nicht besonders angenehm, wenn man an das Schloss seines unten geparkten Fahrrades heran muss, und dabei tropft einem die Rost-Salz-Dreckbrühe vom Fahrrad darüber in den Kragen. Wer will schon nach dem Schauer noch 10 Minuten warten, bis es sich ausgetropft hat…

  6. Ich mache ja immer wieder mal Fotos der Straße in der ich wohne um die zugeparktheit zu dokumentieren, findet man sowas tatsächlich ästhethisch während eine Fahrradabstellanlage stört? Ich verstehe es nicht, zur oberen Etage, in den Niederlanden kommen einem die oberen Stellplätze teilweise entgegen iirc via hydraulik, wenn das hier ebenso gelöst ist sehe ich da wenig Probleme, ansonsten gehöre ich auch zu den Leuten, die den Holländer lieber ebenerdig abstellen als z.B. die Schräghochparker nutzen, bei 25kg Fahrzeuggewicht sei es mir verziehen 😉

  7. In Leipzig ist so ein System schon im Einsatz:
    https://www.youtube.com/watch?v=zmrro3vNb1M
    Meinungen ab 2:13, Bedienungsanletung ab 2:55

  8. Den Hinweis mit der notwendigen Überdachung für so eine Anlage finde ich auch ganz wichtig, aber sowas sollte auch nachzurüsten sein, vielleicht ist der „operator“ ja über einen entsprechenden Hinweis dankbar.

    Bei den Anlagen in dieser Art, die ich (seit Jahren) kenne und bereits benutzt habe, habe ich eigentlich immer instinktiv nach einem Platz oben Ausschau gehalten. Dank der Führungsrille muss man eh nicht das komplette Gewicht stemmen, aber dafür weiss ich, dass sich Leute, die sich für mein Fahrradschloss interessieren, sich bei den oberen Plätzen stärker exponieren müssen. Da überlasse ich die „bequemen“ Plätze gerne Anderen…

  9. Am Wichtigsten wäre m.E ein blickdichter massiver, blickdichter, sicher verschließbarer Verschlag um jeden der Stellplätze herum. Sprich: Schleßfächer in Fahrradgröße.

    Ich hab noch irgendein Rad in der Nähe von S-Bahnstationen oder Bahnhöfen angeschlossen wegen Diebstahl & Vandalismusbefürchtungen angesichts der schauerlichen Leichen, die sich an solchen Abstelllanlagen immer finden.

    Vielleicht könnte die Fahrradindustrie mal zusammenlegen und eine Stadt flächendeckend mit Schließfächern und bewachten Parkhäusern überziehen, um mal zu schauen, ob sich das dann am Ende durch den Verkauf deutlich hochwertigerer Räder wieder rechnet. Ich kenne soviele Leute, die sich nur deshalb keine guten Räder kaufen, weil so der alle Jahre zu erwartende Verlust verschmerzbarer ausfällt.

    Und ich kaufe mir zwar gute Räder, stelle dann aber dafür alle möglichen Verrenkungen an, um sie nicht draußen anschließen zu müssen, obwohl das selbstredend gern tun würde.

    Und Einzelhandel und Kaufhäuser könnten auch noch was dazulegen: So haben z.B sämtliche Einkaufmöglichkeiten am Alexanderplatz mangels geeigneter Abstellmöglichkeit in so ner fiesen Gegend mich als Kunden nicht – bis auf die Galeria Kaufhof in die man sein Rad mit der vorgeschobenen Behauptung mitnehmen kann, man wolle irgendein Anbauteil in der Fahrradabteilung (wenns die überhaupt noch gibt) kaufen 😉

  10. Die Fahrradindustrie kann so etwas wohl kaum finanzieren. So eine verschließbare Konstruktion kostet schnell mal ein paar hundert Euro pro Abstellplatz. Wenn das über den Verkauf von Fahrrädern finanziert werden müsste, dann würde sich der Preis für ein durchschnittliches Fahrrad mal eben verdoppeln.

    Größere Geschäfte/Einkaufszentren könnten natürlich entsprechend abgesicherte Abstellmöglichkeiten für Kunden privat finanzieren (ist immer noch wesentlich billiger als ein Tiefgaragenplatz für Autos). Aber bei kleinen Geschäften/Restaurants ist für so etwas meistens kein Geld bzw. kein Platz da.

    Ich persönlich stelle meine Räder regelmäßig draußen ab. Für mich ist ein Fahrrad ein Gebrauchsgegenstand und ich will zumindest im Alltag kein Fahrrad fahren, das man nicht relativ unbesorgt mal für einen Tag irgendwo abschließen kann. So lange das Rad an einem festen Gegenstand abgeschlossen ist und das eigene Schloss besser ist als das von anderen vergleichbaren Rädern hält sich das Risiko auch in Grenzen.

  11. Also den hier dargestellten direkten Zusammenhang zwischen hochwertigem Rad und Diebstahlgefahr kann ich so nicht nachvollziehen. Ich habe selbst ein sehr hochwertiges Rad (Tourenrad m. Rohloff-Nabe, Magura-Bremsen, SON-Nabendynamo etc.), dass ich seid Erwerb ohne zu zögern an solchen Doppelstockparkern oder auch nachts beim örtlichen Konzert-/Partyareal einfach an den Bauzaun anschliesse. Mein „Trick“: ich habe Anfang 2007 bei der Auswahl des Rades auf eine eher dezente Optik gesetzt und verwende ein vernünftiges (aber nicht übertriebenes) Fahrradschloss, um mein Fahrrad in einem möglichst belebten Bereich an feste Gegenstände anzuschliessen.

  12. Selbst wenn die Diebstahlgefahr nicht mit dem Preis steigen würde – was ich beweifle, denn warum sollte ein Dieb, der 10 Räder zur Auswahl hat, nicht zum hochwertigsten zuerst greifen – so bleibt doch der Verlust beim teureren Rad nunmal größer.

    Und Versicherungen für Räder oberhalb 2500.- sind schlicht zu teuer: z.B die ARAG möchte, wie ich gerade mal geschaut habe, für ein 2500.- Rad in Prenzlauer Berg gut 40.-/Monat und für 3500.- fast 60.- :0
    (gut: in einer hessische Kleinstadt kostet es nu gut die Hälfte)

  13. Nicht schlecht, eine Versicherung, bei der man schon nach 62,5 Monaten den Wert des versicherten Gegenstandes ausgegeben hat. Die müssen ja mit extremen Schadensquoten rechnen oder wollen das eigentlich nicht versichern.

    Wenn man bedenkt, dass Haftpflicht für Radfahrer weniger als 5€ / Monat kostet.

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